Giro d'Italia 2019 - 4. Etappe

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Carapaz vor Ewan nach Riesensturz

Richard Carapaz (Movistar) gewann vor Caleb Ewan (Lotto) die 4. Giro-Etappe 2019, die zunächst über 229 Kilometer dahin plätscherte, dann aber 6 Kilometer vor dem Ziel völlig unerwartet immense Auswirkungen auf die Gesamtwertung hatte. Denn in den vorderen Reihen ereignete sich ein fataler Massensturz. Prominentestes Opfer war Tom Dumoulin (Sunweb). Weniger als 20 Fahrer kamen unbeschadet durch, von den Klassementfahrern außer Carapaz nur der Gesamtführende Primoz Roglic (Jumbo) in seinem Rosa Trikot.

Im steigenden Schlusstück in Frascati fuhren nur noch 3 Sprinter gegen 2 Klassementfahrer gegen 3 Allrounder um den Tagessieg. Carapaz trat früh an und verteidigte die entstandene Lücke um gut eine Radlänge gegen den mächtig aufkommenden Ewan. Den 3. Platz belegte Diego Ulissi (UAE). 2 Sekunden dahinter überfuhr Pascal Ackermann (Bora) die Ziellinie vor Florian Sénéchal (Deceuninck) und Roglic. Mit weiterem Abstand folgte Valerio Conti (UAE).

Dumoulin verliert mit blutendem Knie 4 Minuten

Arnaud Démare (Groupama) wurde dann schon von einem ersten Verfolgerfeld eingeholt. An deren Spitze begrenzten Miguel Angel Lopez (Astana) und Simon Yates (Mitchelton) den Zeitverlust auf überschaubare 16 Sekunden gegenüber Roglic. Auch Vincenzo Nibali (Bahrain) und Rafal Majka (Bora) kamen mit diesen 16 Sekunden Zeitverlust davon. Tom Dumoulin hingegen, der Vorjahreszweite und Gesamtsieger vor 2 Jahren, verlor mit blutendem Knie über 4 Minuten.

Ergebnis
1. Richard Carapaz (ECU) - Movistar 5:58:17
2. Caleb Ewan (AUS) - Lotto-Soudal gl.Zeit
3. Diego Ulissi (ITA) - UAE-Emirates gl.Zeit
4. Pascal Ackermann (GER) - Bora-Hansgrohe +0:02
5. Florian Sénéchal (FRA) - Deceuninck-Quick Step gl.Zeit
6. Primoz Roglic (SLO) - Jumbo-Visma gl.Zeit
7. Valerio Conti (ITA) - UAE-Emirates +0:14
8. Miguel Angel Lopez (COL) - Astana +0:18
9. Arnaud Démare (FRA) - Groupama-FDJ
10. Simon Yates (GBR) - Mitchelton-Scott
11. Rafal Majka (POL) - Bora-Hansgrohe
12. Bauke Mollema (NED) - Trek-Segafredo
13. Davide Formolo (ITA) - Bora-Hansgrohe alle
14. Tony Gallopin (FRA) - AG2R La Mondiale
15. Vincenzo Nibali (ITA) - Bahrain-Merida
16. Bob Jungels (LUX) - Deceuninck-Quick Step
17. Alexis Vuillermoz (FRA) - AG2R La Mondiale gleiche
18. Ilnur Sakarin (RUS) - Katusha-Alpecin
19. Tao Geoghegan Hart (GBR) - Ineos
20. Esteban Chaves (COL) - Mitchelton-Scott
21. Damiano Caruso (ITA) - Bahrain-Merida Zeit
22. Pawel Siwakow (RUS) - Ineos +0:25
23. Jan Polanc (SLO) - UAE-Emirates gl.Zeit
24. Victor de la Parte (ESP) - CCC +0:27
25. Hugh Carthy (GBR) - EF Education First +0:31
...
31. Pello Bilbao (ESP) - Astana +0:36
32. Mikel Landa (ESP) - Movistar +0:44
43. Elia Viviani (ITA) - Deceuninck-Quick Step +1:24
61. Fernando Gaviria (COL) - UAE-Emirates +1:30
98. Tom Dumoulin (NED) - Sunweb +4:04
- 172 Fahrer klassiert.
DNF Matti Breschel (DEN) - EF Education First
DNF Daniel Navarro (ESP) - Katusha-Alpecin
DNS Juan Molano (COL) - UAE-Emirates

