Paris-Tours 2018

(FRA/1.HC) - Siegerliste Paris-Tours

Kragh Andersen vor erbärmlichem Verlierer

Søren Kragh Andersen (Sunweb) gewann als Solist den Herbstklassiker Paris-Tours 2018, der mit mehreren groben Schotterabschnitten einen stark veränderten Charakter aufwies. Der 24-jährige Däne ließ 11 Kilometer vor dem Ziel seine beiden Mitausreißer Niki Terpstra (Quick Step) und Benoît Cosnefroy (AG2R) stehen. Terpstra mimte davor und danach die beleidigte Leberwurst, weil Cosnefroy mit Verweis auf den verfolgenden Teamkollegen Naesen die Führungsarbeit verweigerte - also genau die Taktik, die man sonst aus Terpstras Team kennt.

Terpstra maulte Cosnefroy mehrmals an und beabsichtigte ihn auch noch in einem gefährlichen Manöver in einen Verkehrsteiler zu lenken. Diesem Unsympathen Niki Terpstra gönnt man keinerlei Erfolge mehr: ein einfach nur erbärmliches Gebaren eines 34-jährigen 2-maligen Monument-Siegers. Stattdessen feierte Søren Kragh Andersen nach 3 Etappensiegen bei einwöchigen Rundfahrten seinen ersten Sieg bei einem Eintagesrennen.

Und noch ein Rennen mit Abschnitten auf Schotterwegen

Die Streckenführung von Paris-Tours 2018 wurde auf den letzten 60 Kilometern dahingehend geändert, dass es über nicht asphaltierte Feldwege in den Weinbergen im Loiretal ging (insgesamt 12,5 Kilometer). Den Trend hatten die Strade Bianche in der Toskana groß gemacht. Inzwischen ist es zu einer inflationären Entwicklung mit Schotterabschnitten in Straßen-Radrennen gekommen. Anscheinend war dem Tour-de-France-Veranstalter A.S.O der Pflaster-Klassiker Paris-Roubaix nicht genug, und es musste auch ein eigener Schotterklassiker her. Eine etwas größere Tradition bezüglich dieses Untergrunds hat in Frankreich das Tagesrennen Tro-Bro Léon in der Bretagne. Und selbstredend werden Rennen mit unasphaltierten Teilabschnitten vor allem in Belgien immer mehr.

Die Schotterstraßen waren mit groben Steinen übersät. Heiteres Wetter verhinderte allerdings ein Matschrennen. Das Peloton war schon nach dem ersten von 9 Schotterabschnitten in etliche Gruppen gesprengt, auch bedingt durch Defekte. In die erste Gruppe hatten es zunächst Terpstra, Kragh Andersen, Jelle Wallays (Lotto), Valentin Madoaus (Groupama), Sep Vanmarcke (EF) und Pascal Eenkhoorn (LottoNL) geschafft. Kurz danach attackierte der spätere Sieger aus Dänemark, bevor die nächsten Verfolger aufschlossen.

Terpstra schwang sich vor zu Kragh Andersen. Die Verfolgergruppe umfasste nun Yves Lampaert (Quick Step), Martijn Tusveld (Sunweb), Oliver Naesen, Benoît Cosnefroy, Valentin Madouas (Groupama), Pascal Eenkhorn, Jos van Emden (LottoNL), José Gonçalves, Sep Vanmarcke, Jesper Asselman (Roompot) und Damien Touze (St-Michel). 28 Kilometer vorm Ziel begab sich Cosnefroy allein auf die Verfolgung des Spitzenduos und schaffte den Anschluss 3 Kilometer später. Als nächste Verfolger wurden nun mit 23 Sekunden Rückstand Tusveld, Naesen, Démare (Groupama), Madouas, Eenkhoorn, van Emden, Vanmarke und Touze gemeldet.

