Vuelta a España 2026 - 6. Etappe
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Mas holt Pogacar ein, der aber erneut siegt
Tadej Pogacar (UAE) gewann in Castelló auch die 6. Etappe der Spanien-Rundfahrt 2026. Allerdings passierte etwas ganz Seltenes: Im steilen letzten Anstieg inklusive Schotterabschnitt hob Pogacar wieder mal zum Solo ab, aber just an der Kuppe holte ihn sensationell ein Fahrer ein. Dieser Fahrer war Enric Mas (Movistar), der dann aber im Zweiersprint doch chancenlos war. Mit 46 Sekunden Rückstand führte Ramses Debruyne (Alpecin) die ersten Verfolger über die Linie.
Einen Schreckmoment erlebte Pogacar in der grenzwertigen Abfahrt, als er zu weit aus einer Kurve getragen wurde. Statt eines Abgrunds ging die Reise aber kurz durch die Botanik und dann weiter zurück auf das Sträßchen. Die ersten Verfolger verkürzten in der Abfahrt den Rückstand von 35 auf 25 Sekunden. Die Lücke ging jedoch wieder auf, als Roglic (Red Bull), Gall (Decathlon) und Debruyne von Carapaz (EF) und Tejada (XDS) eingeholt wurden. Debruyne stammte aus der Spitzengruppe des Tages und ging mit knapp 2 Minuten Vorsprung in den Puerto El Bartolo.
Als Pogacar dort 24,5 Kilometer vorm Ziel beschleunigte, nachdem der letzte Helfer verbraucht war, machte Onley (Netcompany) nicht als erster Fahrer den Fehler, Pogacars Attacke zunächst mitgehen zu wollen. Das ging nach hinten los. Onley platzte trotzdem wenige Momente später ab, musste dann auch Roglic, Gall und Carapaz ziehen lassen und wurde von Tejada überholt. In einer Gruppe mit Kuss (Visma) und Skjelmose (Lidl) erreichte Onley 1:38 Minuten hinter den Pogacar und Mas das Ziel. Ein heißer Tag mit Temperaturen bis 34 Grad war eventuell nur ein Vorbote für das, was die Fahrer den Rest der Vuelta noch weiter im Süden Spaniens erwarten könnte.
Ergebnis 1. Tadej Pogacar (SLO) - UAE-XRG 4:12:40 2. Enric Mas (ESP) - Movistar gl.Zeit 3. Ramses Debruyne (BEL) - Alpecin-Premier Tech +0:46 4. Richard Carapaz (ECU) - EF Education-Easypost 5. Harold Tejada (COL) - XDS-Astana alle 6. Felix Gall (AUT) - Decathlon-CMA CGM gleiche 7. Primoz Roglic (SLO) - Red Bull-Bora Zeit 8. Cristian Rodriguez (ESP) - XDS-Astana +1:38 9. Clément Berthet (FRA) - Groupama-FDJ 10. Mattias Skjelmose (DEN) - Lidl-Trek alle 11. Sepp Kuss (USA) - Visma-Lease a Bike gleiche 12. Oscar Onley (GBR) - Netcompany-Ineos Zeit 13. Andreas Kron (DEN) - Uno-X +3:46 14. Marcel Camprubi (ESP) - Pinarello-Q36.5 gl.Zeit 15. Patrick Konrad (AUT) - Lidl-Trek gl.Zeit ... 18. Jakob Omrzel (SLO) - Bahrain Victorious +3:48 16. Guillaume Martin (FRA) - Groupama-FDJ +3:48 24. Jarno Widar (BEL) - Lotto-Intermarché +3:48 40. Pablo Torres (ESP) - UAE-XRG +8:44 54. Jay Vine (AUS) - UAE-XRG +10:20 - 178 Fahrer klassiert. DNF Joshua Tarling (GBR) - Netcompany-Ineos DNF Markel Beloki (ESP) - EF Education-Easypost
Pogacar baute seine Gesamtführung auf 3:34 Minuten vorm 2. Platz aus. Auf diesen verbesserte sich der 3-malige Vuelta-Zweite Enric Mas, um 47 Sekunden vorbei an Primoz Roglic. Entsprechend des Tagesresultats rückten Richard Carapaz und Felix Gall auf die Plätze 4 und 5 auf.
Während Kuss, Onley und Skjelomose an Boden verloren, rückten Debruyne und Tejada zu ihnen in die Top-Ten der Gesamtwertung auf. Um 3 Sekunden verpasste Debruyne das weiße Trikot des besten Jungprofis, das Onley behielt. Nicht an seine bisherige Bergleistung konnte der junge Jarno Widar (Lotto) anknüpfen. Er verlor fast 4 Minuten und rutschte knapp heraus aus den Top-Ten, ebenso wie Vine (UAE), der nach getaner Arbeit für Pogacar noch mehr Zeit verlor.
