Giro d'Italia 2023 - 14. Etappe
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Denz doppelter Etappensieger!
Nico Denz (Bora) gewann nur 2 Tage nach seinem größten Karriere-Triumph eine weitere Etappe des Giro d'Italia 2023. Der 29-jährige Deutsche war auf dem 14. Teilstück der Stärkste aus 29 Ausreißern. Er führte in fulminanter Manier 5 Verfolger auf der Zielgeraden an ein Spitzentrio heran und zog gleich den Sprint drüber. Unnötig spannend machte Denz es, indem er kurz vor der Ziellinie in Cassano Magnano jubelnd austrudelte und fast noch von Derek Gee (Israel) kassiert wurde. Mit der jubelnden Hand verpasste Denz aus Versehen Gee dabei eine Backpfeife. Auf den 3. Platz kam Alberto Bettiol (EF).
Das Team des bisherigen Gesamtführenden Geraint Thomas (Ineos) schenkte das Rosa Trikot des Gesamtführenden her, um zumindest am Folgetag mal nicht von Beginn weg die Verantwortung tragen zu müssen. Überflüssig zu erwähnen, dass es auf der 14. Etappe mit Start in der Schweiz, frühem Simplonpass und flach bis etwas welliger zweiter Etappenhälfte – teils entlang des Lago Maggiore – schon wieder fast den ganzen Tag über regnete. Das Hauptfeld erreichte das Ziel mit rund 21 Minuten Rückstand. Als klar Bestplatzierter in der Gesamtwertung fiel damit das Rosa Trikot in den Schoß von Bruno Armirail (Groupama).
Derek Gee indes musste zum 3. Mal bei diesem Giro 2023 mit dem 2. Platz Vorlieb nehmen, ist aber dennoch einer der Entdeckungen der Rundfahrt. Innerhalb der letzten 60 Kilometer hatten sich Ballerini (Soudal), Oldani (Alpecin), Rex (Intermarché) und als Nachzügler Skujins (Trek) aus der 29-köpfigen Flucht des Tages abgesetzt. Laurenz Rex fiel 11 Kilometer vorm Ziel zurück, wurde aber von einer Verfolgergruppe aus Denz, Gee, Bettiol und Mayrhofer (DSM) wieder herangeführt. Stefano Oldani lancierte mit den 5 Verfolgern im Nacken einen extrem frühen Sprint. Doch Denz tankte sich heran und konterte dann auch sogleich überragend den Antritt von Bettiol.
Ergebnis 1. Nico Denz (GER) - Bora-Hansgrohe 4:37:30 2. Derek Gee (CAN) - Israel-Premier Tech gl.Zeit 3. Alberto Bettiol (ITA) - EF Education-Easypost gl.Zeit 4. Laurenz Rex (BEL) - Intermarché-Circus +0:01 5. Davide Ballerini (ITA) - Soudal-Quick Step gl.Zeit 6. Toms Skujins (LAT) - Trek-Segafredo +0:04 7. Marius Mayrhofer (GER) - DSM +0:10 8. Stefano Oldani (ITA) - Alpecin-Deceuninck +0:20 9. Andrea Pasqualon (ITA) - Bahrain Victorious +0:50 10. Mirco Maestri (ITA) - Eolo-Kometa 11. Warren Barguil (FRA) - Arkéa-Samsic 12. Bauke Mollema (NED) - Trek-Segafredo alle 13. Nicolas Prodhomme (FRA) - AG2R-Citroën gleiche 14. Alessandro de Marchi (ITA) - Jayco-Alula Zeit 15. Bruno Armirail (FRA) - Groupama-FDJ +0:53 - 132 Fahrer klassiert. DNF Alessandro Verre (ITA) - Arkéa-Samsic DNS Samuele Battistella (ITA) - Astana-Kasachstan DNS Stefan de Bod (RSA) - EF Education-Easypost
Thomas lässt Armirail in Rosa Trikot
Armirail schlüpfte ins Rosa Trikot 1:41 Minuten vor Thomas, der die Gesamtführung nach 4 Tagen kontrolliert abgab, wobei die engen bstände zu den nachfolgenden Fahrern natürlich unverändert blieben – mit Roglic (Jumbo) und Almeida (UAE) nun auf 3 und 4 mit nur 2 und 22 Sekunden Rückstand auf Geraint Thomas.
