Giro d'Italia 2024 - 10. Etappe
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Jüngerer Paret-Peintre tut es Bruder gleich
Valentin Paret-Peintre (AG2R) gewann die 10. Etappe des Giro d'Italia 2024 als Stärkster von vielen Ausreißern. An der Bergankunft Bocca di Selva hatte der 23-jährige Franzose eine halbe Minute Vorsprung vor seinem 10 Jahre älteren Landsmann Romain Bardet (DSM). Den 3. Platz rettete Jan Tratnik (Visma), der das Rennen für knapp 35 Kilometer als Solist angeführt hatte. An ihm sprang Paret-Peintre 2,7 Kilometer vorm Ziel vorbei, und kurz danach auch Bardet. Valentins älterer Bruder Aurélien hatte bereits im Vorjahr eine Giro-Etappe gewonnen und nun jubelnd auf den 5. Platz hinter Bagioli (Lidl).
Unter den besten Klassementfahrern kam es an der mittelschwierigen Bergankunft in Kampanien nur zu vereinzelten Sekundenabständen. Cian Uijtdebroeks (Visma) im weißen Trikot des besten Jungprofis büßte dabei 13 Sekunden auf dem letzten Kilometer ein. Der Gesamtführende Tadej Pogacar (UAE) hatte mit seinem Team alles unter Kontrollo und kam 3:14 Minuten hinter dem Tagessieger gemeinsam mit Ben O'Connor (Decathlon), Daniel Martinez (Bora), Geraint Thomas (Ineos) und Einer Rubio (Movistar) über die Linie.
Ergebnis 1. Valen. Paret-Peintre (FRA) - Decathlon-AG2R 3:43:50 2. Romain Bardet (FRA) - DSM-PostNL +0:30 3. Jan Tratnik (SLO) - Visma-Lease a Bike +1:00 4. Andrea Bagioli (ITA) - Lidl-Trek +1:17 5. Valen. Paret-Peintre (FRA) - Decathlon-AG2R +1:24 6. Simon Geschke (GER) - Cofidis alle 7. Filippo Zana (ITA) - Jayco-Alula gleiche 8. Domenico Pozzovivo (ITA) - VF Group-Bardiani Zeit 9. Nicola Conci (ITA) - Alpecin-Deceuninck +1:41 10. Esteban Chaves (COL) - EF Education-Easypost +1:56 11. Juan Pedro Lopez (ESP) - Lidl-Trek +2:04 12. Max Schachmann (GER) - Bora-Hansgrohe +2:15 13. Kevin Vermaerke (USA) - DSM-PostNL +2:38 14. Ben O'Connor (AUS) - Decathlon-AG2R +3:14 15. Daniel Martinez (COL) - Bora-Hansgrohe 16. Geraint Thomas (GBR) - Ineos Grenadiers alle 17. Tadej Pogacar (SLO) - UAE-Emirates gleiche 18. Einer Rubio (COL) - Movistar Zeit 19. Antonio Tiberi (ITA) - Bahrain Victorious +3:18 20. Jan Hirt (CZE) - Soudal-Quick Step 21. Michael Storer (AUS) - Tudor alle 22. Lorenzo Fortunato (ITA) - Astana-Kasachstan gleiche 23. Alex Baudin (FRA) - Decathlon-AG2R Zeit .. 26. Cian Uijtdebroeks (BEL) - Visma-Lease a Bike +3:27 27. Giovanni Aleotti (ITA) - Bora-Hansgrohe +3:36 29. Thymen Arensman (NED) - Ineos Grenadiers +3:36 - 158 Fahrer klassiert. DNS Max Kanter (GER) - Astana DNS Ethan Vernon (GBR) - Israel-Premier Tech DNS Olav Kooij (NED) - Visma-Lease a Bike DNS Marius Mayrhofer (GER) - Tudor
Einen Tag nach dem ersten Ruhetag blieben die Abstände unter den Top-4 der Gesamtwertung unverändert: Pogacar verteidigte ungefährdet das Rosa Trikot 2:40 Minuten vor Martinez, 2:58 vor Thomas und 3:39 vor O'Connor. Auf dem 5. Platz ließ Uijtdebroeks ein wenig liegen und verlor das weiße Trikot beinah an Tiberi (Bahrain), der zuvor mit seinem Team einiges investiert hatte und 4 Sekunden hinter Pogacar ins Ziel kam.
