Tour de France 2024 - 2. Etappe

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Vauquelin siegt, Pogacar schon ins Gelbe

Da führt die Tour de France 2024 am Start-Wochenende durch Italien – und auch am 2. Tag gewinnt ein Franzose! In Bologna war Kévin Vauquelin (Arkéa) der Glückliche. Der 23-jährige Vauquélin stammte aus der frühen Spitzengruppe und stellte seine beiden letzten Mitausreißer 14,5 Kilometer vorm Ziel im zweiten Anstieg zum Santuario della Madonna di San Luca ab. Aus dem Hauptfeld heraus attackierte an eben diesem Anstieg Tadej Pogacar (UAE) – und nur Jonas Vingegaard (Visma) ging mit.

Auf der Zielgeraden in Bologna konnten Remco Evenepoel (Soudal) und Richard Carapaz (EF) die beiden Tour-Gesamtsieger der letzten 4 Jahre noch einholen – ein Romain Bardet (DSM) im Gelben Trikot und ein herb enttäuschender Primoz Roglic (Red Bull) jedoch nicht. Pogacar übernahm das Gelbe Trikot vor den zeitgleichen Evenepoel, Vingegaard und Carapaz aufgrund der bessere Platzsumme aus den beiden ersten Etappen.

Den 2. Platz in Bologna sicherte sich Jonas Abrahamsen (Uno-X) 36 Sekunden hinter dem jubelnd austrudelnden Vauquelin und leicht abgesetzt vor den nächsten 4 Verfolgern. Von denen sprintete Quentin Pacher (Groupama) auf den 3. Platz. Bei Vauquelins finaler Attacker waren Abrahamsen und Oliveira bei ihm. Abrahamsen fuhr schon auf der 1. Etappe den ganzen Tag in der Spitzengruppe, verteidigte nun sein Bergtrikot und eroberte zudem das Grüne Trikot.

 

Ergebnis
 1. Kévin Vauquelin (FRA)      - Arkéa-B&B Hotels         4:43:42
 2. Jonas Abrahamsen (DEN)     - Uno-X                      +0:36
 3. Quentin Pacher (FRA)       - Groupama-FDJ               +0:49
 4. Cristian Rodriguez (ESP)   - Arkéa-B&B Hotels          alle
 5. Harold Tejada (COL)        - Astana                   gleiche
 6. Nelson Oliveira (POR)      - UAE-Emirates              Zeit
 7. Axel Laurance (FRA)        - Alpecin-Deceuninck         +1:12
 8. Mike Teunissen (NED)       - Intermarché-Wanty          +1:33
 9. Hugo Houle (CAN)           - Israel-Premier Tech        +1:36
10. Richard Carapaz (ECU)      - EF Education-Easypost      +2:21
11. Jordan Jegat (FRA)         - Totalenergies
12. Remco Evenepoel (BEL)      - Soudal-Quick Step         alle
13. Jonas Vingegaard (DEN)     - Visma-Lease a Bike       gleiche
14. Tadej Pogacar (SLO)        - UAE-Emirates              Zeit
15. Giulio Ciccone (ITA)       - Lidl-Trek                  +2:42
...
17. Felix Gall (ITA)           - Decathlon-AG2R            alle
19. Carlos Rodriguez (ESP)     - Ineos Grenadiers
22. Romain Bardet (FRA)        - DSM-PostNL               gleiche
27. Primoz Roglic (SLO)        - Red Bull-Bora
29. Simon Yates (GBR)          - Jayco-Alula               Zeit
35. Santiago Buitrago (COL)    - Bahrain Victorious         +3:32
38. Derek Gee (CAN)            - Israel-Premier Tech        +3:43
44. Louis Meintjes (RSA)       - Intermarché-Wanty          +4:52
54. Geraint Thomas (GBR)       - Ineos Grenadiers           +6:45
- 175 Fahrer klassiert.

 

Vingegaard, Evenepoel, Carapaz ohne Zeitverlust

In der Gesamtwertung fiel Bardet 6 Sekunden hinter die neuen Top-4-Fahrer zurück. Unter denen war anstelle von Carapaz eher Roglic erwartet worden. Sollte sich die Form von Roglic im weiteren Verlauf der Tour 2024 bestätigen, wäre er einer der größten Fehlkäufe im Radsport der letzten Jahre. Die 20-köpfige Gruppe um Bardet, Roglic und Felix Gall (Decathlon) verlor 21 Sekunde auf Pogacar, Evenepoel, Vingegaard und Carapaz und sortiere sich um ebendiesen Rückstand in der Gesamtwertung ein.

