Tour de France 2005

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20. Etappe 24. Juli: 21. Etappe
Zielankunft auf der Champs-Élysées (9. Passage): ca. 17:11 Uhr

Winokurow düpiert die Sprinter auf der Champs-Élysées
Alexander Winokurow (T-Mobile) hat am letzten Tag der Tour de France 2005 mit einem Husarenstreich die Abschlussetappe auf der Pariser Prachtstraße Champs-Élysées gewonnen. Das erste Mal seit Eddy Seigneur vor elf Jahren ging der Sieger der «Tour d'honneur» durch Paris nicht aus einem Massensprint hervor. Winokurow konterte knapp drei Kilometer vor dem Zielstrich eine Attacke des Franzosen Laurent Brochard (Bouygues Telecom). Juri Kriwtsow (ag2r) aus der Ukraine setzte nach, konnte aber nicht mehr mithalten, als von hinten der Australier Bradley McGee (Francçaise des Jeux) heranrauschte. Winokurow klemmte sich in einem beeindruckenden Kraftakt an McGees Hinterrad und spurtete zu einem sensationellen Sieg. Knapp dahinter wurde der Schweizer Fabian Cancellara (Fassa Bortolo) Dritter. Robbie McEwen gewann den Sprint des Hauptfeldes um Platz 4. Dem unwiderstehlichen Antritt des kasachischen Tagessiegers war McEwens Davitamon-Lotto-Team einfach nicht gewachsen. Durch Bonussekunden rutschte Winokurow in der Gesamtwertung noch an Levi Leipheimer (Gerolsteiner) vorbei auf Platz 5.

Ergebnis
1. Alexander Winokurow (KAZ) - T-Mobile 3h40:57
2. Bradley McGee (AUS) - FDJeux
3. Fabian Cancellara (SUI) - Fassa Bortolo
4. Robbie McEwen (AUS) - Davitamon
5. Stuart O'Grady (AUS) - Cofidis
6. Allan Davis (AUS) - Liberty alle
7. Thor Hushovd (NOR) - C. Agricole
8. Baden Cooke (AUS) - FDJeux gleiche
9. Bernhard Eisel (AUT) - FDJeux
10. Robert Förster (GER) - Gerolsteiner Zeit
...
- 155 Fahrer klassiert.

Thor Hushovd (Crédit Agricole) reichte Platz 7, um zum ersten Mal das Grüne Trikot des besten Sprinters nach Hause zu fahren. Der Norweger blieb bei der 92. Tour de France jedoch ohne Etappensieg. Hushovd hatte schließlich 12 Punkte Vorsprung vor Stuart O'Grady (Cofidis) und dessen Landsmann McEwen. Letztgenannter brachte sich durch eine Rambo-Aktion in der ersten Tour-Woche, durch die er von Platz 3 ans Ende des Feldes zurückgestuft wurde, um alle Chancen.

Grünes Trikot
1. Thor Hushovd (NOR) - C. Agricole 194 p.
2. Stuart O'Grady (AUS) - Cofidis 182
3. Robbie McEwen (AUS) - Davitamon 178
4. Alexander Winokurow (KAZ) - T-Mobile 158
5. Allan Davis (AUS) - Liberty 130
...

Die Triumph- und Abschiedsfahrt des Lance Armstrong, der zum siebten Mal die Tour de France gewann, wurde durch mehrere Regenschauer getrübt. Wegen der erhöhten Gefahr auf den Pflastersteinen der Champs-Élysées wurde die Zeit für die Gesamtwertung schon vor der ersten Umrundung des neun Mal zu fahrenden Rundkurses genommen. Dies hinderte Alexander Winokurow nicht daran, mit der Brechstange den Tagessieg samt Bonussekunden einzuheimsen. Schon beim ersten Zwischensprint des Tages hatte der kasachische Meister versucht, den zweisekündigen Abstand zum bis dahin Gesamtfünften Leipheimer aufzuholen. Winokurow gewann den Sprint und sechs Sekunden, doch Leipheimer holte an seinem Hinterrad deren vier. Zunächst entschieden noch die Zehntelsekunden aus den Zeitfahren zugunsten des US-Amerikaners. Aber dann stahl Winokurow zum Abschluss der «grande boucle» allen die Show - bis auf Armstrong natürlich...

Endklassement
1. Lance Armstrong (USA) - Discovery 86h15:02
2. Ivan Basso (ITA) - Team CSC +4:40
3. Jan Ullrich (GER) - T-Mobile +6:21
4. Francisco Mancebo (ESP) - Illes Balears +9:59
5. Alexander Winokurow (KAZ) - T-Mobile +11:01
6. Levi Leipheimer (USA) - Gerolsteiner +11:21
7. Michael Rasmussen (DEN) - Rabobank +11:33
8. Cadel Evans (AUS) - Davitamon +11:55
9. Floyd Landis (USA) - Phonak +12:44
10. Oscar Pereiro (ESP) - Phonak +16:04
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Lance Armstrong beendete seine Karriere also mit einem letzten großen Sieg. Einen besseren Zeitpunkt für einen Abtritt kann man eigentlich nicht wählen. Das einzige, was in Armstrongs fulminanter Laufbahn fehlte, waren wohl sportliche Niederlagen. Aufgewachsen ohne Vater wird Armstrong erst zum Triathlethen, dann zum bulligen Klassikerjäger im Straßen-Radsport. Krebsdiagnose 1996, wechselhaftes Comeback 1998, dann die 1999 beginnende Triumphserie bei der Tour de France - die Filmemacher in Hollywood stehen schon in den Startlöchern. Genauso die Fahrer, die Armstrong beerben wollen: Bei der Tour de France 2006 schafft entweder Jan Ullrich endlich seinen zweiten Toursieg nach 1997, oder es gibt einen nagelneuen Toursieger namens Basso, Winokurow, Valverde oder Cunego. Das jedenfalls sind die am häufigsten genannten Namen für den ersten Toursieg in der Nach-Armstrong-Ära.


Einschätzung vor der Etappe: Auf dem Pariser Pracht-Boulevard Champs-Élysées endet, was 22 Tage zuvor in der Vendée begonnen hat. Die 92. Tour de France feiert mit der Ehrenfahrt durch Frankreichs Hauptstadt einen würdigen Abschluss. Zunächst wird noch um den prestigeträchtigen Etappensieg von Paris gesprintet. Im Anschluss folgen die zahlreichen Siegerehrungen.

20. Etappe 24. Juli: 21. Etappe
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Tour de France 2005
21. Etappe (144km)
von Corbeil-Essonnes
nach Paris
km57 15:04 Côte de Gif-Sur-Yvette
km74 15:30 Châtenay-Malabry
km107 16:17 Haut des Champs-Elysées (nach der 3. Passage)

Etappensieger:
Alexander Winokurow (KAZ)
Gelbes Trikot:
Lance Armstrong (USA)
Grünes Trikot:
Thor Hushovd (NOR)
Bergtrikot:
Michael Rasmussen (DEN)
Bester Jungprofi:
Jaroslaw Popowitsch (UKR)
Teamwertung:
T-Mobile

Winokurow in Paris!
Hushovd gewinnt Grün
Abschied: Armstrong, Ullrich
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