Tour de France 2005

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9. Etappe 12. Juli: 10. Etappe 11. Etappe
Zielankunft in Courchevel: ca. 17:21 Uhr

T-Mobile geschlagen, Valverde übt sich als Armstrongs Thronfolger
Lance Armstrong und Alejandro Valverde sind voraussichtlich die Männer der Tour de France 2005. Auf der ersten Alpenetappe mit der Bergankunft in Courchevel holte der 25-jährige Valverde (Illes Balears) im Zweiersprint den Tagessieg vor dem zeitgleichen Armstrong (Discovery Channel). Mit neun Sekunden Rückstand erreichten der erstaunlich starke Däne Michael Rasmussen (Rabobank) und Valverdes Teamkollege Francisco Mancebo das Ziel. Fünfter wurder der Italiener Ivan Basso (Team CSC), der rund eine Minute auf die Spitze verlor. T-Mobile mit der Dreierspitze Ullrich/Klöden/Winokurow enttäuschte wie so viele andere Klassementfavoriten auf ganzer Linie. Armstrong wird der siebte Gesamtsieg bei seiner Abschiedstour kaum noch zu nehmen sein. Der Spanier Valverde war schon im Vorfeld der Tour de France als einer der potentiellen Nachfolger des Texaners gehandelt worden.

Ergebnis
1. Alejandro Valverde (ESP) - Illes Balears 4h50:35
2. Lance Armstrong (USA) - Discovery gl.Zeit
3. Michael Rasmussen (DEN) - Rabobank +0:09
4. Francisco Mancebo (ESP) - Illes Balears gl.Zeit
5. Ivan Basso (ITA) - Team CSC +1:02
6. Levi Leipheimer (USA) - Gerolsteiner +1:15
7. Eddy Mazzoleni (ITA) - Lampre +2:14
8. Cadel Evans (AUS) - Davitamon
9. Andreas Klöden (GER) - T-Mobile
10. Andrej Katschechkin (KAZ) - C. Agricole alle
11. Floyd Landis (USA) - Phonak gleiche
12. Leonardo Piepoli (ITA) - Saunier Duval Zeit
13. Jan Ullrich (GER) - T-Mobile
14. Jörg Jaksche (GER) - Liberty +2:19
15. Santiago Botero (COL) - Phonak +2:50
16. Christophe Moreau (FRA) - C. Agricole +2:58
17. Stefano Garzelli (ITA) - Liquigas +3:44
18. Kim Kirchen (LUX) - Fassa Bortolo +3:59
19. Jaroslaw Popowitsch (UKR) - Discovery gl.Zeit
20. Chris Horner (USA) - Saunier Duval gl.Zeit
21. Haimar Zubeldia (ESP) - Euskaltel +4:04
22. Michael Rogers (AUS) - Quick Step +4:27
23. Carlos Sastre (ESP) - Team CSC +4:49
24. Alexander Winokurow (KAZ) - T-Mobile +5:18
25. Bobby Julich (USA) - Team CSC gl.Zeit
...
26. Joseba Beloki (ESP) - Liberty +5:36
28. Georg Totschnig (AUT) - Gerolsteiner +6:38
33. Wladimir Karpets (RUS) - Illes Balears +6:38
37. Oscar Pereiro (ESP) - Phonak +7:29
39. Laurent Brochard (FRA) - Bouygues +9:07
40. Jörg Ludewig (GER) - Domina Vacanze +9:07
42. Roberto Heras (ESP) - Liberty Seguros +9:49
54. Denis Mentschow (RUS) - Rabobank +11:51
68. Patrik Sinkewitz (GER) - Quick Step +16:31
97. Iban Mayo (ESP) - Euskaltel gl.Zeit
107. Jens Voigt (GER) - Team CSC +31:29
DNS Jewgeni Petrow (RUS) - Lampre
DNF Gerrit Glomser (AUT) - Lampre
- 173 Fahrer klassiert.