Madouas und Naesen lösten sich aus der Verfolgergruppe, wenig später ergänzt durch Vanmarcke. Erst 4 Kilometer vorm Ziel konnten Philippe Gilbert (Quick Step) und Tiesj Benoot (Lotto) zum Verfolgertrio aufschließen. Vorne lieferte Terpstra seinen unrühmlichen Auftritt ab. Kragh Andersen konzentrierte sich lieber auf den Sieg. Wie zum Beleg, dass Cosnefroy richtig im Sinne seines Teams gehandelt hatte, setzte sich Oliver Naesen im Sprint um den 4. Platz durch - 74 Sekunden hinter dem Solosieger und 49 Sekunden hinter Terpstra und Cosnefroy.

Mal ganz abgesehen von der Teamtaktik war Cosnefroy auf dem Papier ohnehin der leistungsschwächste Fahrer aus den Top-3. Kragh Andersen und Terpstra hatten schon im Vorjahr den 2. und 3. Platz in Tours belegt, als der Parcours noch den Sprintern eine Türe offen hielt. 2018 spielte auch das Glück eine große Rolle angesichts etlicher Defekte, die unter anderem Wallays, Benoot, Greipel (alle Lotto) und Gilbert heimsuchten.

So 7. Oktober 2018, Chartres - Tours
Ergebnis der 112. Auflage Paris - Tours Elite (214,5km)
1. Søren Kragh Andersen (DEN) - Sunweb 4:37:55
2. Niki Terpstra (NED) - Quick Step Floors +0:25
3. Benoît Cosnefroy (FRA) - AG2R La Mondiale gl.Zeit
4. Oliver Naesen (BEL) - AG2R La Mondiale +1:14
5. Valentin Madouas (FRA) - Groupama-FDJ
6. Tiesj Benoot (BEL) - Lotto-Soudal alle
7. Sep Vanmarcke (BEL) - EF Education First gleiche
8. Philippe Gilbert (BEL) - Quick Step Floors Zeit
9. Taco van der Hoorn (NED) - Roompot +1:24
10. Jos van Emden (NED) - LottoNL-Jumbo gl.Zeit
11. Timothy Dupont (BEL) - Wanty-Groupe Gobert gl.Zeit
12. Jelle Wallays (BEL) - Lotto-Soudal +1:28
13. José Gonçalves (POR) - Katusha-Alpecin gl.Zeit
14. Arnaud Démare (FRA) - Groupama-FDJ +1:55
15. Damien Touze (FRA) - St-Michel-Auber 93 gl.Zeit
16. Martijn Tusveld (NED) - Sunweb +1:57
17. Pascal Eenkhoorn (NED) - LottoNL-Jumbo +2:12
18. Jhonatan Narvaez (ECU) - Quick Step Floors +2:14
19. Silvan Dillier (SUI) - AG2R La Mondiale +2:25
20. Jonas van Genechten (BEL) - Vital Concept
21. Tom Devriendt (BEL) - Wanty - Groupe Gobert alle
22. Tom van Asbroeck (BEL) - EF Education First gleiche
23. Maarten Wynants (BEL) - LottoNL-Jumbo Zeit
24. Clément Venturini (FRA) - AG2R La Mondiale +2:26
25. Yoann Offredo (FRA) - Wanty - Groupe Gobert gl.Zeit
...
27. André Greipel (GER) - Lotto-Soudal +4:02
80. Dylan Groenewegen (NED) - LottoNL-Jumbo +12:13
Anstiege und Schotterabschnitte
-km61 Côte de Nazelles-Négron
-km50 Chemin de Vigne du Château de Valmer (500m)
-km48 Chemin de Vigne de la Vallée de Raye (1500m)
-km40 Côte de Goguenne
-km40 Chemin de Vigne de la Grosse Pierre (2500m)
-km35 Côte de Montfort
-km35 Chemin de Vigne de Montfort (2000m)
-km31 Chemin de Vigne (1200m)
-km28 Côte de la Rochère
-km28 Chemin de Vigne de la Coudraie(900m)
-km25 Chemin de Vigne de la Solidarité (1500m)
-km23 Chemin de Vigne du Peu Morier (1600m)
-km23 Côte de la Vallée Chartier
-km17 Côte de Vouvray
-km14 Chemin de Vigne de Rochecorbon (800m)
-km12 Côte de Rochecorbon
Ziel in Tours auf der Avenue de Grammont ca. 16:47

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