Giro d'Italia 2019 - 16. Etappe

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Ciccone holt nasskalte Mortirolo-Etappe

Giulio Ciccone (Trek) gewann im kalten Regen und blauen Bergtrikot die abgespeckte Königsetappe des Giro d'Italia 2019. Der Italiener setzte sich im Zweiersprint deutlich gegen Jan Hirt (Astana) durch. Beide gehörten zu der 21-köpfigen Spitzengruppe des Tages. Über den Mortirolopass hinweg verlor Primoz Roglic (Jumbo) weitere Zeit auf den Gesamtführenden Richard Carapaz (Movistar) und Vincenzo Nibali (Bahrain).

Ohne den Schnee bedeckten Gaviapass, aber mit viel Regen – auf der Königsetappe des Giro 2019 kannte das Wetter keine Gnade mit den verbliebenen Fahrern. Zu Beginn und vor allem zum Ende der 16. Etappe öffneten sich die Himmelsschleusen. Sichtlich gezeichnet von der der nasskalten Mortiroloabfahrt behauptete sich Ciccone im Sprint von vorne gegen Hirt und wärmte sich mit wild-aggresivem Jubel auf. 80 Sekunden hinter dem Duo kam Fausto Masnada (Androni) noch vor den ersten Klasementfahrern durch.

Carapaz lässt Nibali nur kurz weg

Nibali attackierte innerhalb der letzten 40 Kilometer am Mortirolopass, zunächst ohne Begleiter. Hugh Carthy (EF), Carapaz, dessen Teamkollege Mikel Landa sowie Miguel Angel Lopez (Astana) schlossen bis zum Gipfel wieder zu Nibali auf. Ergänzt wurde die Gruppe in der Folgezeit von zurückfallenden Fahrern aus der ehemals großen Spitzengruppe, der auch Ciccone, Hirt und Masnada angehörten.

Roglic verlor im Aufstieg 1:25 Minuten auf die Gruppe um Carapaz und Nibali, ebenso wie Simon Yates (Mitchelton). Mit ihnen spannte noch Bauke Mollema (Trek) zusammen, wohingegen aus den Top-Ten der Gesamtwertung Rafal Majka (Bora) und Siwakow (Ineos) und Polanc (UAE) noch weiter zurückfielen. Lopez attackierte sogar kurz unterhalb der Passhöhe und überquerte diese 3:45 Minuten hinter Hirt und 15 Sekunden vor Carapaz und Nibali.

Roglic verliert 1:22 Minuten

Nach der Abfahrt wurde Lopez im steigenden Schlussstück nach Ponte di Legno wieder gestellt. Die Gruppe kam 1:41 Minuten hinter Ciccone ins Ziel. Roglic und seine Begleiter verloren letztlich 1:22 Minuten auf Carapaz und Nibali. Hinter dem Mortirolo-Gipfel blieb der Abstand also konstant. Majka verlor

Ergebnis
1. Giulio Ciccone (ITA) - Trek-Segafredo 5:36:24
2. Jan Hirt (CZE) - Astana gl.Zeit
3. Fausto Masnada (ITA) - Androni-Sidermec +1:20
4. Vincenzo Nibali (ITA) - Bahrain-Merida +1:41
5. Hugh Carthy (GBR) - EF Education First
6. Richard Carapaz (ECU) - Movistar alle
7. Mikel Landa (ESP) - Movistar gleiche
8. Joe Dombrowski (USA) - EF Education First Zeit
9. Damiano Caruso (ITA) - Bahrain-Merida +1:49
10. Mattia Cattaneo (ITA) - Androni-Sidermec +2:03
11. Miguel Angel Lopez (COL) - Astana gl.Zeit
12. Bauke Mollema (NED) - Trek-Segafredo +3:03
13. Mikel Nieve (ESP) - Mitchelton-Scott alle
14. Simon Yates (GBR) - Mitchelton-Scott gleiche
15. Primoz Roglic (SLO) - Jumbo-Visma Zeit
16. Pawel Siwakow (RUS) - Ineos +3:44
17. Lucas Hamilton (AUS) - Mitchelton-Scott gl.Zeit
18. Domenico Pozzovivo (ITA) - Bahrain-Merida gl.Zeit
19. Jai Hindley (AUS) - Sunweb +4:02
20. Davide Formolo (ITA) - Bora-Hansgrohe +4:46
21. Rafal Majka (POL) - Bora-Hansgrohe alle
22. Ilnur Sakarin (RUS) - Katusha-Alpecin gleiche
23. Ivan Sosa (COL) - Ineos Zeit
24. Diego Ulissi (ITA) - UAE-Team Emirates +5:35
25. Jan Polanc (SLO) - UAE-Emirates alle
26. Valentin Madouas (FRA) - Groupama-FDJ
27. Andrej Seiz (KAZ) - Astana gleiche
28. Tanel Kangert (EST) - EF Education First
29. Victor de la Parte (ESP) - CCC Zeit
30. Andrey Amador (CRC) - Movistar +6:16
- 145 Fahrer klassiert.
DNF Tony Gallopin (FRA) - AG2R La Mondiale
DNF Nicola Bagioli (ITA) - Nippo-Vini Fantini
DNS Brent Bookwalter (USA) - Mitchelton-Scott

