Vuelta a España 2017 - 11. Etappe

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10. Etappe Mi 30. August: 11. Etappe 12. Etappe

Zielankunft am Observatorio Astronómico de Calar Alto: ca. 17:40 Uhr

Lopez vor Trio aus Froome, Nibali, Kelderman

Miguel Angel Lopez (Astana) gewann in Andalusien die 11. Etappe der Vuelta a España 2017 zur Sternwarte Calar Alto. An der ersten langen Bergankunft der diesjährigen Rundfahrt waren 14 Sekunden dahinter Chris Froome (Sky), Vincenzo Nibali (Bahrain) und Wilco Kelderman (Sunweb) die nächsten Fahrer im Ziel. Froome baute seine Gesamtführung weiter aus.

Lopez feierte seinen ersten Etappensieg bei einer 3-wöchigen Rundfahrt. Der 23-jährige Kolumbianer attackierte gut einen Kilometer vor dem Ziel die Koryphäen Froome und Nibali. Im 15,5 Kilometer langen Schlussanstieg waren die bis dahin Zweit- und Drittplatzierten der Gesamtwertung, Chaves (Orica) und Roche (BMC), schon früh zurückgefallen. Chaves verlor rund 2 Minuten, Roche über 4.

Ergebnis
1. Miguel Angel Lopez (COL) - Astana 5:05:09
2. Christopher Froome (GBR) - Sky +0:14
3. Vincenzo Nibali (ITA) - Bahrain-Merida gl.Zeit
4. Wilco Kelderman (NED) - Sunweb gl.Zeit
5. Romain Bardet (FRA) - AG2R La Mondiale +0:31
6. Alberto Contador (ESP) - Trek-Segafredo alle
7. Ilnur Sakarin (RUS) - Katusha-Alpecin gleiche
8. Mikel Nieve (ESP) - Sky Zeit
9. Darwin Atapuma (COL) - UAE-Emirates +1:02
10. David de la Cruz (ESP) - Quick Step Floors +1:14
11. Michael Woods (CAN) - Cannondale-Drapac +1:17
12. Wout Poels (NED) - Sky gl.Zeit
13. Richard Carapaz (ECU) - Movistar +1:22
14. Pello Bilbao (ESP) - Astana +1:32
15. Fabio Aru (ITA) - Astana gl.Zeit
16. Steven Kruijswijk (NED) - LottoNL-Jumbo gl.Zeit
17. Esteban Chaves (COL) - Orica-Scott +2:05
18. Sam Oomen (NED) - Sunweb alle
19. Sergio Pardilla (ESP) - Caja Rural-Seguros RGA gleiche
20. Louis Meintjes (RSA) - UAE-Emirates Zeit
21. Tejay van Garderen (USA) - BMC +3:26
...
28. Nicolas Roche (IRL) - BMC +4:17
34. Adam Yates (GBR) - Orica-Scott +9:13
- 178 Fahrer klassiert.
DNF Domenico Pozzovivo (ITA) - AG2R La Mondiale

Froome nun 79 Sekunden vor Nibali

Abgesehen vom unantastbaren Froome gab es in der Gesamtwertung schwere Verwerfungen. Nibali sprang vom 4. auf den 2. Platz mit 1:17 Minuten Rückstand auf Froome. Da spielte eine untergeordnete Rolle, dass Froome und Nibali für den 2. und 3. Platz im Ziel 6 und 4 Sekunden Bonifikation erhielten.

Tagessieger Lopez verbesserte sich vom 15. auf den 10. Platz mit nun 4:11 Minuten Rückstand, Kelderman gar vom 11. auf den 5. Platz mit 2:37. Bis kurz vor Schluss hielten Sakarin (Katusha) und Contador (Trek) mit den Top-4 des Tages mit, so dass sie in der Gesamtwertung von 10 auf 6 sowie von 13 auf 9 stiegen.

Den Schaden einigermaßen begrenzen konnten de la Cruz (Quick Step) und Woods (Cannondale) mit einer Minute Verlust gerechnet zu Froome. Bei Aru (Astana) waren es noch einige Sekunden mehr. Aru und Woods hielten ihre Plätze 7 und 8. De la Cruz verbesserte sich dank der Schwäche von Roche und van Garderen (beide BMC) sogar auf den 4. Platz.