Jens Voigt musste nach nur einem Tag sein Gelbes Trikot wieder an Lance Armstrong abgeben. Der Berliner fiel auf der ersten Tour-Etappe im Hochgebirge wie erwartet weit zurück. Armstrongs Dominanz ist derart erdrückend, dass auf den verbleibenden elf der 21 Etappen mal wieder die große Langeweile droht. Dem neuen Gesamtzweiten Rasmussen fehlen in der Gesamtwertung 38 Sekunden auf den Texaner. Eine weitere Steigerung des Dänen ist jedoch unwahrscheinlich, hat er doch schon bei seinem beeindruckenden Solo auf der 9. Etappe mächtig aufdrehen müssen. Gesamtdritter mit 2:40 Minuten Rückstand auf Armstrong ist Ivan Basso, der mit dieser Platzierung auch schon die Tour de France im Vorjahr beendete. Dem Italiener steckt im Gegensatz zur Konkurrenz ein schwerer Giro d'Italia in den Beinen. Und Tour-Debütant Valverde (+3:16 auf Armstrong) ließ schon bei den zwei Zeitfahren zu Beginn der Frankreich-Rundfahrt zu viel Zeit liegen.

Bester Deutscher ist nach der 10. Etappe Jan Ullrich auf Platz 8 mit über vier Minuten Rückstand auf Gelb, knapp gefolgt von Andreas Klöden auf Platz 9. Auf dem Weg nach Courchevel verlor das T-Mobile-Duo über zwei Minuten. Als Armstrongs letzter Discovery-Begleiter Jaroslaw Popowitsch am Schlussanstieg das Tempo stark beschleunigte, mussten die beiden deutschen Tour-Hoffnungen reißen lassen. Deren Teamkollege Alexander Winokurow war zu diesem Zeitpunkt schon längst zurückgefallen. Presse und Experten hatten dem Kasachen zuletzt teilweise sogar mehr Chancen auf den Toursieg (!) eingeräumt als Ullrich. Jetzt werden beide diese 92. Tour de France nicht mehr gewinnen.

Gesamtklassement
1. Lance Armstrong (USA) - Discovery 37h11:04
2. Michael Rasmussen (DEN) - Rabobank +0:38
3. Ivan Basso (ITA) - Team CSC +2:40
4. Christophe Moreau (FRA) - C. Agricole +2:42
5. Alejandro Valverde (ESP) - Illes Balears +3:16
6. Levi Leipheimer (USA) - Gerolsteiner +3:58
7. Francisco Mancebo (ESP) - Illes Balears +4:00
8. Jan Ullrich (GER) - T-Mobile +4:02
9. Andreas Klöden (GER) - T-Mobile +4:16
10. Floyd Landis (USA) - Phonak +4:16
11. Santiago Botero (COL) - Phonak +5:20
12. Jörg Jaksche (GER) - Liberty +5:33
13. Cadel Evans (AUS) - Davitamon +5:55
14. Jaroslaw Popowitsch (UKR) - Discovery +6:25
15. Andrej Katschechkin (KAZ) - C. Agricole +6:32
16. Alexander Winokurow (KAZ) - T-Mobile +6:32
17. Bobby Julich (USA) - Team CSC +6:37
18. Carlos Sastre (ESP) - Team CSC +6:37
19. Stefano Garzelli (ITA) - Liquigas +8:04
20. Kim Kirchen (LUX) - Fassa Bortolo +8:15
...

Armstrong und sein Team stark wie eh und je
Nicht T-Mobile drückte dieser Alpenetappe ihren Stempel auf. Es war einmal mehr Armstrongs Mannschaft, die durch ein hohes Tempo ein Ausscheidungsrennen einleitete. Dabei hatten noch auf der 8. Etappe außer Armstrong alle Fahrer vom Team Discovery Channel einen «schlechten Tag» gehabt. T-Mobiles Attacken im Mittelgebirge stellten sich nun als Strohfeuer heraus. Unklar bleibt, wir stark Jan Ullrich sein Sturz auf der 9. Etappe beeinträchtigt hat, als er sich im Straßengraben «drei, viermal» überschlug. Es wurde u.a. eine Rippenprellung diagnostiziert, die sich bei der Atmung schmerzhaft auswirken kann. «Ulle» war jedoch nach dem Rennen fair genug und gab zu, dass er die erste Gruppe auch ohne die Verletzung kaum gehalten hätte.

Jaksche probierte die Flucht nach vorne
Eine gute Figur machte ein anderer Deutscher: Jörg Jaksche vom spanischen Rennstall Liberty Seguros. Am ersten von zwei Bergen der 1. Kategorie, die an diesem Dienstag zu bewältigen waren, attackierte «Jayjay» zusammen mit Phonak-Profi Oscar Pereiro, immerhin Tour-Zehnter aus dem Vorjahr. Am Gipfel des Cormet-de-Roselend hatte das Duo einen Vorsprung vor dem Hauptfeld, der sich im 20-Sekunden-Bereich bewegte.