Roglic im Rosa Trikot nun 35 Sekunden vor Yates

Roglic vergrößerte die Gesamtführung von 19 auf 35 Sekunden gegenüber Yates, weiterhin knapp gefolgt von Nibali und Lopez. Auf den 5. Platz sprang anstelle von Dumoulin der fürs Endklassement unbedeutende Ulissi. Majka, Bauke Mollema (Trek) und Damiano Caruso behaupteten ihre Plätze 6, 7 und 8, wogegen Pello Bilbao (Astana) und Victor de la Parte (CCC) knapp aus den Top-Ten der Gesamtwertung weichen mussten.

Insgesamt kam die Mehrzahl der Klassementfahrer relativ glimpflich davon. Mit Dumoulin traf es jedoch einen der größten Favoriten auf den Gesamtsieg. Er stürzte offensichtlich aufs Knie und beendete die 4. Etappe, umgeben von Teamkollegen, in verlangsamtem Tempo. Für ihn ist der Giro 2019, selbst unabhängig von den Verletzungen, gelaufen. Von den Fahrern mit einschlägiger Top-Ten-Vergangenheit bei großen Rundfahrten verloren Domenico Pozzovivo (Bahrain) und Ion Izagirre (Astana) noch mehr Zeit – über 10 Minuten. Beide waren allerdings als Edelhelfer angereist.

Ein paar Sekunden mehr als die meisten Konkurrenten verlor mal wieder Mikel Landa (Movistar). Dessen Teamkollege Carapaz aber schnappte sich den Tagessieg und verbesserte sich auf den 16. Platz der Gesamtwertung, 1:21 Minuten hinter Roglic. Der 25-jährige Ecuadorianer hatte noch einen Tag zuvor durch einen späten Defekt eine knappe Minute verloren.

Gesamtwertung
1. Primoz Roglic (SLO) - Jumbo-Visma 16:19:20
2. Simon Yates (GBR) - Mitchelton-Scott +0:35
3. Vincenzo Nibali (ITA) - Bahrain-Merida +0:39
4. Miguel Angel Lopez (COL) - Astana +0:44
5. Diego Ulissi (ITA) - UAE-Emirates +0:44
6. Rafal Majka (POL) - Bora-Hansgrohe +0:49
7. Bauke Mollema (NED) - Trek-Segafredo +0:55
8. Damiano Caruso (ITA) - Bahrain-Merida +0:56
9. Bob Jungels (LUX) - Deceuninck-Quick Step +1:02
10. Davide Formolo (ITA) - Bora-Hansgrohe +1:06
11. Victor de la Parte (ESP) - CCC +1:10
12. Pello Bilbao (ESP) - Astana +1:16
13. Hugh Carthy (GBR) - EF Education First +1:16
14. Esteban Chaves (COL) - Mitchelton-Scott +1:16
15. Tony Gallopin (FRA) - AG2R La Mondiale +1:18
16. Richard Carapaz (ECU) - Movistar +1:21
17. Pawel Siwakow (RUS) - Ineos +1:24
18. Ilnur Sakarin (RUS) - Katusha-Alpecin +1:36
19. Jan Polanc (SLO) - UAE-Emirates +1:39
20. Pascal Ackermann (GER) - Bora-Hansgrohe +1:47
...
22. Mikel Landa (ESP) - Movistar +1:49
30. Tao Geoghegan Hart (GBR) - Ineos +2:19
56. Tom Dumoulin (NED) - Sunweb +4:30

