Tour de France 2018 - 17. Etappe

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Quintana gewinnt Kurz-Etappe in Pyrenäen

Nairo Quintana (Movistar) gewann die im Vorfeld gehypte 17. Etappe der Tour de France 2018. Bei der Mini-Distanz von 65 Kilometern über 3 Pyrenäen-Pässe warteten die Klassementfavoriten aber wie gewohnt auf den 16 Kilometer langen Schlussanstieg, der zum Col du Portet führte. Quintana konterte weit unten eine Attacke von Dan Martin (UAE), der im Ziel mit 28 Sekunden Rückstand auf dem 2. Platz ankam.

Froome verliert noch mehr

47 Sekunden hinter Quintana untermauerte Geraint Thomas (Sky) seine Gesamtführung. Nach Attacken von Primoz Roglic (LottoNL) und Tom Dumoulin (Sunweb) innerhalb der letzten 3 Kilometer geriet Chris Froome (Sky) in Schwierigkeiten und verlor 48 Sekunden auf seinen Teamkollegen Thomas und 43 auf Roglic und Dumoulin, die Thomas kurz vorm Ziel noch um 5 Sekunden ziehen lassen mussten. Hinzu kamen für Thomas 4 Bonussekunden für den 3. Etappenplatz.

Ergebnis
1. Nairo Quintana (COL) - Movistar 2:21:27
2. Daniel Martin (IRL) - UAE-Emirates +0:28
3. Geraint Thomas (GBR) - Sky +0:47
4. Primoz Roglic (SLO) - LottoNL-Jumbo +0:52
5. Tom Dumoulin (NED) - Sunweb gl.Zeit
6. Steven Kruijswijk (NED) - LottoNL-Jumbo +1:05
7. Egan Bernal (COL) - Sky +1:33
8. Christopher Froome (GBR) - Sky +1:35
9. Mikel Landa (ESP) - Movistar gl.Zeit
10. Ilnur Sakarin (RUS) - Katusha-Alpecin +2:01
11. Rafal Majka (POL) - Bora-Hansgrohe +2:20
12. Alejandro Valverde (ESP) - Movistar +2:32
13. Romain Bardet (FRA) - AG2R La Mondiale +2:35
14. David Gaudu (FRA) - Groupama-FDJ +3:23
15. Jakob Fuglsang (DEN) - Astana +4:00
16. Warren Barguil (FRA) - Fortuneo-Samsic +4:15
17. Bob Jungels (LUX) - Quick Step Floors +5:10
18. Jesper Hansen (DEN) - Astana gl.Zeit
19. Wout Poels (NED) - Sky +5:12
20. Tanel Kangert (EST) - Astana +5:38
...
23. Pierre Latour (FRA) - AG2R La Mondiale +6:52
29. Guillaume Martin (FRA) - Wanty-Groupe Gobert +10:50
31. Bauke Mollema (NED) - Trek-Segafredo +10:50
34. Simon Geschke (GER) - Sunweb +11:39
71. Greg van Avermaet (BEL) - BMC +19:37
73. Damiano Caruso (ITA) - BMC +19:37
- 146 Fahrer klassiert.
DNS Philippe Gilbert (BEL) - Quick Step Floors

Thomas baut aus, Dumoulin nun auf 2

Das Gelbe Trikot sitzt nach der 17. Etappe noch fester auf den Schultern von Geraint Thomas. Er baute die Gesamtführung auf 1:59 Minuten aus vor Tom Dumoulin, der Chris Froome um 32 Sekunden vom 2. Platz verdrängte. Roglic auf dem 4. Platz pirschte sich auf 16 Sekunden an Froome heran.

Quintana verbesserte sich durch den Etappensieg auf den 5. Platz 3:30 Minuten hinter Thomas. Kruijswijk und Mikel Landa (Movistar) tauschten den 6. und 7. Platz. Für Romain Bardet ging es hingegen nach hinten von 5 auf 8, weil er 6 Kilometer vor dem Ziel aus der Gruppe ums Gelbe Trikot zurückfiel und am Col du Portet fast 2 Minuten auf Thomas verlor.

