Flandern-Rundfahrt 2026

(BEL/1.UWT) - Siegerliste Flandern-Rundfahrt

Pogacar planiert wieder alles

Tadej Pogacar (UAE) gewann die Flandern-Rundfahrt 2026 in gewohnt dominanter Manier und stieg damit zum Kreis der Rekordsieger auf, die das flämische Monument 3-mal für sich entschieden. Zu diesem Kreis gehörte auch schon Mathieu van der Poel (Alpecin), den Pogacar nun als letzten Begleiter 18 Kilometer vorm Ziel am Oude Kwaremont abstellte. Den 3. Platz belegte bei seinem Ronde-Debüt Remco Evenepoel (Red Bull). Er war lange als Solist zwischen Spitze und nächsten Verfolgern unterwegs.

Schon 104 Kilometer vorm Ziel fiel am Molenberg eine Vorentscheidung, als sich aus dem Hauptfeld eine Top-Gruppe mit 16 Fahrern verabschiedete. Bei der Kwaremont-Passage 55 Kilometer vorm Ziel knipste Pogacar bereits allen außer van der Poel und Evenepoel das Licht aus. Wout van Aert (Visma) und Mads Pedersen (Lidl) etablierten sich dort auf den Positionen 4 und 5, die sie bis ins Ziel nicht mehr hergaben. Den folgenden Paterberg jettete Pogacar derart hoch, dass Evenpoel den Kontakt verlor und die letzten 52 Kilometern als Solist verbringen musste.

3. Rennen, 3. Sieg

Für Pogacar war es erst das 3. Rennen der Saison 2026. Wie bei Strade Bianche und Mailand-Sanremo triumphierte der 27-jährige Weltmeister aus Slowenien. Der mit Abstand beste Straßenradprofi seit Generationen eilt weiter von Rekord zu Rekord – und endete nun in Oudenaarde auf dem Podest nebst den beiden weiteren Giganten van der Poel und Evenepoel, auch wenn diese bei der weiteren Machtdemonstration von Pogacar fast schon wie Statisten aussahen.

Diese Rolle kam erst recht allen Fahrern jenseits der Plätze 1 bis 5 zu. Sie waren im Finale der Flandern-Rundfahrt 2026 überhaupt nicht mehr im Bilde. Um den 6. Platz gab es einen Dreiersprint zwischen Jasper Stuyven (Soudal), Florian Vermeersch (UAE) und Matej Mohoric (Bahrain), um Platz 9 zwischen Christophe Laporte (Visma), Gianni Vermeersch und Tim van Dijke (beide Red Bull). Bis zum 11. Platz stammten die Fahrer aus der 16-Mann-Auslese vom Molenberg.

Zunächst viel Gegenwind am Ostersonntag

Diese 16 Fahrer holten 79 Kilometer vorm Ziel die frühe Spitzengruppe ein. An einem teils heiteren, teils verregneten Ostersonntag mit Temperaturen bis 12 Grad hatten sich 13 Fahrer in der Anfangsphase schließlich vom Hauptfeld absetzen können. Der starke Südwestwind blies ihnen auf dem Weg vom Startort Antwerpen in Richtung flämische Ardennen entgegen.

Silvan Dillier (Alpecin), Kamil Gradek (Bahrain), Luke Lamperti (EF), Connor Swift (Ineos), Luca van Boven (Lotto), Dries de Pooter (Jayco), Julius van den Berg (Picnic), Edoardo Zamperini (Cofidis), Frederik Frison (Pinarello), Eric Fagundez, Jambaljamts Sainbayar (beide Burgos), Victor Vercouillie (Flanders) und Hartthijs de Vries (Unibet).

In der Spitzengruppe saßen Silvan Dillier (Alpecin), Kamil Gradek (Bahrain), Luke Lamperti (EF), Connor Swift (Ineos), Luca van Boven (Lotto), Dries de Pooter (Jayco), Julius van den Berg (Picnic), Edoardo Zamperini (Cofidis), Frederik Frison (Pinarello), Eric Fagundez, Jambaljamts Sainbayar (beide Burgos), Victor Vercouillie (Flanders) und Hartthijs de Vries (Unibet). In Person von Dillier war damit der van-der-Poel-Helfer vertreten, der normalerweise für die mindestens ersten 150 Kilometer die Nachführarbeit im Hauptfeld verrichtet.