Auf der Abfahrt bauten Jaksche und Pereiro den Vorsprung auf fast fünf Minuten aus, weil Discovery auf den gestürzten Popowitsch wartete. Das Duo schloss zu den Fahrern der Ausreißergruppe des Tages auf. Deren Mitglieder Bortolami, Brochard, Facci, Isasi, Kriwtsow, Posthuma und Jaksches Teamgefährte Sanchez konnten wie Pereiro eingangs der etwa 22 Kilometer langen Schlusssteigung nicht mehr Jaksches Tempo mitgehen. Der Ansbacher, der vor der Tour - anscheinend zurecht - mit einer TopTen-Platzierung im Klassement liebäugelte, wurde elf Kilometer vor dem Rennende von der Gruppe um Armstrong eingeholt.

Jaksche kam schließlich knapp hinter der Ullrich-Gruppe an. In der Gesamtwertung belegt er als bester Akteur seiner Mannschaft jetzt Platz 12. Sein Kapitän, der dreimalige Vuelta-Sieger Roberto Heras, ging völlig ein. Die hoch gewetteten Iban Mayo (Euskaltel) und Denis Mentschow (Rabobank) beispielsweise enttäuschten noch mehr. Ihr Rückstand auf Tagessieger Valverde lag im zweitstelligen Minutenbereich.

Rasmussen sitzt ganz fest Bergtrikot
Zu den Gewinnern der Etappe zählten neben Discovery Channel mit Armstrong und Illes Balears mit dem Tandem Valverde/Mancebo der Däne Michael Rasmussen und Gerolsteiner mit Levi Leipheimer. Rasmussen manifestierte mit seiner verblüffend starken Leistung seine Führung in der Bergwertung. Der ehemalige Mountainbike-Weltmeister sitzt derart fest im Bergtrikot, dass er jetzt sogar schon an das Podium in Paris denken kann - und das sogar auch noch im Gesamtklassement! Aus den Schlagzeilen etwas verdrängt wurde der Auftritt des US-Amerikaners Leipheimer, den das deutsche Team Gerolsteiner vor der Saison verpflichtete. Leipheimer schob sich im Gesamtklassement auf Platz 6 vor und rangiert jetzt sogar vor den besten Fahrern des anderen deutschen Rennstalls T-Mobile.

Bergwertung
1. Michael Rasmussen (DEN) - Rabobank 110 p.
2. Christophe Moreau (FRA) - C. Agricole 40
3. Jens Voigt (GER) - Team CSC 37
4. Dario Cioni (ITA) - Liquigas 34
5. Alejandro Valverde (ESP) - Illes Balears 30
6. Lance Armstrong (USA) - Discovery 26

Die 10. Etappe musste von 192 auf 181 Kilometer verkürzt werden. Bauern hatten gegen die Wiederansiedlung des Wolfes in den Savoyer Alpen protestiert. Gestartet wurde schließlich in Brignoud anstatt in Grenoble.


Einschätzung vor der Etappe: Nach dem ersten Ruhetag geht es wirklich los! In den Alpen türmt sich die erste Bergankunft vor dem Tour-Tross auf. In Courchevel gab es bisher zwei Ankünfte: 1997 gewann Richard Virenque (hörte letzte Saison auf), 2000 war es Marco Pantani (starb letztes Jahr). Es gibt zwar schwierigere Bergaufankünfte, aber in Courchevel wird sich defintiv die Spreu vom Weizen trennen.

Beim Überblick über die Bergetappen gibt es die Steigungsprozente und Längen der Anstiege.

9. Etappe 12. Juli: 10. Etappe 11. Etappe
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Tour de France 2005
10. Etappe (181km)
von Grenoble
nach Courchevel

km40 12:57 Detrier
km118 15:15 Cormet-de-Roselend
km138 15:35 Bourg-Saint-Maurice
km192 17:21 Courchevel

Etappensieger:
Alejandro Valverde (ESP)
Gelbes Trikot:
Lance Armstrong
Grünes Trikot:
Tom Boonen (BEL)
Bergtrikot:
Michael Rasmussen (DEN)
Bester Jungprofi:
Alejandro Valverde (ESP)
Teamwertung:
Team CSC

Valverde siegt vor Armstrong
Lance Armstrong, 33 Jahre
Alejandro Valverd, 25 Jahre
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