Vuelta a España 2020 - 6. Etappe

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Izagirre-Sieg bei Umsturz im kalten Regen

Bei Regen und Kälte in den Pyrenäen gewann Ion Izagirre (Astana) die 6. Etappe der Vuelta a España 2020. Der 31-jährige Spanier stammte aus der 23-köpfigen Fluchtgruppe des Tages und verwies an der Bergankunft von Aramón Formigal Michael Woods (EF) und Rui Costa (UAE) mit 25 Sekunden Vorsprung auf die Plätze 2 und 3. Ab dem 7. Platz der Tageswertung vermischten sich die Top-Klassementfahrer mit den ehemaligen Fahrer aus der frühen Flucht. Am besten war Hugh Carthy (EF) am Schlussberg, und zwar 7 Sekunden vor Richard Carapaz (Ineos), der das Rote Trikot von Primoz Roglic (Jumbo) übernahm.

Roglic platzte im Schlussanstieg ab und verlor 50 Sekunden gerechnet auf Carthy als Referenzpunkt. 15 Sekunden vor Roglic, aber eben auch 28 hinter Carapaz kam der Gesamtdritte Daniel Martin (Israel) ins Ziel. Das Peloton bröselte bei dem scheußlichen Wetter zum Ende völlig auseinander. Ursprünglich sollte die 6. Etappe sogar über höhere und schwierigere Pässe größtenteils durch Frankreich verlaufen. Wegen Corona ging das aber in Frankreich nicht, so dass man eine 3 Tage zuvor bekannt gegebene Ausweichroute in den spanischen Pyrenäen fuhr.

 

Ergebnis
 1. Ion Izagirre (ESP)         - Astana                   3:41:00
 2. Michael Woods (CAN)        - EF                         +0:25
 3. Rui Costa (POR)            - UAE-Emirates             gl.Zeit
 4. Robert Power (AUS)         - Sunweb                     +0:27
 5, Michael Valgren (DEN)      - NTT                      gl.Zeit
 6. Guillaume Martin (FRA)     - Cofidis                  gl.Zeit
 7. Mattia Cattaneo (ITA)      - Deceuninck-Quick Step      +0:38
 8. Hugh Carthy (GBR)          - EF                         +0:48
 9. Gorka Izagirre (ESP)       - Astana                     +0:53
10. Sergio Henao (COL)         - UAE-Emirates               +0:55
11. David Gaudu (FRA)          - Groupama-FDJ              alle
12. Richard Carapaz (ECU)      - Ineos                    gleiche
13. Marc Soler (ESP)           - Movistar                  Zeit
14. Dylan van Baarle (NED)     - Ineos                      +1:02
15. Wout Poels (NED)           - Bahrain-McLaren            +1:14
16. Felix Großschartner (AUT)  - Bora-Hansgrohe             +1:21
17. David de la Cruz (ESP)     - UAE-Emirates               +1:23
18. Daniel Martin (IRL)        - Israel                   gl.Zeit
19. Michael Storer (AUS)       - Sunweb                     +1:37
20. Primoz Roglic (SLO)        - Jumbo-Visma                +1:38
...
22. Esteban Chaves (COL)       - Mitchelton-Scott           +1:41
23. Gino Mäder (SUI)           - NTT                        +1:41
25. Enric Mas (ESP)            - Movistar                   +1:43
29. Alejandro Valverde (ESP)   - Movistar                   +2:00
37. George Bennett (NZL)       - Jumbo-Visma                +2:33
71. Sepp Kuss (USA)            - Jumbo-Visma               +10:18
- 163 Fahrer klassiert.
DNS Fernando Barcelo (ESP)     - Cofidis

 

Roglic verliert Rotes Trikot an Carapaz

Carapaz schlüpfte ins Rote Trikot 18 Sekunden vor Carthy und 20 vor Dan Martin. Der bisherige Gesamtführende Roglic rutschte ab auf den 4. Platz mit exakt einer halben Minute Rückstand. Auf dem 5. Platz fehlen Mas dann schon 67 Sekunden, auf dem 6. Platz Felix Großschartner (Bora) deren 90.

 

Gesamtwertung
 1. Richard Carapaz (ECU)      - Ineos                   24:34:39
 2. Hugh Carthy (GBR)          - EF                         +0:18
 3. Daniel Martin (IRL)        - Israel                     +0:20
 4. Primoz Roglic (SLO)        - Jumbo-Visma                +0:30
 5. Enric Mas (ESP)            - Movistar                   +1:07
 6. Felix Großschartner (AUT)  - Bora-Hansgrohe             +1:30
 7. Marc Soler (ESP)           - Movistar                   +1:42
 8. Esteban Chaves (COL)       - Mitchelton-Scott           +2:02
 9. David de la Cruz (ESP)     - UAE-Emirates               +2:46
10. Alejandro Valverde (ESP)   - Movistar                   +3:00
11. Wout Poels (NED)           - Bahrain-McLaren            +3:19
12. Gorka Izagirre (ESP)       - Astana                     +3:19
13. George Bennett (NZL)       - Jumbo-Visma                +3:22
14. Mikel Nieve (ESP)          - Mitchelton-Scott           +3:28
15. Mattia Cattaneo (ITA)      - Deceuninck-Quick Step      +3:46
16. Gino Mäder (SUI)           - NTT                        +3:47
17. David Gaudu (FRA)          - Groupama-FDJ               +4:04

 

In der 23-köpfigen Spitzengruppe fuhren: Cattaneo, Cavagna (beide Deceuninck), Costa, Henao (beide UAE), Power, Storer, Sütterlin (alle Sunweb), Ion Izagirre, Gorka Izagirre (beide Astana), van Baarle (Ineos), Cort, Woods (beide EF), Jauregui (AG2R), Zimmermann (CCC), Guillaume Martin, Lafay, Périchon (alle Cofidis), Valgren (NTT), Arcas, Verona (beide Movistar), Hivert (Total Direct), Amezqueta (Caja Rural) und Cabedo (Burgos).

