Tour de France 2006 - Übersicht

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Landis Toursieger, Klöden Dritter

Im Jahr eins nach der Ära Armstrong holte wieder ein US-Amerikaner den Gesamtsieg. Floyd Landis (Phonak) gewann diese verrückte Tour de France 2006 mit 57 Sekunden Vorsprung vor Oscar Pereiro (Caisse d'Epargne). Es war der knappste Ausgang seit der 8-Sekunden-Entscheidung zwischen Lemond und Fignon im Jahr 1989. Als Gesamtdritter erreichte Andreas Klöden (T-Mobile) zum zweiten Mal nach seinem 2. Platz aus 2004 das Podium. Ihn trennten am Ende 1:29 Minuten von Landis - so gering war der Abstand zwischen Toursieger und dem Dritten in 103 Jahren Tour de France noch nie!
Endklassements der Tour de France 2006

Nachtrag: Landis positiv auf Testosteron, Gesamtsieg deswegen an Pereiro

Floyd Landis' Dopingprobe von der 17. Etappe war positiv auf Testosteron, wie wenige Tage nach der Tour de France 2006 bekannt wurde. Erst im September 2007, 14 Monate nach dem Ende der Tour de France 2006, wurde Floyd Landis schuldig gesprochen. Landis ist damit der erste Toursieger, dem der Gesamtsieg nachträglich aberkannt wurde. Der bis dahin Zweitplatzierte Oscar Pereiro wird damit in die Annalen eingehen als Gesamtsieger der Tour de France 2006.
Der Dopingfall Landis: Chronologie

Etappenplan Tour de France 2006
  1.7.: Prolog in Straßburg (EZF)
  2.7.: 1. Etappe, Straßburg - Straßburg
  3.7.: 2. Etappe, Obernai - Esch-sur-Alzette
  4.7.: 3. Etappe, Esch-sur-Alzette - Valkenburg
  5.7.: 4. Etappe, Huy - Saint-Quentin
  6.7.: 5. Etappe, Beauvais - Caen
  7.7.: 6. Etappe, Lisieux - Vitré
  8.7.: 7. Etappe, Saint-Grégoire - Rennes (EZF)
  9.7.: 8. Etappe, Saint-Méen-le-Grand - Lorient
10.7.: «Ruhetag» in Bordeaux
11.7.: 9. Etappe, Bordeaux - Dax
12.7.: 10. Etappe, Cambo-les-Bains - Pau (Gebirge/Pyrenäen)
13.7.: 11. Etappe, Tarbes - Val d'Aran/Pla-de-Beret (Bergankunft)
14.7.: 12. Etappe, Luchon - Carcassonne
15.7.: 13. Etappe, Béziers - Montélimar
16.7.: 14. Etappe, Montélimar - Gap
17.7.: «Ruhetag» in Gap
18.7.: 15. Etappe, Gap - L'Alpe-d'Huez (Bergankunft/Alpen)
19.7.: 16. Etappe, Le Bourg-d'Oisans - La Toussuire (Bergankunft/Alpen)
20.7.: 17. Etappe, Saint-Jean-de-Maurienne - Morzine (Gebirge/Alpen)
21.7.: 18. Etappe, Morzine - Mâcon
22.7.: 19. Etappe, Le Creusot - Montceau-les-Mines (EZF)
23.7.: 20. Etappe, Antony-Parc de Sceaux - Paris

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Drei Bergankünfte, kein Teamzeitfahren

Die Hauptattraktionen der Tour de France 2006 sind drei Bergankünfte und zwei lange Einzelzeitfahren. Dies wurde bei der offiziellen Präsentation der 93. «Grande Boucle» am 27. Oktober 2005 in Paris bekannt gegeben. Glücklicherweise verzichteten die Streckenplaner das erste Mal seit sechs Jahren auf ein Teamzeitfahren. Die erste Tour de France nach der Ära Armstrong wird am 1. Juli 2006 mit einem Prolog in Straßburg gestartet und endet am 23. Juli traditionell in Paris auf der Champs-Élysées.

Dass der «Grand Depart» 2006 in Straßburg stattfinden würde, war schon im März 2005 offiziell verkündet worden. Wie beim Prolog fungiert die Stadt im Elsass auch bei der 1. Etappe als Start- und Zielort. Dabei wird es einen 30 Kilometer langen Abstecher nach Deutschland geben. Als Etappenort bekam hingegen keine deutsche Stadt den Zuschlag. Denn die Tour möchte 2006 nicht unnötig mit der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland in Konkurrenz treten. Die beiden Veranstaltungen überschneiden sich in der ersten Tour-Woche.

