Gerrie Knetemann (NED)

Gerrie Knetemann, Rad-Profi von 1974 bis 1989, war einer der beliebtesten Straßenfahrer der Niederlande. 1978 wurde er Straßen-Weltmeister in Deutschland auf dem Nürburgring. Desweiteren feierte er zwei Siege beim Amstel Gold Race, gewann zehn Etappen bei der Tour de France und war dort auch mehrfach Träger der Gelben Trikots.

Amstel-Sieger im ersten Profi-Jahr
1951 wurde Gerrie Knetemann in Amsterdam geboren. Er begann 1974 seine Profi-Karriere beim französischen Rennstall gan-Mercier. Gleich im ersten Profi-Jahr triumphierte Knetemann mit gerade einmal 23 Jahren beim Amstel Gold Race, dem wichtigsten Rennen in seinem Heimatland. Das sicherte ihm auch noch im gleichen Jahr die erste Tour-de-France-Teilnahme. Dort landete er auf einem guten 38. Platz und wurde auf der 19. Etappe in einem kurzen Zeitfahren in Bordeaux Tagesdritter mit nur wenigen Sekunden Rückstand auf den großen Eddy Merckx.
Noch besser als im Kampf gegen die Uhr war Knetemann aber im Spurt. Ein Jahr später ließ er dem Italiener Giovanni Cavalcanti bei der 12. Etappe nach Albi im Zweiersprint keine Chance und holte seinen ersten Etappensieg von insgesamt zehn bei der Frankreich-Rundfahrt. Danach wechselte Knetemann zum legendären Raleigh-Team, für das er von 1976 bis 1983 fuhr. Der niederländische Allrounder konnte eigentlich so gut wie alles, die hohen Bergen waren allerdings nicht sein Terrain.

Weltmeister auf dem Nürburgring
Das absolute Highlight während seiner Zeit bei Raleigh war das WM-Rennen 1978 auf dem Nürburgring, wo zum dritten Mal in der Geschichte nach dem besten Straßenfahrer der Welt gesucht wurde. In einem ganz knappen Schlusssprint setzte sich Gerrie Knetemann gegen den Mitausreißer Francesco Moser aus Italien durch und holte das Regenbogentrikot.
Das Jahr seines größten Triumphes war auch insgesamt das erfolgreichste seiner Karriere. Bei der Tour de France gewann Knetemann - wie schon im Vorjahr - wieder zwei Etappen. Zusätzlich durfte er sich für zwei Tage das Gelbe Trikot überstreifen - ein Kunststück, was ihm später in ähnlicher Weise noch zwei weitere Male gelang. Schon im Frühjahr hatte der Niederländer die traditionsreiche Fernfahrt Paris-Nizza gewonnen, bei der er insgesamt fünfmal auf dem Podium stand.

Weiterer Amstel-Sieg nach schwerer Verletzung
Im Jahr 1983 wäre Knetemanns Laufbahn beinahe mit einem Schlag beendet gewesen. Beim kleinen belgischen Klassiker «Quer durch Belgien» stürzte der Niederländer schwer und brauchte lange, bis er sich von den schlimmen Verletzungen erholen konnte. So trieb es seinen Fans 1985 die Gänsehaut auf den gesamten Körper, als er ein zweites Mal das Amstel Gold Race gewinnen konnte. Das tat er wie schon 1974 als Solist.

Früher Tod 2004 - bei einer Radtour
Am 2. November ereilte die Radsport-Welt die traurige Nachricht vom viel zu frühen Tod des Gerrie Knetemann. Das Schicksal wollte es so, dass der einstige Weltmeister ausgerechnet bei einer Radtour einen Herzschlag erlitt, an dessen Folgen er sofort verstarb. «Kneet» wurde nur 53 Jahre alt. Er war zum Zeitpunkt seines Todes Auswahltrainer der niederländischen Nationalmannschaft.

