Spanien-Rundfahrt 2006

(ESP/ProTour-GT2) - Teams - Ergebnisse - Vuelta-Siegerliste

61. Spanien-Rundfahrt: 26.08.-11.09.2006
Gesamtsieger: Alexander Winokurow (KAZ/Astana Team)
Punktetrikot: Thor Hushovd (NOR/Crédit Agricole)
Bergtrikot: Egoi Martinez (ESP/Discovery Channel)
Mannschaftswertung: Discovery Channel
Gesamtdistanz: ca. 3129km

Etappenplan:
Et. Start Ziel km Etappensieger Leader

1. Málaga Málaga 72 Team CSC Carlos Sastre
2. Málaga Córdoba 176 Paolo Bettini Thor Hushovd
3. Córdoba Almendralejo 219 Francisco Ventoso Thor Hushovd
4. Almendralejo Cáceres 135 Erik Zabel Thor Hushovd
5. Plasencia La Covatilla/Béjar 178 Danilo di Luca Danilo di Luca
6. Zamora León 177 Thor Hushovd Danilo di Luca
7. León El Morredero 154 Alejandro Valverde Janez Brajkovic
8. Ponferrada Lugo 182 Alexander Winokurow Janez Brajkovic
9. A Fonsagrada La Cobertoria 207 Alexander Winokurow Alejandro Valverde
10. Avilés Santillana del Mar 199 Sergio Paulinho Alejandro Valverde
11. Torrelavega Burgos 174 Egoi Martinez Alejandro Valverde
12. Aranda de Duero Guadalajara 169 Luca Paolini Alejandro Valverde
13. Guadalajara Cuenca 180 Samuel Sanchez Alejandro Valverde
14. Cuenca Cuenca 33* David Millar Alejandro Valverde
15. Motilla del Palancar Almussafes 182 Robert Förster Alejandro Valverde
16. Almería Calar Alto 145 Igor Anton Alejandro Valverde
17. Adra Granada 167 Tom Danielson Alexander Winokurow
18. Granada La Pandera 153 Andrej Kaschetschkin Alexander Winokurow
19. Jaén Ciudad Real 205 José Luis Arrieta Alexander Winokurow
20. Rivas Vaciamadrid Rivas Vaciamadrid 28* Alexander Winokurow Alexander Winokurow
21. Madrid Madrid 142 Erik Zabel Alexander Winokurow
*) Einzelzeitfahren 2) Teamzeitfahren
Bärenstarkes Kasachen-Duo: Vuelta-Sieger Winokurow (rechts) und Kollege Kaschetschkin
Alexander Winokurow, 33 Jahre

Winokurow Gesamtsieger vor Valverde
Alexander Winokurow (Astana) ist Gesamtsieger der Spanien-Rundfahrt 2006. Der attackierfreudige Kasache steigerte sich mit zunehmender Dauer der Rundfahrt und löste den lange führenden Spanier Alejandro Valverde (Caisse d'Epargne-Illes Balears) vier Tage vor Schluss von der Spitzenposition ab. Die beiden trennten am Ende in Madrid 1:12 Minuten. Als Gesamtdritter rundete Winokurows Spezi Andrej Kaschetschkin den Triumph Kasachstans bei der 60. Vuelta a España ab. Für Winokurow und sein neu formiertes Astana Team war der Vuelta-Triumph ein großes Trostpflaster für die verpasste Tour-de-France-Teilnahme. Das nach der kasachischen Hauptstadt benannte Team hatte im Zuge des großen spanischen Doping-Skandals nicht an der Tour 2006 teilnehmen können. Winokurow hatte kurzerhand einige großzügige Geldgeber in seiner Heimat Kasachstan zusammengekratzt, nachdem beim dopingverseuchten Vorgängerteam der Hauptsponsor Liberty Seguros abgesprungen war. Winokurows Gesamtsieg war der erste kasachische Gesamtsieg bei einer großen Rundfahrt überhaupt.

