Mailand-Sanremo 2019

(ITA/1.UWT) - Siegerliste Mailand-Sanremo

Alaphilippe triumphiert aus erlesener Gruppe

Julian Alaphilippe (Deceuninck) gewann Mailand-Sanremo 2019 im Sprint einer hochkarätigen Spitzengruppe, die sich am Poggio abgesetzt hatte. Der Franzose fuhr den Sprint von vorne und behauptete eine Radlänge vor Oliver Naesen (AG2R), der nicht aus Alaphilippes Windschatten herauskam. Knapp hinter Naesen belegte Michal Kwiatkowski (Sky) den 3. Platz vor Peter Sagan (Bora).

Sagan vertändelte seine Siegchance, als er sich in erster Position liegend vom Antritt durch Matej Mohoric (Bahrain) überraschen ließ und zu spät in die Gänge kam. Da hatte schon Alaphilippe Geschwindigkeit aufgenommen, vorbei an Mohoric zu seinem ersten Triumph bei einem der 5 Monumente. An der Reihenfolge direkt hinter Alaphilippe änderte sich nach dessen Antritt nichts mehr – Naesen vor Kwiatkowski und Sagan.

Mohoric beendete den Frühjahrsklassiker bei angenehmen Temperaturen auf dem 5. Platz vor Wout van Aert (Jumbo), Weltmeister Alejandro Valverde (Movistar) und Vorjahressieger Vincenzo Nibali (Bahrain). Ebenfalls mit der Zeit des Siegers wurden noch Simon Clarke (EF) und Matteo Trentin (Mitchelton) gewertet. Tom Dumoulin (Sunweb) ließ auf dem 11. Platz austrudeln, während dessen Teamkollege Michael Matthews nicht mehr ganz zur Spitzengruppe hinkam.

Keine reinen Sprinter in den Top-Ten

Die Streckenführung bei Mailand-Sanremo 2019 war identisch zum Vorjahr (abgesehen von 3 Rennkilometern, die relativ zu Beginn eingespart werden). Nach 291 Kilometern lag die Zielgerade auf der Via Roma in Sanremo, nachdem der letzte Anstieg (Poggio) 5,4 Kilometer vorm Ende überwunden wurde. Gutes Wetter und ein augenscheinlich aktionsarmer Rennverlauf deuteten auf den ersten Sieger aus einem Massensprint seit 3 Jahren hin. Aber diesmal blieben für die reinen Sprinter nicht einmal einstellige Platzierungen übrig.

Die frühe 10-köpfige Spitzengruppe des Tages setzte sich bei Mailand-Sanremo 2019 zusammen aus: Masnada (Androni), Maestri, Tonelli (beide Bardiani), Sagiv (Israel Academy), Raggio, Schönberger (beide Neri Sottoli), Henttala, Peron, Planet und Poli (alle Novo Nordisk). Die Gruppe fiel 40 Kilometer vorm Ziel auseinander, als Sebastian Schönberger an der Capo Berta attackierte. Fausto Masnada ging vorbei und legte ein 14 Kilometer langes Solo hin, bis er am Cipressa-Anstieg vom Hauptfeld geschluckt wurde. Am selbigen Anstieg passierte im noch großen Hauptfeld nichts Erwähnenswertes.

Doch in der Abfahrt stürmte Niccolo Bonifazio (Direct Energie) wie ein Geschoss allen davon. Unten wurden immerhin bis zu 22 Sekunden Vorsprung vermeldet. Allerdings war diese Episode schon vor Beginn des Poggio-Anstiegs wieder vorbei. Auch am Poggio passierte lange Zeit nichts, bis Simon Clarke 7 Kilometer vorm Ziel die Attacken eröffnete.

7 Fahrer mit Vorsprung über den Poggio

Wenig später ging Alaphilippe hinterher und vorbei. Kwiatkowski und Sagan führten Valverde, Naesen, Trentin und van Aert an Alaphilippe heran, wohingegen Clarke zunächst zurückfiel. Am Kulminationspunkt hatte das Septett 13 Sekunden Vorsprung vor den nächsten Verfolgern – bei einem relativ versprengten Feld.

In der Abfahrt schloss zuerst Dumoulin auf zu den 7 Spitzenreitern, bei denen zunächst keiner aufs Ganze gehen wollte. Ein paar weitere Fahrer schlossen auf, als – unten angekommen – 2,5 Kilometer vorm Ziel Naesen attackierte, aber nicht wegkam. Etwas besser sah der Vorstoß von Trentin 500 Meter später aus. 1,2 Kilometer vorm Ziel schloss van Aert die Lücke, und unmittelbar darauf Sagan in Kooperation mit Alaphilippe, an deren Hinterrädern die letztendliche Top-Ten von Mailand-Sanremo 2019 versammelt war.

