Giro d'Italia 2019 - 12. Etappe

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Benedettis später erster Profisieg

Cesare Benedetti (Bora) gewann die 12. Etappe des Giro d'italia 2019 in Pinerolo. Nach einem Jahrzehnt Teamzugehörigkeit feierte der 31-jährige Italiener einen späten ersten Profisieg. Im Sprint von 5 Ausreißern setzte sich Benedetti klar von Damiano Caruso (Bahrain) und Eddie Dunbar (Ineos) durch. Sie stammten aus der 25-köpfigen Spitzengruppe des Tages, aus der heraus Jan Polanc (UAE) das Rosa Trikot seines Teamkollegen Valerio Conti übernahm.

Unter den stärksten Klassementfahrern gingen am ersten Kategorie-1-Berg des Giro 2019, Montoso, Miguel Angel Lopez (Astana) und Mikel Landa (Movistar) in die Offensive, rund 11 Minuten hinter der 25-köpfigen Spitzengruppe. Auf den verbleibenden 32 Kilometern fuhren sie auf ihre wartenden Teamkollegen Sütterlin, Boaro und Cataldo auf. Unterhaltsam und einen Versuch wert war es, aber viel Vorsprung vor den Konkurrenten Primoz Roglic (Jumbo) oder Vincenzo Nibali (Bahrain) kam bei der aufwendigen Aktion nicht heraus: 28 Sekunden.

Von den 25 frühen Ausreißern gingen 7 in Front in einen gepflasterten Stich gut 2 Kilometer vorm Ziel. Außer den späteren Top-3 und Polanc waren dies Brambilla (Trek), Capecchi (Deceuninck) und Montaguti (Androni). Zuerst oben waren Brambilla und Capecchi, knapp gefolgt von Dunbar. Dieser führte nicht mit und demoralisierte Capecchi und Brambilla, so dass Benedetti und Caruso wieder herankamen und im Sprint vorbeizogen. Lopez und Landa erreichten das Ziel mit 7:35 Minuten Rückstand auf dem 16. und 17. Platz.

Ergebnis
1. Cesare Benedetti (ITA) - Bora-Hansgrohe 3:41:49
2. Damiano Caruso (ITA) - Bahrain-Merida gl.Zeit
3. Eddie Dunbar (IRL) - Ineos gl.Zeit
4. Gianluca Brambilla (ITA) - Trek-Segafredo +0:02
5. Eros Capecchi (ITA) - Deceuninck-Quick Step +0:06
6. Jan Polanc (SLO) - UAE-Emirates +0:25
7. Matteo Montaguti (ITA) - Androni-Sidermec +0:34
8. Thomas de Gendt (BEL) - Lotto-Soudal +2:36
9. Francesco Gavazzi (ITA) - Androni-Sidermec gl.Zeit
10. Manuel Senni (ITA) - Bardiani CSF +2:38
11. Josef Cerny (CZE) - CCC +2:42
12. Tobias Ludvigsson (SWE) - Groupama-FDJ +2:52
13. Roger Kluge (GER) - Lotto-Soudal +3:05
14. Luca Covili (ITA) - Bardiani-CSF gl.Zeit
15. Enrico Gasparotto (ITA) - Dimension Data +3:23
16. Jan Bakelants (BEL) - Sunweb +6:23
17. Danilo Wyss (SUI) - Dimension Data +6:33
18. Miguel Angel Lopez (COL) - Astana +7:35
19. Mikel Landa (ESP) - Movistar +7:35
20. Conor Dunne (IRL) - Israel Academy +7:36
21. Richard Carapaz (ECU) - Movistar +8:03
22. Pawel Siwakow (RUS) - Ineos
23. Rafal Majka (POL) - Bora-Hansgrohe
24. Primoz Roglic (SLO) - Jumbo-Visma
25. Vincenzo Nibali (ITA) - Bahrain-Merida alle
26. Esteban Chaves (COL) - Mitchelton-Scott
27. Bauke Mollema (NED) - Trek-Segafredo gleiche
28. Simon Yates (GBR) - Mitchelton-Scott
29. Tanel Kangert (EST) - EF Education First Zeit
30. Ilnur Sakarin (RUS) - Katusha-Alpecin +8:09
...
33. Hugh Carthy (GBR) - EF Education First +8:43
39. Marco Haller (AUT) - Katusha-Alpecin +9:57
40. Christian Knnes (GER) - Ineos +10:06
41. Jasha Sütterlin (GER) - Movistar +10:06
43. Davide Formolo (ITA) - Bora-Hansgrohe +10:37
44. Valerio Conti (ITA) - UAE-Emirates +10:37
46. Bob Jungels (LUX) - Deceuninck-Quick Step +10:37
53. Tao Geoghegan Hart (GBR) - Ineos +10:37
80. Pello Bilbao (ESP) - Astana +18:44
81. Fausto Masnada (ITA) - Androni-Sidermec +18:44
- 159 Fahrer klassiert.
OOT Jakub Mareczko (ITA) - CCC

