Giro d'Italia 2026 - 5. Etappe

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Arrieta und Eulalio eiern zu Sieg und Rosa

Igor Arrieta (UAE) gewann eine schwer verregnete 5. Etappe beim Giro d'Italia 2026. In einem unfassbar dramatischen Finale in der Basilikata sah Fluchtgefährte Afonso Eulalio (Bahrain) schon zweimal wie der sichere Sieger aus. Nach einem Sturz von Arrieta glitt auch Eulalio auf der triefend nassen Straßen aus. Anschließend bog Arrieta falsch ab, konnte Eulalio aber trotzdem noch auf der Zielgerade abfangen. Eulalio konnte sich mit der Eroberung des Rosa Trikots trösten.

Für den 23-jährigen Spanier Arrieta war es der größte Erfolg der Karriere, ebenso für den ein Jahr älteren Eulalio. Die beiden stammten aus der frühen Spitzengruppe des Tages, aus der 4 weitere Fahrer vor der Gruppe der besten Klassementfahrer durchkamen. Von denen belegte Guillermo Silva (XDS) den 3. Platz. Die Plätze 7 bis 9 gingen an 3 Fahrer, die in der entscheidenden Phase aus dem Hauptfeld attackierten. Die nur 34 Fahrer zählende Gruppe ums Rosa Trikot und die Klassementfahrer erreichte mit über 7 Minuten Rückstand das Ziel.

 

Ergebnis
 1. Igor Arrieta (ESP)         - UAE-XRG                  5:07:51
 2. Afonso Eulalio (POR)       - Bahrain Victorious         +0:02
 3. Guillermo Silva (URU)      - XDS-Astana                 +0:51
 4. Lorenzo Milesi (ITA)       - Movistar                   +1:29
 5. Christian Scaroni (ITA)    - XDS-Astana                 +1:30
 6. Gianmarco Garofoli (ITA)   - Soudal-Quick Step        gl.Zeit
 7. Koen Bouwman (NED)         - Jayco-Alula                +3:11
 8. Johannes Kulset (NOR)      - Uno-X                      +3:29
 9. A. Raccagni Noviero (ITA)  - Soudal-Quick Step          +4:42
10. Ludovico Crescioli (ITA)   - Polti-Visitmalta           +7:13
...
27. Jonas Vingegaard (DEN)     - Visma-Lease a Bike       gl.Zeit
28. Giulio Ciccone (ITA)       - Lidl-Trek                gl.Zeit
- 170 Fahrer klassiert.
DNF Samuele Battistella (ITA)  - EF Education-Easypost
DNF Joshua Giddings (GBR)      - Lotto-Intermarché
DNF Timo de Jong (NED)         - Picnic-PostNL
DNS Milan Menten (BEL)         - Lotto-Intermarché

 

Giulio Ciccone (Lidl) verlor damit nach nur einem Tag das Rosa Trikot. Hier rächte sich, dass sein Team fast komplett auf Sprinter Milan ausgerechnet ist, der bisher bei diesem Giro nichts gewann. Allein konnte er gegen die Ausreißer die Gesamtführung natürlich nicht verteidigen – auf dieser nasskalten über 200 Kilometer langen 5. Etappe. Eulalio übernahm das Rosa Trikot 2:51 Minuten vor Arrieta. Ciccone fiel mit nun über 6 Minuten Rückstand auf den 6. Platz zurück.

 

Gesamtwertung
 1. Afonso Eulalio (POR)       - Bahrain Victorious      21:27:43
 2. Igor Arrieta (ESP)         - UAE-XRG                    +2:51
 3. Christian Scaroni (ITA)    - XDS-Astana                 +3:34
 4. A. Raccagni Noviero (ITA)  - Soudal-Quick Step          +3:39
 5. Johannes Kulset (NOR)      - Uno-X                      +5:17
 6. Giulio Ciccone (ITA)       - Lidl-Trek                  +6:12
 7. Jan Christen (SUI)         - UAE-XRG                    +6:16
 8. Florian Stork (GER)        - Tudor                      +6:16
 9. Egan Bernal (COL)          - Netcompany-Ineos           +6:16
10. Thymen Arensman (NED)      - Netcompany-Ineos           +6:18

 

Auf der Strecke und erst recht im Ziel schlotterten die Fahrer, durchgefroren von mehr als 5 Stunden in der Nässe und der Kälte, teilweise sogar bei Hagel. Und es ging gleich vom Start weg bergauf, so dass es für Sprinter und ähnlich gelagerte Fahrer der Tag noch länger wurde.

