Friedensfahrt 2004

(CZE/2.2) - Siegerliste Friedensfahrt

Et. Start             Ziel           km   Etappensieger      Leader
1. Brüssel Brüssel 143 Lars Wackernagel Lars Wackernagel
2. Hannover Hannover 145 Denis Bertolini Lars Wackernagel
3. Hemmingen Halberstadt 180 Sebastian Siedler Lars Wackernagel
4. Eisleben Beierfeld 185 Michele Scarponi Michele Scarponi
5. Görlitz Breslau 200 Martin Hvastija Michele Scarponi
6. Szczawno Zdroj Jelenia Gora 187 Slawomir Kohut Michele Scarponi
7. Szklarska Poreba Teplitz 205 Erik Zabel Michele Scarponi
8. Bilina Karlovy Vary 185 David Loosli Michele Scarponi
9. Karlovy Vary Prag 184 Erik Zabel Michele Scarponi

Erster italienischer Gesamtsieg
Mit Michele Scarponi (Domina Vacanze) gewann in diesem Jahr der erste Italiener die traditionsreiche Friedensfahrt. Nach den neun Etappen zwischen Brüssel und Prag lag das 24-jährige Talent im Endklassement vorne mit 17 Sekunden Vorsprung vor dem Polen Slawomir Kohut (CCC). Erik Zabel, der einzige Superstar des mäßig besetzten "Course de la Paix" 2004, konnte zwei Etappensiege verbuchen, nachdem er in den ersten Tagen nicht so recht in Schwung gekommen war. Er hatte sich erst kurz vor dem Start für seine zweite Teilnahme bei der Friedensfahrt nach 1992 entschieden. Bester Deutscher wurde in der Gesamtwertung Zabels Teamkollege Christian Werner von T-Mobile als Fünfter.
Schon nach der ersten Etappe rund um die belgische Hauptstadt Brüssel kamen nur noch 20 Fahrer für den Gesamtsieg infrage, darunter auch der spätere Gewinner Scarponi. Der Etappensieger von Brüssel, der 27-jährige Lars Wackernagel aus Leipzig, bescherte dem deutschen GS-II-Team Wiesenhof in der Folgezeit drei Tage im gelben Trikot des Gesamtführenden. Nach der anspruchsvollen 4. Etappe streifte Michele Scarponi durch seinen Tagessieg in Beierfeld das Leader-Jersey über. Bis zum Zielstrich in Prag musste er sich vor dem Polen Kohut in Acht nehmen, der sich zwischenzeitlich bis auf eine Sekunde an den Italiener heranpirschte. Der schlussendliche Sieg Scarponis kam im Endeffekt nicht allzu überraschend - schließlich wurde Scarponi als einer der Hauptgründe genannt, warum sein Team Domina Vacanze eine Wildcard zur Tour de France im Juli erhielt.

Der schrumpfende Riese
Das T-Mobile-Team hatte in Abwesenheit des Friedensfahrt-Rekordsiegers Steffen Wesemann im Prinzip kaum Ambitionen im Klassement. Deutschlands zweiter Erstdivisonär, das zeitgleich beim Giro d'Italia fahrende Team Gerolsteiner, war erst gar nicht angetreten. Im mdr-Fernsehen gab es anders als in den vergangenen Jahren keine Live-Übertragungen. Auch im neu zusammengewürfelten Pro-Tour-Kalender für 2005 mit den wichtigsten Straßen-Radrennen ist die Friedensfahrt nicht auf der Bildfläche vertreten, obwohl die bisher wenig renommierte Polen-Rundfahrt berücksichtigt wurde. Der einstige Riese des osteuropäischen Radsports schrumpft also weiter vor sich hin.

Endklassement Course de la Paix 2004
1. Michele Scarponi (ITA) - Domina Vacanze 39h16:14
2. Slawomir Kohut (POL) - Hoop CCC +0:17
3. Roger Beuchat (SUI) - Vini Caldirola +0:18
4. Massimo Giunti (ITA) - Domina Vacanze +0:37
5. Christian Werner (GER) - T-Mobile +0:53
6. Christian Knees (GER) - Team Wiesenhof +1:05
7. Erwin Thijs (BEL) - MrBookmaker.com +1:22
8. Ralf Grabsch (GER) - Team Wiesenhof +1:41
9. Lubomir Kejval (CZE) - Ed' System-ZVVZ +2:05
10. Tomasz Kiendys (POL) - Knauf-Mikomax +3:02
11. David Loosli (SUI) - Saeco +3:30
12. Michal Kollert (CZE) - PSK Whirlpool +4:40
13. Radoslaw Romanik (POL) - Hoop CCC +4:50
14. Piotr Przydzial (POL) - Hoop CCC +5:23
15. Stephan Schreck (GER) - T-Mobile +5:25
16. Petr Bencik (CZE) - Ed' System-ZVVZ +5:27
17. Alexander Kolobnew (RUS) - Domina Vacanze +5:28
18. Salvatore Commesso (ITA) - Saeco +5:30
19. Erik Zabel (GER) - T-Mobile +5:44
20. Ruslan Iwanow (MDA) - Alessio-Bianchi +5:58
...
24. Lars Wackernagel (GER) - Team Wiesenhof +6:24
42. Seweryn Kohut (POL) - Hoop CCC +29:16
80. Denis Bertolini (ITA) - Acqua & Sapone +1h16:10
84. Eric Baumann (GER) - T-Mobile +1h19:21
85. Sebastian Siedler (GER) - Team Wiesenhof +1h21:47
- 133 Teilnehmer, davon 92 klassiert.
Bergwertung: Seweryn Kohut
Sprintwertung: Eric Baumann
U23-Wertung: Christian Knees
Teamwertung: T-Mobile

Die 57. Friedensfahrt begann am 8. Mai 2004 in Brüssel, bevor die Strecke der ehemaligen "Tour de France des Ostens" durch die drei angestammten Staaten Deutschland, Polen und Tschechien führte. Begründet wurde der Start in Belgien von den Organisatoren mit der EU-Osterweiterung 2004, in deren Zuge am 1. Mai zehn osteuropäische Länder dem Bündnis beitraten, darunter Polen und Tschechien.

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