Polanc anstatt Teamkollegen Conti in Rosa

Valerio Conti verlor zwar nach 6 Tagen das Rosa Trikot. Doch sein Team behielt das Heft in der Hand, indem es mit Polanc den bestplatzierten Fahrer der Spitzengruppe stellte. Polanc übernahm die Spitze der Gesamtwertung 4:07 Minuten vor Roglic, der den 2. Platz behielt.

Als sich am Montoso-Anstieg das Hauptfeld in seine Einzelteile zerlegte und Lopez und Landa vorausfuhren, verließ sich Roglic, isoliert von allen Helfern, ziemlich abgebrüht auf die Konkurrenten, die gerade bei ihm der Gruppe waren. Von denen rückte Nibali auf den 5. Platz auf, unverändert 1:44 Minuten hinter Roglic.

Auch ansonsten füllten sich die Top-Ten der Gesamtwertung mit Fahrern auf, die dort am Ende des Giro 2019 stehen könnten. Lopez und Landa sind allerdings noch nicht dabei. Ausnahmen stellen außer Polanc dessen Teamkollege Conti, der vom 1. nur auf den 3. Platz zurückfiel, und Capecchi auf dem 4. Platz dar.

Gesamtwertung
1. Jan Polanc (SLO) - UAE-Emirates 48:49:40
2. Primoz Roglic (SLO) - Jumbo-Visma +4:07
3. Valerio Conti (ITA) - UAE-Emirates +4:51
4. Eros Capecchi (ITA) - Deceuninck-Quick Step +5:02
5. Vincenzo Nibali (ITA) - Bahrain-Merida +5:51
6. Bauke Mollema (NED) - Trek-Segafredo +6:02
7. Rafal Majka (POL) - Bora-Hansgrohe +7:00
8. Richard Carapaz (ECU) - Movistar +7:23
9. Andrey Amador (CRC) - Movistar +7:30
10. Hugh Carthy (GBR) - EF Education First +7:33
11. Enrico Gasparotto (ITA) - Dimension Data +7:37
12. Ilnur Sakarin (RUS) - Katusha-Alpecin +7:45
13. Simon Yates (GBR) - Mitchelton-Scott +7:53
14. Amaro Antunes (POR) - CCC +7:56
15. Francesco Gavazzi (ITA) - Androni-Sidermec +7:59
16. Miguel Angel Lopez (COL) - Astana +8:08
17. Tanel Kangert (EST) - EF Education First +8:08
18. Matteo Montaguti (ITA) - Androni-Sidermec +8:16
19. Pawel Siwakow (RUS) - Ineos +8:18
20. Giovanni Carboni (ITA) - Bardiani-CSF +8:21
21. Mikel Landa (ESP) - Movistar +8:31
22. Esteban Chaves (COL) - Mitchelton-Scott +8:37
23. Bob Jungels (LUX) - Deceuninck-Quick Step +8:59
24. Mattia Cattaneo (ITA) - Androni-Sidermec +9:25
25. Davide Formolo (ITA) - Bora-Hansgrohe +9:33

25-köpfige Spitzengruppe für den Tagessieg

Zu Beginn der 12. Etappe setzte sich die 25-köpfige Spizengruppe des Tages, gemessen an den recht hohen Chancen für Ausreißer, sehr schnell ab. Pikant daran: Der mit Abstand bestplatzierte Fahrer der Spitzengruppe in der Gesamtwertung war Polanc (+5:24), ausgerechnet ein Teamkollege des Gesamtführenden Conti. Der Vorsprung vorm Hauptfeld wuchs deswegen auf über eine Viertelstunde an, bis die Teams von Nibali und Roglic dann mal einen Helfer für die Nachführarbeit abstellten, da sich Contis Helfer natürlich nicht zu einer ernsthaften Verfolgung veranlasst sahen.

Außer Polanc gehörten zur Spitzengruppe: Sütterlin (Movistar), Gavazzi, Montaguti (beide Androni), Boaro, Cataldo (Beide Astana), Caruso (Bahrain), Covili, Senni (beide Bardiani), Cerny (CCC), Benedetti (Bora), Capecchi (Deceuninck), Bennett (EF), Ludvigsson (Groupama), Dunne (Israel Academy), de Gendt, Kluge (beide Lotto), Gasparotto, Wyss (beide Dimension Data), Dunbar, Knees (beide Ineos), Biermans, Haller (beide Katusha), Bakelants (Sunweb) und Brambilla (Trek).

