Middelkerke-Wevelgem 2026

(BEL/1.UWT) - Siegerliste Gent-Wevelgem

Philipsen staubt trocken ab

Jasper Philipsen (Alpecin) gewann Middelkerke-Wevelgem 2026 im Massensprint. Der Belgier schlug um etwa eine dreiviertel Radlänge Tobias Lund Andresen (Decathlon), dessen Team zuvor maßgeblich zur Sprintentscheidung beigetragen hatte. Damit vereitelten sie ein Revival des Duells zwischen Mathieu van der Poel (Alpecin) und Wout van Aert (Visma) und einen Finisseur-Sieg durch Alec Segaert (Bahrain). Den 3. Platz belegte Christophe Laporte (Visma).

Neuer Name, weiterhin ein Garant für außergewöhnliche Rennen: das alte Gent-Wevelgem ging mit neuem Startort 2026 als In Flanders Fields - from Middelkerke to Wevelgem über die Bühne – und stand mal wieder im Zeichen der Verfolgungsjagd zwischen letzter Passage am Kemmelberg bis zum Ziel in Wevelgem.

Die fortgefahren van der Poel und van Aert konnten ihren 70-Sekunden-Vorsprung auf den letzten 35 Kilometern knapp nicht verteidigen. Und auch Segaert, der 4 Kilometer vor Schluss andockte und an der Kilometermarke attackierte, konnte den Sprintern diesmal keinen Strich durch die Rechnung machen.

Bei trockenem Wetter mit einstelligen Temperaturen fanden sich in der Anfangsphase die 8 Ausreißer des Tages: Dries de Bondt (Jayco), Frits Biesterbos (Picnic), Julius Johansen (UAE), Camille Charret (Cofidis), Jules Hesters, Victor Vercouillie (beide Flanders), Hartthijs de Vries und Wessel Mouris (beide Unibet). 6 davon waren vorne noch übrig, als van Aert 57 Kilometer vorm Ziel die vermeintliche Vorentscheidung herbeiführte.

Bei der vorletzten Passage des Kemmelbergs beschleunigte van Aert auf der Pflastersteigung, und nur van der Poel blieb am Hinterrad. Im Slalom vorbei an den frühen Ausreißern erreichten die alten Rivalen den Gipfel. Etwas nachhängend schaffte außerdem Florian Vermeersch (UAE) so gerade eben noch die Auslese. Daher spannte sich für ihn der eingeholte Johansen in der Folgezeit an der Spitze als Tempomacher ein.

Im Hauptfeld organisierte zunächst hauptsächlich Andresens Team die Nachführarbeit, weswegen der Rückstand zur Spitze auf bis zu 70 Sekunden anstieg. Am Baneberg 41 Kilometer vorm Ziel war Johansen verschlissen und von den frühen Ausreißern nur noch de Bondt, Biesterbos, de Vries und Mouris in der Spitzengruppe mit van Aert, van der Poel und Vermeersch dabei.

Im letzten Kemmelberg drückte van der Poel ordentlich aufs Pedal. Vermeersch und die restlichen frühen Ausreißer sowie mussten abreißen lassen. Auch van Aert verlor den Kontakt, konnte die paar Meter am Gipfel aber noch überbrücken. Statt als Trio mit Vermeersch begaben sich van der Poel und van Aert also als Duo an die Verteidigung des Vorsprungs. Die beiden knüpften an alte Zeiten an, denn inzwischen hat der Überfahrer van der Poel seinem Ex-Cross-Hauptgegner längst den Rang abgelaufen.

Vermeersch war als Solist auf Position jedenfalls auf verlorenem Posten. Im Hauptfeld schalteten sich nun mehrere Teams in die Tempoarbeit ein. 13 Kilometer vorm Ziel war Vermeersch gestellt und der Rückstand zum Spitzenduo auf eine halbe Minute geschrumpt.

Als es noch 5,5 Kilometer und 11 Sekunden Abstand waren, sprang Segaert aus dem Hauptfeld davon und holte das Spitzenduo 1,5 Kilometer später ein. Kurz vor dem roten Teufelslappen, quasi während der Einholung, bäumte sich Segaert noch einmal auf hielt sich bis zur 400-Meter-Marke in Front.

Den Sprint eröffnete Philipsen, Andresen und der schließlich auf den 17. Platz durchgereichte Watson nahezu gleichzeitig – mit dem deutlich besten Ende für Philipsen, der damit für van der Poel, wie schon häufiger gesehen, erfolgreich in die Bresche sprang. Laporte behauptete von Andresens Hinterrad kommend den 3. Platz gegen de Lie. Für den 5. Platz kam von weiter hinten Robert Donaldson (Jayco) auf. 32 Fahrer wurden in der Zeit des Siegers gewertet. Inklusive Anfahrern war das Hauptfeld zum Schluss knapp 40 Fahrer groß.

