Giro d'Italia 2019 - 3. Etappe

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Gaviria am grünen Tisch anstatt Viviani

Elia Viviani (Deceuninck) überfuhr zuerst den Zielstrich bei der 3. Etappe des Giro d'Italia 2019. Allerdings wurde er von der Jury distanziert, so dass Fernando Gaviria (UAE) den Etappensieg von Orbetello erbte. Den Massensprint hatte der Vortagessieger Pascal Ackermann (Bora) zu früh eröffnet und wurde so zum unfreiwilligen Anfahrer für Viviani. Als Viviani aus Ackermanns Windschatten ausscherte, fuhr er dem spritzig angetretenen Matteo Moschetti (Trek) in die Parade, was letztlich zur Distanziertung führte.

Gaviria griff sich den frei gewordenen Platz an Vivianis Hinterrad und kam noch auf eine halbe Radlänge an Viviani heran. Ackermann fiel kurz vor dem Strich auch noch hinter Arnaud Démare (Groupama) zurück. Moschetti hatte durch Vivianis grenzwertige Welle den Rhythmus verloren, belegte aber trotzdem noch den zunächst 5. Platz, nur knapp hinter Ackermann. Durch den harten, aber vertretbaren Jury-Entscheid gegen Viviani rückten Gaviria, Démare, Ackermann, Moschetti und die folgenden Fahrer jeweils um einen Platz auf.

Ergebnis
1. Fernando Gaviria (COL) - UAE-Emirates 5:23:19
2. Arnaud Démare (FRA) - Groupama-FDJ
3. Pascal Ackermann (GER) - Bora-Hansgrohe
4. Matteo Moschetti (ITA) - Trek-Segafredo
5. Giacomo Nizzolo (ITA) - Dimension Data
6. Jakub Mareczko (ITA) - CCC
7. Davide Cimolai (ITA) - Israel Academy alle
8. Manuel Belletti (ITA) - Androni-Sidermec
9. Christian Knees (GER) - Ineos
10. Sacha Modolo (ITA) - EF Education First
11. Simon Yates (GBR) - Mitchelton-Scott gleiche
12. Miguel Angel Lopez (COL) - Astana
13. Giovanni Lonardi (ITA) - Nippo-Vini Fantini
14. Vincenzo Nibali (ITA) - Bahrain-Merida
15. Caleb Ewan (AUS) - Lotto-Soudal Zeit
...
78. Richard Carapaz (ECU) - Movistar +0:46
80. Domenico Pozzovivo (ITA) - Bahrain-Merida +0:46
- 175 Fahrer klassiert.

Geoghegan Hart und Carapaz verlieren Zeit

5 Kilometer vor dem Ziel ereignete sich ein Massensturz, durch den Tao Geoghegan Hart (Ineos) aufgehalten wurde. Er verlor 1:28 Minuten und seinen 7. Platz in der Gesamtwertung. Diese führte Primoz Roglic (Jumbo) auch nach der 3. Giro-Etappe 19 Sekunden vor Simon Yates (Mitchelton) an. Der Vorjahresvierte Richard Carapaz (Movistar) büßte 46 Sekunden durch einen Defekt 9 Kilometer vorm Ziel ein.

Gesamtwertung
1. Primoz Roglic (SLO) - Jumbo-Visma 10:21:01
2. Simon Yates (GBR) - Mitchelton-Scott +0:19
3. Vincenzo Nibali (ITA) - Bahrain-Merida +0:23
4. Miguel Angel Lopez (COL) - Astana +0:28
5. Tom Dumoulin (NED) - Sunweb +0:28
6. Rafal Majka (POL) - Bora-Hansgrohe +0:33
7. Bauke Mollema (NED) - Trek-Segafredo +0:39
8. Damiano Caruso (ITA) - Bahrain-Merida +0:40
9. Pello Bilbao (ESP) - Astana +0:42
10. Victor de la Parte (ESP) - CCC +0:45

