Gent-Wevelgem 2019

(BEL/1.UWT) - Siegerliste Gent-Wevelgem

Kristoff stürmt durch den Gegenwind

Alexander Kristoff (UAE) gewann Gent-Wevelgem 2019 im Sprint eines ersten Feldes. Der 31-jährige Norweger setzte sich nach harten 251,5 Kilometern mit mehr als einer Radlänge vor John Degenkolb (Trek) durch. Den 3. Platz im Gegenwind belegte Oliver Naesen (AG2R).

Diesem schlichten Ausgang ging ein animiertes Rennen voraus – mit rasantem Beginn und einer hochkarätigen, anfänglich 20-köpfigen Spitzengruppe. Aus dieser Gruppe wurden die letzten Fahrer, darunter Vorjahressieger Peter Sagan (Bora), erst 19 Kilometer vorm Ziel gestellt. Der spätere Sieger Kristoff befand sich zwischenzeitlich als Solist auf der Verfolgung und hatte trotzdem auf der Zielgeraden noch genügend Reserven.

Starke Spitzengruppe um Sagan nach rasantem Beginn

Starker Rückendwind – bei ansonstem sonnigem Wetter – beschleunigte in den ersten Stunden das Rennen. Bei anfänglich über 50 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit konnten sich folgende 20 Fahrer nach vorne absetzen: Sagan, Ackermann, Selig (alle Bora), Declercq (Deceuninck), Trentin (Mitchelton), van Aert, Wynants, Teunissen, van der Hoorn, van Poppel (alle Jumbo), Rowe (Sky), Bol (Sunweb), Degenkolb, Pedersen, Stuyven, Theuns (alle Trek), Gaviria (UAE), van der Poel (Corendon), Terpstra (Direct Energie) und van Schip (Roompot).

Diese Spitzengruppe reduzierte sich im weiteren Rennverlauf, wobei der Vorsprung vor dem ebenfalls immer kleiner werdenden Hauptfeld stets um die Minutenmarke pendelte. Nach der ersten Passage des 2-mal zu fahrenden Kemmelbergs waren 75 Kilometer vorm Ziel noch Sagan, van Aert, van der Poel, Terpstra, Trentin, Gaviria, Bol, Rowe und Pedersen vorne übrig, wenig später wieder ergänzt durch Teunissen, Stuyven und Theuns.

In der Hügelzone mit ihren Richtungswechseln kam der Wind nun von verschiedenen Seiten. Die Spitzengruppe riss im Wind nach der 4. Position auseinander. Die Selektion schafften Sagan, Trentin, Teunissen und Stuyven. Gut 50 Kilometer vor dem Ziel machte sich Luke Rowe (Sky) auf die Verfolgung des Quartetts, als die weiteren Ausreißer eingeholt und der Rückstand auf eine halbe Minute gesunken war.

Rowe vor zu Sagan, Trentin, Teunissen, Stuyven

7 Kilometer später erreichte Rowe die Spitze, wohingegen der Rückstand des Hauptfeld wieder über die Minutengrenze sprang. Dennoch fasste sich nun Kristoff vor den letzten beiden Anstiegen ein Herz und attackierte. Kristoff kam weg – anders als die immer wieder attackierenden Matej Mohoric (Bahrain) und Mathieu van der Poel.

In den Kemmelberg, der 34 Kilometer vorm Ziel den letzten Anstieg darstellte, ging das Spitzenquintett mit 55 Vorsprung vorm Hauptfeld. Dazwischen hing noch Kristoff. Aus dem Hauptfeld prügelten Zdenek Stybar (Deceuninck) und Wout van Aert (Jumbo) ihre Räder vor allen anderen über den gepflasterten Hügel nach oben. Beide erreichten wenig später Kristoff, dies eine halbe Minute hinter der Spitze und 20 Sekunden vor den nächsten Verfolgern.

Im Finale blies der Wind den Fahrern allerdings nun beständig entgegen, was den Attackierern das Leben schwer machte. 29 Kilometer vorm Ziel wurden Kristoff, Stybar und van Aert wieder geschluckt, 10 Kilometer später auch die lange an der Spitze liegenden Sagan, Trentin, Teunissen und Stuyven. Rowe bäumte sich noch weitere 2 Kilometer vergebens auf.

Karten neu gemischt für letzte 17 Kilometer

Es folgten Attacken von Niki Terpstra und Mads Pedersen (Trek), die jedoch nicht fruchteten. Gefährlicher wurde ein Vorstoß von Jasper Stuyven 6 Kilometer vorm Ziel. Sebastian Langeveld (EF), Jack Bauer (Mitchelton) und Amund Jansen (Jumbo) gingen mit. Das Quartett hielt sich bis in den Schlusskilometer zäh vorne. Dabei war man sich weder an der Spitze noch im Verfolgerfeld vollkommen einig.

Für den Massensprint wäre nun Elia Viviani (Deceuninck) auf dem Papier favorisiert gewesen. Dessen Team war den gesamten Tag mit der Aufholjagd und Tempoarbeit beschäftigt, was im krassen Gegensatz zu der taktisch offensiven und siegträchtigen Fahrweise der letzten Wochen stand. Im Vorjahr kullerten bei Viviani noch wegen des 2. Platzes die Tränen. Diesmal reichte es nicht einmal für die Top-Ten.

