Tour de France 2007 - Sonderhefte

Übersicht - Etappenplan - Teams - Berge - Tour-Siegerliste

Für die Sonderhefte der Tour de France 2007 gelten im Wesentlichen die gleichen Kritikpunkte wie im Vorjahr. Die Hefte «Offizielles Programm» und «tour Spezial Tour de France '07» sind die erste Wahl, da ein kicker-Sonderheft zur Tour de France in diesem Jahr nicht erscheint. Herausgeber des Offiziellen Programms sind in Deutschland die TV-Sender ARD und ZDF. Das tour-Sonderheft stammt von der renommierten Rennrad-Zeitschrift tour und lässt an manchen Textstellen etwas mehr Fachkenntnis aufblitzen.

Die Herzstücke beider angesprochener Hefte sind die Kader aller 21 teilnehmenden Teams und natürlich die Vorschauen auf sämtliche Etappen. Im Offiziellen Programm sind die Fahrer der Teams sehr übersichtlich aufgelistet, einzig Bernard Hinaults Kommentare zu jedem Team sind überflüssig. Beim tour-Sonderheft sind die Seiten zu den Teams etwas chaotisch aufgebaut, dafür gibt es hier deutlich mehr zu lesen als im Offiziellen Programm.

Detaillierte Etappenbeschreibungen im Offiziellen Programm
Im wichtigsten Abschnitt, den Etappenvorschauen, bietet das Offizielle Programm ausführliche Marschtabellen mit Uhrzeiten für verschiedene Durchschnittsgeschwindigkeiten und Profile zu jeder Etappe. Außerdem gibt es Detail-Profile und Landkarten für die wichtigen Etappen, sowie Länge, Breite und Neigungswinkel der Zielgeraden. Abgerundet wird das Ganze durch recht gelungene Einschätzungen von ZDF-Reporter Peter Leissl und die Übertragungszeiten von ARD und ZDF - Eurosport sucht man verständlicherweise vergeblich.

Im tour-Sonderheft hingegen sind die live-Zeiten von Eurosport ebenso enthalten wie von ARD und ZDF, außerdem die Startzeiten der Eurosport-Zusammenfassungen. Es gibt natürlich Profile, allerdings keine Marschtabellen. Die Uhrzeiten sind direkt unter dem Profil abgetragen. Die Zeiten sind somit schneller auffindbar, dafür weniger genau. Bei den Etappen-Prognosen macht Bernard Hinault seinen Job besser als im Konkurrenzblatt bei den Teameinschätzungen.

Was haben die Hefte sonst noch zu bieten abseits der obligatorischen Kapitel über Strecke und Teams? Das Offizielle Programm bietet u.a. folgende Lektüre: Auszüge aus dem Reglement, zehn Klassementfahrer im Favoritencheck, ein Interview mit Tourboss Prudhomme, Radsport in Großbritannien, Oscar Pereiro, Astana, deutsche Fahrer, Jan Ullrich, Rolf Jaermann, David Millar, Doping und Dopingkontrollen, Lucien Petit-Breton, Deutschland-Tour, WM in Stuttgart, viel Eigenwerbung für ARD und ZDF, sowie Statistiken. Im tour-Sonderheft gibt es Favoritenchecks für die verschiedenen Disziplinen (Gesamt, Sprint, Berg, Zeitfahren), ein Interview mit Jens Voigt, Texte über junge deutsche Fahrer, Andreas Klöden, die Operacion Puerto, Epo bei Telekom, Jan Ullrich, Tom Simpsons Tod am Mont Ventoux, Energiehaushalt, den Prolog (in London), das taktische Verhalten des Gelben Trikots, den Tagesablauf einer Pflegerin, Fahrerkleidung und noch vieles Lesenswertes mehr.

Sonderheften fehlt es natürlich an Aktualität
Die beiden vorgstellten Hefte sind das Maß aller Dinge. Von anderen Heften ist eher abzuraten, so auch von herausnehmbaren Innenteilen in monatlich erscheinenden Zeitschriften wie procycling. (Für Abonnenten ist das ein ganz netter Service, aber extra deswegen lohnt sich ein Kauf nicht.) Generell haben die Sonderhefte den Nachteil, dass sie der Aktualität anderer Medien, insbesondere dem Internet, hoffnungslos hinterherhinken. Man führe sich allein vor Augen, was sich in der Dopingproblematik seit Erscheinen der Hefte Mitte Juni getan hat.

Welches Heft ist das Richtige?
Wer dennoch etwas in den Händen halten möchte, steht vor der Qual der Wahl: Offizielles Programm oder tour-Sonderheft? Der pendelnde Berufstätige, der nur wenig von der Tour de France im TV mitbekommt, erhält im tour-Heft viel Lesestoff für die Fahrt im Zug und bei den einzelnen Etappen den schnellen Blick aufs Wesentliche. Wer jedoch im Juli drei Wochen frei hat, um stundenlang Tour de France zu schauen, wird nach den exakten und detaillierten Angaben zu den einzelnen Etappen verlangen, so wie sie im Offiziellen Programm notiert sind.

Das wichtigste Utensil zum Verfolgen der Tour de France am Fernsehgerät gibt es allerdings in keinem der Hefte: eine Startliste in der schnörkellosen Druckversion, so wie sie zum Beispiel auf Radsport-Seite.de kurz vor dem Prolog zur Verfügung gestellt wird. Dort findet man anhand der Rückennummer den entsprechenden Fahrernamen häufig schneller als die TV-Reporter. Und als Alternative zu den Sonderheften bietet Radsport-Seite.de auch in diesem Jahr wieder den Pocket-Planer - die ganze Tour de France 2007 auf einem Din-A4-Blatt!

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