Bardet und Filippo Zana (Jayco) enterten durch ihre Anwesenheit in der Flucht des Tages die Top-Ten der Gesamtwertung. In den Top-Ten verblieben Fortunato (Astana) und Rubio, wohingegen Arensman (Ineos) und Hirt (Soudal) auf die Plätze 11 und 12 zurückfielen.
Gesamtwertung 1. Tadej Pogacar (SLO) - UAE-Emirates 36:46:08 2. Daniel Martinez (COL) - Bora-Hansgrohe +2:40 3. Geraint Thomas (GBR) - Ineos Grenadiers +2:58 4. Ben O'Connor (AUS) - Decathlon-AG2R +3:39 5. Cian Uijtdebroeks (BEL) - Visma-Lease a Bike +4:15 6. Antonio Tiberi (ITA) - Bahrain Victorious +4:27 7. Romain Bardet (FRA) - DSM-PostNL +4:57 8. Lorenzo Fortunato (ITA) - Astana-Kasachstan +5:19 9. Filippo Zana (ITA) - Jayco-Alula +5:23 10. Einer Rubio (COL) - Movistar +5:28 11. Thymen Arensman (NED) - Ineos Grenadiers +5:42 12. Jan Hirt (CZE) - Soudal-Quick Step +5:57 13. Michael Storer (AUS) - Tudor +6:25 14. Alex Baudin (FRA) - Decathlon-AG2R +6:38 15. Domenico Pozzovivo (ITA) - VF Group-Bardiani +7:34 16. Juan Pedro Lopez (ESP) - Lidl-Trek +8:31 17. Esteban Chaves (COL) - EF Education-Easypost +9:24 18. Davide Piganzoli (ITA) - Polti-Kometa +11:30 19. Simon Geschke (GER) - Cofidis +13:58 20. Giovanni Aleotti (ITA) - Bora-Hansgrohe +14:15 21. Valen. Paret-Peintre (FRA) - Decathlon-AG2R +14:20
Bei der zähen Findung einer Ausreißergruppe konnten sich zunächst Hermans (Alpecin), Clarke (Israel) und de Marchi (Jayco) für etwas längere Zeit knapp vorne behaupten. Rund 64 Kilometer vorm Ziel wurden die vorn verbliebenen Simon Clarke und Alessandro de Marchi von einer großen Verfolgergruppe eingeholt, so dass nun 26 Fahrer in der Spitzengruppe fuhren.
Aus der Spitzengruppe lagen vor der 10. Etappe Zana, Bardet, Pozzovivo (VF) und Lopez (Lidl) nur rund 7, 8, 9 und 10 Minuten hinter dem Rosa Trikot zurück. Den Helfern von Pogacar war insbesondere im letzten Teil der Etappe Unterstützung gewiss, weil andere Teams Bardet nicht wieder zurück ins Spiel kommen lassen wollten. In der Schlussphase verfolgte außerdem das Team von Antonio Tiberi das weitere Ziel, ein paar Konkurrenten loszuwerden, was im Falle von Uijtdebroeks am Ende sogar knapp gelang.
Simon Geschke (Cofidis) gewann den einzigen kategorisierten Bergpreis unterwegs und sammelte außerdem im Ziel für den 6. Platz weitere Punkte, so dass er in der Bergwertung auf den 2. Platz hinter dem auch hier unangefochten führenden Pogacar aufrückte. Da dieser auch das Rosa Trikot trägt, wurde Geschke somit sein neuer Vertreter.
Tratnik löste sich für sein Solo 37 Kilometer vorm Ziel hinter einem Zwischensprint, den noch Fiorelli (VF) gewann. In der großen Verfolgergruppe herrschte nun noch mehr Uneinigkeit als schon davor. Neben Paret-Peintre und Bardet machten sich Bagioli und Frigo (Israel) als Quartett auf dem Weg, um Tratnik Jagd auf Tratnik zu machen.
Vorschau auf diese Etappe: Bergankunft Numero 3 von 6 steht nach dem ersten Ruhetag an. Nach Start in Pompei, dem südlichsten Punkt des Giro d'Italia 2024, geht es bis nach Cusano Nutri am Nordrand von Kampanien. Hinter dem Ort baut sich der 17,9 Kilometer lange Schlussanstieg nach Bocca di Selva an, der im Schnitt nur 5,6 % steigt. Dies liegt daran, dass die Straße zwischenzeitlich bis etwa 5 Kilometer vorm Ziel noch einmal etwas abflacht, so dass sich wahrscheinlich – zumindest unter den Klassementfahrern – alles auf die letzte, im Schnitt mehr als 7 % steilen Kilometer konzentrieren dürfte.
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