In dieser ersten Tour-Woche verläuft der Parcours der Tour 2006 über die Benelux-Staaten und dann in Richtung Westen bis hin in die Bretagne. Es war bei der Tour-Präsentation schon kein Geheimnis mehr, dass die 2. Etappe in Esch-sur-Alzette in Luxemburg zu Ende gehen würde und die 3. Etappe im niederländischen Valkenburg. Dies könnten zwei nette Ardennen-Etappen werden. Die 4. Etappe beginnt im wallonischen Huy. Auf der 7. Etappe müssen die Klassementfahrer dann erstmals die Karten auf den Tisch legen. Das erste lange Einzelzeitfahren von Saint-Grégoire nach Rennes wurde mit langen 52 Kilometern angesetzt.

Eine weitere Überführungsetappe schließt sich an den ersten großen Transfer nach Bordeaux und den darauf folgenden Ruhetag an. Danach geht es in die Pyrenäen - zunächst mit einer Etappe zum «Aufwärmen», dann mit einem Tagesabschnitt über die Bergriesen Tourmalet, Aspin, Peyresourde, Portillon und dem abschließenden Anstieg zum Pla de Beret in Spanien. Diese Bergankunft feiert ihre Premiere bei der Tour de France, nachdem sie schon viermal im Profil der Spanien-Rundfahrt gestanden hatte. Es folgen drei Überführungsetappen, um in die Alpen zu gelangen.

«Alpen-Trio» als Höhepunkt
Dort wartet nach einem weiteren Ruhetag das Sahnestück der Tour 2006. Nach einjähriger Abstinenz lädt mal wieder der Radsport-Wallfahrtsort L'Alpe d'Huez zur packenden Kletterpartie, nachdem zuvor schon u.a. der Col d'Izoard auf dem Programm stand. Tags darauf muss die neue Bergankunft La Toussuire erklommen werden. Den Schlusspunkt des «Alpen-Trios» bildet die Etappe nach Morzine. Dort liegt das Ziel im Tal kurz hinter dem letzten Berg, dem Col de Joux-Plane. Zwei Tage später wird zwischen Le Creusot und Montceau-les-Mines am 22. Juli das alles entscheidende Einzelzeitfahren ausgetragen. Dabei ist die Distanz des zweiten langen Zeitfahrens noch größer als die des ersten.

Die überwältigende Länge der beiden Einzelzeitfahren kann man wohl als Ausgleich für das fehlende Teamzeitfahren verstehen. Der kollektive Kampf gegen die Uhr hatte in der Vergangenheit oftmals schon frühzeitig die Klassementchancen einiger Topfahrer gedrosselt. Das war unfair und senkte die Spannung. Die Einführung einer Zeitdeckelung sollte diese Probleme zurückdrängen, machte aber letzten Endes alles nur komplizierter. Als Grund für den Verzicht gab der neue Tour-Direktor Christian Prudhomme übrigens geographische Gesichtspunkte an. Er drohte damit, dass das Teamzeitfahren in den Jahren darauf durchaus wieder in den Streckenplan zurückkehren könnte.

Ullrich müsste der Kurs liegen
Wem die Streckenführung der Tour de France 2006 nützen oder schaden wird, kann eigentlich wie immer kaum zufrieden stellend beantwortet werden. Nach siebenjähriger Dominanz des zurückgetretenen Texaners Armstrong wird es einen neuen Toursieger geben - oder Jan Ullrich. Der deutsche Triumphator von 1997 liebt lange Einzelzeitfahren und verabscheut unrhythmische, steile Anstiege. Insofern stehen die Voraussetzungen für Ullrich nicht schlecht, endlich seinen zweiten Toursieg zu erringen. Logischer Topfavorit bleibt jedoch als Vorjahreszweiter der Italiener Ivan Basso.

Quintessenz: Der Etappenplan geht insgesamt in Ordnung. Für jeden ist etwas dabei. Und das leidige Teamzeitfahren fällt weg. Kritikwürdig ist die etwas geringe Anzahl an Bergetappen, zumal diese für den berufstätigen Fernsehzuschauer ungünstig liegen. Es gibt keine einzige Bergetappe an einem Wochenende. Damit reagierte die Tour-Direktion vermutlich auf zunehmend handgreifliche Fans am Straßenrand. Als ob die nur am Wochenende kommen...

Die bisherigen Sieger in Zielorten der Tour de France 2006:
Straßburg, Esch-sur-Alzette, Valkenburg, Saint-Quentin, Caen, Vitré, Rennes, Lorient, Dax, Pau, Val d'Aran/Pla de Beret (erstmals Zielort), Carcassonne, Montélimar (erstmals Zielort), Gap, L'Alpe d'Huez, La Toussuire (erstmals Zielort), Morzine, Mâcon, Montceau-les-Mines (erstmals Zielort), Paris

www-tipps zur vorbereitung aufs rennen

Offizielle Homepage: http://www.letour.fr/2006/TDF/presentation/us/parcours.html
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