Col du Tourmalet

Der Col du Tourmalet ist mit 2.115 Metern der höchste Straßenpass in den französischen Pyrenäen. Kein anderer Berg stand bisher so häufig im Profil der Tour de France wie der Col du Tourmalet. Die erste Überquerung geschah unter abenteuerlichen Bedingungen bereits 1910, auf der 10. Etappe zwischen Luchon und Bayonne. Erster auf der Passhöhe war Octave Lapize, der hinterher auch den Etappen- und Gesamtsieg erreichte.

Der Westanstieg zum Col du Tourmalet beginnt in Luz-Saint-Sauveur, 30 Kilometer südlich von Lourdes. In westlicher Richtung führt in Luz-Saint-Sauveur ein Abzweig nach Luz-Ardiden. Für den westlichen Tourmalet-Anstieg gibt der Tour-Veranstalter als Daten an: 19 Kilometer Steigung bei durchschnittlich 7,4 %. Der Berg wird dabei mit zunehmender Steigung immer steiler. Der Höhenuntschied beträgt etwas mehr als 1.400 Meter. Größte Ortschaft auf dem Weg nach oben ist von diese Seite Barèges nach 8 Kilometern.

Auf der Ostseite steigt man zum Col du Tourmalet in Sainte-Marie-de-Campan ein. Diese Ortschaft liegt 12 Kilometer südlich von Bagnères-de-Bigorre. In Sainte-Marie-de-Campan zweigt in östlicherr Richtung die Passstraße zum Col d'Aspin ab. Der Ostanstieg zum Col du Tourmalet ist 17,1 Kilometer lang und wie im Westen durchschnittlich 7,4 % steil. Die steilsten Stellen erreicht dieser Anstieg in mittleren Teilstück. Der Höhenunterschied beträht 1.260 Meter. Größter Ort im Ostanstieg zum Tourmalet ist La Mongie. Dieser Skiort liegt rund 4,5 Kilometer unterhalb der Passhöhe und war schon häufiger Gastgeber von Tour-Bergankünften als der Col du Tourmalet selbt.

Nördlich oberhalb des Col du Tourmalet befindet sich in 2.872 Meter Höhe der Gipfel des Pic du Midi de Bigorre. Die gesamte Tourmalet-Passstraße liegt im Département Haut-Pyrénées.

Auf dem Gipfel des Tourmalet gab es bisher bei der Tour de France 2 Bergankünfte. 1974 gewann Jean-Pierre Danguillaume, und zwar von der Ostflanke kommend. Bei der Tour de France 2010 fand am Tourmalet erstmals eine Bergankunft statt, bei der von Westen her gekraxelt werden musste. Es siegte Andy Schleck zeitgleich vor Alberto Contador.

Tour-de-France-Etappensieger am Tourmalet

2010 Andy Schleck (LUX)
1974 Jean-Pierre Danguillaume (FRA)

Eine besondere Ehre ist es natürlich für den jeweils Ersten am Tourmalet, auch wenn unmittelbar dort kein Etappenziel liegt. Überquerungen und Ankünfte.

Tour-Bergwertungen am Col du Tourmalet

2011 Jérémy Roy (FRA)
2010 Andy Schleck (LUX)*
2010 Christophe Moreau (FRA)
2009 Franco Pellizotti (ITA)
2008 Rémy di Gregorio (FRA)
2006 David de la Fuente (ESP)
2004 Ivan Basso (ITA)**
2003 Sylvain Chavanel (FRA)
2002 Lance Armstrong (USA)**
2001 Sven Montgomery (SUI)
1999 Alberto Elli (ITA)
1998 Alberto Elli (ITA)
1997 Javier Pascual Rodriguez (ESP)
1995 Richard Virenque (FRA)
1994 Richard Virenque (FRA)
1993 Tony Rominger (SUI)
1991 Claudio Chiapucci (ITA)
1990 Miguel Martinez Torres (ESP)
1989 Robert Millar (GBR)
1988 Laudelino Cubino (ESP)
1986 Dominique Arnaud (FRA)
1985 Pello Ruiz Cabestany (ESP)
1983 Patrocinio Jimenez (COL)
1980 Raymond Martin (FRA)
1978 Michel Pollentier (BEL)
1977 Lucien van Impe (BEL)
1976 Francisco Galdos (ESP)
1975 Lucien van Impe (BEL)
1974 Gonzalo Aja (ESP)
1974 Jean-Pierre Danguillaume (FRA)*
1973 Bernard Thévenet (FRA)
1972 Roger Swerts (BEL)
1971 Lucien van Impe (BEL)
1970 Andres Gandarias (ESP)
1970 Bernard Thévenet (FRA)**
1969 Eddy Merckx (BEL)
1968 Jean-Pierre Ducasse (FRA)
1967 Julio Jimenez (ESP)
1965 Julio Jimenez (ESP)
etc.

*) gleichzeitig Bergankunft und Etappensieg, siehe oben
**) Ankunft und Bergwertung unterhalb der Passhöhe, in La Mongie

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