Giro d'Italia 2005

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2004 Giro d'Italia 2005 2006

88. Giro d'Italia: 07.05.-29.05.2005
Gesamtdistanz: ca. 3450km
Gesamtsieger: Paolo Savoldelli (ITA/Discovery Channel)
Punktetrikot: Paolo Bettini (ITA/Quick Step)
Bergwertung: José Rujano Guillen (VEN/Selle Italia-Colombia)
Intergiro-Wertung: Stefano Zanini (ITA/Quick Step)
Mannschaftswertung: Liquigas-Bianchi

Et. von nach km Termin/Sieger Rosa Trikot
0. Reggio di Calabria Reggio di Calabria 1,15* Brett Lancaster (AUS) Brett Lancaster (AUS)
1. Reggio di Calabria Tropea 208 Paolo Bettini (ITA) Paolo Bettini (ITA)
2. Catanzaro Lido Santa Maria Del Cedro 182 Robbie McEwen (AUS) Robbie McEwen (AUS)
3. Diamante Giffoni Valle Piana 205 Danilo di Luca (ITA) Paolo Bettini (ITA)
4. Giffoni Valle Piana Frosinone 211 Luca Mazzanti (ITA) Paolo Bettini (ITA)
5. Celano L'Aquila 223 Danilo di Luca (ITA) Danilo di Luca (ITA)
6. Viterbo Marina di Grosseto 153 Robbie McEwen (AUS) Paolo Bettini (ITA)
7. Grosseto Pistoia 211 Koldo Gil (ESP) Danilo di Luca (ITA)
8. Lamprecchio Florenz 45* David Zabriskie (USA) Danilo di Luca (ITA)
9. Florenz Ravenna 139 Alessandro Petacchi (ITA) Danilo di Luca (ITA)
10. Ravenna Rossano Veneto 212 Robbie McEwen (AUS) Danilo di Luca (ITA)
11. Marostica Zoldo Alto 150 Paolo Savoldelli (ITA) Ivan Basso (ITA)
12. Alleghe Rovereto 178 Alessandro Petacchi (ITA) Ivan Basso (ITA)
13. Mezzocorona St. Ulrich im Grödnertal 218 Ivan Parra (COL) Paolo Savoldelli (ITA)
14. Neumarkt Livigno 210 Ivan Parra (COL) Paolo Savoldelli (ITA)
15. Villa di Tirano Lissone 154 Alessandro Petacchi (ITA) Paolo Savoldelli (ITA)
16. Lissone Varazze 210 Christophe Le Mevel (FRA) Paolo Savoldelli (ITA)
17. Varazze Limone Piemonte 194 Ivan Basso (ITA) Paolo Savoldelli (ITA)
18. Chieri Turin 34* Ivan Basso (ITA) Paolo Savoldelli (ITA)
19. Savigliano Sestrière 190 José Rujano Guillen (VEN) Paolo Savoldelli (ITA)
20. Albese con Cassano Mailand 119 Alessandro Petacchi (ITA) Paolo Savoldelli (ITA)
*) Einzelzeitfahren



The Winner takes it all: Zweiter Giro-Triumph für den Falken
Fotos (c) velo-photos.com

Savoldellis zweiter Triumph beim Giro
Aus einer der spannendsten großen Rundfahrten der letzten Jahre ging der Italiener Paolo Savoldelli (Discovery Channel) als Sieger hervor. Der «Falke» gewann den Giro d'Italia zum zweiten Mal nach 2002. Die Zweit- und Drittplatzierten Gilberto Simoni (Lampre-Caffita) und José Rujano Guillen (Selle Italia-Colombia) hatten nach drei Wochen beide weniger als eine Minute Rückstand auf den Gesamtsieger. Der eigentliche Klassiker-Spezialist Danilo di Luca (Liquigas) beendete einen ganz starken Giro überraschend auf Platz 4. Aus deutscher Sicht war der erst 23-jährige Markus Fothen mit Platz 12 im Endklassement die Entdeckung der Rundfahrt. Die meisten Tagessiege zählte am Ende der Sprinter Alessandro Petacchi (Fassa Bortolo).

