Lüttich-Bastogne-Lüttich 2026

(BEL/1.UWT) - Siegerliste Lüttich-Bastogne-Lüttich

Pogacars Hattrick, Seixas am längsten dran

Tadej Pogacar (UAE) triumphierte 2026 zum 3. Mal in Folge und 5. Mal insgesamt bei Lüttich-Bastogne-Lüttich. Der 27-jährige Slowene knackte 14 Kilometer vorm Ziel seinen letzten Begleiter, den Teenager Paul Seixas (Decathlon), am Falkenfelsen. Für den verbleibenden Podestplatz packte Remco Evenepoel (Red Bull) einen sehr langen Sprint von vorne aus.

Damit landeten die 3 Fahrer auf dem Podest, unter denen man mit einem Dreikampf gerechnet hatte, obschon mit Pogacar als klaren Top-Favoriten. An der wie so oft zuletzt vorentscheidenen Côte de la Redoute 35 Kilometer vorm Ziel konnte jedoch nur noch Seixas dem Überfahrer folgen. Beide fuhren dort einen immensen Vorsprung heraus.

Am drittschnellsten fuhr dort Mattias Skjelmose (Lidl) hoch. Als Solist war er jedoch wie später auch hinter dem Falkenfelsen einer baldigen Einholung durch eine größere Verfolgergruppe um Evenepoel geweiht. Im Flachen holte sich Evenepoel noch mit der Brechstange das Podest. In der Steigung jedoch war er Pogacar jedoch einmal mehr nicht im Ansatz gewachsen.

Von den letzten 11 ausgetragenen Monumenten absolvierte Pogacar alle am Stück und gewann 8 davon. Bei den 3 anderen, davon beide Mal Paris-Roubaix, landete er auf den Plätzen 2 und 3. Insgesamt hat Pogacar nun 13 Mal ein Monument in seinen Palmarès, nur noch überboten von 19 durch Eddy Merckx, an dessen Stele man bei Lüttich Bastogne-Lüttich an der Côte de Stockeu vorbeikommt. In Lüttich fehlt Pogacar nach seinem 4. Sieg noch einer zum Rekordsieger Merckx.

Geteiltes Peloton während erster Rennhälfte

An einem sonnigen letzten Aprilsonntag 2026 mit Temperaturen bis 17 Grad wurde der Ardennen-Klassiker wie schon Paris-Roubaix 2 Wochen zuvor in einer neuen Rekordgeschwindigkeit gefahren. Ein Grund dafür: Über mehr als die erste Rennhälfte folgte Lüttich-Bastogne-Lüttich 2026 einem ungewohnten Drehbuch.

Denn schon wenige Kilometer nach dem Start teilte sich das Peloton, und es fand sich ein 52 Fahrer starkes Feld an der Spitze wieder, inklusive Evenepoel. Dessen einzig vertretener Helfer Nico Denz fuhr viel Tempo. Aber auch andere Fahrer gingen vorne durch die Reihe. Im Verfolgerfeld spannte Pogacar 2 und Seixas einen Helfer ein.

Damit konnte der maximal über 4 Minuten betragende Abstand bis zum Beginn der Anstiege auf dem Rückweg von Bastogne nach Lüttich auf 2:30 verkürzt werden. Am Col de Haussire, über 130 Kilometer vorm Ziel, begann Pogacar bereits Tim Wellens zu verbrennen. Vorne fiel dafür Denz zurück. Aus dem erweiterten Favoritenkreis hatte in der Folgezeit Tom Pidock (Pinarello) Schaden, hing fast eine Minute hinterher und erholte sich davon nicht mehr.

Gut 100 Kilometer vorm Ziel setzte sich ein Quartett mit Pascal Eenkhoorn (Soudal), Hugo Houle (Alpecin), Gijs Leenreize (Picnic) und Alexander Kamp (Uno-X) aus dem Spitzenfeld ab, kurz darauf ergänzt durch Baptiste Veistroffer (Lotto). 95 Kilometer vorm Feld waren die Felder um Evenepoel und um Pogacar und Seixas schließlich wieder vereinigt. 12 Kilometer später wurde mit Leemreize der letzte Ausreißer die Côte de Stockeu hinauf gestellt.