Entsprechend umkämpft war die Auswahl für die Spitzengruppe des Tages. Außer Arrieta und Eulalio gehörten dann Tarozzi (Bahrain), Rafferty (EF), Milesi, Rubio (beide Movistar), Turner (Netcompany), Garofoli (Soudal), Campenaerts (Visma), Tjøtta (Uno-X), Scaroni, Silva (beide XDS) und Arrietas Teamkollege Narvaez zu den 13 Ausreißern des Tages.

Innerhalb der letzten über 60 Kilometer stellte sich ein langer Anstieg in den Weg, mit anschließendem Hochplateau und abschließender Abfahrt. Bis dahin sah es gar nicht mal so aus, als könnte die Spitzengruppe durchkommen, weil das Hauptfeld nur unter 2 Minuten zurpcklag. Arrieta attackierte trotzdem 62 Kilometer vorm Ziel und fuhr maximal eine dreiviertel Minute Vorsprung vor seinen ehemaligen Mitausreißern heraus.

10 Kilometer später attackierte auch Eulalio und fuhr schon einen Kilometer zu Arrieta. Mit nur 1:11 Minuten Rückstand aufs Rosa Trikot war Eulalio der am zweitbesten platzierte Ausreißer in der Gesamtwertung. Rubio fehlten sogar nur 10 Sekunden. Er wurde jedoch bald nach den Attacken von Arrieta und Eulalio vom immer kleiner werdenden Hauptfeld gestellt.

Dann geschah das Unglaubliche: Das Hauptfeld war zu einer solch überschaubaren Gruppe geworden, dass kein Team mehr fuhr. Ciccone setzte sich isoliert von Helfern verzweifelt an die Spitze der Klassementbesten und konnte nicht retten, was nicht mehr zu retten war. Der Vorsprung nach vorne zu Arrieta und Eulalio wuchs auf 2, dann 3, dann 4 Minuten und sprang immer weiter in die Höhe trotz der folgenden Missgeschicke der beiden Spitzenreiter.

Rund eine Minute hinter den beiden waren noch Scaroni, Silva, Milesi und Garofoli unterwegs. Und 45 Kilometer vorm Ziel hatten aus dem Feld ums Rosa Trikot Raccagni Noviero (Soudal), Bouwman (Jayco) und Kulset (Uno-X) attackiert. Sie konnten sich zwar deutlich lösen, jedoch zur Spitze nichts mehr gutmachen.

Arrieta und Eulalio fuhren die Kurven trotz ihres Vorsprungs erstaunlich optimistisch an. 13,5 Kilometer vorm Ziel stürzte Arrieta in einer Linkskurve. 5 Kilometer später tat es ihm Eulalio gleich, so dass Arrieta wieder aufschließen konnte. Als noch 2 Kilometer zu fahren waren, bekam Arrieta die Kurve nicht und fuhr in eine falsche Straße, die erbärmlich schlecht abgesperrt war. Beide schmissen ihre letzten Körner auf die Straße – und an der 400-Meter-Marke war Arrieta tatsächlich wieder am neuen Träger des Rosa Trikots aus Portugal dran.


Vorschau auf diese Etappe: Die 5. Etappe des Giro 2026 führt vom Mittelmeer in Kalabrien in die Basilikata. Das wellig-bergige Finale ist nicht Fisch, nicht Fleisch. Nach einem relativ steilen 6,6-Kilometer-Anstieg rund 50 Kilometer vorm Ziel schließt sich ein kupiertes Plateau an, dann eine Abfahrt und ein letzter unkategorisierter Mini-Hügel 4 Kilometer vorm Ziel. Das ist normalerweise Ausreißer-Terrain für den Tagessieg in Potenza.

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Giro d'Italia 2026
5. Etappe (203,0km)
von Praia a Mare 12:25
bis Potenza 17:15

3 -km176 13:09 Prestieri
S -km135 14:01 Francavilla in Sinni
2 -km49 16:11 Motagna Grande di Viggiano
B -km29 16:37 Red Bull km

Etappensieg:
Igor Arrieta (ESP)

Rosa Trikot:
Afonso Eulalio (POR)

Maglia Ciclamino:
Paul Magnier (FRA)

Bergwertung:
Diego Sevilla (ESP)

Jungprofi-Wertung:
Afonso Eulalio (POR)

Teamwertung:
XDS-Astana

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