Das erwartete Duell um den Gesamtsieg zwischen Vorjahressieger Damiano Cunego und dem Tour-de-France-Dritten Ivan Basso blieb derweil aus. Cunego verlor auf jeder wichtigen Etappe beständig an Zeit und unterstützte deswegen hinterher bedingungslos seinen Lampre-Teamkollegen Gilberto Simoni. Nach einem Bombenjahr 2004 lastete beim Giro 2005 ein ungeheurer Druck auf dem 23-jährigen. Den vier Jahre älteren Ivan Basso hingegen stoppten Magenbeschwerden in den Dolomiten. Am endlos langen Anstieg zum Stilfser Joch auf der 14. Etappe verlor der CSC-Kapitän rund 40 Minuten auf die Spitze. Zwei Etappensiege in der Schlusswoche der Rundfahrt waren ein Trostpflaster für die verpasste Chance in der Gesamtwertung. Mit seinem Sieg im zweiten Einzelzeitfahren deutete Basso an, dass er seine einstige Zitterdisziplin demnächst nicht mehr zu fürchten braucht.

Auferstehung nach zwei Seuchenjahren in Magenta
Nutznießer der unerwarteten Schwächen Cunegos und Bassos war vor allem Paolo Savoldelli. Der 32-jährige war nach zwei von Krankheiten und Verletzungen gezeichneten Jahren beim deutschen T-Mobile Team zum Armstrong-Stall Discovery Channel gewechselt. Anders als Lance Armstrong bei der Tour de France musste Savoldelli ohne Helfer in den Bergen auskommen. Denn Armstrongs «Edel-Sherpas» wurden für die Tour geschont. Savoldelli holte seinen Gesamtsieg gegenüber Simoni und Rujano in den beiden langen Einzelzeitfahren heraus. Auf den Passstraßen der Alpen konnte Savoldelli bergauf nicht immer mit den beiden Bergziegen mithalten. Dies bügelte der «Falke» aber mit seinen Abfahrkünsten und glücklichen Konstellationen in den Verfolgergruppen aus.

Sinnbildlich war die vorletzte Etappe, in der es zum spannenden Showdown am Colle delle Finestre kam, dessen letzte acht Kilometer nicht asphaltiert waren. Auf dieser pikanten Zeitreise in die Vergangenheit gaben Di Luca, Simoni und Rujano den Ton an. Auf der Passhöhe hatte Savoldelli mit 2:20 Minuten Rückstand das rosa Trikot des Gesamtführenden virtuell um einige Sekunden an Simoni verloren. Auf der Abfahrt kehrten sich die Verhältnisse wieder um. Di Luca musste mit Krämpfen reißen lassen. Simoni und Rujano waren zur Tempoarbeit verdammt, während Savoldelli willkommene Unterstützung durch das Davitamon-Team erhielt. Die belgische Equipe drückte mächtig auf die Tube, um für Wim van Huffel einen 11. Platz in der Gesamtwertung herauszufahren...

Simoni und Rujano nur ganz knapp geschlagen
Gilberto Simoni fuhr mit nur 28 Sekunden Rückstand auf Savoldelli denkbar knapp an seinem dritten Giro-Gesamtsieg nach 2001 und 2003 vorbei. Im Vorjahr war Simoni von seinem jüngeren Teamgefährten Cunego vom Thron verdrängt worden. Dem Venezuelaner José Rujano gelang beinahe die Riesensensation; denn auch ihm fehlten gerade einmal 45 Sekunden auf den Gesamtsieg. Schon Rujanos dritter Platz ist überraschend genug. Vor der Saison war das 23-jährige Leichtgewicht (angeblich 48 Kilo) vom Rennstall Colombia-Selle Italia, der nur durch eine Wildcard zum Giro kam, ein weitgehend unbeschriebenes Blatt. Eine solch enge Giro-Entscheidung hatte es zuletzt 1976 gegeben, als Gimondi mit 19 Sekunden vor De Munyck gewann und weitere Fahrer mit geringen Abständen folgten.

