Giro d'Italia 2024 - 16. Etappe

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Chaos am Start der 16. Giro-Etappe: Wegen Schneefalls an den ersten beiden Pässen war man sich bis unmittelbar vor dem Start nicht darüber im Klaren, was passiert. Bilder von Fahrern, die mit ihren Rädern im Schneeregen am Startort dick eingekleidet herumirrten. Sie zitterten unter provisorischen Stehzelten, weil alle außer 2 Teams schon ihre Busse zum Ziel geschickt hatten und nur noch Team-PKWs da waren. Dabei war genügend Zeit für eine vernünftige Entscheidung im Vorfeld vorhanden: Schon am vorherigen Ruhetag lagen die entsprechenden Wettervorhersagen auf dem Tisch. Rennverantwortliche und Fahrergewerkschaft stritten sich vor den Kulissen. Groteske Lösungen wie ein Umziehen und Umsteigen in die Autos bei 2 Grad oben am Umbrailpass standen im Raum. Die Rennleitung blamierte sich jedenfalls bis auf die Knochen. Hier sind offenbar amateurhafte, verantwortungslose Stümper am Werk.

Der Start wurde schließlich nach Spondinig ins Vinschgau verlegt und die 16. Etappe auf 121 Kilometer verkürzt. In Spondinig laufen die ursprünglich geplante Streckenführung über das Stilfser Joch und die über die Ersatzlösung Umbrailpass zusammen. Schon eine Woche vor der 16. Etappe war das Stilfser Joch durch den Umbrailpass ersetzt worden, da eine Räumung der Schneemassen dort nicht mehr möglich war.


Vorschau auf diese Etappe: Nach dem 2. und letzten rennfreien Tag bei der Italien-Rundfahrt 2024 steht nach dem Pfingstwochenende eine dieser Giro-Etappen an, bei denen schon zur Verkündung der Strecke über ein halbes Jahr zuvor die Chance ungefähr 50:50 stehen, dass der Kurs auch so befahren wird wie geplant. Denn direkt zu Beginn der 16. Etappe steht mal wieder das Stilfser Joch im Profil. Bei dem 2758 Meter hohen Pass ist es von Seiten der Streckenplaner eine reine Lotterie, ob die Passstraße im Mai überhaupt schneefrei bzw. passierbar ist. Ohnehin stellt sich nach Start im Höhenort Livigno die Frage, inwiefern das Stilfser Joch einen Einfluss auf den Rennausgang hat. Denn nach der langen, ikonischen, kehrenreichen Abfahrt ins Vinschgau steht ein noch längerer flach bis abfallender Streckenabschnitt bis hinter Bozen im Programm. So oder so wird die Entscheidung in Gröden fallen. Auf den letzten 40 Kilometern geht es zunächst auf den Panidersattel (23,3 Kilometer Anstieg bei im Schnitt aber nur 4,7 %) und nach kurzer Abfahrt weiter hinauf zur Pana-Alm oberhalb von St. Christina in Gröden (7,6 Kilometer bei im Schnitt 6,1 %). Beide Anstiege gehören sicherlich nicht zu dem schwersten, was die Dolomiten zu bieten haben. Allerdings steigen die letzten 2 Kilometer von St. Christina zur Pana-Alm um 11,8 %, so dass sich ganz am Ende doch noch einige Unterschiede machen lassen.

Nachtrag zur Vorschau: Wegen Lawinengefahr konnte das Stilfser Joch nicht rechtzeitig vom Schnee befreit werden. Eine Woche vor 16. Etappe gaben die Giro-Veranstalter eine Ausweichroute über den Umbrailpass, der im Anstieg zum Stilfser Joch in Ricktung Val Müstair abzweigt, bekannt. Damit führt der Giro d'Italia 2024 nun doch ein paar Kilometer über Schweizer Boden. Am 2498 Meter hohen Umbrailpass wird ersatzweise die Cima Coppi vergeben. Rund 121 Kilometer vorm Ziel trifft die neue Strecke in Spondinig im Vinschgau auf die alte Route.

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Giro d'Italia 2024
16. Etappe (202,0 206,0km)
von Livigno11:35 11:30
nach St. Christina in Gröden 17:12

C -km149 13:26 Stilfser Joch
C -km156 13:14 Umbrailpass
S -km45 15:41 Bozen
I -km29 16:17 Völs am Schlern
S -km22 16:27 Seis am Schlern
1 -km12 16:47 Panidersattel
2 -km0 17:12 Pana-Alm

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