Tour de France 2002

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15. Juli: Lanester-Lorient (52 km/Einzelzeitfahren)
Zielankunft des letzten Fahrers (Galdeano): ca. 17:15 Uhr

Vor der Etappe
Das erste große Einzelzeitfahren der Tour de France 2002 ist gleichzeitg das erste große Kräftemessen der Podium-Anwärter. Hoffentlich spielt nahe der Küste nicht der Wind eine entscheidende Rolle.
Als Letzter geht heute Igor Gonzalez de Galdeano von der Rampe. Wird er sein Gelbes Trikot gegen Lance Armstrong (34 Sekunden zurück) verteidigen können? Bei der Zeitfahrprüfung des Tour-Vorbereitungsrennens "Midi-Libre" war der Spanier 6 Sekunden schneller als der US-Amerikaner. Damals waren allerdings nur 19 km zurückzulegen.

Nach der Etappe
Der Kolumbianer Santiago Botero (Kelme-Costa Blanca) hat den großen Tour-Favoriten Lance Armstrong (US Postal Service) beim ersten langen Zeitfahren der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt geschlagen. Igor Gonzalez de Galdeano (O.N.C.E.-Eroski) bleibt durch seinen vierten Platz auf der 52-km-Etappe zwischen Lanester und Lorient der Mann in Gelb.
Wie schon beim Einzelzeitfahren des diesjährigen Critérium Dauphiné Libéré wies Botero den dreimaligen Tour-Sieger Armstrong in seine Schranken. Es war das erste Tour-Zeitfahren seit 1999 (Prologe ausgenommen), das der US-Amerikaner nicht für sich entscheiden konnte, obwohl er über die Zwischenzeiten des eine Stunde früher gestarteten Kolumbianers informiert war.

Ergebnis
1. Santiago Botero (COL) - Kelme-Costa Blanca 1:02:18
2. Lance Armstrong (USA) - US Postal Service +0:11
3. Sergej Gontschar (UKR) - Fassa Bortolo +0:18
4. Igor G. de Galdeano (ESP) - O.N.C.E.-Eroski +0:19
5. Laszlo Bodrogi (HUN) - Mapei-Quick Step +0:25
6. Raimondas Rumsas (LTU) - Lampre-Daikin +0:25
7. David Millar (GBR) - Cofidis +0:50
8. Dario Frigo (ITA) - Fassa Bortolo +1:34
9. Andrea Peron (ITA) - CSC-Tiscali +1:34
10. Joseba Beloki (ESP) - O.N.C.E.-Eroski +1:38
...
12. Tyler Hamilton (USA) - CSC-Tiscali +1:56
15. Floyd Landis (USA) - US Postal Service +2:21
19. Levy Leipheimer (USA) - Rabobank +2:35
21. Francisco Mancebo (ESP) - iBanesto.com +2:41
28. Jörg Jaksche (GER) - O.N.C.E.-Eroski +2:56
29. Oscar Sevilla (ESP) - Kelme-Costa Blanca +2:57
32. Grischa Niermann (GER) - Rabobank +3:07
50. Bobby Julich (USA) - Team Telekom +3:56
56. Richard Virenque (FRA) - domo-Farm Frites +4:23
85. Andrej Kiwilew (KAZ) - Cofidis +5:22
105. Roberto Heras (ESP) - US Postal Service +6:03
- 182 von 189 in Luxemburg gestartete Fahrer noch dabei.

Dennoch dürfte Lance Armstrong diese empfindliche Zeitfahrniederlage verschmerzen können. Schließlich knabberte er am Vorsprung des Tour-Leaders Gonzalez de Galdeano. Außerdem ist der Texaner in der komfortablen Situation, dass Spitzen-Leute wie der heutige Etappensieger Botero schon im Mannschaftszeitfahren mehr als 2 Minuten auf Armstrongs US-Postal-Team verloren hatten. Wie geschmiert läuft es beim "Cowboy" jedoch noch nicht. Er ist dieses Jahr anscheinend verwundbar.
Joseba Beloki (O.N.C.E.-Eroski), zuletzt zweimal Tour-Dritter, fiel durch ein für ihn akzeptables Zeitfahren (Rang 10) wie erwartet auf seinen angestammten dritten Platz zurück.
Gespannt darf man sein, ob die bisher starken Osteuropäer Rumsas (Lampre-Daikin) oder Gontschar (Fassa Bortolo) gut über die Berge kommen und eventuell den Belokis, Galdeanos oder Boteros einen Platz auf dem Podest streitig machen können. Für ein Top-Ten-Ergebnis am Ende der Tour scheinen die beiden jedenfalls genauso gut zu sein, wie beispielsweise Hamilton, Serrano, Landis, Mancebo, Leipheimer, Frigo oder Sevilla, die im Zeitfahren doch teilweise schon ziemlich viel Zeit auf die Spitze eingebüßt haben.