Gesamtwertung 1. Tadej Pogacar (SLO) - UAE-XRG 15:38:27 2. Enric Mas (ESP) - Movistar +3:34 3. Primoz Roglic (SLO) - Red Bull-Bora +4:21 4. Richard Carapaz (ECU) - EF Education-Easypost +4:50 5. Felix Gall (AUT) - Decathlon-CMA CGM +4:55 6. Sepp Kuss (USA) - Visma-Lease a Bike +5:36 7. Oscar Onley (GBR) - Netcompany-Ineos +5:37 8. Ramses Debruyne (BEL) - Alpecin-Premier Tech +5:40 9. Mattias Skjelmose (DEN) - Lidl-Trek +5:58 10. Harold Tejada (COL) - XDS-Astana +6:30 11. Jarno Widar (BEL) - Lotto-Intermarché +8:08 12. Gregor Mühlberger (AUT) - Decathlon-CMA CGM +8:36 13. Clément Berthet (FRA) - Groupama-FDJ +9:24 14. Cristian Rodriguez (ESP) - XDS-Astana +11:43 15. Jakub Omrzel (SLO) - Bahrain Victorious +13:19 16. Guillaume Martin (FRA) - Groupama-FDJ +13:27
Nachdem in der Anfangsphase keine Fluchtgruppe entscheidend wegkam, spannten im Laufe der 6. Etappe zwischenzeitlich 16 Ausreißer zusammen: Canal (Movistar), van Aert (Visma), Gloag (Pinarello), Bilbao, Buitrago (beide Bahrain), Konrad (Lidl), Debruyne, Bennett (NSN), Garofoli (Soudal), Kron (Uno-X), Albanese (EF), Wilksch (Tudor), Diaz /Burgos), Craps (Lotto), Leemreize (Lotto) und Berrade (Kern Pharma). In der Gesamtwertung mit Abstand der Bestplatzierte war Ramses Debruyne auf dem 12. Platz mit 4:44 Minuten Rückstand aufs Rote Trikot.
Nichtsdestotrotz hielten die Helfer Pogacars den Abstand eng. Wout van Aert griff 57,5 Kilometer vorm Ziel ohne Gegenwehr die Maximalpunkte beim Zwischensprint ab. Für den Etappensieg bekam Pogacar allerdings ebenfalls 20 Punkte, so dass es bei einem Abstand von 33 Punkten zu van Aert blieb. Dieser löste als Stellvertreter im Grünen Trikot seinen Teamkollegen Brennan ab.
Fürs Bergtrikot holte Buitrago an den ersten 3 Bergpreisen 2 Siegen und einen 2. Platz. Doch die Punkte reichten nicht einmal, um den bisher zweitplatzierten Fortunato (XDS). Entscheidender waren ohnehin die Punkte am höher kategorisierten letzten Anstieg, an dem Mas so gerade eben Pogacar abfing und des neuer Stellvertreter im Bergtrikot ist – mit weniger als halb so vielen Punkten.
Im letzten Anstieg war Widar schon zurückgefallen, bevor Pogacar mit einer Tempoverschärfung angriff. Die noch fehlende halbe Minute zu Debruyne war schnell aufgeholt. Mas löste Onley schnell als ersten Verfolger ab. Onley konnte auch bald das Tempo von Roglic und Gall nicht mehr mitgehen, ebenso wie Carapaz, der aber zusammen mit Tejada den Rückstand zu den Verfolgern auf wenige Sekunden begrenzen und in der Abfahrt aufholen konnte.
In die Abfahrt stach Mas zuerst hinein. Nach einigen Kurven ging Pogacar auf dem schmalen, exponierten Sträßchen vorbei und fuhr sogleich mehrere Radlängen Vorsprung voraus, bis er einen schnellen Schuss vor den Bug durch seinen Ausflug in die Botanik erhielt. Die beiden arbeiteten dann bis zum Schlusskilometer zusammen. Den Sprint fuhr Pogacar von vorne an. Aber auch hier: Er bekam trotz wild entschlossenem Sprint den normalerweise in dieser Disziplin stark unterlegenen Mas nicht vom Hinterrad abgeschüttelt. Für die 3. Tagessieg nach 6 Etappen reichte es trotzdem allemal.
Vorschau auf diese Etappe: Für die 6. Etappe wechselt die Vuelta a España 2026 hinüber in die Region Valencia. Hüglig und am Ende sogar bergig geht es zu, obwohl das Ziel in Castelló nur 23 Meter über Meereshöhe liegt. Von den 4 bepreisten Anstiegen des Tages ist der letzte der schwierigste. Der Puerto El Bartolo wird 20,6 Kilometer vorm Ziel nach 9,4 Kilometern Anstieg bei durchschnittlich 7,1 und im oberen Teil maximal 20 % erreicht. Und in diesem Abschnitt ist die Straßenbelag auch noch grober Schotter! Die folgende Abfahrt ist ungefähr gleich lang wie das abschließende Flachstück. Die Zielgerade in Castelló ist ungefähr 250 Meter lang.
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