Tour Auvergne-Rhône-Alpes 2026

(FRA/2.UWT) - Siegerliste Critérium du Dauphiné

 

Et. Startort          Zielort              km    Etappensieger    Leader
 1. Vizille           Saint-Ismier         146   Alex Baudin      Alex Baudin
 2. St-Martin-Vinoux  Le Puy-en-Velay      234   Anthon Charmig   Alex Baudin
 3. Perreux           Perreux               28** Visma            Alex Baudin
 4. Le Puy-en-Velay   Montrond-Les-Bains   167   Quinn Simmons    Alex Baudin
 5. Saint-Chamond     Villars-Les-Dombes   196   Wout van Aert    Alex Baudin
 6. Saint-Vulbas      Crest-Voland         182   Maxim van Gils   Luke Tuckwell
 7. La Bridoire       Grand Colombier      134   Isaac del Toro   Luke Tuckwell
 8. Beaufort          Plateau de Solaison  120   Isaac del Toro   Isaac del Toro
**) Teamzeitfahren

 

Del Toro zum Gesamtsieg, und nicht Seixas

Isaac del Toro (UAE) gewann die 2026 erstmals als Tour Auvergne-Rhône-Alpes ausgetragene ehemalige Dauphiné-Rundfahrt. Der 22-jährige Mexikaner gewann die letzten beiden Bergankünfte und verdrängte erst am letzten der 8 Renntage Luke Tuckwell (Red Bull) um 54 Sekunden von der Spitze. Tuckwell hatte das Rennen zuvor nach einer Flucht überraschend angeführt und wird auch den 2. Platz als Erfolg werten. Das Podium komplettierte Juan Ayuso (Lidl). Der Favorit Paul Seixas (Decathlon) stürzte auf der vorletzten Etappe und verließ während der letzten Etappe das Rennen.

Die 1. Etappe der Tour Auvergne-Rhône-Alpes gewann Alex Baudin (EF) als Solist. Baudin stammte aus der frühen Spitzengruppe des Tages, aus der im letzten Anstieg knapp 29 Kilometer vorm Ziel als letzter Fahrer in Front übrig blieb. Seine Mitausreißer wurden gestellt. Die große Gruppe um die aussichtsreichsten Klassementfahrer teilte sich im windigen Flachstück kurz vor Schluss. 32 Sekunden hinter Baudin sprintete Ramses Debruyne (Alpecin) auf den 2. Platz vor Léo Bisiaux (Decathlon). Die Gesamtfavoriten del Toro, Seixas  und Ayuso kamen mit 44 Sekunden rein und verloren so 12 auf beispielsweise Onley und Vauquélin (beide Netcompany).

Die 2. Etappe gehörte der frühen Ausreißergruppe. Aus dieser waren 12 Kilometer vor Schluss 3 Fahrer an der Spitze übrig, als Anthon Charmig (Uno-X) sein Siegessolo startete. Clément Braz Afonso (Groupama) und Raul Garcia Pierna (Movistar) wurden noch von Henri-François Renard-Haquin (Picnic) und Vlad van Mechelen (Bahrain) gestellt, die am Ende 41 Sekunden hinter dem jubelnd austrudelnden Charmig auf die Plätze 2 und 3 sprinteten. Das Hauptfeld ab Platz 9 war 3:13 Minuten zurück. Von den Ausreißern spielte in der Gesamtwertung keiner wirklich eine Rolle.

Im 28,4 Kilometer langen Teamzeitfahren wurden wie zuletzt auch bei Etappenrennen des Veranstalters ASO die Zeiten für jeden Fahrer separat genommen, so dass die meisten Teams nur einen Fahrer solo in Front zuerst ins Ziel brachten. Im Falle von Visma war die Matteo Jorgenson, der damit den Teamsieg auf der 3. Etappe unter Dach und Fach brachte. Onley und Vauquelin verloren 9 Sekunden auf Jorgenson und brachten damit Netcompany den 2. Platz ein. Baudin und EF behielten durch einen 3. Platz das Gelbe Trikot. Ayuso und Skjelmose (Lidl) büßten als Tandem 32 Sekunden auf Jorgenson ein. Beim Rundfahrt-Favoriten Seixas waren es schon deren 45. Allerdings war sein Team wegen eines Ausfalls an Tag 1 der Rundfahrt nur mit 6 Mann unterwegs. Trotz des kompletten 7er-Aufgebots erreichte del Toro mit seinem Team nur den 9. Platz mit über einer Minute Rückstand.

Auf der 4. Etappe spielte einer 10-köpfigen Spitzengruppe starker Rückendwind im langen, finalen Geradeausstück in die Karten. So verteidigten sie bei rasanter Geschwindigkeit ihren engen Vorsprung um am Ende 4 Sekunden vor dem Hauptfeld. Quinn Simmons (Lidl) sprintete zum Sieg vor Finn Fisher-Black (Red Bull) und Mattéo Vercher (Totalenergies).

Die 5. Etappe gewann Wout van Aert (Visma) im Massensprint lässig mit einer Radlänge vor Hugo Hofstetter (NSN) und Phil Bauhaus (Bahrain). Schon am Vortag hatte van Aert den Sprint des Hauptfeldes für sich entschieden. Da ging es jedoch nur noch um den 11. Platz.