 

So 29. März 2026
Ergebnis der 88. Auflage In Flanders Fields - from Middelkerke to Wevelgem (240,8km)
 1. Jasper Philipsen (BEL)     - Alpecin-Premier Tech     5:08:03
 2. Tobias Lund Andresen (DEN) - Decathlon-CMA CGM
 3. Christophe Laporte (FRA)   - Visma-Lease a Bike
 4. Arnaud de Lie (BEL)        - Lotto-Intermarché
 5. Robert Donaldson (GBR)     - Jayco-Alula
 6. Matteo Trentin (ITA)       - Tudor
 7. Luca Mozzato (ITA)         - Tudor
 8. Aimé de Gendt (BEL)        - Pinarello-Q36.5
 9. Jonas Abrahamsen (NOR)     - Uno-X
10. Jasper Stuyven (BEL)       - Soudal-Quick Step
11. Jenno Berckmoes (BEL)      - Lotto-Intermarché
12. Axel Huens (FRA)           - Groupama-FDJ
13. Anthony Turgis (FRA)       - Totalenergies
14. John Degenkolb (GER)       - Picnic-PostNL
15. Davide Ballerini (ITA)     - XDS-Astana
16. Carlos Canal (ESP)         - Movistar
17. Sam Watson (GBR)           - Ineos Grenadiers
18. Nils Politt (GER)          - UAE-XRG
19. Matyas Kopecky (CZE)       - Unibet-Rose
20. Jewgeni Fedorow (KAZ)      - XDS-Astana
21. Biniam Girmay (ERI)        - NSN
22. Cees Bol (NED)             - Decathlon-CMA CGM
23. Kasper Asgreen (DEN)       - EF Education-Easypost
24. Mike Teunissen (NED)       - XDS-Astana
25. Hartthijs de Vries (NED)   - Unibet-Rose
...

 

An der Startlinie in Middelkerke stehen die 18 WorldTour-Teams, die 3 besten ProTeams des Vorjahres (Cofidis, Pinarello, Tudor) sowie 4 ProTeams, die der Veranstalter mit Wildcards bestückte (Burgos, Flanders, Totalenergies, Unibet).

Neuer Name und Startort, weitgehend alte Strecke

Schon seit 2003 startete der Frühjahrsklassiker Gent-Wevelgem nicht mehr in Gent, sondern erst in Deinze, dann in Ypern. Ab 2016 wurde dem Rennen der Beiname In Flanders Fields verpasst. Das soll – vielleicht etwas unangebracht, da martialisch anmutend – an die Schlachtfelder während des Ersten Weltkriegs erinnern. 2026 nun wollte der neue Startort Middelkerke dann wohl selbst im Rennname erscheinen, wenn auch nicht an vorderster Stelle. Der neue gruselige Rennname lautet In Flanders Fields - From Middelkere to Wevelgem.

Auf welchen Substanzen die Entscheidungsträger da unterwegs waren? Denkbar ist auch, dass mit dem Voranstellen des Kriegbezugs die Schlachtfelder als Konstante in denVordergrund rücken sollen – und dann auch der Zielort Wevelgem künftig austauschbar wird ...

2026 jedenfalls stehen die altbekannten 9 Anstiege plus zwischendurch 3 aufeinander folgende Schotterstraßen im Profil. Die Abstände zwischen den Anstiegen sind dabei minimal größer als im Vorjahr. Von der letzten Kemmelberg-Passage bis ins Ziel nach Wevelgem stehen noch 35,5 Kilometer auf dem Streckenplan.

Anstiege / Plugstreetskm-Zeit
1.Scherpenberg105,814:11
2.Baneberg97,014:23
3.Monteberg91,114:31
4.Kemmelberg (Belvedère)89,314:34
 Plugstreet 1 - Hill 6377,214:50
 Plugstreet 2 - Christmas Truce74,314:54
 Plugstreet 3 - The Catacombs72,114:57
5.Monteberg58,815:15
6.Kemmelberg (Belvedère)57,015:18
7.Scherpenberg49,515:28
8.Baneberg40,715:40
9.Kemmelberg (Ossuaire)35,515:47
Zielankunft in Wevelgem:
Kilometer 240,8 ca. 16:35 Uhr

www-tipps

Radsport-Seite.de, Homepage / Termine/Result. / Radsport-Termine 2026 / Middelkerke-Wevelgem 2026