Unter der Kilometermarke attackierte Mohoric. Alaphilippe passte auf. Es folgte eine Phase des Abtastens, während der Sagan an die erste Position gespült wurde. Sagan passte nicht auf, indem er nur nach rechts schaute und dabei den Vorstoß von Mohoric auf der linken Seite verschlief.

Sa 23. März 2019
Ergebnis der 109. Auflage Milano-Sanremo (291,0km)
1. Julian Alaphilippe (FRA) - Deceuninck-Quick Step 6:40:14
2. Oliver Naesen (BEL) - AG2R La Mondiale
3. Michal Kwiatkowski (POL) - Sky
4. Peter Sagan (SVK) - Bora-Hansgrohe alle
5. Matej Mohoric (SLO) - Bahrain-Merida
6. Wout van Aert (BEL) - Jumbo-Visma
7. Alejandro Valverde (ESP) - Movistar gleiche
8. Vincenzo Nibali (ITA) - Bahrain-Merida
9. Simon Clarke (AUS) - EF Education First
10. Matteo Trentin (ITA) - Mitchelton-Scott Zeit
11. Tom Dumoulin (NED) - Sunweb +0:03
12. Michael Matthews (AUS) - Sunweb +0:08
13. Daniel Oss (ITA) - Bora-Hansgrohe +0:24
14. Alexander Kristoff (NOR) - UAE-Emirates +0:27
15. Magnus Cort (DEN) - Astana
16. Fernando Gaviria (COL) - UAE-Emirates
17. Marco Haller (AUT) - Katusha-Alpecin
18. Mike Teunissen (NED) - Jumbo-Visma
19. Davide Ballerini (ITA) - Astana
20. Giacomo Nizzolo (ITA) - Dimension Data
21. Amund G. Jansen (NOR) - Jumbo-Visma
22. Davide Cimolai (ITA) - Israel Academy alle
23. Julien Simon (FRA) - Cofidis
24. Clément Venturini (FRA) - AG2R La Mondiale
25. Luka Mezgec (SLO) - Mitchelton-Scott
...
27. Nils Politt (GER) - Katusha-Alpecin gleiche
28. Sam Bennett (IRL) - Bora-Hansgrohe
29. Caleb Ewan (AUS) - Lotto-Soudal
30. Jempy Drucker (LUX) - Bora-Hansgrohe
32. Arnaud Démare (FRA) - Groupama-FDJ
42. Greg van Avermaet (BEL) - CCC Zeit
65. Elia Viviani (ITA) - Deceuninck-Quick Step +1:27
78. Dylan Groenewegen (NED) - Jumbo-Visma +1:29
84. John Degenkolb (GER) - Trek-Segafredo +2:37
- 175 Teilnehmer, davon 168 klassiert.

Androni, Bardiani, Cofidis, Direct Energie, Israel Academy, Neri Sottoli und Novo Nordisk erhielten die 7 Wildcards für Mailand-Sanremo 2019.

Anstiege

km-

Zeit

Turchinopass

148,8

13:41

Capo Mele

51,4

15:51

Capo Cervo

46,3

15:57

Capo Berta

38,4

16:10

Cipressa

21,5

16:37

Poggio di Sanremo

5,4

16:59

Zielankunft auf der Via Roma:
Kilometer 291,0 ca. 17:06

Favoriten-Vorschau

Bei den Buchmachern lag vor dem Rennen Sagan (Bora) vor Viviani, Alaphilippe (beide Deceuninck), Ewan (Lotto), Gaviria (UAE), Bennett (Bora), Kwiatkowski (Sky), Démare (Groupama) und Kristoff (UAE). Es waren also vor allem Sprinter hoch gewettet, obwohl der Sieg in den vergangenen beiden Jahren gar nicht über einen Massensprint ermittelt wurde. Solo-Vorjahressieger Nibali (Bahrain) tauchte in den Wettquoten weiter hinten auf, ebenso wie Weltmeister Valverde (Movistar). Etwas besser eingeschätzt wurde vor seinem Sanremo-Debüt Groenewegen (Jumbo), der wie die anderen Sprinter aber den Poggio überstehen muss.

www-tipps

Radsport-Seite.de, Homepage / Termine/Result. / Radsport-Termine 2019 / Mailand-Sanremo 2019