Klassiker-Jäher ärgern (nicht nur) die Sprinter
Gar nicht aufs Klassement schauen wollte Danilo di Luca. Auf den ersten Etappen, die häufig wegen ihrer Klassiker-ähnlichen Finals einen Massensprint verhinderten, holte sich Di Luca wie sein Klassiker-erprobter Landsmann Paolo Bettini (Quick Step) Etappensiege und das rosa Trikot. Anders als Bettini konnte Danilo di Luca dann plötzlich auch im Hochgebirge ganz vorne mitmischen. Der ProTour-Führende, der im April Baskenland-Rundfahrt, Amstel Gold Race und Flèche Wallonne gewonnen hatte, war ohne spezielle Vorbereitung zum Giro gekommen und überraschte sogar sich selbst. Völlig unverhofft war sogar der Gesamtsieg in Reichweite. Mit seinem 4. Platz baute der Liquigas-Profi seinen Vorsprung in der ProTour-Gesamtwertung beträchtlich aus. Er wird bei der Premiere dieser Renneserie nur noch schwer zu schlagen sein.

Als beinahe unschlagbar galt der Sprinterstar Alessandro Petacchi, der im Vorjahr neun Tagessiege beim Giro abräumte. In diesem Jahr stellten sich hügelige Etappenankünfte und ein starkter Davitamon-Sprinter Robbie McEwen (drei Siege) dem «Ale-Jet» Petacchi in den Weg. Immerhin sprangen noch vier Erfolge für den Ligurier beim 88. Giro heraus. Ohne Etappensieg blieben die deutschen Sprinter Erik Zabel (T-Mobile) und Robert Förster (Gerolsteiner). Zabel, 34 Jahre, wurde bei seiner ersten Giro-Teilnahme zweimal Etappenzweiter. Der 27-jährige Förster kam zweimal auf Platz 3. Försters Teamkollege Sven Krauss fuhr sich mit seinen zahlreichen Ausreißversuchen in die Schlagzeilen, durch die er für zwei Wochen das blaue Intergiro-Trikot (für die Zwischensprintwertung) eroberte.

