Straßen-WM 2017 in Bergen - Einzelzeitfahren

Übersicht WM 2017 - Siegerliste Einzelzeitfahren

Mi 20. September 2017
Location: Bergen (NOR)
Distanz: 31 km

Dumoulin deklassiert Roglic und Froome

Tom Dumoulin wurde bei der Straßen-WM in Bergen 2017 als erster Niederländer Weltmeister im Einzelzeitfahren. Regen, Kopfsteinpflaster, Bergankunft, Radwechsel ja oder nein - das alles konnte dem fliegenden Niederländer überhaupt nichts anhaben. Auf dem am Ende regennassen 31-Kilometer-Kurs mit Bergaufziel am Mount Floyen verwies Dumoulin mit 58 Sekunden Abstand Primoz Roglic (Slowenien) auf den Silberrang. 23 Sekunden hinter Roglic musste sich Chris Froome (Großbritannien) mit Bronze begnügen, nur wenige Sekunden vor einem Trio, das noch bei trockenen Verhältnissen unterwegs war.

Nelson Oliveira (Portugal) stellte als 48. von 65 Starten eine Bestzeit auf, obwohl er vor dem 3,4 Kilometer langen und von 5 auf 316 Meter steigenden Mount Floyen einen verkorksten Radwechsel hinlegte. Vor dem Schlussanstieg war ein roter Teppich ausgerollt, auf dem man von der Zeitfahrmaschine aufs herkömmliche Rennrad wechseln konnte für die winkligen und steilen Serpentinen. Fast alle anderen vorn platzierten Fahrer verzichteten auf einen Radwechsel, so auch Kirijenka (Weißrussland) und Moscon (Italien), die beide nur um weniger als eine Sekunde an Oliveiras Marke vorbeifuhren.

Keine Sensation trotz Regenlotterie

Im Regen verhinderten die beiden Top-Favoriten Dumoulin und Froome sowie Roglic eine Sensation, verschuldet durch eine Wetterlotterie in der Regenhauptstadt Europas. Dumoulin zeigte von Beginn weg die schnellsten Teilzeiten. Nur am Schlussanstieg war Roglic schneller. Roglic holte durch sein starkes Finish die Silbermedaille. Außer Oliveira und Kelderman (Niederlande, 7. Platz) war Roglic einer von 3 Fahrern in den Top-Ten, der vorm Mount Floyen aufs normale Rennrad umstieg.

Titelverteidiger Tony Martin (Deutschland) fuhr als letzter Starter direkt hinter Dumoulin und Froome. Der auf flache Kurse spezialsierte 4-fach-Champion schlug sich besser als erwartet, auch wenn ein 9. Platz im Ziel darüber hinwegtäuschen mochte. Denn Martin fehlten nur 19 Sekunden auf den Bronzerang von Froome, der für den Kurs besser geeignet war. Und die Ränge 4 bis 7 belegten Fahrer, die vom Regen verschont blieben. Gegen Dumoulin fehlte es hingegen in allen Belangen.

Und dann war da noch Rohan Dennis (Australien), der hinter Dumoulin und Froome als größter Medaillenkandidat gehandelt wurde. Bei der 2. und 3. Zwischenzeit fehlten Dennis nur 10 Sekunden auf Dumoulin, so wenig wie keinem anderen. Dann aber stürzte Dennis auf den regennassen Untergrund in Bergen. Er fiel auf den 22. Platz bei der letzten Zwischenzeit zurück, war danach jedoch wieder schneller als ein Froome, der die Bronzemedaille demnach Dennis' Sturz zu verdanken hatte. Dennis fuhr noch vor auf den 8. Platz.

Ergebnis
1. Tom Dumoulin (NED) 44:41.00
2. Primoz Roglic (SLO) +0:57.79
3. Christopher Froome (GBR) +1:21.25
4. Nelson Oliveira (POR) +1:28.52
5. Wassil Kirijenka (BLR) +1:28.75
6. Gianni Moscon (ITA) +1:29.49
7. Wilco Kelderman (NED) +1:34.33
8. Rohan Dennis (AUS) +1:37.39
9. Tony Martin (GER) +1:39.88
10. Jan Tratnik (SLO) +1:43.45
11. Bob Jungels (LUX) +1:49.46
12. Nicolas Roche (IRL) +1:53.54
13. Alexis Gougeard (FRA) +1:53.97
14. Jonathan Castroviejo (ESP) +2:01.39
15. Ilnur Sakarin (RUS +2:04.44
16. Victor Campenaerts (BEL) +2:08.55
17. Edvald Boasson Hagen (NOR) +2:11.20
18. Andrej Griwko (UKR) +2:15.13
19. Nikias Arndt (GER) +2:16.05
20. Ignatas Konovalovas +2:21.15
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Startzeiten

6 Startgruppen wegen des Rundkurses.

Streckenvorschau

Das Einzelzeitfahren der Männer-Elite ist bei der WM 2017 in Norwegen mit 31 Kilometern ziemlich kurz. Allerdings mündet die zunächst flache Stecke in Bergen in einen 3,4 Kilometer langen Schlussanstieg. Dieser Mount Floyen ist im Schnitt 9,1 % steil!

Ein solch außergewöhnlicher Schlusspunkt eines WM-Einzelzeitfahrens macht den Roleuren einen Strich durch die Rechnung - und den Ausgang nur schwer berechenbar. Der Mount Floyen ist ein deutlich anspruchsvollerer Berg im Vergleich zum Mount Salmon, der im Straßenrennen zu bewältigen ist.

www-tipps

Bergen 2017
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