Carapaz 1:47 vor Nibali und nun 2:09 vor Roglic

In der Gesamtwertung blieb es bei 1:47 Minuten zwischen dem rosa Richard Carapaz und Vincenzo Nibali (Bahrain). Allerdings fiel Roglic vom 2. auf den 3. Platz zurück, und sein Rückstand aufs Rosa Trikot sprang von 47 Sekunden hoch auf 2:09 Minuten. Carapaz' Teamkollege verdrängte Majka vom 4. Platz – mit mehr als einer Minuten hinter Roglic und 1:45 vor Mollema. Majka sortierte sich auf dem 7. Platz knapp vor Lopez ein.

Gesamtwertung
1. Richard Carapaz (ECU) - Movistar 64:24:00
2. Vincenzo Nibali (ITA) - Bahrain-Merida +1:47
3. Primoz Roglic (SLO) - Jumbo-Visma +2:09
4. Mikel Landa (ESP) - Movistar +3:15
5. Bauke Mollema (NED) - Trek-Segafredo +5:00
6. Rafal Majka (POL) - Bora-Hansgrohe +5:40
7. Miguel Angel Lopez (COL) - Astana +6:17
8. Simon Yates (GBR) - Mitchelton-Scott +6:46
9. Pawel Siwakow (RUS) - Ineos +7:51
10. Jan Polanc (SLO) - UAE-Emirates +8:06
11. Ilnur Sakarin (RUS) - Katusha-Alpecin +10:02
12. Davide Formolo (ITA) - Bora-Hansgrohe +11:51
13. Hugh Carthy (GBR) - EF Education First +14:38
14. Joe Dombrowski (USA) - EF Education First +14:52
15. Valentin Madouas (FRA) - Groupama-FDJ +18:21
16. Giulio Ciccone (ITA) - Trek-Segafred o +23:46
17. Mikel Nieve (ESP) - Mitchelton-Scott +24:50
18. Fausto Masnada (ITA) - Androni-Sidermec +26:25
19. Victor de la Parte (ESP) - CCC +27:46
20. Tanel Kangert (EST) - EF Education First +31:19
21. Domenico Pozzovivo (ITA) - Bahrain-Merida +32:26
...
28. Jan Hirt (CZE) - Astana +45:43

Duo um Tagessieg aus 21-köpfiger Gruppe

21 frühe Ausreißer wurden in der Anfangsphase der 16. Etappe gemeldet, und zwar: Amador (Movistar), Bidard (AG2R), Cattaneo, Masnada (beide Androni), Bilbao, Hirt, Villella (alle Astana), Caruso, Antonio Nibali (beiden Bahrain), Schwarzmann (Bora), Owsian, Ventoso (beide CCC), Honoré (Deceuninck), Brown, Dombrowski (beide EF), Juul-Jensen, Nieve (beide Mitchelton), Bouwman (Jumbo), Hindley (Sunweb), Ciccone (Trek) und Ulissi (UAE). Bestplatzierter in der Gesamtwertung war Joe Dombrowski auf dem 15. Platz mit einer knappen Viertelstunde Rückstand aufs Rosa Trikot. Dombrowski kam am Ende mit der Gruppe um Carapaz und Nibali ins Ziel.

Ciccone gewann neben der Tageswertung auch alle 3 Bergpreise in Cevo, Aprica (beide anstatt des Gaviapasses im Profil) und am Mortirolopass. Er baute damit seine ohne schon riesige Führung in der Bergwertung ums blaue Trikot noch weiter aus.

Bergwertung
1. Giulio Ciccone (ITA) - Trek-Segafredo 229 p.
2. Richard Carapaz (ECU) - Movistar 66
3. Mattia Cattaneo (ITA) - Androni-Sidermec 53
4. Damiano Caruso (ITA) - Bahrain-Merida 48
5. Fausto Masnada (ITA) - Androni-Sidermec 45
6. Ilnur Sakarin (RUS) - Katusha 42
7. Gianluca Brambilla (ITA) - Trek-Segafredo 40

Die Spitzengruppe ging mit unter 6 Minuten Vorsprung in den Mortirolo-Anstieg. Dombrowski fiel zurück, als noch Ciccone, Nieve, Caruso, Hirt und Masnada vorn waren. Dann fielen auch Masnada, Nieve und schließlich Caruso zurück, so dass Ciccone und Hirt an der Spitze übrig waren.