Für einen unorganisierten Sprint gab der entkräftete Gaviria seinem Co-Kapitän Kristoff das OK. Der bärenstarke Norweger hatte den harten Tag im Wind offenbar besser verpackt als die anderen Asse. Der Flandern-Sieger von 2015 und Sanremo-Sieger von 2014 sprach im Anschluss von einem seiner größten Erfolge. Degenkolb und Naesen blieben in Wevelgem die weiteren Podestplätze, indem sie sich hinter Kristoff mit jeweils Lücken dazwischen einreihten.

So 31. März 2019
Ergebnis der 81. Auflage Gent-Wevelgem in Flanders Field (251,5km)
1. Alexander Kristoff (NOR) - UAE-Emirates 5:26:08
2. John Degenkolb (GER) - Trek-Segafredo
3. Oliver Naesen (BEL) - AG2R La Mondiale
4. Mathieu van der Poel (NED) - Corendon-Circus
5. Danny van Poppel (NED) - Jumbo-Visma
6. Adrien Petit (FRA) - Direct Energie
7. Matteo Trentin (ITA) - Mitchelton-Scott
8. Rüdiger Selig (GER) - Bora-Hansgrohe
9. Matej Mohoric (SLO) - Bahrain-Merida
10. Jens Debusschere (BEL) - Katusha-Alpecin
11. Søren Kragh Andersen (DEN) - Sunweb
12. Carlos Barbero (ESP) - Movistar
13. Tiesj Benoot (BEL) - Lotto-Soudal
14. Anthony Turgis (FRA) - Direct Energie
15. Jens Keukeleire (BEL) - Lotto-Soudal
16. Stefan Küng (SUI) - Groupama-FDJ
17. Jasper Stuyven (BEL) - Trek-Segafredo
18. Luke Rowe (GBR) - Sky alle
19. Elia Viviani (ITA) - Deceuninck-Quick Step
20. Greg van Avermaet (BEL) - CCC
21. Fernando Gaviria (COL) - UAE-Emirates
22. Philippe Gilbert (BEL) - Deceuninck-Quick Step
23. Niki Terpstra (NED) - Direct Energie gleiche
24. Amund G. Jansen (NOR) - Jumbo-Visma
25. Mike Teunissen (NED) - Jumbo-Visma
26. Sebastian Langeveld (NED) - EF Education First
27. Marco Haller (AUT) - Katusha-Alpecin
28. Gianni Vermeersch (BEL) - Corendon-Circus Zeit
29. Wout van Aert (BEL) - Jumbo-Visma +0:07
30. Maarten Wynants (BEL) - Jumbo-Visma +0:08
31. Jack Bauer (NZL) - Mitchelton-Scott +0:11
32. Peter Sagan (SVK) - Bora-Hansgrohe +0:13
33. Mads Pedersen (DEN) - Trek-Segafredo +0:23
34. Damien Gaudin (FRA) - Direct Energie +0:24
35. Zdenek Stybar (CZE) - Deceuninck-Quick Step +1:19
36. Dries van Gestel (BEL) - Sport Vlaanderen +1:38
37. Edward Theuns (BEL) - Trek-Segafredo +3:30
38. Jasha Sütterlin (GER) - Movistar +5:28
39. Christophe Laporte (FRA) - Cofidis +8:45
40. Roy Jans (BEL) - Corendon-Circus +8:45
...
67. Arnaud Démare (FRA) - Groupama-FDJ +8:45
- 175 Teilnehmer, davon 78 klassiert.

Wildcards für Gent-Wevelgem 2019 erhielten: Cofidis, Corendon-Circus, Direct Energie, Roompot-Charles, Sport Vlaanderen-Baloise, Wallonie-Bruxelles und Wanty-Groupe Gobert.

Strecken-Vorschau

Der Kurs von Gent-Wevelgem 2019 ist mehr oder weniger identisch zu den beiden Vorjahren, als die sogenannten «Plugstreets», 3 geschotterte Abschnitte neben Kriegsgräbern aus dem ersten Weltkrieg, zwischen Kilometer 60 und 54 vorm Ziel im Streckenplan auftauchten. Von den bezeichneten «Hellingen» fehlt 2019 lediglich der Ravensberg. Die 5 Anstiege beim Abstecher ins französische Département Nord bleiben erhalten, ebenso wie die Streckenführung vor und nach den Schotterstraßen mit 2-mal Baneberg, 2-mal Kemmelberg (2. Passage 34,3 Kilometer vorm Ziel) und Monteberg dazwischen.

Anstiege / Plugstreets

km-

Zeit

1.

Catsberg

114

14:37

2.

Kokereelberg

111

14:42

3.

Vert Mont

108

14:45

4.

Côte du Ravel Put

106

14:48

5.

Côte de la Blanchisserie

101

14:56

6.

Baneberg

83

15:22

7.

Kemmelberg (Belvedère)

75

15:34

8.

Monteberg

71

15:40

Plugstreet 1 - Hill 63

60

15:56

Plugstreet 2 - Christmas Truce

57

16:00

Plugstreet 3 - The Catacombs

55

16:03

9.

Baneberg

39

16:26

10.

Kemmelberg (Ossuaire)

35

16:33

Zielankunft in Wevelgem:
Kilometer 251,5 ca. 17:23

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