E3 Classic - Harelbeke 2026
(BEL/1.UWT) - Siegerliste E3-Preis
Hattrick van der Poel wegen Zockern hinter ihm
Mathieu van der Poel (Alpecin) gewann in Harelbeke zum 3. Mal hintereinander die E3 Classic – nach einem 64-Kilometer-Solo und einem höchst dramatischen Finale. Ein Verfolgerquartett hatte die Lücke zum 31-jährigen Niederländer im Prinzip an der Kilometermarke geschlossen, da schauten sie sich an und schmissen die Siegchance einfach weg.
So sprintete Per Strand Hagenes (Visma) nur noch auf den 2. Platz vor Florian Vermeersch (UAE), dem übrigen frühen Ausreißer Stan Dewulf (Decathlon) sowie Jonas Abrahamsen (Uno-X). Dahinter war das stark dezimierte Hauptfeld auch nicht weit zurück. Im Sprint für den 6. Platz setzte sich Tobias Lund Andresen (Decathlon) vor Christophe Laporte (Visma) durch.
71 Kilometer vorm Ziel fiel die Vorentscheidung wie so oft am Taaienberg, als Tim van Dijke (Red Bull) attackierte und nur van der Poel mitkam. 5 Kilometer später fuhr das Duo zu einer Verfolgergruppe auf, die van der Poel am Boigneberg inklusive van Dijke sogleich abschüttelte. Das frühe Spitzensextett des Tages um Dewulf war 45 Kilometer vorm Ziel gestellt. Am folgenden Paterberg war van der Poel schon wieder allein unterwegs. Hagenes, Abrahamsen und Vermeersch schlossen zu Dewulf auf und lieferten sich einen packenden Kampf mit van der Poel.
Die 68. E3-Classic wurde bei einstelligen Temperaturen und – abgesehen von leichtem Regen auf den letzten 10 Kilomtern – trockenen Bedigungen ausgetragen. Das frühe Spitzensextett des Tages bildeten der spätere Vierte Dewulf sowie Bastien Tronchon (Groupama), Luke Durbridge (Jayco), Sven Erik Bystrøm (Uno-X), Nickolas Zukowsky (Pinarello) und Michiel Lambrecht (Flanders). Ein Verfolgertrio mit Sean Flynn, Henri-François Renard-Haquin (beide Picnic) und Vojtech Kmínek (Burgos) pedalierte aussichtslos zwischen Spitzengruppe und Hauptfeld.
93 Kilometer vorm Ziel attackierte bergauf Timo Kielich (Visma) aus dem Hauptfeld. Ihm folgten Daan Hoole (Decathlon), Edward Theuns (Lidl), Edward Planckaert (Alpecin), Connor Swift (Ineos), Anthony Turgis (Totalenergies) und Pepijn Reinderink (Soudal). In Richtung Taaienberg konnte diese Gruppe nur rund 45 Sekunden zwischen sich und das Hauptfeld bringen – bei noch 2:30 Minuten Rückstand auf die Spitze.
Bei der Taaienberg-Attacke von van Dijke und van der Poel waren Christophe Laporte (Visma), Jasper Stuyven (Soudal), Matteo Trentin (Tudor) und Tibor del Grosso (Alpecin) die nächstbesten Fahrer, die jedoch den Zug knapp verpassten und bald wieder vom Hauptfeld gestellt waren. Florian Vermeersch hatte noch damit zu tun, von einem Defekt zurückzukommen.
Etwas überraschend startete van der Poel sein Solo schon am Boigneberg, obwohl er da noch einen Teamkollegen bei sich hatte. Lange Fluchten erwiesen sich im Zeitalter von van der Poel und dem bei E3 abwesenden Pogacar häufig als siegträchtig. Diesmal geriet die Mammutflucht für van der Poel zu einem riskanten Unterfangen, mit entsprechendem Unterhaltungspotenzial für die Zuschauer.
Aus dem Hauptfeld kamen immer wieder Attacken, von denen letztlich die durch Hagenes mit Abrahamsen und Dewulf 28 Kilometer vor dem Ziel fruchtete. Das Trio holte sofort Dewulf ein, der am Paterberg knapp nicht mit van der Poel mitgehen konnte und anschließend als erster Verfolger im Rennen unterwegs war.
Dewulf reihte sich an letzter Position im Windschatten ein. Hagenes, Abrahamsen und Vermeersch arbeiteten gut zusammen und hatten die 50 Sekunden Rückstand auf van der Poel just bis zur Kilometermarke so gut wie abgeknabbert, als Vermeersch aus der Führungsposition ging, Abrahamsen nicht übernahm und auch die beiden anderen nicht willens waren, kurz vorm Sprint die letzten paar Meter zum entkräfteten Superstar im Wind zu schließen. Eine zusätzliche Würze erhielt das Finale dadurch, dass das nächste Verfolgerfeld auch auf Sichtweite war, bei meist um die 20 Sekunden Rückstand auf die erste Verfolgergruppe.
