Vuelta a España 2019, 17. Etappe

Übersicht - Etappenplan - Berge - Startliste - Endklassement - Vuelta-Siegerliste

16. Etappe ◄ Mi 11. September: 17. Etappe ► 18. Etappe

Gilbert siegt nach rasantem Windkampf

Nach einer rasanten Flucht gewann Philippe Gilbert (Deceuninck) die 17. Etappe der Vuelta 2019 im Mammutsprint einer ersten Gruppe. Frisch aus dem Ruhetag gaben die Fahrer bei Seiten- und Rückenwind Vollgas von Anfang an. In einer einst fast 50-köpfigen Spitzengruppe saßen der Gesamtsechste Nairo Quintana (Movistar), der beste Sprinter Sam Bennett (Bora) und zahlreiche Teamkollegen Gilberts.

Um den Tagessieg in Guadalajara eröffnete Bennett den Sprint optimistisch bereits an der 600-Meter-Marke (!), weil ein Teamkollege Gilberts leicht voraus war. Bennett konnte gegen alle durchziehen, nur nicht gegen Gilbert, der sich heransaugte, kurz verharrte und dann wegsprang für seinen 2. Vuelta-Etappensieg in diesem Jahr. Den 3. Platz hinter Bennett belegte Rémi Cavagna (Deceuninck).

In der Gesamtwertung machten Quintana, Kelderman (Sunweb), Knox (Deceuninck) und Teuns (Bahrain) auf der längsten Vuelta-Etappe des Jahres mehr als 5 Minuten durch ihre Präsenz in der Spitzengruppe gut. Die Gruppe um den Gesamtführenden Primoz Roglic (Jumbo) sowie Valverde (Movistar), Pogacar (UAE) und Lopez (Astana) war am Ende kleiner als die ebenfalls zerbröselte Spitzengruppe! Gilbert legte die 219,6 Kilometer in mehr als 50,6 km/h zurück ...

Ergebnis
1. Philippe Gilbert (BEL) - Deceuninck-Quick Step 4:20:15
2. Sam Bennett (IRL) - Bora-Hansgrohe +0:02
3. Rémi Cavagna (FRA) - Deceuninck-Quick Step
4. Dylan Teuns (BEL) - Bahrain-Merida
5. Wilco Kelderman (NED) - Sunweb alle
6. Jonas Koch (GER) - CCC
7. Lawson Craddock (USA) - EF Education First gleiche
8. Tim Declercq (BEL) - Deceuninck-Quick Step
9. Silvan Dillier (SUI) - AG2R La Mondiale Zeit
10. James Knox (GBR) - Deceuninck-Quick Step +0:06
11. Edvald Boasson Hagen (NOR) - Dimension Data gl.Zeit
12. Max Walscheid (GER) - Sunweb +0:09
13. Dion Smith (NZL) - Mitchelton-Scott +0:10
14. Nairo Quintana (COL) - Movistar gl.Zeit
15. Wout Poels (NED) - Ineos +0:19
16. Zdenek Stybar (CZE) - Deceuninck-Quick Step +0:30
...
28. Miguel Angel Lopez (COL) - Astana +5:29
29. Alejandro Valverde (ESP) - Movistar
30. Primoz Roglic (SLO) - Jumbo-Visma alle
31. Tadej Pogacar (SLO) - UAE-Emirates gleiche
32. Rafal Majka (POL) - Bora-Hansgrohe Zeit
33. Marc Soler (ESP) - Movistar +5:32
...
35. Carl Fredrik Hagen (NOR) - Lotto-Soudal gl.Zeit
39. Mikel Nieve (ESP) - Mitchelton-Scott gl.Zeit
44. Jakob Fuglsang (DEN) - Astana +6:34
77. Hermann Pernsteiner (AUT) - Bahrain-Merida +23:36
79. Nicolas Edet (FRA) - Cofidis +23:36
81. Kilian Frankiny (SUI) - Groupama-FDJ +23:36
97. Sergio Higuita (COL) - EF Education First +23:36
- 158 Fahrer klassiert.
DNS Jesus Herrada (ESP) - Cofidis

Quintana von 6 auf 2 nach vorn geweht

Quintana kletterte unverhofft vom 6. auf den 2. Platz der Gesamtwertung, vorbei an seinem Teamkollegen Valverde sowie Pogacar, Lopez und Rafal Majka (Bora). Auf Primoz Roglic fehlten am Ende 2:24 Minuten, wobei Quintana auch zu keinem Zeitpunkt der 17. Etappe virtuell im Roten Trikot fuhr. Nach hinten geriet der Abstand für Quintana deutlich knapper, mit nur 24 Sekunden vor Valverde, allerdings rund einer Minute mehr vor Pogacar und Lopez. Majka verlor sogar 2 Plätze, weil auch Wilco Kelderman an ihm vorbeizog. Lopez und Fuglsang (beide Astana) bekamen im Nachgang je 10 Sekunden Strafe aufgebrummt, weil sie sich per Schleudergriff abzogen.

Roglic war hinterher relativ isoliert von seinen Teamkollegen, konnte sich aber auf die Helfer von Pogacar, Majka und vor allem Lopez verlassen – und sogar Valverde spannte zeitweise Helfer gegen seinen eigenen Teamkollegen Quintana ein, obwohl vorne auch Teamkollegen für Quintana aufs Tempo drückten! Den Konkurrenten von Roglic schien die Chance auf den Gesamtsieg demnach zu klein zu sein. So ging es stattdessen wieder mal um die Verteidigung der Top-Ten-Plätze.