Gesamtklassement
1. Igor G. de Galdeano (ESP) - O.N.C.E.-Eroski 33:21:23
2. Lance Armstrong (USA) - US Postal Service +0:26
3. Joseba Beloki (ESP) - O.N.C.E.-Eroski +1:23
4. Sergej Gontschar (UKR) - Fassa Bortolo +1:35
5. Santiago Botero (COL) - Kelme-Costa Blanca +1:55
6. Andrea Peron (ITA) - CSC-Tiscali +2:08
7. David Millar (GBR) - Cofidis +2:11
8. Raimondas Rumsas (LTU) - Lampre-Daikin +2:22
9. Tyler Hamilton (USA) - CSC-Tiscali +2:30
10. José Azevedo (POR) - O.N.C.E.-Eroski +2:45
...
12. Jörg Jaksche (GER) - O.N.C.E.-Eroski +2:49
13. Marcos Serrano (ESP) - O.N.C.E.-Eroski +2:59
15. Floyd Landis (USA) - US Postal Service +3:15
16. Isidro Nozal (ESP) - O.N.C.E.-Eroski +3:37
20. Francisco Mancebo (ESP) - iBanesto.com +4:23
22. Levy Leipheimer (USA) - Rabobank +4:39
26. Dario Frigo (ITA) - Fassa Bortolo +5:19
29. Oscar Sevilla (ESP) - Kelme-Costa Blanca +5:21
30. Denis Mentschow (RUS) - iBanesto.com +5:24
33. Grischa Niermann (GER) - Rabobank +5:35
34. Laszlo Bodrogi (HUN) - Mapei-Quick Step +5:37
43. Richard Virenque (FRA) - domo-Farm Frites +6:25
45. Roberto Heras (ESP) - US Postal Service +6:50
49. Bobby Julich (USA) - Team Telekom +6:53
53. Andrej Kiwilew (KAZ) - Cofidis +7:12

Die deutschen Tour-Teilnehmer lieferten beim Zeitfahren Leistungen ab, die im Rahmen dessen waren, was man erwarten konnte. Jörg Jaksche (O.N.C.E.-Eroski) und Grischa Niermann (Rabobank) sind zwar in ihren Teams Helfer, können aber noch von einer guten Tour-Platzierung in Paris träumen. Dass die beiden auch im Hochgebirge ganz ordentlich mithalten können, haben sie in der Vergangeheit schon das eine oder andere Mal gezeigt.
Für die anderen Deutschen, die nicht auf das Gesamtklassement schielen, war heute Kräftesparen angesagt - soweit das auf dem anspruchsvollen Parcours überhaupt ging. Erik Zabel (Team Telekom) behält natürlich trotz seines 144. Platzes das Grüne Trikot, da in Lorient nur die zehn Besten punkten konnten und unter ihnen kein Sprinter war.
Der einzige, der bei Telekom volle Pulle fahren sollte, war Bobby Julich. Aber die amerikanische Neuverpflichtung scheint nicht mehr zu ihrer Tour-Form von 1998 zurückzufinden. Damals wurde Julich Dritter. Dieses Jahr wird es wohl nicht viel mehr als ein Rang unter den ersten 30 in Paris!

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Tour de France 2002

Tour de France 2002
9. Etappe (EZF)
von Lanester
nach Lorient

Etappensieger:
Santiago Botero (COL)
Gelbes Trikot:
Igor Gonzalez de Galdeano (ESP)
Grünes Trikot:
Erik Zabel (GER)
Bergtrikot:
Christophe Mengin (FRA)
Bester Jungprofi:
David Millar (GBR)
Teamwertung:
O.N.C.E.-Eroski

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