Im Feld war nun Nibalis Team am Drücker, nachdem den Tag über Carapaz' Helfer das Rennen kontrolliert hatten. Dann attackierte Nibali und kam zunächst allein weg. Die ersten Verfolger waren Carapaz, Landa und deren Teamkollege Carretero sowie Carthy und Roglic. Carthy sprang zu Nibali, während Mollema und Lopez zu Roglic und dem Movistar-Trio aufschlossen. Dann zog Lopez durch, und nur das Movistar-Trio blieb bei ihm. Roglic und Mollema ließen abreißen.

Der Regen setzte wieder ein. Carapaz, Landa und Lopez schlossen die stets überschaubare Lücke zu Nibali und Carthy, wohingegen Carretero fertig war. Roglic fiel in eine Gruppe mit Yates und Ilnur Sakarin (Katusha) zurück. Majka und Siwakow waren noch weiter zurück

Sowohl im Aufstieg als auch in der Abfahrt trafen die Kapitäne auf wartende Helfer aus der Flucht des Tages. Carapaz, Nibali und Lopez hatten auf diese Weise etwas mehr Unterstützung als Roglic und Yates. Lopez passierte den Mortirolo-Gipfel leicht abgesetzt gemeinsam mit seinem Teamkollegen Bilbao. Die nasse, schmale Abfahrt verlief ohne Zwischenfälle unter den Top-Klassementfahrern. Sakarin, 11. der Gesamtwertung, wurde allerdings fast 2 Minuten durchgereicht.

Um den Tagessieg pokerte Hirt eine Weile am Hinterrad von Ciccone, was diesen sichtlich aufregte. Dann aber wurde Lopez von der Gruppe um Carapaz und Nibali eingeholt, und Hirt führte wieder mit.


Vorschau auf diese Etappe: Nach dem 2. Ruhetag beginnt die entscheidende Giro-Woche 2019 mit einem Knall – die 16. Etappe beinhaltet in ihrer 2. Hälfte auf einer großen Runde um den Zielort den 2618 Meter hohen Gaviapass sowie den ultrasteilen Mortirolopass! Und das ist noch nicht alles. Gleich zu Beginn stehen außerdem Presolanapass und Croce di Salven im Profil (nicht einmal mit Bergpreis bedacht!), und beschlossen wird die 16. Etappe mit dem ebenfalls steigenden Stück nach Ponte di Legno, das zuvor schon einmal in der Anfahrt zum Gaviapass befahren wurde. Hinzu kommt die Renndistanz von 226 Kilometern, so dass man von einer wahrhaften Königsetappe sprechen kann. Der Anstieg zum Gaviapass ist 16,5 Kilometer lang, durchschnittlich 8 % und maximal 16 % steil. Beim Mortirolo lauten die Zahlen 11,9 Kilometer, 10,9 % im Schnitt und 18 % maximal.
So lautete zumindest der ursprüngliche Plan. Aber 3 Tage vor der 16. Etappe gab der Giro-Veranstalter offziell bekannt, dass der Gaviapass wegen Schneemassen, Lawinengefahr und Kälte nicht befahren werden kann. Auf einer Ausweichstrecke rücken dafür 2 kürzere Anstiege ins Profil: über einen Schlenker nach Cevo und auf direktestem Umweg über Aprica. Die Etappe ist damit immer noch sehr schwierig, allerdings 32 Kilometer kürzer und um den höchsten Anstieg beraubt. Die Cima Coppi wird ersatzweise am Manghenpass auf der 20. Etappe vergeben.
► Profile, Landkarten und Zeitplan auf www.giroditalia.it
► Landkarte und Profile auf www.la-flamme-rouge.eu
► Profil des Gaviapass-Anstiegs auf www.altimetrias.net
► Profil des Mortirolo-Anstiegs auf www.altimetrias.net

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Giro d'Italia 2019

Giro d'Italia 2019
16. Etappe (226,0 194,0km)
von Lovere
nach Ponte di Legno 17:13

-km105 14:17 Cevo (neu!)
-km84 14:47 Edolo
-km95 14:38 Gaviapass
-km66 15:15 Aprica (neu!)
-km40 15:50 Mazzo di Valtellina
-km28 16:35 Passo del Mortirolo

Wegen Schnees werden anstatt des langen Anstiegs zum Gaviapass auf einer Ausweichstreke die 2 kürzeren Anstiege nach Cevo und Aprica ins Profil aufgenommen.

neues Profil ohne Gavia
altes Profil mit Gaviapass

Etappensieg:
Giulio Ciccone (ITA)

Rosa Trikot:
Richard Carapaz (ECU)

Punktewertung:
Arnaud Démare (FRA)

Bergwertung:
Giulio Ciccone (ITA)

Jungprofi-Wertung:
Miguel Angel Lopez (COL)

Teamwertung:
Movistar

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