 

Gesamtwertung
 1. Tadej Pogacar (SLO)        - UAE-Emirates             9:53:30
 2. Remco Evenepoel (BEL)      - Soudal-Quick Step          +0:00
 3. Jonas Vingegaard (DEN)     - Visma-Lease a Bike         +0:00
 4. Richard Carapaz (ECU)      - EF Education-Easypost      +0:00
 5. Romain Bardet (FRA)        - DSM-PostNL                 +0:06
 6. Maxim van Gils (BEL)       - Lotto-Dstny                +0:21
 7. Egan Bernal (COL)          - Ineos Grenadiers           +0:21
 8. Pello Bilbao (ESP)         - Bahrain Victorious         +0:21
 9. Tom Pidcock (GBR)          - Ineos Grenadiers           +0:21
10. Giulio Ciccone (ITA)       - Lidl-Trek                  +0:21

 

Die frühe 11-köpfige Spitzengruppe des Tages umfasste Pacher, Laurance (Alpecin), Houle (Israel), Oliveira, Vauquelin, Rodriguez (auch Arkéa), Teunissen (Intermarché), Tejada (Astana), Abrahamsen, Jegat (Totalenergies) sowie als Aufpasser zunächst Welten (DSM), der sich aber im weiteren Verlauf zurückfallen ließ. Noch in der Anfangsphase scheiterte ein Versuch von Matthews (Jayco) und van Moer (Lotto), die Spitzengruppe noch einzuholen. Damit war für die beiden auch die Chance auf den Tagessieg dahin.

Denn aus dem Hauptfeld heraus sah es anscheinend kein Team als aussichtsreich genug an, gegen Pogacar mehrere Helfer zu verbrennen. Umgekehrt wäre für Pogacars Team selbst der Aufwand wohl auch zu groß gewesen. So durften die 10 vorn verbliebenen Ausreißer den Sieg in Bologna unter sich ausmachen. Die Bestplatzierten in der Gesamtwertung lagen über eine Viertelstunde hinter dem Gelben Trikot. Das Team dessen Trägers Bardet musste deswegen erst einmal nur das Nötigste machen.

Am ersten der beiden San-Luca-Anstiege riss die Spitzengruppe auseinander, rollte aber noch einmal zusammen. Das Hauptfeld wurde dort massiv ausgedünnt. Zurück unten in Bologna resultierte aus einer Springerei in der Spitzengruppe ein Trio aus Oliveira, Vauquelin und Abrahamsen. Schon eingangs des letzten Anstieges begann Vauquelin sein Siegessolo. Sein 5. und bisher größter Profisieg war sein erster außerhalb von Frankreich – allerdings bei der Tour de France!

Roglic vor Pogacars Angriff abgehängt

Das Hauptfeld bröselte in der zweiten San-Luca-Passage auseinander. Als Pogacar attackierte, hatten beispielsweise Bardet und Roglic schon abreißen lassen müssen. Vingegaard, hinter dessen Form nach schweren Sturzverletzungen ein Fragezeichen stand, folgte dem harten Antritt von Pogacar, was Carapaz nicht mehr gelang. Bei Pogacar und Vingegaard waren zum Zeitpunkt des Angriffs noch Pogacars Edelhelfer Adam Yates, Vingegaards Edelhelfer Jorgenson sowie Carapaz, Evenepoel und Enric Mas (Movistar). Weil Vingegaard in der Abfahrt und dem abschließenden Flachstück nicht so viel investierte, konnten Evenepoel und Carapaz mit vollstem Einsatz noch die Einholung erreichen.


Vorschau auf diese Etappe: Die 2. Etappe der Tour de France 2024 verläuft in Italien von der Adriaküste zurück ins Landesinnere, und zwar durch die Emilia-Romagna von Cesenatico nach Bologna. Zwar stehen deutlich weniger Höhenmeter als am Vortag auf dem Programm. Doch die paar kürzeren Anstiege, für die das Fahrerfeld die Po-Ebene verlässt, haben es wiederum in sich. Zuletzt in der Anstieg nach San Luca oberhalb von Bologna zweimal zu bewältigen. Dieser ist bekannt vom Eintagesrennen Giro dell'Emilia und steigt auf 1,9 Kilometern im Schnitt 10,6 %. Das Ziel liegt aber anders als bei dem Tagesrennen unten in der Stadt, 12,6 Kilometer nach der 2. Überfahrt, wo es oben in San Luca einn paar Sekunden Gutschrift für die Top-3 gibt bei einem der in der Tour 2024 sporadisch eingesetzten Bonussprints. Unten derweil ist die Zielgerade nach letzter Linkskurve über 900 Meter lang.

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Tour de France 2024
2. Etappe (198,7km)
von Cesenatico/ITA 12:35
nach Bologna/ITA1719

3 -km125 14:21 Côte de Monticino
3 -km110 14:42 Côte de Gallisterna
S -km91 15:09 Dozza
4 -km61 15:53 Côte de Botteghino di Zocca
3 -km48 16:10 Côte de Montecalvo
3 -km31 16:35 Côte de San Luca
3/B -km13 17:01 Côte de San Luca

Etappensieg:
Kévin Vauquelin (FRA)

Gelbes Trikot:
Tadej Pogacar (SLO)

Grünes Trikot:
Jonas Abrahamsen (NOR)

Bergtrikot:
Jonas Abrahamsen (NOR)
- wird getragen von Madouas

Jungprofi-Trikot:
Remco Evenepoel (BEL)

Teamwertung:
Movistar

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