Mehr als Hälfte hätte disqualifiziert werden müssen

Diese Arbeit blieb jetzt am Team des noch größeren Rennfavoriten hängen. Insbesondere Mikkel Bjerg hielt die 13 Ausreißern zunächst auf zwischen 3 und 4 Minuten Abstand. 213 Kilometer vorm Ziel senkte sich dann eine Bahnschranke mitten im Hauptfeld. Ungefähr zwei Drittel des Hauptfeldes war noch durchgerauscht, obwohl die Ampel auch schon bei den ersten Fahrern rot zeigte. Streng nach den Regeln hätte also die Mehrheit des Fahrerfeldes sofort disqualifiziert werden müssen, darunter natürlich auch der spätere Sieger. Aber wenn eine Mehrheit sündigt, ist dies anscheinend nicht annähernd so schlimm, als wenn nur 3 Fahrer die identische Tat begehen ...

Allerdings wurde das vordere Feld von den Kommissären im Tempo gedrosselt, so dass das hintere Feld nach Öffnen der Schranke wieder aufschließen konnte. Der Vorsprung der Spitzengruppe stieg dadurch auf über 5 Minuten. Wenig später setzte ein kurzer, schwacher Regenschauer ein, ehe sich die Ereignisse für knapp 100 Kilometer beruhigten. Auch 136 Kilometer vor dem Ziel passierte an der ersten von drei Überquerungen des Oude Kwaremont noch nichts.

Etwa 20 Kilometer später stürzte Swift aus der Spitzengruppe auf dem Holleweg und schrappte hart übers Kopfsteinpflaster. Er kehrte mit Wunde am Oberschenkel wieder zurück an die Spitze. Aus dem Hauptfeld setzte es derweil erste Attacken am Wolvenberg, die allerdings nicht fruchteten.

Vorentscheidung schon am Molenberg

Stattdessen schraubten Pogacars Helfer für den nächsten Anstieg das Tempo nach oben – den schlecht gepflasterten Molenberg, der nach scharfer Linkskurve von der Hauptstraße in enger Gasse in Angriff genommen wurde. Nach Vorarbeit der Teamkollegen übernahm Florian Vermeersch. Dessen Kapitän Pogacar sowie van der Poel und Evenepoel waren in den vordersten Reihen vertreten.

Van Aert hingegen wurde auf dem falschen Fuß erwischt und hing zunächst etwas zurück. Er konnte es aber ausbügeln und hatte den Schnitt geschafft. Die Verfolgergruppe bestand nun aus Pogacar, Florian Vermeersch, van der Poel, Mohoric, Stan Dewulf (Decathlon), Magnus Sheffield, Sam Watson (beide Ineos), Pedersen, Evenepoel, Gianni Vermeersch, Tim van Dijke, Stuyven, van Aert, Laporte, Matteo Trentin und Rick Pluimers (beide Tudor). Knapp verpasst hatten die Gruppe Mathias Vacek (Lidl) und Vito Braet (Lotto). Sie fuhren noch eine Zeit lang auf verlorenem Posten als Duo hinterher, ehe sie wieder vom bereits chancenlosen Hauptfeld eingeholt wurden.

Stärkerer Regen fiel 90 Kilometer vorm Ziel. Der Schauer hörte schnell wieder auf, hielt aber einige Streckenabschnitte bis zum Schluss nass. Die frühen Ausreißer spielten nach ihrer Einholung keine große Rolle mehr und platzten an den folgenden Hellingen ab.

Pogacar persönlich setzte dann die Axt am zweiten Kwaremont an. Nach seiner Tempoverschärfung auf dem längsten Pflasterberg der Flandern-Rundfahrt konnte zunächst nur noch van Aert Kontakt zum Weltmeister halten. Zu Pedersen und Evenepoel klaffte schon eine erste Lücke. Dahinter wuchtete sich der anfänglich eingebaute van der Poel vor – und die 5 am höchsten gewetteten Fahrer waren fast vereint. Nur fast, weil die Lücke hinter Pogacar und van Aert auf dem zähen, noch leicht steigenden oberen Abschnitt zunächst bestehen blieb.

