Straßen-WM 2007 in Stuttgart

WM-Übersicht

Bettini und Cancellara wiederholten ihre Triumphe

Die beiden Rennen der Männer-Elite brachten bei der WM in Stuttgart die selben Sieger hervor wie im Jahr zuvor in Salzburg. Beim Straßenrennen gewann am Schlusstag Titelverteidiger Paolo Bettini für Italien zum zweiten Mal das Regenbogentrikot. Stefan Schumacher holte bei seiner Heim-WM Bronze hinter dem Russen Kolobnew. Im Einzelzeitfahren ließ der Schweizer Fabian Cancellara seinen Gegner erneut keine Chance. Die deutschen Starter Bert Grabsch und Sebastian Lang verpassten die Medaillen knapp.

Terminplan
26.09. Einzelzeitfahren Männer U23 (38,1km)
26.09. Einzelzeitfahren Frauen (25,1km)
27.09. Einzelzeitfahren Männer Elite (44,9 km)
29.09. Straßenrennen Frauen (133,7km)
29.09. Straßenrennen Männer U23 (171,9km)
30.09. Straßenrennen Männer Elite (267,4km)

Die Weltmeisterschaften wurden am Dienstag, den 25. September, mit einer bizarren Zeremonie offiziell eröffnet. Die ersten Rennen fanden am Mittwoch statt - und es gewannen zwei Crosser: Zunächst triumphierte Lars Boom im U23-Einzelzeitfahren, dann sorgte Hanka Kupfernagel im Zeitfahren der Frauen für den ersten deutschen Paukenschlag! Am Donnerstag gab es den Favoritensieg im Elite-Einzelzeitfahren durch Titelverteidiger Fabian Cancellara. Im Straßenrennen der Frauen diktierten am Samstag die Italienierinnen das Geschehen und sorgten für einen Vorgeschmack fürs Rennen der Männer. Noch am gleichen Tag gewann Wiesenhof-Profi Peter Velits aus der Slowakei das Straßenrennen der U23-Klasse.

Wie im Kindergarten
Die Straßen-WM in Stuttgart fand trotz etlicher Störfeuer wie geplant statt. Nach den Dopingfällen vor und während der Tour de France drohte eine Streichung der Bundeszuschüsse. Ohne diese Gelder hätte die WM wahrscheinlich abgesagt werden müssen. Vor allem Bundes-Innenminister Schäuble (CDU), auch zuständig für Sport, plusterte sich auf und erwog eine Absage der WM - genau derselbe Innenminister, der unlängst von «gezielter Tötung» faselte und unfähig war, ein vernünftiges Anti-Doping-Gesetz auf die Beine zu stellen. Eine vielversprechende Veranstaltung war schon Wochen vor Beginn vergiftet.

Die Bundesgelder wurden schließlich freigegeben, weil die Verbände vermehrte und verbesserte Doping-Kontrollen versprachen. Eine CDU-Politikerin träumte: «Die Kontrollen sind so umfangreich, dass keiner dopt und nicht erwischt wird.» Sicherlich ein richtiger Schritt, allerdings gibt es in jeder Sportart immer noch genügend Mittel, die keine aktuelle Kontrolle nachweisen kann. Pünktlich während der WM-Woche wieder die Kehrtwende: Nach weiteren Enthüllungen und nicht unterschriebenen Ehrenerklärungen ging das Doping-Theater in die nächste Runde. Wie im Kindergarten zankten sich Weltverband UCI, die Stadtspitze von Stuttgart, der spanische Verband, der Anwalt Paolo Bettinis, ZDF & Co. um Doping und Anti-Doping. Vor der WM beherrschte nicht der Sport, sondern die dopingverdächtigen Favoriten Bettini, di Luca und Valverde die Schlagzeilen.

www-tipps zur vorbereitung aufs rennen

Offizielle Homepage: http://www.radwm2007.com/
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WM des Vorjahres in Salzburg
WM vor zwei Jahren in Madrid
Straßenrennen 1991 in Stuttgart (Sieger Bugno)

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