Teams von Chaves und Roche die großen Verlierer

Die großen Verlierer des Tages waren die Teams von Chaves und Roche, die in der Gesamtwertung entsprechend den Rückwärtsgang einlegten. Ein früher Angriff von Simon Yates (Orica) sah noch wie die Vorbereitung eines Großangriffs aus. Der Schuss ging jedoch nach hinten los. Simon konnte sich vorne nicht etablieren, wäre also ohnehin keine große Hilfe gewesen, und - schlimmer noch - Chaves verlor fast 2 Minuten auf Froome und Simons Bruder Adam sogar deren 9.

Chaves fiel nur auf den 3. Platz der Gesamtwertung zurück mit nun 2:33 Rückstand auf Froome und wenigen verbliebenen Sekunden vor de la Cruz, Kelderman, Sakarin, Aru und Woods, die ein dichtes Paket von Platz 3 bis 8 bilden. Für Adam Yates ging es vom 9. nach hinten auf den 20. Platz. Roche und van Garderen fielen knapp aus den Top-Ten hinter Contador und Lopez, kommend vom 3. und 5. Platz.

Gesamtwertung
1. Christopher Froome (GBR) - Sky 45:18:01
2. Vincenzo Nibali (ITA) - Bahrain-Merida +1:19
3. Esteban Chaves (COL) - Orica-Scott +2:33
4. David de la Cruz (ESP) - Quick Step Floors +2:36
5. Wilco Kelderman (NED) - Sunweb +2:37
6. Ilnur Sakarin (RUS) - Katusha-Alpecin +2:38
7. Fabio Aru (ITA) - Astana +2:57
8. Michael Woods (CAN) - Cannondale-Drapac +3:01
9. Alberto Contador (ESP) - Trek-Segafredo +3:55
10. Miguel Angel Lopez (COL) - Astana +4:11
11. Nicolas Roche (IRL) - BMC +4:45
12. Tejay van Garderen (USA) - BMC +4:45
13. Wout Poels (NED) - Sky +4:54
14. Sam Oomen (NED) - Sunweb +5:01
15. Steven Kruijswijk (NED) - LottoNL-Jumbo +6:10
16. Louis Meintjes (RSA) - UAE-Emirates +6:39
17. Mikel Nieve (ESP) - Sky +7:47
18. Igor Anton (ESP) - Dimension Data +9:50
19. Sergio Pardilla (ESP) - Caja Rural-Seguros RGA +10:24
20. Adam Yates (GBR) - Orica-Scott +11:00
21. Darwin Atapuma (COL) - UAE-Emirates +16:05
22. Jack Haig (AUS) - Orica-Scott +17:35

Erst Regen, dann Kälte

Es war der erste Tag mit richtigem Sauwetter bei der Vuelta 2017, nachdem am Vortag schon der Regen die Straßen ein wenig benetzt hatte und wohingegen die erste Woche bei trockener Hitze stattfand. Auf der 11. Etappe machte den Fahrern indes der Regen zu schaffen, dann die Kälte - und das ausgerechnet in einer Region, die eher für gegenteiliges Wetter bekannt ist.

Für die Spitzengruppe des Tages versammelten sich Jungels (Quick-Step), de Marchi (BMC), Pedrero (Movistar), Hofstede (Sunweb), Bardet (AG2R), Clarke (Cannondale), Tolhoek (LottoNL), Mohoric (UAE), Armée (Lotto), Visconti (Bahrain), Anton (Dimension Data), Arroyo (Caja Rural), Dunne (Aqua Blue) und Reyes (Manzana Postobon). Als letzter dieser Ausreißer gestellt wurde Romain Bardet, der allerdings noch bis kurz vor Schluss an der Gruppe um Froome und Nibali dranblieb, bis Nibali mit seine Attacken startete.

Am vorletzten Berg attackierte Simon Yates 42 Kilometer vor dem Ziel aus dem Hauptfeld, und etwas später auch Darwin Atapuma (UAE). Den Bergpreis passierten Atapuma und Yates bereits an der Spitze des Rennens, gemeinsam mit den Bardet, Visconti und Armée aus der frühen Spitzengruppe. Das Hauptfeld war 1:30 zurück.