Als einigermaßen klar war, dass es für die Spitzengruppe zum Etappensieg reichen würde, ging es vorne zu Ende mit der Einigkeit. Das Tempo sank, und Sean Bennett attackierte 59 Kilometer vor dem Ziel, gefolgt von Marco Haller. Beide spielten im Montoso-Anstieg aber schnell keine Role mehr. Stattdessen setzte sich eine 6-köpfige Gruppe mit Caruso, Brambilla, Cataldo, Polanc, Capecchi und Dunbar ab.

Polanc und Capecchi fielen kurz vor der Kuppe zurück. Gianluca Brambilla gewann klar den Bergreis vor Caruso. Mit einem Schlag nahm Brambilla seinem Teamkollegen Ciccone das blaue Bergtrikot ab. In der Abfahrt rollten Benedetti, Polanc, Cataldo und Montaguti zur Spitze, wobei sich Cataldo im weiteren Verlauf für seinen Kapitän Lopez wieder zurückfallen ließ.

Bergwertung
1. Gianluca Brambilla (ITA) - Trek-Segafredo 40 p.
2. Giulio Ciccone (ITA) - Trek-Segafredo 32
3. Primoz Roglic (SLO) - Jumbo-Visma 22
4. Damiano Caruso (ITA) - Bahrain-Merida 19
5. Fausto Masnada (ITA) - Androni-Sidermec 18

Dahinter Offensive von Lopez und Landa

Denn Lopez attackierte hoch nach Montoso, obwohl er zunächst in Schwierigkeiten war, aber nur wegen eines technischen Problems. Hirt bereitete die Attacke vor, und Lopez zog nach. Richard Carapaz (Movistar) stieg hinterher, gefolgt von Nibali und Rafal Majka (Bora). Roglic schwamm mit einigen anderen Fahrern hinterher, aber ohne Helfer. Die meisten Klassement-Favoriten waren nun isoliert oder nur noch mit dem Co-Kapitän unterwegs.

Landa konterte, und nur Lopez ging hinterher. Das Duo fuhr mehr als eine halbe Minute heraus. 28 Sekunden davon konnten sie dank der Hilfe von Sütterlin, Boaro und Cataldo behalten. In der nächsten Verfolgergruppe um Nibali und Roglic fehlte zunächst die Einigkeit. Dann rollten aber von vorne und hinten einige Fahrer dazu, so dass auf dieser schönen Etappe unterm Strich zeitlich gar nicht so viel passierte. Nicht galt das freilich für Bob Jungels (Deceuninck), der nach Montoso zurückfiel, sich in einer Gruppe mit Conti wiederfand und wie dieser 2:34 Minuten verlor.


Vorschau auf diese Etappe: Sehr spät für Giro-Verhältnisse, auf der 12. Etappe, wird der erste Kategorie-1-Berg in Angriff genommen, und dessen Gipfel liegt dann auch noch 32,1 Kilometer vom Ziel entfernt. Der Anstieg nach Montoso ist 8,8 Kilometer lang, im Schnitt 9,5 und maximal 14 % steil. Als Kirsche auf der Piemont-Torte gibt es dann aber noch einen kurzen bis 20 % steilen Stich auf Kopfsteinpflaster 2 Kilometer vor dem Ziel. Dieser schmale Anstieg nach San Maurizio, dem oberen Stadtviertel von Pinerolo, steht bereits 66 Kilometer vorm Ziel ein weiteres Mal auf dem Programm, weil der Zielort Pinerolo 2-mal durchfahren wird. Um den ein oder anderen Klassementfahrer auszusieben, reicht die 12. Etappe wohl allemal.
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► Pflasteranstieg San Maurizio auf Google Street View

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Giro d'Italia 2019

Giro d'Italia 2019
12. Etappe (158,0km)
von Cuneo 13:15
nach Pinerolo 17:12

-km98 14:41 Paesana
-km33 16:28 Montoso
-km16 16:49 Cavour

Etappensieg:
Cesare Benedetti (ITA)

Rosa Trikot:
Jan Polanc (SLO)

Punktewertung:
Arnaud Démare (FRA)

Bergwertung:
Gianluca Brambilla (ITA)

Jungprofi-Wertung:
Hugh Carthy (GBR)

Teamwertung:
Androni-Sidermec

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