Der Bestplatzierte in der Gesamtwertung war Gorka Izagirre mit 3:37 Minuten Rückstand aufs Rote Trikot, in dem er über weite Strecken der 6. Etappe virtuell unterwegs war. Innerhalb der letzten 30 Kilometer löste sich eben dieser Gorka Izagirre auf einer Abfahrt. Im langen, aber nicht besonders steilen Schlussanstieg wurde er 6,5 Kilometer vorm Ziel von einer Verfolgergruppe gestellt. Gut 3 Kilometer später fuhr dann anstatt Gorka sein zweieinhalb Jahre jüngerer Bruder Ion die Ernte ein mit der Sieg bringenden Attacke – und komplettierte seine Sammlung aus Etappensiegen bei Tour, Giro und Vuelta.

Im zerfledderten Hauptfeld war Roglic schon vor dem Schlussanstieg kurz ins Hintertreffen geraten. Entsprechend verloren am Ende seine Teamkollegen im Ziel viel Zeit. Carthy, Carapaz und David Gaudu (Groupama) zogen rund 5 Kilometer vorm Ziel eine Attacke mit Marc Soler (Movistar) durch. Von diesen auf der 6. Etappe am besten aufgelegten Klassementfahrer setzte sich Carthy kurz vorm Ziel ab. Roglic hielt sich zunächst auf in einer Verfolgergruppe mit Dan Martin und Esteban Chaves (Mitchelton), der vorher auch attackiert hatte, letztlich aber sogar 3 Sekunden hinter Roglic ins Ziel kam. Zwischen Carapaz und Dan Martin wusste Großschartner auf dem 16. Platz zu gefallen.


Vorschau auf diese Etappe (veraltet): Auf der 6. Etappe der Vuelta a España 2020 wartet ein Haufen an Herausforderungen. Da sind zuerst die 3 schweren Pyrenäenpässe zu nennen – Col du Portalet, Col d'Aubisque und als Bergankunft Col du Tourmalet. Dann, wie die es die Passnamen schon verraten, verläuft ein Großteil der 6. Etappe über französischen Boden – ob da die Behörden angesichts von Corona mitspielen? Außerdem liegen die ersten beiden Pässe auf über 1.700 Metern und das Ziel gar auf 2.115 Metern. An einem 25. Oktober kann es da bitterkalt und verschneit sein. Und dunkel; denn in der Nacht zuvor wurde die Uhr um eine Stunde zurück von Sommer- auf Winterzeit gedreht. Bei einer prognostizierten Zielankunft zwischen 16:56 und 17:25 werden die abgehängten Fahrer, die angesichts von der kurzen Renndistanz von 136,6 Kilometern mit der Karenzzeit kämpfen, zum Schluss bei Dämmerlicht unterwegs sein. Sportlich wird der Kampf um den Gesamtsieg eröffnet nach dem Aufgalopp der ersten Tage. Der Schlussanstieg zum Col du Tourmalet ist 19 Kilometer lang und im Schnitt 7,4 % steil.
Vorschau II: Wegen der Corona-Lage in Frankreich wurde die 6. Etappe 3 Tage vor ihrer Austragung komplett umgestaltet. Es blieb beim Startort Biescas. Danach geht es aber in einer Runde um Biescas über 2 leichtere Anstiege bis hin zur kurzfristig eingesprungenen Bergankunft Aramón Formigal in den aragonischen Pyrenäen. Die Daten zum Schlussanstieg sind weniger beeindruckend – zwar 14,6 Kilometer Distanz, aber nur 4,6 % im Schnitt bei maximal 10 %. In Wirklichkeit ist der Schlussanstieg von Biescas aus gerechnet sogar 27 Kilometer lang, allerdings noch flacher auf den ersten Kilometern. Zeitunterschiede wird es im Ziel schon geben, aber längst nicht so heftige wie potenziell über Portalet-Aubisque-Tourmalet.

Auf die 6. Etappe folgt schon der erste rennfreie Tag der Vuelta 2020 nach einem Transfer von den Pyrenäen nach Vitoria-Gasteiz, der Hauptstadt des Baskenlands.

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Vuelta a España 2020
6. Etappe (136,6km146,4km)
von Biescas13:09 13:18
zum Col du Tourmalet 17:10
nach Aramón Formigal 17:15

1 -km111 13:54 Col du Portalet
E -km66 15:12 Col d'Aubisque
S -km32 16:14 Pierrefitte-Nestalas
E -km0 17:10 Col du Tourmalet

3 -km77 15:10 Puerto Alto de Petralba
2 -km41 16:09 Puerto de Alto Cotefablo
S -km27 16:32 Biescas
1 -km0 17:15 Aramón Formigal

Etappensieg:
Ion Izagirre (ESP)

Rotes Trikot:
Richard Carapaz (ECU)

Punktewertung:
Primoz Roglic (SLO)

Bergwertung:
Tim Wellens (BEL)

Jungprofi-Wertung:
Enric Mas (ESP)

Teamwertung:
Movistar

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