Amstel Gold Race 2019

(NED/1.UWT) - Siegerliste Amstel Gold Race

Van der Poel mit unfassbarem Wahnsinnssieg!

Mathieu van der Poel (Corendon) gewann das Amstel Gold Race 2019 nach einer unfassbaren Zuspitzung auf dem letzten Rennkilometer in Berg-en-Terblijt. Julian Alaphilippe (Deceuninck) und Jakob Fuglsang (Astana), die nach dem Eyserbosweg die letzten 37 Kilometer als Spitzenduo unterwegs waren, wurden rund 800 Meter vorm Ziel von Michal Kwiatkowski (Sky) gestellt. Dahinter führte van der Poel eine Verfolgergruppe heran, sprintete von der Spitze dieser Gruppe weg an der 300-Meter-Marke los und an der 75-Meter-Marke vorbei am Trio. Im Windschatten von van der Poel saugte sich Simon Clarke (EF) auf den 2. Platz vor Fuglsang. Alaphilippe blieb der 4. Platz vor Maximilian Schachmann (Bora).

Das Amstel Gold Race fand 2019 am Ostersonntag statt. Es standen dieselben 35 Anstiege im Profil wie im Vorjahr, also zuletzt Geulhemmerberg und Bemelerberg 15 und 8 Kilometer vorm Ziel in Berg-en-Terblijt, das nach einer Achterbahnfahrt durch Südlimburg nach 265,7 Kilometer Klassikerdistanz erreicht wurde.

Alaphilippe und Fuglsang verspielen großen Vorsprung

Und es ereignete sich ein Rennen für die Geschichtsbücher. Bei sommerlichen Temperaturen sah Alaphilippe schon weit vor dem Ziel wie der sichere Sieger aus – gegen einen im Sprint auf dem Papier klar schwächeren Mitausreißer Fuglsang. Doch Fuglsang pokerte am Ende, und Alaphilippe auch. Van der Poel hingegen ging All In, indem er eine Verfolgergruppe mit brutaler Kraftanstrengung auf der Zielgeraden zurückbrachte. Im Unterschied zum kurz zuvor als Solist aufschließenden Kwiatkowski hatte van der Poel tatsächlich noch die Reserven, um einen unwiderstehlichen Sprint draufzusetzen.

Im Trikot des niederländischen Straßenmeisters ging der amtierende Cross-Weltmeister van der Poel als Top-Favorit (neben vielleicht Alaphilippe) in sein Heimrennen, mit der Empfehlung der siegreich bestrittenen Tagesrennen GP de Denain, Quer durch Flandern und Pfeil von Brabant, bei teils kopflos erscheinender Offensiv-Fahrweise. Bei der Flandern-Rundfahrt 2 Wochen vor dem Amstel Gold Race hatte dem 24-jährigen Niederländer noch ein Sturz nach Defekt einen Strich durch die Rechnung gemacht. Nun wurde er zum Sieger eines Weltklasse-Rennens, das in dieser Form wohl noch niemand jemals gesehen hat.

44 Kilometer vorm Ziel eröffnet van der Poel Finale

Die frühe Spitzengruppe des Tages – bestehend aus: Bole (Bahrain), Schär (CCC), Bernard (Trek), Meisen (Corendon), van der Lijke (Roompot), Simion (Bardiani), van Asbroeck (Israel Academy), Sprengers, Verwilst (beide Sport Vlaanderen), Minnaard und Baugnies (beide Wanty) – hatte mit dem Ausgang des Rennens nichts zu tun. Der Vorsprung der letzten dieser Ausreißer betrug eine Minute vor dem Hauptfeld, als van der Poel 44 Kilometer vorm Ziel am Gulperberg attackierte und sich damit für seine Verhältnisse recht lange geduldete.

Gorka Izagirre (Astana) sprang mit und machte keine Führungsarbeit, so dass beide 4 Kilometer später wieder geschnappt waren. Unmittelbar danach bereitete Dries Devenyns für seinen Kapitän Alaphilippe die vermeintlich vorentscheidende Attacke vor. Mit den beiden kamen Matteo Trentin (Mitchelton) und Fuglsang über die Kuppe. Das Quartett überholte 37 Kilometer vorm Ziel die 3 letzten frühen Ausreißer Bole, Meisen und van Asbroeck.

Aber am Eyserbosweg gingen Alaphilippe und Fuglsang

Kurz darauf attackierte Alaphilippe am Eyserbosweg. Fuglsang konnte erst im oberen Bereich des steilen Anstiegs wieder aufschließen, wohingegen Devenyns und Trentin zurückfielen. Zu Trentin schlossen Kwiatkowski und Michael Woods (EF) auf, während Devenyns durchgereicht wurde. Woods musste am Keutenberg 29 Kilometer vorm Ziel Kwiatkowski und Trentin ziehen lassen, dies 20 Sekunden hinter dem Spitzenduo und 25 Sekunden vor einer rund 20-köpfigen Gruppe um van der Poel.

Vor dem drittletzten Anstieg, dem Cauberg, hatte sich der Vorsprung des Spitzenduos auf das Verfolgerduo halbiert. Die nächsten Verfolger wurden allerdings schon mit fast einer Minute Rückstand gemeldet. Aus der Verfolgergruppe attackierte Jelle Vanendert (Lotto) im Cauberg erfolglos. Hinter dem eigentlichen Anstieg etablierte sich Schachmann nun als Solo-Verfolger, dahinter ein Duo mit Bauke Mollema (Trek) und Simon Clarke, bevor das Glockenzeichen für die vorletzte Zieldurchfahrt erklang.