Evenepoel platzt schon vor Pogacars Attacke ab

So heizten Pogacars verbliebene Helfer Pawel Siwakow sowie die von vorne zurückgekommene Domen Novak dem Showdown an der Redoute hingegen. Dort angekommen übernahm Benoît Cosnefroy die letzte Beschleunigung, bevor Pogacar attackierte. Nur Seixas blieb dran.

Evenepoel fuhr bereits schlecht positioniert, irgendwo hinter der zehnten Stelle, in die Côte de la Redoute rein und ließ dann auch schon von seinem Vordermann abreißen, als noch Cosnefroy die Vorarbeit leistete. Damit war Evenepoel schon vor Pogacars Attacke geschlagen.

Im letzten Anstieg, am Falkenfelsen, sah es zunächst so aus, als könnte Seixas wieder der Beschleunigung von Pogacar folgen. Doch 600 Meter unterhalb der Kuppe hatte Pogacar gleich mehrere Meter zwischen sich und seinen letzten Konkurrenten gebracht. Diese beiden Fahrer auf 1 und 2 hatte es schon knapp 2 Monate zuvor bei den Strade Bianche gegeben.

Pogacar ließ triumphierend ausrollen, womit sich sein Vorsprung vor Seixas auf 45 Sekunden und zu einer am Ende 22-köpfigen Gruppe um Evenepoel auf 1:42 Minuten reduzierte. Im Sprint um den 3. Platz ergatterte Egan Bernal (Ineos) das Hinterrad von Evenepoel und erreichte so den 5. Platz. Evenepoel am nächsten kam noch Emiel Verstrynge (Alpecin), der überraschend einen 4. Platz verbuchte. Pello Bilbao (Bahrain), 17 Jahre älter als Seixas, belegte in seinem letzten Karrierejahr den 6. Platz.

 

So 26. April 2026
Ergebnis der 112. Auflage Liège-Bastogne-Liège (259,5km)
 1. Tadej Pogacar (SLO)        - UAE-XRG                  5:50:28
 2. Paul Seixas (FRA)          - Decathlon-CMA CGM          +0:45
 3. Remco Evenepoel (BEL)      - Red Bull-Bora              +1:42
 4. Emiel Verstynge (BEL)      - Alpecin-Premier Tech
 5. Egan Bernal (COL)          - Ineos Grenadiers
 6. Pello Bilbao (ESP)         - Bahrain Victorious
 7. Romain Grégoire (FRA)      - Groupama-FDJ
 8. Christian Scaroni (ITA)    - XDS-Astana
 9. Tobias Johannessen (NOR)   - Uno-X
10. Filippo Zana (ITA)         - Soudal-Quick Step
11. Mauro Schmid (SUI)         - Jayco-Alula
12. Léo Bisiaux (FRA)          - Decathlon-CMA CGM
13. Ben Tulett (GBR)           - Visma-Lease a Bike
14. Clément Champoussin (FRA)  - XDS-Astana
15. Mauri Vansevenant (BEL)    - Soudal-Quick Step
16. Jai Hindley (AUS)          - Red Bull-Bora
17. Mattias Skjelmose (DEN)    - Lidl-Trek
18. Ramses Debruyne (BEL)      - Alepcin-Premier Tech
19. Alex Baudin (FRA)          - EF Education-Easypost
20. Giulio Ciccone (ITA)       - Lidl-Trek                 alle
21. Ion Izagirre (ESP)         - Cofidis
22. Santiago Buitrago (COL)    - Bahrain Victorious       gleiche
23. Cian Uijtdebroeks (BEL)    - Movistar
24. Steff Cras (BEL)           - Soudal-Quick Step         Zeit
25. Ben O'Connor (AUS)         - Jayco-Alula                +2:27
...

 

Bei der Vergabe der Wildcards spielte der Veranstalter des wallonischen Monuments diesmal die spanische Karte. Denn Burgos, Caja Rural und Kern Pharma bekamen die Wildcards, dazu Totalenergies. Die 18 WorldTour-Teams und die 3 besten ProTeams der Vorsaison (Cofidis, Pinarello, Tudor) waren ohnehin für Lüttich-Bastogne-Lüttich 2026 qualifiziert.