Gesamtwertung 1. Bruno Armirail (FRA) - Groupama-FDJ 56:17:01 2. Geraint Thomas (GBR) - Ineos Grenadiers +1:41 3. Primoz Roglic (SLO) - Jumbo-Visma +1:43 4. João Almeida (POR) - UAE-Emirates +2:03 5. Andreas Leknessund (NOR) - DSM +2:23 6. Damiano Caruso (ITA) - Bahrain Victorious +3:09 7. Lennard Kämna (GER) - Bora-Hansgrphe +3:33 8. Eddie Dunbar (IRL) - Jayco-Alula +4:13 9. Thymen Arensman (NED) - Ineos Grenadiers +4:26 10. Laurens de Plus (BEL) - Ineos Grenadiers +4:49 11. Thibaut Pinot (FRA) - Groupama-FDJ +4:54 12. Hugh Carthy (GBR) - EF Education-Easypost +4:57 13. Aurél. Paret-Peintre (FRA) - AG2R-Citroën +5:01 14. Santiago Buitrago (COL) - Bahrain Victorious +6:53 15. Ilan van Wilder (BEL) - Soudal-Quick Step +8:05 16. Jack Haig (AUS) - Bahrain Victorious +8:19 17. Patrick Konrad (AUT) - Bora-Hansgrohe +9:14 18. Einer Rubio (COL) - Movistar +11:04 19. Sepp Kuss (USA) - Jumbo-Visma +11:24 20. Warren Barguil (FRA) - Arkéa-Samsic +12:43 21. Derek Gee (CAN) - Israel-Premier Tech +13:07 ... 43. Nico Denz (GER) - Bora-Hansgrohe +42:49
Bei noch sonnigen Bedinungen im Wallis fanden sich die 29 Ausreißer: Ballerini, Serry (beide Soudal), Prodhomme, Warbasse (beide AG2R), Oldani (Alpecin), Sanchez (Astana), Pasqualon, Sütterlin (beide Bahrain), Denz (Bora), Bettiol (EF), Mattia Bais, Davide Bais, Maestri (alle Eolo), Mulubrhan (Green Project), Armirail (Groupama), Rex (Intermarché), Clarke, Gee, Williams (alle Israel) Gaviria, Barta, Verona (alle Movistar), Barguil, Guernalec (beide Arkéa), Mayrhofer (DSM), de Marchi (Jayco), Mollema, Skujins und Vergaerde (alle Trek).
Mit über 6 Minuten Vorsprung begannen die Ausreißer den Anstieg zum Simplonpass. Und so überquerten sie auch die Passhöhe – ohne, dass jemand die Gruppe dezimieren wollte. Armirail schaffte es nicht, für seinen Teamkollegen Pinot am Bergpreis Davide Bais die Maximalpunkte abzunehmen, so dass Bais nach nur einem Tag das Blaue Trikot wieder deutlich von Pinot zurückeroberte.
Bergwertung 1. Davide Bais (ITA) - Eolo-Kometa 144 p. 2. Thibaut Pinot (FRA) - Groupama-FDJ 114´ 3. Einer Rubio (COL) - Movistar 68 4. Toms Skujins (LAT) - Trek-Segafredo 42 5. Karel Vacek (CZE) - Corratec-Selle Italia 36 6. Derek Gee (CAN) - Israel-Premier Tech 31
Im Anstieg hatte der beim Giro 2023 fast allgegenwärtige Regen eingesetzt. Obwohl das Hauptfeld die Spitze nun immer mehr ziehen ließ, dürfte es sich auch hinter wieder um einen zehrenden Tag aufgrund des Wetters gehandelt haben. An der Spitze schien eine frühe Vorentscheidung zugunsten des Quartetts aus Ballerini, Oldani, Rex und Skujins gefallen zu sein. Doch die Verfolger steckten nie auf. Dort, wo Rex vorne abreißen ließ, lösten sich erst Mayrhofer und Gee von den Verfolgern, dann auch noch Denz und Bettiol.
Vorschau auf diese Etappe: Nach nur einem Tag heißt es wieder Abschied nehmen aus der Schweiz. Von Siders aus geht es über den Simplonpass, hinter dem einige Kilometer später Italien erreicht wird. Das war es dann auch schon mit Alpenpässen bei dieser 14. Etappe, die hinter der Simplon-Abfahrt vorwiegend flach verläuft. Zwischen Lago Maggiore und dem Zielort Cassano Magnano wird das Profil noch einmal etwas welliger, und der Schlusskilometer steigt zwischen 2 und 3 %. Man ist fast versucht, diese 14. Etappe den Sprintern zuzurechnen, obschon eine erfolgreiche Ausreißergruppe aufgrund der Unwägbarkeiten eher zu erwarten ist.
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