Paris-Nizza 2005

(FRA/ProTour-CPE) - Siegerliste Paris-Nizza

Et. Start                Ziel                    km   Etappensieger       Leader
0. Issy-les-Moulineaux Issy-les-Moulineaux 4* Jens Voigt Jens Voigt
1. Etampes Chabris 186 Tom Boonen Erik Dekker
2. Aigueperse** Thiers 47 Tom Boonen Tom Boonen
3. Thiers Craponne-sur-Arzon*** 118 Vicente Reynes Tom Boonen
4. Saint-Peray*** Montélimar 101 Fabian Cancellara Fabian Cancellara
5. Rognes Toulon (Mont-Faron) 172 Gilberto Simoni Bobby Julich
6. La Crau Cannes 184 Joost Posthuma Bobby Julich
7. Nizza Nizza 135 Alejandro Valverde Bobby Julich
*) Einzelzeitfahren
**) sollte ursprünglich in La Châtre gestartet werden (wegen Schnees verlegt)
***) Ziel/Start waren eigentlich in Le Chambon-sur-Lignon geplant (wegen Schnees verlegt)
Bobby Julich, 33 Jahre

Julich erster Führender in der ProTour
Bobby Julich hat die 63. Auflage der Fernfahrt Paris-Nizza gewonnen. Der 33-jährige US-Amerikaner vom dänischen CSC-Team ist damit gleichzeitig der erste virtuelle Träger des weißen Trikots für den ProTour-Spitzenreiter. Der Spanier Alejandro Valverde (Illes Balears) wurde nach einem Etappensieg zum Abschluss des achttägigen Rennens Gesamtzweiter mit zehn Sekunden Rückstand. Auf Rang 4 und 5 waren Jens Voigt (CSC) und Vorjahressieger Jörg Jaksche (Liberty Seguros) mit 44 und 45 Sekunden Rückstand auf Julich die besten Deutschen. Der sechsmalige Tour-de-France-Sieger Lance Armstrong (Discovery) stieg während der Fernfahrt wegen Halsschmerzen aus.
Armstrongs amerikanischer Landsmann Bobby Julich feierte bei Paris-Nizza seinen größten Erfolg seit dem Podestplatz bei der Tour de France 1998. Die Freude war besonders groß, weil der Zielort Nizza seit acht Jahren die zweite Heimat Julichs ist. Wie schon im Vorjahr, als Julich bereits Dritter bei Paris-Nizza war, drückte die Bjarne-Riis-Mannschaft CSC dem «Rennen zur Sonne» seinen Stempel auf. Als Paris-Nizza am 6. März die ProTour-Ära eröffnete, war Jens Voigt beim Prolog der erste Sieger eines ProTour-Rennens. Bis zur 5. Etappe war übrigens von der Sonne noch nicht viel zu sehen: Bei klirrender Kälte säumten Schneemassen die Straßenränder, mehrere Etappen musste drastisch verkürzt werden.
Auf der 1. Etappe fielen nach einem Sturz etwa acht Kilometer vor dem Ziel viele Favoriten um eine knappe Minute zurück, darunter Jaksche, Rebellin und Winokurow. Tom Boonen errang zwei eindrucksvolle Etappensiege. Er war aber auch der einzige Sprinter mit Weltklasseformat am Start. Auf der 4. Etappe verschliefen es die übrig gebliebenen Siegkandidaten, eine Ausreißergruppe mit Bobby Julich einzufangen. Julich reichte deswegen am nächsten Tag auf der schwersten Etappe zum Mont-Faron ein 10. Platz, um das gelb-weiße Leader-Jersey zu übernehmen. Ernsthaft konnte er danach nicht mehr in Gefahr gebracht werden - auch nicht von Valverde, dem Hoffnungsträger der spanischen Radsport-Zukunft. Dessen Etappensieg am Schlusstag kam zu spät.