In der Abfahrt herrschte zunächst Uneinigkeit in der Spitzengruppe. Sander Armée wurde abgehängt, Bardet und Yates setzten sich nach vorne ab. Atapuma kam eingangs des Schlussanstiegs zur Spitze zurück, Visconti nicht mehr. Den Schlussanstieg nahm die Spitze 2:20 Minuten vor dem Hauptfeld in Angriff. Yates ließ Atapuma und Bardet bereits im unteren Teil ziehen.

Contador und Nibali kommen nur auf Sichtweite weg

Aus der zur Top-Gruppe der Klassementfahrer geschrumpften Hauptfeld attackierte Contador 12 Kilometer vor dem Ziel. Nur Nibali blieb bei ihm, während sich Froome auf Sichtabstand hinter seinen beiden Helfern Moscon und Nieve verschanzte. Nibali schraubte das Tempo nochmals hinauf, und Contador folgte. Aus der dicht folgenden Froome-Gruppe fielen Roche und Adam Yates ab. De la Cruz hatte bereits vor der Contador-Attacke abreißen lassen.

Dann verlor Chaves den Kontakt zur Gruppe ums Rote Trikot, der außer Froome und seinen Helfern nur noch Sakarin, Lopez und Kelderman angehörten. Diese Gruppe holte Nibali und Contador ein, als noch 10 Kilometer zu fahren waren. 2 Kilometer später wurden die Spitzenreiter Atapuma und Bardet gestellt. Plötzlich war ein Helfer von Nibali wieder da und hielt das Tempo hoch, bis er gut 2 Kilometer vor dem Ziel ausscherte.

Dann knallte Nibali nach vorn. Nieve wollte Froome heranführen, der aber zunächst in leichten Problemen schien. Lopez und Bardet fuhren Nibali hinterher, gefolgt von Froome und den anderen.

Lopez sprintete etwa 1,4 Kilometer vor dem Ziel zu Nibali vor, dann auch Froome und Kelderman. Dies war kaum geschehen, da attackierte Lopez zum Sieg. Froome verwies von vorne in einem langen Sprint um den 2. Platz Kelderman und Nibali auf die nächsten Plätze. 17 Sekunden dahinter folgten Bardet, Contador, Sakarin und Nieve.


Vorschau auf diese Etappe: Die 11. Etappe der Vuelta a España 2017 führt von Lorca nach Calar Alto, also von der Region Murcia nach Andalusien. Das letzte Drittel der zurückzulegenden Strecke ist bergig mit 2 Kategorie-1-Anstiegen, der letzte davon als Bergankunft. Die finalen 15,5 Kilometer steigen im Schnitt um 5,9 und maximal 12,0 % gleich zu Beginn des Schlussanstiegs. Der unmittelbar zuvor auf dem Programm stehenden Alto de Velefique ist vielleicht noch etwas schwieriger einzuschätzen. Calar Alto ist jedenfalls die bis dahin schwierigste Bergankunft der Vuelta 2017. Allerdings folgen im weiteren Verlauf noch 4 laut Kategorie härtere Bergaufziele. An der Sternwarte von Calar Alto gibt es also einen ersten ernsthaften Fingerzeig in Richtung Vuelta-Gesamtsieg 2017, nicht mehr und nicht weniger.

10. Etappe Mi 30. August: 11. Etappe 12. Etappe

Spanien-Rundfahrt 2017

Vuelta a España 2017
11. Etappe (187,5km)
von Lorca
nach Calar Alto

-km85 15:20 Sorbas
-km31 16:50 Alto de Velefique
-km0 17:40 Calar Alto

Etappensieg:
Miguel Angel Lopez (COL)

Rotes Trikot:
Chris Froome (GBR)

Grünes Trikot:
Matteo Trentin (ITA)

Bergtrikot:
Davide Villella (ITA)

Kombinationswertung:
Chris Froome (GBR)
- wird getragen von Chaves

Teamwertung:
Movistar

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