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Die wichtigsten Profi-Siege und Knetemanns Teams:

1974 - gan-Mercier
Amstel Gold Race
1.2 Etappe Critérium du Dauphiné Libéré

1975 - gan-Mercier
Prolog Tour de l'Oise
3. Etappe Tour de Romandie
12. Etappe Tour de France

1976 - Ti-Raleigh
7. Etappe Andalusien-Rundfahrt
Andalusien-Rundfahrt, Gesamtsieg
4. Etappe Holland-Rundfahrt
Holland-Rundfahrt, Gesamtsieg

1977 - Ti-Raleigh
4 Tage von Dünkirchen, Gesamtsieg
Rund um den Henninger Turm
3. Etappe Paris-Nizza
6. Etappe Paris-Nizza
19. Etappe Tour de France
21. Etappe Tour de France

1978 - Ti-Raleigh
4.2 Etappe Mittelmeer-Rundfahrt
Mittelmeer-Rundfahrt, Gesamtsieg
1. Etappe Paris-Nizza
2. Etappe Paris-Nizza
7.2 Etappe Paris-Nizza
Paris-Nizza, Gesamtsieg
GP Pino Cerami
Prolog Tour de Suisse
18. Etappe Tour de France
22. Etappe Tour de France
Straßenweltmeister auf dem Nürburgring
5. Etappe Holland-Rundfahrt

1979 - Ti-Raleigh
Prolog Paris-Nizza
1. Etappe Holland-Rundfahrt
Prolog Tour de France
22. Etappe Tour de France

1980 - Ti-Raleigh
Prolog Mittelmeer-Rundfahrt
Mittelmeer-Rundfahrt, Gesamtsieg
Prolog Paris-Nizza
7.2 Etappe Paris-Nizza
Belgien-Rundfahrt, Gesamtsieg
Holland-Rundfahrt, Gesamtsieg
Midden-Zeeland-Rundfahrt
12. Etappe Tour de France

1981 - Ti-Raleigh
Nokere Koerse
5.2 Etappe Tour de Romandie
2.2 Etappe Hollland-Rundfahrt
Holland-Rundfahrt, Gesamtsieg

1982 - Ti-Raleigh
Prolog Tirreno-Adriatico
4. Etappe Tirreno-Adriatico
1.2 Etappe 3 Tage von De Panne
3 Tage von De Panne, Gesamtsieg
4. Etappe Tour de France
11. Etappe Tour de France

1983 - Ti-Raleigh
4.2 Etappe Mittelmeer-Rundfahrt
Mittelmeer-Rundfahrt, Gesamtsieg

1984 - Europ Decor
Prolog Andalusien-Rundfahrt
5.2 Etappe Andalusien-Rundfahrt
Prolog Valencia-Rundfahrt
GP Pino Cerami

1985 - Skil
Amstel Gold Race

1986 - PDM
2. Etappe Tour de Suisse
4.2 Etappe Hollland-Rundfahrt
Holland-Rundfahrt, Gesamtsieg

1987 - PDM
Schweden-Rundfahrt, Gesamtsieg

1988 - PDM

1989 - PDM

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Knetemann bei der Tour de France:
1974   38. für gan-Mercier
1975   63. für gan-Mercier
           12. Etappe (Tarbes - Albi)
1976  ---. für Ti-Raleigh
1977   31. für Ti-Raleigh
           19. Etappe (Saint-Trivier - Dijon)
           21. Etappe (Montereau - Versailles)
1978   43. für Ti-Raleigh
           Träger Gelbes Trikot
           18. Etappe (Morzine - Lausanne)
           22. Etappe (St-Germain-en-Laye - Paris)
1979   30. für Ti-Raleigh
           Träger Gelbes Trikot
           Prolog (Fleurance - Fleurance)
           22. Etappe (Dijon - Auxerre)
1980   38. für Ti-Raleigh
           12. Etappe Agen - Pau
1981   55. für Ti-Raleigh
           Träger Gelbes Trikot
1982   47. für Ti-Raleigh
           4. Etappe (Beauraing - Mouscron)
           12. Etappe (Bordeaux - Valence d'Agen)
1984  103. für Europ Decor
1986   84. für PDM
1987   89. für PDM
1988  ---. für PDM

Knetemann-Seiten im www:
www.memoire-du-cyclisme.net/palmares/knetemann_gerrie.php

Niederlande

Gerrie Knetemann
* 06.03.1951 in Amsterdam
† 02.11.2004 in Bergen

Teams & Siege
Knetemann bei der Tour de France
Stand: 03.11.2004

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