Nur ein einziger Ausreißer, dazu extrem früh gestellt

Über 200 Kilometer vorm Ziel schmiss Sho Hatsuyama (Nippo) als einziger Ausreißer den Hut in den Ring. Hinter ihm griff Démare beim ersten Zwischensprint konkurrenzlos die nächsten Punkte ab. Schon 75 Kilometer vorm Ziel wurde Hatsuyama wieder eingeholt, und es fand sich kein weiterer Ausreißer mehr. Auch für den zweiten Zwischensprint interessierte sich kein Sprinter außer Démare. Den einzigen Bergpreis des Tages holte sich Giulio Ciccone (Trek), Träger des blauen Bergtrikots, in vergleichbarer Manier.

In der windanfälligen Schlussphase sah man keine Windstaffeln. Stattdessen ereignete sich der Massensturz, in dessen Folge Geoghegan Hart wertvolle Zeit verlor. Ein letztes Hindernis stellte eine enge Schikane 400 Meter vor dem Ziel dar. Dort kam Ackermann zwar gut durch, wurde deshalb aber nach vorne gespült, so dass nur noch sein Helfer Selig und Vivianis Helfer Sabatini vor ihm waren. Beide konnten kein hohes Tempo aufbauen, so dass Ackermann im Gegenwind am Tyrrhenischen Meer etwas verhungerte.

Viviani saß genau am richtigen Hinterrad, gefolgt von Moschetti und Gaviria. Vivianis Welle gegen Moschetti sah nicht nach böser Absicht aus, sondern dürfte eher Folge des sehr unruhigen Sprintstils sein. Da Viviani 2-mal leicht nach links kickte und beim 2. Mal Moschetti fast abräumte, sah sich die Jury zum Handeln veranlasst. Dies brachte Moschetti freilich wenig. Dafür kam Gaviria zum 5. Etappenerfolg beim einem Giro d'Italia nach seinen 4 Siegen aus dem Jahr 2017. Zusätzlich nahm er Ackermann das violette Trikot ab, weil es hierfür auf der leichteren 3. Etappe mehr Punkte gab als auf der 2. Etappe.

Punktewertung
1. Fernando Gaviria (COL) - UAE-Emirates 58 p.
2. Pascal Ackermann (GER) - Bora-Hansgrohe 50
3. Arnaud Démare (FRA) - Groupama-FDJ 49
4. Matteo Moschetti (ITA) - Trek-Segafredo 18
5. Simon Yates (GBR) - Mitchelton-Scott 17
...
10. Caleb Ewan (AUS) - Lotto-Soudal 13
42. Elia Viviani (ITA) - Deceuninck-Quick Step -32

Abgesehen von der Distanzierung wurden Viviani auch noch Punkte abgezogen in der Wertung ums violette Trikot. Eine neuerlicher Gewinn der Punktewertung rückte für den italienischen Meister damit bereits in weite Ferne.


Vorschau auf diese Etappe: Nachdem schon vielleicht am Vortag die Sprinter dran waren, sind sie es auf der 3. Etappe des Giro 2019 so gut wie gewiss. Die Toskana wird von Nord nach Süd durchquert – mit Start in Vinci und Ziel in Orbetello, gelegen an der gleichnamigen Lagune. Das zunächst hüglige Profil flacht zum Ende hin zunehmend ab. Technisch interessant könnte eine Links-Rechts-Schikane 400 Meter vorm Ziel sein.
► Profil und Landkarte auf www.giroditalia.it

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Giro d'Italia 2019

Giro d'Italia 2019
3. Etappe (220,0km)
von Vinci 12:15
nach Orbetello 17:15

-km157 13:45 Poggibonsi
-km53 16:07 Grosseto
-km28 16:29 Poggio l'Apparita

Etappensieg:
Fernando Gaviria (COL)

Rosa Trikot:
Primoz Roglic (SLO)

Punktewertung:
Fernando Gaviria (COL)

Bergwertung:
Giulio Ciccone (ITA)

Jungprofi-Wertung:
Miguel Angel Lopez (COL)

Teamwertung:
Jumbo-Visma

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