Dabei hatte die Rundfahrt für Winokurow eher durchwachsen begonnen. Bei der ersten Bergankunft auf der 5. Etappe büßte der Kasache rund zwei Minuten auf die Spitze ein. Alejandro Valverde hingegen bewahrte Schlagdistanz zu den beiden Protagonisten dieser Etappe: Tagessieger Danilo di Luca (Liquigas) und Janez Brajkovic (Discovery Channel). Di Luca und der junge Slowene Brajkovic trugen jeweils zwei Tage das goldene Trikot des Gesamtführenden, hatten aber schließlich nichts mehr mit dem Ausgang der Rundfahrt zu tun. Auf der 7. Etappe überspurtete Alejandro Valverde bei einer weiteren Bergankunft den ausgerissenen Winokurow, der den Etappensieg vor Augen hatte, erst kurz vor dem Zielstrich. An den beiden nachfolgenden Tagen bewies Winokurow dann Moral. Auf der 8. Etappe schnappte er den Sprintern mit einem beherzten Antritt den Etappensieg weg, und auf der 9. Etappe ließ er den nächsten Sieg folgen, diesmal auf einer Bergetappe.

Kasachen-Duo entert Spanien
Der Kampf um den Gesamtsieg wurde zum Vierkampf. Valverde hatte auf der 9. Etappe das Gold-Trikot übernommen, Kaschetschkin und Carlos Sastre (Team CSC) lauerten knapp dahinter. Winokurow hatte zwar immerhin schon knapp zwei Minuten Rückstand, aber er war der einzige Klassementfahrer, der im Zeitfahren Zeit auf Valverde gutmachen konnte. Bis zur 17. Etappe änderte sich an dieser Konstellation nichts Entscheidendes, außer dass Valverde seinen Vorsprung auf Kaschetschkin und den abbauenden Sastre leicht ausbauen konnte. Die 17. Etappe hielt einen Berg rund 40 Kilometer vor dem Ziel bereit. Kaschetschkin attackierte, Teamkollege und Landsmann Winokurow schloss wenig später auf. Valverde begrenzte den Rückstand auf der Bergkuppe auf wenige Sekunden und hatte auf der Abfahrt fast wieder Sichtkontakt zu Winokurow. Der Kasache beschleunigte dann aber, ließ Kaschetschkin als Aufpasser zurück und holte seinen gesamten Rückstand auf Valverde im Flachstück heraus. Valverde hatte keine Helfer mehr aus seinem Team und Fahrer anderer Teams dachten nicht daran, ihm bei der Verfolgung Winokurows zu helfen.

Die Bergankunft in der Sierra de la Pandera war für Valverde die letzte Chance, die Vuelta noch einmal zu seinen Gunsten umzubiegen. Denn auf das Zeitfahren am Vorschlusstag konnte er sich gegen Winokurow nicht verlassen. Stattdessen machte Winokurow in La Pandera schon den Sack zu! Wieder stiefelte er mit seinem Adjutanten Kaschetschkin davon, konnte ihm sogar den Etappensieg überlassen. Andrej Kaschetschkin überholte in der Gesamtwertung noch den bis dahin Drittplatzierten Carlos Sastre, der wie bei der Tour de France den Sprung aufs Podest verpasste. Sastre ist der einzige Fahrer, der in dieser Saison alle drei großen Rundfahrten bestritt und auch zu Ende fuhr.

Absurde ProTour-Rangliste
In der umstrittenen ProTour-Gesamtwertung sprang Alexander Winokurow allein durch seinen Gesamtsieg bei der Vuelta von Null auf Zehn! Besser kann man den Schwachsinn des jetzigen ProTour-Punktesystems wohl kaum dokumentieren. Zudem hat der Weltverband UCI weiterhin die Fahrer Landis und Ullrich aus der aktuellen Rangliste ausradiert, obwohl diese nach ihren Doping-Verwicklungen noch nicht verurteilt wurden. Ebenso dopingverdächtige Fahrer wie Basso oder Jaksche werden aber nach wie vor in der ProTour-Wertung gelistet. Und in die Team- und Nationenwertung fließen Landis' und Ullrichs Punkte weiterhin ein. Die UCI sollte sich schämen!