Auf der 6. Etappe fuhr ein riesiges Spitzenfeld um den Tagessieg im Bergaufziel. Maxim van Gils und Luke Tuckwell (beide Red Bull) holte zu Doppelschlag aus: Der eine gewann die Etappe im Sprint gegen Tobias Johannessen (Uno-X), der andere kam mit 6 Sekunden Rückstand auf den 3. Platz und eroberte das Gelbe Trikot rund eine und 2 Minuten vor seinen ehemaligen Mitausreißern Bruno Armiral (Visma) und Guillaume Martin (Groupama). Jorgenson, Seixas, Ayuso und del Toro sortierten sich in der Gesamtwertung 2:34, 3:06, 3:15 und 3:22 Minuten hinter Tuckwell ein, webei del Toro und Seixas im Schlussanstieg 13 Sekunden auf Jorgenson und 22 auf Ayuso herausfuhren.

Im schwierigeren Schlussanstieg der 7. Etappe am Grand Colombier setzte sich del Toro durch. Er überholte den zuvor ausgebrochenen Ayuso 1,6 Kilometer vorm Ziel und hängte diesen noch um 24 Sekunden ab. Die nächsten Fahrer im Ziel waren Johannessen mit 38 sowie Jorgenson und Uijtdebroeks mit 41 Sekunden Rückstand. Seixas verlor 1:21 Minuten, was aber mutmaßlich an einem frühen Sturz während der 7. Etappe lag. Er fuhr nach dem Sturz ersteinmal mit 3 Minuten Rückstand dem Hauptfeld hinterher.

Auch die Bergankunft der 8. Etappe ging an del Toro, der damit am Schlusstag das Gelbe Trikot eroberte. Del Toro siegte erneut vor Ayuso, diesmal sogar mit exakt einer Minuten Vorsprung. Johanessen drehte am Ende auf und kam noch auf 2 Sekunden an Ayuso heran. Die nächsten beiden Plätze belegte Skjelmose und Cristian Rodriguez (XDS) mit 1:31 Minuten Rückstand. Van Gils schleppte Tuckwell 1:43 hinter del Toro ins Ziel. Diese bemerkenswerte Leistung beider rettete Tuckwell den 2. Gesamtplatz. Jorgenson erreichte nur in dieser Gruppe das Ziel und wäre in der Gesamtwertung fast noch von Johannessen vom 4. Platz verdrängt worden. Seixas stieg in der Anfangsphase wegen schmerzender Hände aus.

 

So 6. bis So 15. Juni
Endklassement Tour Auvergne-Rhônes-Alpes 2026
 1. Isaac del Toro (MEX)       - UAE-XRG                 29:35:05
 2. Luke Tuckwell (AUS)        - Red Bull-Bora              +0:54
 3. Juan Ayuso (ESP)           - Lidl-Trek                  +1:17
 4. Matteo Jorgenson (USA)     - Visma-Lease a Bike         +1:36
 5. Tobias Johannessen (NOR)   - Uno-X                      +1:46
 6. Mattias Skjelmose (DEN)    - Lidl-Trek                  +2:41
 7. Cian Uijtdebroeks (BEL)    - Movistar                   +3:11
 8. Cristian Rodriguez (ESP)   - XDS-Astana                 +3:15
 9. José Félix Parra (ESP)     - Caja Rural-Seguros RGA     +6:25
10. Guillaume Martin (FRA)     - Groupama-FDJ               +7:21
...

 

Namensänderung

Neuer, gewöhnungsbedürftiger Name: Das langjährige Critérium Dauphiné heißt ab 2026 Tour Auvergne-Rhône-Alpes. Das je nach Sichtweise wichtigsten Etappenrennen hinter den 3 Grand Tours war schon längst nicht mehr auf die Alpenregion Dauphiné beschränkt, sondern startete zuletzt regelmäßig in der Auvergne im Zentralmassiv, um schließlich das angestammte Hochgebirge anzusteuern.

Strecke

2026 ist die Tour de Auvergne-Rhônes-Alpes bei ihrer Namens-Premiere eine echte Rundfahrt, die im Uhrzeigersinn durch die französische Region zwischen Alpen und Zentralmassiv und zurück führt, wobei mit dem Jura noch ein drittes Gebirge durchstreift wird. 4 Bergetappen, davon 3 mit Bergankunft, stehen 3 Hügeletappen und ein Teamzeitfahren gegenüber.

Gleich die 1. Etappe ist durchgängig hüglig bis bergig. Danach könnte es auf den Etappen 2, 4 und 5 Massenankünfte geben – eher ungewöhnlich viel bei diesem Rennen, wobei das wegen der hügligen Etappenverläufe auch längst noch nicht in Stein gemeißelt ist. Dazwischen liegt ein 28,2 Kilometer langes Teamzeitfahren, das der Gesamtwertung mit Sicherheit einen (zu) dicken Stempel aufdrücken wird. Etwas an der Gesamtwertung drehen lässt sich allerdings noch auf den Etappen 6 bis 8, die alle mit einer Bergankunft enden.

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