Ein holpriger Start
Aus deutscher Sicht war Paris-Nizza eine unterm Strich missglückte Veranstaltung. Voigt und Jaksche fuhren zwar vorne mit, hatten sich jedoch insgeheim mehr vorgenommen. Jörg Ludewig (Domina Vacanze) ärgerte sich, dass er auf der vorletzten Etappe Joost Posthuma kurz vor Schluss wegfahren ließ und somit den Tagessieg knapp verpasste. Den deutschen Teams Gerolsteiner und T-Mobile waren durch den Sturz auf der ersten Etappe früh alle Chancen im Klassement genommen. T-Mobile belegt in der ersten Teamwertung der ProTour sogar den letzten Platz mit null Punkten!
In der ProTour-Einzelwertung führt natürlich Julich vor Valverde und dem Drittplatzierten von Paris-Nizza, Constantino Zaballa (Saunier Duval). Dabei wollten die Veranstalter gar nichts von der neu eingeführten ProTour wissen. Die A.S.O., die auch u.a. die Tour de France und Paris-Roubaix ausrichtet, wehrt sich vehement gegen die Radsport-Reform. Wohl oder übel wurden jedoch alle 20 ProTour-Teams eingeladen. Die Eröffnung einer neuen Rennserie mit Glanz und Gloria sieht auf jeden Fall anders aus als bei Paris-Nizza. Nirgendwo war das ProTour-Logo angebracht. Das Schneechaos tat sein übriges dazu - auch wenn ein Peloton in einer weißen Winterlandschaft durchaus ganz nett anzuschauen ist.

6. März bis 13. März
Endklassement Paris-Nice 2005
1. Bobby Julich (USA) - Team CSC 22h32:13
2. Alejandro Valverde (ESP) - Illes Balears +0:10
3. Constantino Zaballa (ESP) - Saunier Duval +0:19
4. Jens Voigt (GER) - Team CSC +0:44
5. Jörg Jaksche (GER) - Liberty +0:45
6. Franco Pellizotti (ITA) - Liquigas +0:49
7. Frank Schleck (LUX) - Team CSC +0:58
8. Cadel Evans (AUS) - Davitamon +0:58
9. Jose Angel Gomez (ESP) - Saunier Duval +1:20
10. Davide Rebellin (ITA) - Gerolsteiner +1:21
11. Erik Dekker (NED) - Rabobank +1:25
12. Thomas Lövkvist (SWE) - FdJeux +1:36
13. Kim Kirchen (LUX) - Fassa Bortolo +1:44
14. José Luis Rubiera (ESP) - Discovery +2:08
15. Alberto Contador (ESP) - Liberty +2:18
16. Alexander Winokurow (KAZ) - T-Mobile +2:22
17. Manuel Beltran (ESP) - Discovery +2:28
18. Thomas Voeckler (FRA) - Bouygues +3:16
19. Dariusz Baranowski (POL) - Liberty +3:55
20. Patxi Xabier Vila (ESP) - Lampre-Caffita +3:57
...
45. Vicente Reynes (ESP) - Illes Balears +12:01
47. David Moncoutie (FRA) - Cofidis +12:10
65. Jörg Ludewig (GER) - Domina Vacanze +21:54
69. Fabian Cancellara (SUI) - Fassa Bortolo +24:21
DNF Tom Boonen (BEL) - Quick Step
DNF Joost Posthuma (NED) - Rabobank
DNF Gilberto Simoni (ITA) - Lampre-Caffita
- 168 Teilnehmer, davon 94 klassiert.
Punktewertung: Jens Voigt
Bergwertung: David Moncoutie
Jungprofiwertung: Alejandro Valverde
Teamwertung: Team CSC
ProTour-Wertung nach 1 von 27 Rennen
1. Bobby Julich (USA) 50 p.
2. Alejandro Valverde (ESP) 41
2. Constantino Zaballa (ESP) 35
4. Jens Voigt (DAN) 31
5. Jörg Jaksche (ALL) 25
6. Franco Pellizotti (ITA) 20
7. Frank Schleck (LUX) 15
8. Cadel Evans (AUS) 10
9. Jose Angel Gomez (ESP) 5
10. Tom Boonen (BEL) 2
11. Davide Rebellin (ITA) 1
12. Joost Potshuma (PBS) 1
13. Gilberto Simoni (ITA) 1
14. Fabian Cancellara (SUI) 1
15. Vicente Reynes (ESP) 1
Teamwertung
1. Team CSC 20
2. Saunier Duval 19
3. Liberty Seguros 18
4. Discovery Channel 17
5. Davitamon 16
6. Fassa Bortolo 15
7. Rabobank 14
8. Cofidis 13
9. Bouygues Telecom 12
10. Phonak 10
11. Illes Balears 9
12. Lampre 8
13. Crédit Agricole 7
14. Liquigas 6
15. Quick Step 5
16. Domina Vacanze 4
17. Gerolsteiner 3
18. Française des Jeux 2
19. Euskaltel 1
20. T-Mobile 0
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