Zu Beginn der 4. Etappe bildete sich ein Ausreißertrio. Vertreten waren wenig überraschend die 3 italienischen Einladungsteams, namentlich Frapporti (Androni), Maestri (Bardiani) und Cima (Nippo). Das Trio teilte sich die Siege bei den 3 Sonderwertungen des Tages, ein Bergpreis der 4. Kategorie, und 2 Zwischensprints, unter sich auf. Beim ersten Zwischensprint war aus dem Hauptfeld wie am Vortag unter den Sprintern nur Démare an den übrigen Punkten interessiert.

20 Kilometer vorm Ziel ließ Cima abreißen, und 10 Kilometer später waren auch Frapporti und Maestri gestellt. Es war eigentlich angerichtet für einen Bergaufsprint des geschlossenen Feldes. Dann kam es aber anders mit dem Massensturz, den Salvatore Puccio (Ineos) auslöste, als er lässig zur Seite schaute und sich am Hinterrad eines anderen aufhängte.

In der unbeschadeten Gruppe, die weniger als 20 Fahrer zählte, zogen Démares Helfer nun voll durch. Als diese alle verschlissen waren, hielten Ulissis übrige Helfer das Tempo in dem kurzen Schlussanstieg hoch, um den 3 Sprintern Ewan, Ackermann und Démare das Leben schwer zu machen, was im Fall von Démare gänzlich und bei Ackermann annähernd auch klappte.

Das Tempo war jedoch nicht hoch genug, um die saftige Attacke von Carapaz rund 300 Meter vorm Ziel zu unterbinden. Weder Roglic noch Ulissi oder Ewan gingen mit. Ewan zeigte dann noch einen brutal starken Sprint, mit dem er aber nicht mehr an Carapaz vorbeikam. Ackermann holte sich durch einen 4. Platz – im letzten Moment noch vorbei an Sénéchal – das violette Trikot des Führenden in der Punktewertung zurück.

Punktewertung
1. Pascal Ackermann (GER) - Bora-Hansgrohe 68 p.
2. Arnaud Démare (FRA) - Groupama-FDJ 61
3. Fernando Gaviria (COL) - UAE-Emirates 58
4. Richard Carapaz (ECU) - Movistar 50
5. Caleb Ewan (AUS) - Lotto-Soudal 48
6. Primoz Roglic (SLO) - Jumbo-Visma 27
7. Diego Ulissi (ITA) - UAE-Emirates 25
8. Simon Yates (GBR) - Mitchelton-Scott 23


Vorschau auf diese Etappe: Über 235 Kilometer führt die 4. Etappe des Giro 2019 wellig von der Toskana nach Latium. Die letzten 2 Kilometer im Zielort Frascati sind ansteigend, maximal um 7 %. Welcher Sprinter traut sich das zu? Oder ist das eher etwas für explosive Klassikerjäger? Wenn sich kein Team im Vorfeld darüber im Klaren ist, könnte dies Ausreißern in die Karten spielen, wobei das Selbstvertrauen der schnellen Kapitäne zum frühen Zeitpunkt der Rundfahrt noch groß genug sein dürfte. Der letzte halbe Kilometer der 4. Etappe beschreibt einen langen Linksbogen.
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Giro d'Italia 2019

Giro d'Italia 2019
4. Etappe (235,0km)
von Orbetello 11:30
nach Frascati 17:14

-km203 12:20 Manciano
-km121 14:15 Vetralla
-km49 15:59 Mentana

Etappensieg:
Richard Carapaz (ECU)

Rosa Trikot:
Primoz Roglic (SLO)

Punktewertung:
Pascal Ackermann (GER)

Bergwertung:
Giulio Ciccone (ITA)

Jungprofi-Wertung:
Miguel Angel Lopez (COL)

Teamwertung:
Bora-Hansgrohe

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