Strecken-Vorschau

Ins Profil von Lüttich-Bastogne-Lüttich 2026 wurde der Col du Maquisard aufgenommen, als neuer fünftletzter Anstieg gut 50 Kilometer vorm Ziel. Dahinter blieb es bei den 4 letzten Anstiegen Desnié, Redoute, Forges und Roche-aux-Faucons bei 46,7, 34,0, 23,2 und 13,3 Kilometern vorm Ziel. Die Anstiege vor dem Col du Maquisard blieben – bis auf einen frühen – unverändert, allerdings nun jeweils ungefähr 3 Kilometer weiter vom Ziel entfernt.

Anstiege Lüttich-Bastogne 2026km-ZeitLänge
1.Côte de Saint-Roch175,812:021,0 km11,2 %
2.Col de Haussire127,113:143,9 km6,8 %
3.Côte de Wanne88,314:103,6 km5,1 %
4.Côte de Stockeu81,814:201,1 km12,5 %
5.Côte de la Haute-Levée77,614:262,2 km7,5 %
6.Col du Rosier63,314:474,4 km5,9 %
7.Col du Maquisard50,815:052,4 km5,7 %
8.Côte de Desnié46,715:111,6 km8,1 %
9.Côte de La Redoute34,015:301,6 km9,4 %
10.Côte des Forges23,315:461,3 km7,8 %
11.Côte de La Roche-aux-Faucons13,416:001,3 km11,0 %
Zielankunft in Lüttich bei Kilometer 259,5 um ca. 16:20 Uhr

Favoriten-Vorschau

Bei Lüttich-Bastogne-Lüttich 2026 wird mit Spannung das erste Dreier-Aufeinandertreffen von Tadej Pogacar (UAE), Remco Evenepoel (Red Bull) und Paul Seixas (Decathlon) erwartet. Nüchtern betrachtet: Pogacar hat in der bisherigen Saison Seixas bei den Strade Bianche und Evenepoel bei der Flandern-Rundfahrt verfrühstückt. Wenig spricht dafür, dass das in Lüttich anders aussehen könnte.

Pogacar könnte hier seinen 4. Sieg feiern, Evenepoel hingegen auf 3 gleichziehen (beide bisherigen Siege nach Sturz-Aus bzw. in Abwesenheit Pogacars). Der erst 19-jährige Seixas feiert sein Doyenne-Debüt in seiner Neo-Saison. Evenepoel reist mit dem Sieg beim Amstel Gold Race im Gepäck an, Seixas mit dem beim Wallonischen Pfeil. Beide fehlten jeweils beim anderen Rennen und Pogacar bei beiden Ardennen-Klassikern, nachdem er zuvor bei Paris-Roubaix zum ersten Mal 2026 nicht gewann.

Kann da in Lüttich überhaupt noch wer anders aufs Podest? Angesichts der Topographie des Rennens mit dem flachen Auslauf durchaus möglich! An erster Stelle zu nennen sind der Vorjahreszweite Giulio Ciccone und mehr noch sein Teamkollege Mattias Skjelmose (beide Lidl), beim Amstel nur von Evenepoel geschlagen. Romain Grégoire (Groupama) besticht durch beständige Top-Ten-Resultate. Der große Wurf fehlt noch am Ende einer jedoch auch langen Klassiker-Kampagne für ihn. Zuletzt beim Wallonischen Pfeil waren Mauro Schmid (Jayco) und Ben Tulett (Visma) am nächsten an Seixas dran. Tom Pidcock (Pinarello) kommt wie auch beispielsweise Egan Bernal (Ineos) weder aus den anderen Klassikern noch aus dem Training, sondern von der Tour of the Alps.

Im Vorjahr waren in Lüttich viele Top-Ten-Plätze mit Außenseitern besetzt, weil ein 40-köpfiges Feld um den 4. Platz sprintete. Der Vorjahresdritte Ben Healy (EF) ist aktuell verletzt.

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