Dann aber schloss zunächst van der Poel und auf letzter Rille auch Evenepoel die Lücke zu Pogacar, wohingegen van Aert  ganz oben noch abreißen lassen musste. Er war damit ebenso wie Pedersen geschlagen und konnte nur noch auf Uneinigkeit des Spitzentrios hoffen. Trentin, Sheffield, Stuyven und Florian Vermeersch kamen auf den Positionen 6 bis 10 aus dem Kwaremont, allerdings weiter von van Aert und Pedersen entfernt als von den nächsten Verfolgern.

Wie nach der später letzten Kwaremont-Überfahrt folgte der Paterberg. Hier fiel Evenepoel kaum, aber entscheidend zurück. Bis zum folgenden Koppenberg hing Evenepoel nur rund 3 bis 5 Sekunden hinter dem Spitzenduo zurück. Pogacar und van der Poel schienen entschlossen und einig zu sein, den Ronde-Debütanten besser nicht mehr herankommen zu lassen. Der Abstand blieb bis zum Taaienberg 40 Kilometer vorm Ziel derat eng, ehe er sich leicht auf 20 Sekunden vergrößerte.

Dahinter schlossen van Aert und Pedersen sich bis zum letzten Kwaremont zusammen, obwohl van Aert an jedem Anstieg besser war, allein aber auch nichts mehr ausrichten konnte. Über den Kruisberg hinweg blieben die Abstände mit 20 Sekunden und einer Minute von Spitzenduo zu Evenepoel und zu nächstem Duo relativ konstant. Die nächsten Verfolger lagen mehr als doppelt so weit zurück.

Im Kwaremont düste Pogacar schon im unteren, nicht gepflasterten Teil van der Poel davon, so als hätte er Raketentreibstoff dabei. Van Aert seinerseit konnte sich endgültig von Pedersen lösen, so dass die Plätze 1 bis 5 manifestiert waren. Hinter den ihrerseits durch große Abstände getrennten Top-5-Solisten waren die Fahrer dahinter 2 bis 3 Ligen von den Champions entfernt. Stuyven, Vermeersch und Mohoric hatten im Ziel viereinhalb Minuten Rückstand. Mit 5:22 Minuten kam man noch in die Top-Ten.

 

So 5. April 2026, Antwerpen - Oudenaarde
Ergebnis der 110. Auflage Ronde van Vlaanderen (278,2km)
 1. Tadej Pogacar (SLO)        - UAE-XRG                  6:20:07
 2. Mathieu van der Poel (NED) - Alpecin-Premier Tech       +0:34
 3. Remco Evenepoel (BEL)      - Red Bull-Bora              +1:11
 4. Wout van Aert (BEL)        - Visma-Lease a Bike         +2:04
 5. Mads Pedersen (DEN)        - Lidl-Trek                  +2:48
 6. Jasper Stuyven (BEL)       - Soudal-Quick Step          +4:28
 7. Florian Vermeersch (BEL)   - UAE-XRG                  gl.Zeit
 8. Matej Mohoric (SLO)        - Bahrain Victorious         +4:30
 9. Christophe Laporte (FRA)   - Visma-Lease a Bike         +5:22
10. Gianni Vermeersch (BEL)    - Red Bull-Bora            gl.Zeit
11. Tim van Dijke (NED)        - Red Bull-Bora              +5:26
12. Aimé de Gendt (BEL)        - Pinarello-Q36.5            +5:34
13. Oliver Naesen (BEL)        - Decathlon-CMA CGM          +5:39
14. Laurence Pithie (NZL)      - Red Bull-Bora
15. Alec Segaert (BEL)         - Bahrain Victorious        alle
16. Valentin Madouas (FRA)     - Groupama-FDJ
17. Per Strand Hagenes (NOR)   - Visma-Lease a Bike       gleiche
18. Michael Valgren (DEN)      - EF Education-Easypost
19. Brent van Moer (BEL)       - Pinarello-Q36.5           Zeit
20. Daan Hoole (NED)           - Decathlon-CMA CGM          +5:43
21. Lewis Askey (GBR)          - NSN                        +6:24
22. Romain Grégoire (FRA)      - Groupama-FDJ             gl.Zeit
23. Axel Huens (FRA)           - Groupama-FDJ               +6:42
24. Alberto Bettiol (ITA)      - XDS-Astana               gl.Zeit
25. Niklas Larsen (DEN)        - Unibet-Rose                +6:44
...
28. Kasper Asgreen (DEN)       - EF Education-Easypost      +6:46
34. Nils Politt (GER)          - UAE-XRG                    +6:56
35. Max Walscheid (GER)        - Lidl-Trek                  +6:56
36. Paul Magnier (FRA)         - Soudal-Quick Step          +6:56
37. Stefan Bissegger (SUI)     - Decathlon-CMA CGM          +6:56
41. Biniam Girmay (ERI)        - NSN                        +6:56
43. Marco Haller (AUT)         - Tudor                      +6:56
80. Luca Mozzato (ITA)         - Tudor                     +10:43
- 175 Teilnehmer, davon 121 klassiert.