Endklassement des Giro d'Italia 2005
1. Paolo Savoldelli (ITA) - Discovery Channel 91h25:51
2. Gilberto Simoni (ITA) - Lampre-Caffita +0:28
3. Jose Rujano (VEN) - Selle Italia-Colombia +0:45
4. Danilo di Luca (ITA) - Liquigas +2:42
5. Juan Manuel Garate (ESP) - Saunier Duval +3:11
6. Serguei Gonchar (UKR) - Domina Vacanze +4:22
7. Vladimir Karpets (RUS) - Illes Balears +11:15
8. Pietro Caucchioli (ITA) - Credit Agricole +11:38
9. Marzio Bruseghin (ITA) - Fassa Bortolo +11:40
10. Emanuele Sella (ITA) - Ceramica Panaria +12:33
11. Wim van Huffel (BEL) - Davitamon +13:49
12. Markus Fothen (GER) - Gerolsteiner +14:42
13. Dario Cioni (ITA) - Liquigas +15:26
14. Daniel Atienza (ESP) - Cofidis +15:52
15. Tadej Valjavec (SLO) - Phonak +19:22
16. Unai Osa (ESP) - Illes Balears +20:46
17. Samuel Sanchez (ESP) - Euskaltel +21:55
18. Damiano Cunego (ITA) - Lampre-Caffita +24:05
19. Giampaolo Caruso (ITA) - Liberty Seguros +24:29
20. Ivan Parra (COL) - Selle Italia-Colombia +25:37
21. Alexandr Kolobnew (RUS) - Rabobank +34:50
22. Francisco J. Vila (ESP) - Lampre-Caffita +38:17
23. Patrice Halgand (FRA) - Credit Agricole +44:55
24. Wladimir Belli (ITA) - Domina Vacanze +46:19
25. Matthias Kessler (GER) - T-Mobile +50:49
26. Christophe Le Mevel (FRA) - Credit Agricole +52:40
27. Mauricio A. Ardila (COL) - Davitamon +56:02
28. Ivan Basso (ITA) - Team CSC +57:05
29. Theo Eltink (NED) - Rabobank +1h01:02
30. Steve Zampieri (SUI) - Phonak +1h03:32
...
38. Paolo Bettini (ITA) - Quick Step +1h18:04
51. Grischa Niermann (GER) - Rabobank +1h44:57
56. Jan Schaffrath (GER) - T-Mobile Team +1h57:49
58. Christian Werner (GER) - T-Mobile Team +2h05:22
59. Sven Montgomery (SUI) - Gerolsteiner +2h05:27
63. Erik Zabel (GER) - T-Mobile Team +2h14:25
100. Alessandro Petacchi (ITA) - Fassa Bortolo +3h09:30
104. David Zabriskie (USA) - Team CSC +3h13:24
113. Andre Korff (GER) - T-Mobile Team +3h19:35
128. Eric Baumann (GER) - T-Mobile Team +3h35:39
132. Sven Krauss (GER) - Gerolsteiner +3h39:26
137. Robert Forster (GER) - Gerolsteiner +3h43:01
- 197 Teilnehmer, davon 153 klassiert.
Punktewertung
1. Paolo Bettini (ITA) - Quick-Step 162 p.
2. Alessandro Petacchi (ITA) - Fassa Bortolo 154
3. Danilo di Luca (ITA) - Liquigas 136
4. Paolo Savoldelli (ITA) - Discovery Channel 124
5. Ivan Basso (ITA) - Team CSC 114
6. Erik Zabel (GER) - T-Mobile 92
7. Jose Rujano (VEN) - Selle Italia-Colombia 89
8. Isaac Galvez (ESP) - Illes Balears 85
9. Gilberto Simoni (ITA) - Lampre-Caffita 81
10. Ivan Parra (COL) - Selle Italia-Colombia 80
Bergwertung
1. Jose Rujano (VEN) - Selle Italia-Colombia 143 p.
2. Ivan Parra (COL) - Selle Italia-Colombia 57
3. Gilberto Simoni (ITA) - Lampre-Caffita 45
4. Ivan Basso (ITA) - Team CSC 41
5. Danilo di Luca (ITA) - Liquigas 29
6. Patrice Halgand (FRA) - Credit Agricole 27
7. Juan Manuel Garate (ESP) - Saunier Duval 27
8. Paolo Savoldelli (ITA) - Discovery Channel 17
9. Ruslan Ivanov (MDA) - Domina Vacanze 15
10. Daniel Atienza (ESP) - Cofidis 14
Intergiro-Wertung
1. Stefano Zanini (ITA) - Quick Step 54h37:01
2. Paolo Bettini (ITA) - Quick Step +0:27
3. Sven Krauss (GER) - Gerolsteiner +0:30
4. Bram Schmitz (NED) - T-Mobile +2:16
5. Ivan Basso (ITA) - Team CSC +2:31
6. Paolo Savoldelli (ITA) - Dicovery Channel +2:41
7. David Zabriskie (USA) - Team CSC +2:52
8. Philippe Schnyder (SUI) - Selle Italia-Colombia +3:00
9. Angel Gomez (ESP) - Saunier Duval +3:04
10. Dariusz Baranowski (POL) - Liberty Seguros +3:06
ProTour-Wertung nach 13 von 27 Rennen
1. Danilo di Luca (ITA) - Liquigas 184 p.
2. Tom Boonen (BEL) - Quick Step 112
3. Alessandro Petacchi (ITA) - Fassa Bortolo 111
4. Oscar Freire (ESP) - Rabobank 94
5. Paolo Savoldelli (ITA) - Discovery Channel 89
6. Davide Rebellin (ITA) - Gerolsteiner 86
7. Michael Boogerd (NED) - Rabobank 80
8. Bobby Julich (USA) - Team CSC 75
9. George Hincapie (USA) - Discovery Channel 75
10. Jens Voigt (GER) - Team CSC 72
11. Gilberto Simoni (ITA) - Lampre-Caffita 70
12. Alberto Contador (ESP) - Liberty Seguros 67
13. Juan Antonio Flecha (ESP) - Fassa Bortolo 65
14. Aitor Osa (ESP) - Illes Balears 60
15. Damiano Cunego (ITA) - Lampre-Caffita 58
16. Thor Hushovd (NOR) - Credit Agricole 56
17. Santiago Botero (COL) - Phonak 51
18. Jaroslaw Popowitsch (UKR) - Discovery Channel 50
19. Alexander Winokurow (KAZ) - T-Mobile 50
20. M. Martin Perdiguero (ESP) - Phonak 50

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