Gesamtwertung
1. Primoz Roglic (SLO) - Jumbo-Visma 66:43:36
2. Nairo Quintana (COL) - Movistar +2:24
3. Alejandro Valverde (ESP) - Movistar +2:48
4. Tadej Pogacar (SLO) - UAE-Emirates +3:42
5. Miguel Angel Lopez (COL) - Astana +4:09
6. Wilco Kelderman (NED) - Sunweb +5:05
7. Rafal Majka (POL) - Bora-Hansgrohe +7:40
8. James Knox (GBR) - Deceuninck-Quick Step +8:03
9. Carl Fredrik Hagen (NOR) - Lotto-Soudal +10:43
10. Dylan Teuns (BEL) - Bahrain-Merida +12:21
11. Marc Soler (ESP) - Movistar +16:56
12. Mikel Nieve (ESP) - Mitchelton-Scott +17:35
13. Jakob Fuglsang (DEN) - Astana +17:58
14. Ion Izagirre (ESP) - Astana +18:33
15. Nicolas Edet (FRA) - Cofidis +28:34
16. Esteban Chaves (COL) - Mitchelton-Scott +28:45
17. Hermann Pernsteiner (AUT) - Bahrain-Merida +30:12
18. Sergio Higuita (COL) - EF Education First +32:31
19. Ruben Guerreiro (POR) - Katusha-Alpecin +35:33
20. A. Ghebreigzabhier (ERI) - Dimension Data +38:06
21. Kilian Frankiny (SUI) - Groupama-FDJ +42:44
22. Robert Gesink (NED) - Jumbo-Visma +51:39
...
35. Philippe Gilbert (BEL) - Deceuninck-Quick Step +1:16:51

Winderprobtes Wolfsrudel auf der Flucht

Den Stempel drückte der 17. Etappe das winderprobte Team von Gilbert auf. In Mannschaftsstärke sprengte das selbsternannte Wolfsrudel das Peloton schon kurz nach dem Start. Etwa zur Etappenhalbzeit befanden sich folgende 30 Fahrer an der Spitze: Rojas, Erviti, Oliveira, Quintana (alle Movistar), Gorka Izagirre, Sanchez (beide Astana), Teuns (Bahrain), Bennett (Bora), Koch (CCC), Gilbert, Capecchi, Declercq, Jakobsen, Knox, Stybar (alle Deceuninck), Craddock (EF), Bewley, Smith (beide Mitchelton), Hagen (Dimension Data), Doull, Poels, Geoghegan Hart, Stannard (alle Ineos), Kelderman, Arndt, Pedersen, Power, Walscheid (alle Sunweb), Kirsch (Trek), Marcato, Molano und Troia (alle UAE).

Sowohl davor als auch danach platzten immer wieder Fahrer hinten ab, sowohl an der Spitze als auch aus dem, was man kaum noch Hauptfeld nennen konnte. Pernsteiner (Bahrain) und Edet (Cofidis) fraßen über 23 Minuten und schossen ihre Top-Ten-Platzierung in der Gesamtwertung in den Wind. Stattdessen enterten Knox und Teuns die Top-Ten. Noch wertvoller waren die Platzgewinne von Quintana und Kelderman.

Im Finale spielte das Wolfsrudel die zahlenmäßige Überlegenheit aus. Insbesondere Stybar setzte sich in Szene, kam aber nicht entscheidend weg. Immerhin veranlasste er, dass Bennett auf der Zielgeraden schon weit vor der Linie die Nerven verlor, so dass Gilbert absahnen konnte. Aus der Gruppe um Roglic versuchte Lopez im Sprint noch ein paar Sekunden herauszuholen, doch ausgerechnet Valverde, Roglic, Pogacar und Majka blieben zeitgleich gewertet an Lopez' Rad. Fürs Podest rückte außer Pogacar nun auch noch Quintana vor Lopez' Linse.


Vorschau auf diese Etappe: Nach dem 2. Ruhetag können die Sprinterteams entscheiden, ob sie auf der längsten Vuelta-Etappe 2019 ihren Kapitänen einen Massensprint bereiten oder lieber den Ausreißern das Feld überlassen. Neben der Distanz von 219,6 Kilometern sprechen noch 2 weitere Gründe für das Ausreißer-Szenario. Denn die 17. Etappe ist eine dieser fiesen Vuelta-Etappen, die keinen Bergpreis aufweisen und auf den ersten Blick flach aussehen, dann aber doch ständig rauf und runter gehen. Und die letzten 3 Kilometer steigen dann auch noch an. Das Ziel liegt in Zentralspanien in Guadalajara, schon fast am 4 Tage später angesteuerten Finalort Madrid.
► Landkarte, Zeitplan und Profile auf www.lavuelta.es

16. Etappe ◄ Mi 11. September: 17. Etappe ► 18. Etappe

Vuelta 2019

Vuelta a España 2019
17. Etappe (219,6km)
von Aranda de Duero 11:49
nach Guadalajara 17:35

-km117 14:32 Atienza

Etappensieg:
Philippe Gilbert (BEL)

Rotes Trikot:
Primoz Roglic (SLO)

Punktewertung:
Primoz Roglic (SLO)
- 1. Vertreter Bennett irischer Meister
- 2. Vertreter Pogacar in Weiß
- wird getragen von: Quintana

Bergwertung:
Geoffrey Bouchard (FRA)

Jungprofi-Wertung:
Tadej Pogacar (SLO)

Teamwertung:
Movistar

Radsport-Seite.de, Homepage / Vuelta España / Vuelta a España - Spanien-Rundfahrt 2019 / Vuelta a España 2019, 17. Etappe (Aranda de Duero - Guadalajara))