Der Vuelta-Zweite Alejandro Valverde steht indes praktisch als zweiter ProTour-Gesamtsieger fest. Valverde führt mit einem riesigem Vorsprung wie Danilo di Luca im Vorjahr. Die hinter Valverde platzierten Cadel Evans (Davitamon), Andrej Kaschetschkin und Alessandro Ballan (Lampre) müssten schon alle drei noch ausstehenden ProTour-Rennen im Oktober gewinnen, um Valverde noch zu überholen. Wichtiger als die ProTour dürfte den genannten Fahrern ohnehin die Straßen-WM in Salzburg sein, die im Anschluss an die Spanien-Rundfahrt stattfindet. Etliche Profis degradierten die Vuelta mal wieder nur zum Aufwärmprogramm für die WM und stiegen nach rund zwei Wochen aus dem Rennen aus.

Zabel und Förster holen Sprintsiege
Als punktbester Sprinter der Spanien-Rundfahrt 2006 wurde Thor Hushovd (Crédit Agricole) aus Norwegen ausgezeichnet. Erik Zabel (Team Milram) hatte die Punktewertung der Vuelta schon dreimal zwischen 2002 und 2004 für sich entschieden. Wichtiger sind aber zweifelsohne seine beiden Etappensiege, mit denen der 36-jährige Deutsche 2006 endlich seine ersten großen Siege herausfahren konnte. Klasse, Erik! Auch Zabels Landsmann Robert Förster (Gerolsteiner) konnte einen Etappensieg im Massensprint erringen. «Frösi» bestätige damit seinen Erfolg von Mailand beim Giro d'Italia im Mai.