Gesamtwertung
1. Geraint Thomas (GBR) - Sky 70:34:11
2. Tom Dumoulin (NED) - Sunweb +1:59
3. Christopher Froome (GBR) - Sky +2:31
4. Primoz Roglic (SLO) - LottoNL-Jumbo +2:47
5. Nairo Quintana (COL) - Movistar +3:30
6. Steven Kruijswijk (NED) - LottoNL-Jumbo +4:19
7. Mikel Landa (ESP) - Movistar +4:34
8. Romain Bardet (FRA) - AG2R La Mondiale +5:13
9. Daniel Martin (IRL) - UAE-Emirates +6:33
10. Jakob Fuglsang (DEN) - Astana +9:31
11. Alejandro Valverde (ESP) - Movistar +11:25
12. Ilnur Sakarin (RUS) - Katusha-Alpecin +11:31
13. Bob Jungels (LUX) - Quick Step Floors +14:20
14. Pierre Latour (FRA) - AG2R La Mondiale +16:03
15. Guillaume Martin (FRA) - Wanty-Groupe Gobert +22:30
16. Egan Bernal (COL) - Sky +24:34
17. Warren Barguil (FRA) - Fortuneo-Samsic +26:54
18. Bauke Mollema (NED) - Trek-Segafredo +27:22
19. Tanel Kangert (EST) - Astana +27:35
20. Damiano Caruso (ITA) - BMC +32:56
...
26. Simon Geschke (GER) - Sunweb +41:04

Innovationen verpuffen gleich zu Beginn

Die 17. Etappe hielt nur auf dem Schlussanstieg, was sie im Vorfeld versprochen hatte. «Grid Start» aus dem Stand, nur 65 Kilomoter über 3 Pyrenäenpässe - und am Ende lief es doch so wie auf einer typischen Tour-de-France-Etappe mit nennenswerten Attacken der Klassementfahrer erst am letzten Anstieg. Die Tour de France ist und bleibt zwar das wichtigste, aber auch das langweiligste Radrennen des Jahres.

Die vom Motorsport inspirierte Startaufstellung wurde zum Rohrkrepierer, weil sich sofort das Team des Gesamtführenden an der Spitze zusammenfand und den ersten Anstieg nach Peyragudes hoch zockelte. Dort war Tanel Kangert (Astana) zuerst oben - 14 Sekunden vor Alaphilippe (Quick Step), Durasek (UAE) und Herrada (Cofidis), 1:20 Minuten vor einer größeren Gruppe um Alejandro Valverde (Movistar) und Rafal Majka (Bora) sowie 3:30 Minuten vorm Hauptfeld.

Kangert und Alaphilippe als prägende Ausreißer

In der Abfahrt schlossen Alaphilippe und Durasek zu Kangert auf. Das Trio bewältigte den folgenden Col du Val Louron-Azet gemeinsam, wobei Alaphilippe auf die Bergpunkte sprintete. Damit vergrößerte Julian Alaphilippe seinen ohnehin schon immensen Vorsprung in der Bergwertung. Nach Alaphilippes Antritt hielt nur Kangert Tuchfühlung. Durasek bekam die zunächst kleine Lücke auf der Abfahrt nicht mehr geschlossen. Die nächsten Verfolger waren mit 35 Sekunden Rückstand Valverde, Majka, Martinez (EF) und Fraile (Astana).

Bergwertung
1. Julian Alaphilippe (FRA) - Quick Step Floors 140 p.
2. Warren Barguil (FRA) - Fortuneo-Samsic 73
3. Geraint Thomas (GBR) - Sky 54
4. Nairo Quintana (COL) - Movistar 40
5. Tom Dumoulin (NED) - Sunweb 39
6. Daniel Martin (IRL) - UAE-Emirates 33
7. Steven Kruijswijk (NED) - LottoNL-Jumbo 32
8. Rafal Majka (POL) - Bora-Hansgrohe 31
9. Bauke Mollema (NED) - Trek-Segafredo 29
10. Primoz Roglic (SLO) - LottoNL-Jumbo 26

Im Hauptfeld lösten am Col du Val Louron-Azet die Teams von Bardet und dann von Quintana das Team des Gesamtführenden kurzzeitig in der Nachführarbeit ab. An der Passhöhe hatte sich der Rückstand zur Spitze auf 2:15 Minuten reduziert. Nach der Abfahrt und am Fuße des Schlussanstiegs hatte das Spitzenduo dann in Saint-Lary-Soulon 2:40 Minuten Vorsprung vorm Hauptfeld.

Quintana kontert Martin am Fuße des Schlussanstiegs

Alaphilippe holte am Schlussanstieg sofort die Segel ein, so dass Kangert nur wieder als Solist an der Spitze unterwegs war. Im Hauptfeld ließ nun Daniel Martin keine Zeit mehr verstreichen. Seiner Attacke ging Nairo Quintana hinterher. Dann öffnete Quintana eine Lücke, die Martin bis ins Ziel nicht mehr geschlossen bekam.

Zwischenzeitlich bekam Quintana noch für 2,5 Kilometer Unterstützung von seinem Teamkollegen Valverde, den er 12,5 Kilometer vorm Ziel erreichte. Als Valverde fertig war, klemmte noch Majka an Quintanas Hinterrad. Beide gingen 8,5 Kilometer vorm Ziel an Kangert vorbei. Majka musste Quintana 6,5 Kilometer vorm Ziel ziehen lassen und fiel auf den 11. Platz 2:20 Minuten hinter Quintana zurück.