Fr 27. März 2028, Harelbeke Ergebnis der 68. Auflage E3 Saxo Classic (208,8km) 1. Mathieu van der Poel (NED) - Alpecin-Premier Tech 4:55:14 2. Per Strand Hagenes (NOR) - Visma-Lease a Bike +0:03 3. Florian Vermeersch (BEL) - UAE-XRG alle 4. Stan Dewulf (BEL) - Decathlon-CMA CGM gleiche 5. Jonas Abrahamsen (NOR) - Uno-X Zeit 6. Tobias Lund Andresen (DEN) - Decathlon-CMA CGM +0:24 7. Christophe Laporte (FRA) - Visma-Lease a Bike 8. Gianni Vermeersch (BEL) - Red Bull-Bora 9. Mads Pedersen (DEN) - Lidl-Trek 10. Matteo Trentin (ITA) - Tudor 11. Michael Valgren (DEN) - EF Education-Easypost 12. Magnus Sheffield (USA) - Ineos Grenadiers 13. Jenno Berckmoes (BEL) - Lotto-Intermarché 14. António Morgado (POR) - UAE-XRG 15. Thibaud Gruel (FRA) - Groupama-FDJ 16. Jasper Stuyven (BEL) - Soudal-Quick Step 17. Tibor del Grosso (NED) - Alpecin-Premier Tech 18. Jon Barrenetxea (ESP) - Movistar 19. Vincent van Hemelen (BEL) - Flanders-Baloise alle 20. Edward Planckaert (BEL) - Alpecin-Premier Tech 21. Anthony Turgis (FRA) - Totalenergies 22. Nils Politt (GER) - UAE-XRG gleiche 23. Alec Segaert (BEL) - Lotto-Intermarché 24. Tim van Dijke (NED) - Red Bull-Bira 25. Aimé de Gendt (BEL) - Pinarello-Q36.5 Zeit ...
Am Start in Harelbeke stehen 2026 die 18 WorldTour-Teams, die 2 vorqualifizierten ProTeams Pinarello und Tudor (das 3., Cofidis, verzichtet) sowie 4 ProTeams, die der Veranstalter mit Wildcards ausrüstete. Diese heißen Burgos, Flanders, Totalenergies und Unibet. Insgesamt finden sich demnach 24 Teams in der Startliste.
Strecke
Im Gegensatz zu den Vorjahren wurde an der Zusammensetzung der Hellingen für die E3 Classic 2026 etwas mehr geschraubt, wenn auch die Charakteristik grundsätzlich erhalten blieb. 16 Anstiege und damit einer weniger stehen im Profil. Die Abfolge der letzten 5 Hellingen innerhalb der letzten knapp 50 Kilometer blieb erhalten: Kapelberg, Paterberg, Oude Kwaremont, Karnemelkbeekstraat und Tiegemberg. Letztgenannter wird 20 Kilometer vorm Ziel erklommen.
Die inzwischen zum E3-Col hochstilisierte Karnemelkbeekstraat wurde auch zu einem früheren Zeitpunkt in den Streckenplan addiert, so dass man hier 2-mal vorbeikommt. Wie gewohnt bei der «kleinen» Flandern-Rundfahrt, wie der E3-Preis auch gerne genannt wird, wird die Kombination aus Paterberg und Oude Kwaremont genau umgekehrt gefahren wir 9 Tage später bei der großen Flandern-Rundfahrt.
| Anstiege («Hellingen») | km- | Zeit | lang (m) | med (%) | max (%) | ||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Katteberg | 177,1 | 13:34 | 750 | 6,0 | 11 | |
| 2. | La Houppe | 132,8 | 14:33 | 1880 | 4,8 | 10 | |
| 3. | Berg ten Stene | 123,6 | 14:45 | 1300 | 5,2 | 9 | |
| 4 | Oude Kruisberg | 101,1 | 15:15 | 800 | 4,8 | 9 | |
| 5. | E3-Col Karnemelkbeekstreet | 95,1 | 15:23 | 1260 | 4,9 | 18 | |
| 6. | Kreuzelingsstr - Oude Kwaremont | 87,2 | 15:33 | 2500 | 4,6 | 9 | KSP |
| 7. | Hotondberg | 82,8 | 15:39 | 1200 | 4,0 | 8 | |
| 8. | Kortekeer | 75,7 | 15:49 | 1000 | 6,4 | 17 | |
| 9. | Taaienberg | 70,9 | 15:55 | 700 | 6,3 | 16 | KSP |
| 10. | Boigneberg | 64,7 | 16:03 | 1000 | 5,2 | 12 | |
| 11. | Eikenberg | 60,3 | 16:09 | 1250 | 6,2 | 10 | |
| 12. | Kapelberg | 46,4 | 16:28 | 750 | 7,1 | 14 | |
| 13. | Paterberg | 42,3 | 16:33 | 400 | 12,9 | 20 | KSP |
| 14. | Oude Kwaremont | 39,5 | 16:37 | 2200 | 4,0 | 12 | KSP |
| 15. | E3-Col Karnemelkbeekstraat | 31,7 | 16:47 | 1530 | 4,9 | 18 | |
| 16. | Tiegemberg | 20,0 | 17:03 | 750 | 5,6 | 9 | |
| Zielankunft in Harelbeke: Kilometer 208,6 ca. 17:30 | |||||||
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