26. August bis 17. September
Endklassement Vuelta Ciclista España 2006
1. Alexander Winokurow (KAZ) - Astana Team 81h23:07
2. Alejandro Valverde (ESP) - Caisse d'Epargne +1:12
3. Andrej Kaschetschkin (KAZ) - Astana Team +3:12
4. Carlos Sastre (ESP) - Team CSC +3:35
5. J.A. Gomez Marchante (ESP) - Saunier Duval +6:51
6. Tom Danielson (USA) - Discovery Channel +8:09
7. Samuel Sanchez (ESP) - Euskaltel-Euskadi +8:26
8. Wladimir Karpets (RUS) - Caisse d'Epargne +10:36
9. Manuel Beltran (ESP) - Discovery Channel +10:47
10. Luis Perez (ESP) - Cofidis +11:32
11. Stijn Devolder (BEL) - Discovery Channel +12:52
12. Egoi Martinez (ESP) - Discovery Channel +15:10
13. Leonardo Piepoli (ITA) - Saunier Duval +17:23
14. Sylvester Szmyd (POL) - Lampre-Fondital +18:40
15. Igor Anton (ESP) - Euskaltel-Euskadi +18:56
16. Sergio Paulinho (POR) - Astana Team +19:44
17. Joaquin Rodriguez (ESP) - Caisse d'Epargne +24:18
18. Jewgeni Petrow (RUS) - Lampre-Fondital +27:51
19. David Arroyo (ESP) - Caisse d'Epargne +28:04
20. Christopher Horner (USA) - Davitamon-Lotto +29:04
21. Lars Ytting Bak (DEN) - Team CSC +30:36
22. Xabier Zandio (ESP) - Caisse d'Epargne +32:09
23. Wladimir Gusew (RUS) - Discovery Channel +34:45
24. Theo Eltink (NED) - Rabobank +42:46
25. José Miguel Elias (ESP) - Relax-Gam +43:20
26. Iñigo Chaurreau (ESP) - ag2r Prevoyance +45:03
27. Iñigo Cuesta (ESP) - Team CSC +46:21
28. Nicki Sorensen (DEN) - Team CSC +46:30
29. Stéphane Goubert (FRA) - ag2r Prevoyance +50:47
30. Janez Brajkovic (SLO) - Discovery Channel +50:49
...
34. Haimar Zubeldia (ESP) - Euskaltel-Euskadi +56:12
35. Iban Mayo (ESP) - Euskaltel-Euskadi +56:48
44. José Luis Arrieta (ESP) - ag2r Prévoyance +1h24:48
49. Oscar Pereiro (ESP) - Caisse d'Epargne +1h30:54
57. Torsten Hiekmann (GER) - Gerolsteiner +1h40:19
62. Erik Zabel (GER) - Team Milram +1h45:00
64. David Millar (GBR) - Saunier Duval +1h45:54
72. Grischa Niermann (GER) - Rabobank +1h51:49
81. Stephan Schreck (GER) - T-Mobile Team +2h05:03
82. Thor Hushovd (NOR) - Crédit Agricole +2h05:03
92. Heinrich Haussler (GER) - Gerolsteiner +2h20:53
127. Sebastian Siedler (GER) - Team Milram +2h56:11
130. Robert Förster (GER) - Gerolsteiner +2h58:24
133. Enrico Poitschke (GER) - Team Milram +3h20:10
- 189 Teilnehmer, davon 134 klassiert.
Punktwertung:
1. Thor Hushovd (NOR) - Crédit Agricole 199 p.
2. Alexander Winokurow (KAZ) - Astana Team 163
3. Alejandro Valverde (ESP) - Caisse d'Epargne 147
4. Samuel Sanchez (ESP) - Euskaltel-Euskadi 107
5. Erik Zabel (GER) - Team Milram 104
Bergwertung:
1. Egoi Martinez (ESP) - Discovery Channel 129 p.
2. Pietro Caucchioli (ITA) - Crédit Agricole 117
3. Alejandro Valverde (ESP) - Caisse d'Epargne 98
4. Andrej Kaschetschkin (KAZ) - Astana Team 84
5. Alexander Winokurow (KAZ) - Astana Team 82
Kombinationswertung:
1. Alexander Winokurow (KAZ) - Astana Team 8 p.
2. Alejandro Valverde (ESP) - Caisse d'Epargne 8
3. Andrej Kaschetschkin (KAZ) - Astana Team 15
4. Carlos Sastre (ESP) - Team CSC 21
5. J.A. Gomez Marchante (ESP) - Saunier Duval 24
Teamwertung:
1. Discovery Channel 243h36:42
2. Caisse d'Epargne-Illes Balears +15:25
3. Astana +25:33
4. Euskaltel-Euskadi +32:13
5. Team CSC +52:56
ProTour-Wertung nach 24 von 27 Rennen
1. Alejandro Valverde (ESP) - Caisse d'Epargne 285 p.
2. Cadel Evans (AUS) - Davitamon-Lotto 162
3. Andrej Kaschetschkin (KAZ) - Astana Team 156
4. Alessandro Ballan (ITA) - Lampre-Fondital 155
5. Tom Boonen (BEL) - Quick Step 154
6. Frank Schleck (LUX) - Team CSC 150
7. Ivan Basso (ITA) - Team CSC 138
8. Stefan Schumacher (GER) - Gerolsteiner 133
9. Samuel Sanchez (ESP) - Euskaltel-Euskadi 133
10. Alexander Winokurow (KAZ) - Astana Team 121
11. Christophe Moreau (FRA) - ag2r Prevoyance 118
12. George Hincapie (USA) - Discovery Channel 117
13. Levi Leipheimer (USA) - Gerolsteiner 114
14. Carlos Sastre (ESP) - Team CSC 114
15. Jörg Jaksche (GER) - Astana-Würth 110
...
18. Thor Hushovd (NOR) - Crédit Agricole 104
20. J.A. Gomez Marchante (ESP) - Saunier Duval 97
21. Paolo Bettini (ITA) - Quick Step 94

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