 

Wildcards für die Flandern-Rundfahrt 2026 ergatterten die ProTeams Burgos, Flanders, Total und Unibet. Die 3 ProTeams Cofidis, Pinarello und Tudor und die 18 WorldTour-Teams waren automatisch qualifiziert.

Streckenverlauf

Diesmal an einem Ostersonntag um 10 Uhr beginnt die Flandern-Rundfahrt 2026 in Antwerpen, wo der Start seit einiger Zeit in geraden Kalenderjahren erfolgt. Die Zielankunft erfolgt sechseinhalb Stunden und 278,2 Rennkilometer später in Oudenaarde. Dazwischen stellen sich den Fahrern 16 Hellingen in den Weg. Die Anzahl dieser teils gepflasterten Anstiege in den flämischen Ardennen ist identisch zum Vorjahr.

Einer davon wurde eingewechselt, und zwar die Marlboroughstraat an 5. Stelle. Aus dem Programm genommen wurde hingegen Steenbeekdries samt Stationsberg, wo mit die nahezu identische Distanz zwischen Koppenberg und Taaienberg etwas entschärft wurde. So besteht das erweiterte Finale innerhalb der letzten 60 Kilometer aus Oude Kwaremont, Paterberg, Koppenberg, Taaienberg, Oude Kruisberg und noch einmal Oude Kwaremont und Paterberg. Von dessen Gipfel sind es unverändert 13,2 Kilometer bis ins Ziel nach Oudenaarde.

Anstiege («Hellingen»)km-ZeitLängemed.max.KSP*
 Lippenhovestraat168,612:53---1,3
 Paddestraat167,112:55---1,5
1.Oude Kwaremont136,013:382,24,0%11,6%1,5
2.Eikenberg120,114:011,25,2%10,0%1,2
 Holleweg118,614:03---0,7
3.Wolvenberg116,014:060,67,9%17,3%-
 Kerkgate112,414:11--- 
 Jagerij109,414:16---0,8
4.Molenberg103,514:250,57,0%14,2%0,3
5.Marlboroughstraat99,514:292,03,0 %7,0 %-
6.Berendries95,514:350,97,0%12,3%-
7.Valkenberg86,914:470,58,1%12,8%-
8.Berg ten Houte74,415:041,16,0%21,0%1,1
9.Nieuwe Kruisberg/Hotond64,915:182,74,0%8,5%-
10.Oude Kwaremont55,115:312,24,0%11,6%1,5
11.Paterberg51,615:360,412,9%20,3%0,4
12.Koppenberg45,315:450,611,6%22,0%0,6
 Maria Borrestraat41,215:51---2,4
13.Taaienberg36,815:570,56,6%15,8%0,5
14.Oude Kruisberg/Hotond26,516:112,74,1%9,4%0,5
15.Oude Kwaremont16,716:252,24,0%11,6%1,5
16.Paterberg13,216:300,412,9%20,3%0,4
Zielankunft in Oudenaarde: Kilometer 278,2 ca. 16:48 Uhr
*) Kopfsteinpflaster

www-tipps

Radsport-Seite.de, Homepage / Termine/Result. / Radsport-Termine 2026 / Flandern-Rundfahrt 2026