Auf der Ziellinie lagen die Zeitabstände wieder etwa wie am Keutenberg, also Alaphilippe und Fuglsang 20 Sekunden vor Kwiatkowski und Trentin und 45 vor Schachmann und den knapp dahinter liegenden nächsten Verfolgern. Trentin musste im Geulhemmerberg 15 Kilometer vorm Ziel Kwiatkowski ziehen lassen. 5 Kilometer später fanden beide noch einmal zusammen.

Nie gesehene letzte 10 Kilometer

Innerhalb der letzten 7 Kilometer attackierte Fuglsang im zunächst Bemelerberg. Doch wie bei 2 weitere Attacken auf dem folgenden Flachstück war Alaphilippe nicht abzuschütteln. Also verlegte sich Fuglsang aufs Taktieren, und Alaphilippe spielte die Spielchen mit.

Derweil zündete van der Poel seinen Schluss-Offensive. Er führte ein Quintett 2,5 Kilometer vorm Ziel zu Mollema und Clarke. Schachmann erreichte 2 Kilometer vorm Ziel Trentin, der unmittelbar zuvor Kwiatkowski entkräftet ein weiteres Mal ziehen lassen musste. 500 Meter später rollte van der Poel mit Gefolge zu Schachmann und Trentin. Es folgte der legendäre Schlusskilometer eines unvergesslichen Amstel Gold Race 2019. Van der Poel war der erste Heimsieger beim wichtigsten niederländischen Radrennen seit Erik Dekker 2001.

So 21. April 2019, Maastricht - Berg-en-Terblijt
Ergebnis der 54. Auflage Amstel Gold Race (265,7km)
1. Mathieu van der Poel (NED) - Corendon-Circus 6:28:18
2. Simon Clarke (AUS) - EF Education First
3. Jakob Fuglsang (DEN) - Astana
4. Julian Alaphilippe (BEL) - Deceuninck-Quick Step
5. Maximil. Schachmann (GER) - Bora-Hansgrohe
6. Bjorg Lambrecht (BEL) - Lotto-Soudal alle
7. Alessandro de Marchi (ITA) - CCC
8. Valentin Madouas (FRA) - Groupama-FDJ gleiche
9. Romain Bardet (FRA) - AG2R La Mondiale
10. Matteo Trentin (ITA) - Mitchelton-Scott Zeit
11. Michal Kwiatkowski (POL) - Sky +0:02
12. Bauke Mollema (NED) - Trek-Segafredo gl.Zeit
13. Rui Costa (POR) - UAE-Emirates +0:46
14. Greg van Avermaet (BEL) - CCC gl.Zeit
15. Daryl Impey (RSA) - Mitchelton-Scott +0:54
16. Michael Matthews (AUS) - Sunweb
17. Jay McCarthy (AUS) - Bora-Hansgrohe
18. Roman Kreuziger (CZE) - Dimension Data
19. Dion Smith (NZL) - Mitchelton-Scott
20. Kristian Sbaragli (ITA) - Israel Academy
21. Robert Gesink (NED) - Jumbo-Visma alle
22. Diego Ulissi (ITA) - UAE-Emirates
23. Toms Skujins (LAT) - Trek-Segafredo
24. Ben Hermans (BEL) - Israel Academy
25. Enrico Battaglin (ITA) - Katusha-Alpecin gleiche
...
26. Patrick Konrad (AUT) - Bora-Hansgrohe
28. Oliver Naesen (BEL) - AG2R La Mondiale
30. Philippe Gilbert (BEL) - Deceuninck-Quick Step Zeit
41. Enrico Gasparotto (ITA) - Dimension Data +4:19
52. Michael Valgren (DEN) - Dimension Data +4:19
65. Alejandro Valverde (ESP) - Movistar +4:19
69. Alberto Bettiol (ITA) - EF Education First +7:53
- 175 Teilnehmer, davon 109 klassiert.

Wildcards gab es beim Amstel Gold Rennen 2019 für Badriani, Corendon, Israel Academy, Roompot, Sport Vlaanderen, Vital Concept und Wanty.

Anstiege

km-

Zeit

1.

Slingerberg

256

10:49

2.

Adsteeg

251

10:55

3.

Lange Raarberg

243

11:07

4.

Bergseweg

227

11:29

5.

Sibbergrubbe

216

11:46

6.

Cauberg

211

11:52

7.

Geulhemmerberg

207

11:58

8.

Heiweg

187

12:26

9.

Kallenberg

183

12:31

10.

Wolfsberg

176

12:42

11.

Loorberg

173

12:46

12.

Schweibergerweg

151

13:03

13.

Camerig

155

13:11

14.

Drielandenpunt

142

13:29

15.

Gemmenich

137

13:36

16.

Vijlenerbos

133

13:42

17.

Eperheide

125

13:53

18.

Gulperberg

116

14:06

19.

Plettenberg

112

14:12

20.

Eyserweg

110

14:15

21.

St. Remigiusstraat

106

14:21

22.

Vrakelberg

102

14:26

23.

Sibbergrubbe

93

14:38

24.

Cauberg

87

14:46

25.

Geulhemmerberg

84

14:52

26.

Bemelerberg

71

15:11

27.

Loorberg

55

15:32

28.

Gulperberg

45

15:46

29.

Kruisberg

40

15:54

30.

Eyserbosweg

38

15:57

31.

Fromberg

34

16:02

32.

Keutenberg

30

16:08

33.

Cauberg

19

16:23

34.

Geulhemmerberg

15

16:29

35.

Bemelerberg

8

16:39

Zielankunft in Berg-en-Terblijt: ca. 16:49
Zeiten für 42 km/h im Schnitt
km-: aufgerundete Distanz zum Ziel

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