Tour de France 2024 - 12. Etappe
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Girmay siegt und siegt und siegt
Wenn es läuft, dann läuft es: Biniam Girmay (Intermarché) feierte in Villeneuve-sur-Lot bereits seinen dritten Tagessieg. Auf der 12. Etappe schob der 24-jährige Eritreer in einem relativ unorganisierten Massensprint ein knappes Vorderrad vorbei an Wout van Aert (Visma) und Arnaud Démare (Arkéa). Dahinter rollte Pascal Ackermann (Israel) an 4. Position ein.
Die beiden außer Girmay bisher anderen Sprintsieger Cavendish (Astana) und Philipsen (Alpecin) starteten von viel zu weit hinten und kamen nicht mehr über die Plätze 5 und 6 hinaus. Démare und Cavendish verloren ihre Plätze 3 und 5 durch Distanzierung seitens der Kommissäre. Die anderen Fahrer rückten in der Tageswertung entsprechend auf.
Und wenn es nicht läuft, dann kommt es noch schlimmer: Primoz Roglic (Red Bull), bisher auf Platz 4 der Gesamtwertung und im Prinzip ohne große Ambitionen nach oben oder unten, war in einen Massensturz 12 Kilometer vorm Ziel verwickelt. Mit an der Schulter aufgerissenem Trikot verlor er, begleitet von den Teamkollegen, satte zweieinhalb Minuten.
Ergebnis 1. Biniam Girmay (ERI) - Intermarché-Wanty 4:17:15 2. Wout van Aert (BEL) - Visma-Lease a Bike 3. Pascal Ackermann (GER) - Israel-Premier Tech 4. Jasper Philipsen (BEL) - Alpecin-Deceuninck 5. Arnaud de Lie (BEL) - Lotto-Dstny alle 6. Alexander Kristoff (NOR) - Uno-X 7. Phil Bauhaus (GER) - Bahrain Victorious alle 8. Bryan Coquard (FRA) - Cofidis 9. Dylan Groenewegen (NED) - Jayco-Alula 10. Ryan Gibbons (RSA) - Lidl-Trek 11. Marijn van den Berg (NED) - EF Education-Easypost gleiche 12. Sam Bennett (IRL) - Decathlon-AG2R 13. Clément Russo (FRA) - Groupama-FDJ 14. Bram Welten (NED) - DSM-PostNL 15. Jasper Stuyven (BEL) - Lidl-Trek Zeit - 162 Fahrer klassiert. HD Jonas Rickaert (BEL) - Alpecin-Deceuninck HD Jewgeni Fedorow (KAZ) - Astana-Kasachstan HD Søren Kragh Andersen (DEN) - Alpecin-Deceuninck DNF Pello Bilbao (ESP) - Bahrain Victorious DNF Fabio Jakobsen (NED) - DSM-PostNL DNS Michael Mørkøv (DEN) - Astana-Kasachstan
Roglics Ambitionen durch Sturz endgültig dahin
Tadej Pogacar (UAE) behielt ein weiteres Mal das Gelbe Trikot des Gesamtführenden – mit nach der 12. Etappe unverändert 66 Sekunden vor Evenepoel (Soudal) und 74 vor Vingegaard. Roglic fiel durch den Sturz und den anschließenden Zeitverlust vom 4. auf den 6. Platz zurück. Angesichts von 4:42 Minuten Rückstand aufs Gelbe Trikot und dreieinhalb Minuten aufs Podest bahnt sich der teuerste Transfer-Flop der letzten Jahre an.
Gesamtwertung 1. Tadej Pogacar (SLO) - UAE-Emirates 49:17:49 2. Remco Evenepoel (BEL) - Soudal-Quick Step +1:06 3. Jonas Vingegaard (DEN) - Visma-Lease a Bike +1:14 4. João Almeida (POR) - UAE-Emirates +4:20 5. Carlos Rodriguez (ESP) - Ineos Grenadiers +4:40 6. Primoz Roglic (SLO) - Red Bull-Bora +4:42 7. Mikel Landa (ESP) - Soudal-Quick Step +5:38 8. Adam Yates (GBR) - UAE-Emirates +6:59 9. Juan Ayuso (ESP) - UAE-Emirates +7:09 10. Giulio Ciccone (ITA) - Lidl-Trek +7:36
Auch die Findung der Spitzengruppe des Tages wurde durch einen Massensturz begünstigt. Madouas, Pacher (beide Groupama), Abrahamsen (Uno-X) und Turgis (Totalenergies) hatten sich gerade abgesetzt, als einige Fahrer in der Mitte des Pelotons zu Boden gingen und auch Tadej Pogacar im Gelben Trikot aufgehalten wurde – anders als Roglic ohne Auswirkungen.
Das zuvor und auch in der Folgezeit hohe Tempo hatte nacheinander den entkräfteten Jakobsen (DSM) und Bilbao (Bahrain) den Anschluss ans Hauptfeld gekostet. Die Karenzzeit geriet außer Reichweite, so dass beide ausstiegen. Überhaupt war die 12. Etappe trotz des Ausgangs mit dem Massensprint äußerst hart. Mit ihrem welligen Profil und vor allem der aufkommenden Hitze setzte sie dne Fahrern ordentlich zu.
Den Zwischensprint gewann Turgis. Um den 5. Platz bemühte sich Girmays Mannschaft mit vollem Sprintzug. Hinter ihm rollte ein bereits resignierender Philipsen nur noch auf dem 6. Platz aus. Durch den Etappensieg baute Girmay seinen großen Vorsprung in der Punktewertung ums Grüne Trikot noch weiter aus.
Grünes Trikot 1. Biniam Girmay (ERI) - Intermarché-Wanty 328 p. 2. Jasper Philipsen (BEL) - Alpecin-Deceuninck 221 3. Anthony Turgis (FRA) - Totalenergies 141 4. Jonas Abrahamsen (NOR) - Uno-X 124 5. Bryan Coquard (FRA) - Cofidis 117 6. Arnaud de Lie (BEL) - Lotto-Dstny 114
Den Sprint eröffnete Démare hinter seinem Anfahrer. Dahinter kam van Aert auf, teilweise blockiert von Girmay und Démare. Girmay passierte Démare um weniger als ein Vorderrad, während van Aert mit dem Tigersprung knapp Démare überholte. Ackermann sammelte ein weiteres Ergebnis ohne zu glänzen.
Die höchste Endgeschwindigkeit hatten Cavendish und Philipsen, jedoch nach aussichtsloser Ausgangslage. Cavendishs letzter Anfahrer Mørkøv trat zur 12. Etappe wegen Corona nicht mehr an. Philipsens Sprintzug war sowohl durch den frühen als auch den späten Massensturz in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Karambolage im Finale hatte Luzenko (Astana) ausgelöst, als er auf zweispuriger Straße über den Fahrbahnteiler wie eine Bowlingkugel in die Fahrer auf der anderen Straßenseite driftete.
Vorschau auf diese Etappe: Die 12. Etappe der Tour 2024 führt wieder aus dem Zentralmassiv heraus, läuft wellig weiter, wird aber als Flachetappe ohne besondere Schwierigkeiten gewertet. Wenn die Sprinterteams keine Lust haben, wird dies ein Tag für die frühe Ausreißergruppe. Die Zielgerade in Villeneuve-sur-Lot ist jedenfalls etwas länger als einen Kilometer und führt nach Überquerung des Flusses Lot schnurgerade nach Süd-Südost.
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