Roglic fühlt Thomas, Froome, Dumoulin auf den Zahn

Von den Top-5 der Gesamtwertung zeigte Roglic einen Vorstoß 14 Kilometer vor dem Ziel. An seinem Hinterrad ging nur Froome mit. Aber Dumoulin führte Thomas, Bardet, Kruijswijk, Landa und Bernal (Sky) wieder heran. Mit Ausnahme vom schon abgehängten Fuglsang (Astana) und den nach vorn entflohenen Quintana und Martin waren die Top-Ten der Gesamtwertung also unter sich. Hinzu kam Bernal als Helfer und der zurückkehrende Poels ebenfalls aus diesem Team.

Dann ließ Bardet 6 Kilometer vorm Ziel abreißen. Kruijswijk attackierte, was allerdings nur Wout Poels endgültig den Anschluss kostete. Daniel Martin fuhr beständig eine knappe halbe Minute hinter Quintana, die Gruppe ums Gelbe Trikot gut eine Minute. Das sollte sich erst auf den letzten 3 Kilometern ändern, als Roglic attackierte, nun aber mit Thomas am Rad. Dumoulin, Kruijswijk und Egan Bernal gingen mit, Froome und Landa hingegen nicht.

Bernal verschleppte das Tempo, so dass Froome und Landa ein letztes Mal zurückkehrten. Denn der Attacke von Dumoulin knapp 2 Kilometer vorm Ziel gingen nur noch Thomas, Roglic und Kruijswijk hinterher. Bernal blieb bei Froome, der ebenso wie Landa keine Antwort mehr hatte.

Nun spannte sich Roglic vor und brachte durch sein Tempo Dumoulin und den eigenen Teamkollegen Kruijswijk in Nöte - nicht jedoch Thomas. An der Kilometermarke hatte Dumoulin die Lücke doch wieder geschlossen. Thomas trat auf den letzten Metern an, um gegen Dumoulin und Roglic die Machtverhältnisse bei dieser Tour 2018 klarzustellen - und letztlich auch gegen seinen ursprünglichen Kapitän Froome. Der schon länger knautschende Kruijswijk verlor jetzt auch noch den Anschluss an Dumoulin und Roglic.


Vorschau auf diese Etappe: Nur mickrige 65 Kilometer durch die Pyrenäen dauert die 17. Etappe der Tour de France 2018. Der Tour-Veranstalter treibt damit den Trend zu sehr kurzen Bergetappen auf die Spitze. Während dieser 65 Kilometer sind 3 Pyrenäenpässe zu bewältigen - Col de Peyresourde (inklusive Abzweig nach Peyragudes), Col de Val Louron-Azet und Col du Portet, wo die 3. und letzte Bergankunft im Rahmen der Tour 2018 begangen wird. Der 16 Kilometer lange Schlussanstieg von Saint-Lary-Soulan auf den Col du Portet steigt im Schnitt um 8,7 %. Trotz der Kürze der Etappe ist also mit großen Zeitabständen zu rechnen. Ob die Attacken der Favoriten aber schon am Col de Peyresourde losgehen, hängt wohl auch von der Konstellation in der Gesamtwertung ab. Die Platzierung in der Gesamtwertung ist vor der 17. Etappe wiederum maßgeblich für den neuen «Grid Start», bei dem die Fahrer zu Beginn der Etappe in Luchon wie im Motorsport Aufstellung nehmen, das Gelbe Trikot in der Pole Position.
→ Landkarte, Zeitplan und Profile auf www.letour.fr
→ Profil des Peyresourde-Anstiegs auf www.salite.ch
→ Profil des Azet-Anstiegs auf www.salite.ch
→ Profil des Portet-Anstiegs auf www.salite.ch

Danach kann man nur noch auf einer weiteren Pyrenäenetappe sowie beim Einzelzeitfahren an der Gesamtwertung drehen.

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Tour de France 2018

Tour de France 2018
17. Etappe (65,0km)
von Bagnères-de-Luchon 15:15
nach Col du Portet 17:32

-km50 15:56 Montée de Peyragudes
-km38 16:11 Loudenvielle
-km28 16:44 Col du Val Louron-Azet
-km0 17:32 Col du Portet

Etappensieg:
Nairo Quintana (COL)

Gelbes Trikot:
Geraint Thomas (GBR)

Grünes Trikot:
Peter Sagan (SVK)

Bergtrikot:
Julian Alaphilippe (FRA)

Jungprofi-Trikot:
Pierre Latour (FRA)

Teamwertung:
Movistar

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