Tour de France 2016 - Strecke

Übersicht - Etappenplan - Berge - Startliste - Endklassements - Siegerliste

Der Streckenverlauf der Tour de France 2016 führt gegen den Uhrzeiger erst durch die Pyrenäen, dann durch die Alpen. Zwischen diesen beiden Hochgebirgen sind mit dem Mont Ventoux und dem langen Einzelzeitfahren zwei Schlüsseletappen eingebaut. Inklusive Ventoux stehen 4 Bergankünfte im Profil der Tour 2016 (Arcalis, Finhaut-Emosson, St-Gervais Mont Blanc), dazu 4 weitere Bergetappen mit schwierigen Anstiegen kurz vorm Ziel. Ein weiteres kurzes Einzelzeitfahren gibt es in den Alpen, so dass 2016 insgesamt überschaubare 54 Kilometer gegen die Uhr zurückzulegen sind, verteilt auf 37 plus 17 Kilometer.

Gestartet wird die Tour de France 2016 im Département Manche am Ärmelkanal in der Normandie - mit einer wahrscheinlich windigen Flachetappe für Sprinter. Abstecher ins Ausland gibt es während der Tour 2016 bei einer Bergetappe von Spanien nach Andorra sowie einem längeren Aufenthalt in der Schweiz mit den Etappenorten Bern und Finhaut-Emosson. Die gesamte Tour de France läuft 2016 vom 2. bis zum 24. Juli.

Der komplette Etappenplan der Tour der France 2016 wurde am 20. Oktober 2015 offiziell vorgestellt. Bereits Ende 2014 wurde das Startwochenende im Département Manche enthüllt. Auch schon vorab ist seit Anfang 2015 offiziell Andorra als Etappenort bekannt.

Start-Département Manche

Die Tour de France 2016 beginnt in der Region Basse-Normandie, genauer: im Département Manche am Mont-Saint-Michel, Zielpunkt der 11. Etappe 2013. Dies gab der Tour-Veranstalter ASO bereits Ende 2014 bekannt. Die 1. Etappe der Tour 2016 führt vom Mont-Saint-Michel zum Utah Beach bei Sainte-Marie-du-Mont, einem Landungsabschnitt der Alliierten 1944. Bei der Tour de France 2016 wird dort das erste Gelbe Trikot voraussichtlich an einen Sprinter überreicht. Größter Ort des Départements Manche am gleichnamigen Ärmelkanal ist Cherbourg-Octeville, gleichzeitig Zielort der 2. Etappe der Tour de France 2016. Die letzten 3 Kilometer zwischen Cherbourg und Octeville steigen um bis zu 14%.

2016 wäre der erste Start einer Tour de France auf dem französischen Festland seit 2008, als das Rennen in der Bretagne eröffnet wurde - allerdings liegt die Startlinie diesmal am Fuße des Mont-Saint-Michel, einer Felseninsel im Wattenmeer...

Den Trend zu Starts außerhalb des französischen Staatsgebiets durchbrachen seit 2008 nur die Inseln Noirmoutier und Korsika. Die Tour de France 2015 wurde mit einem kurzen Einzelzeitfahren in den Niederlanden in Utrecht eröffnet.

Sprints und Hügel vom Ärmelkanal bis zum Rand der Pyrenäen

Am 3. Renntag der Tour de France 2016 verlässt das Fahrerfeld von Granville aus das Start-Département Mance nach Angers für einen voraussichtlich zweiten Massensprint. Nächster Zielort ist Limoges. Auf der folgenden Etappe nach Le Lioran geht es endgültig mitten durchs Zentralmassiv zu einem weiteren Abtasten der Klassementfahrer. In diesen ersten Tagen von Bedeutung fürs Gelbe Trikot dürfte nicht zuletzt die Zeitgutschriften sein, von denen es auf allen Etappen der Tour 2016 im Ziel 10, 6 und 4 Sekunden für die Top-3 gibt (außer für die Zeitfahren).

Zwischen Zentralmassiv und Pyrenäen dürften sich dann noch einmal die Sprinter auf der 6. Etappe austoben. Je nach genauem Profil und Winden kommt man so in der ersten Woche auf 3 bis 4 Chancen für die Sprinter, der noch 2 bis 3 Chancen im weiteren Verlauf der Tour 2016 folgen. (Die genauen Profile der 9 vom Veranstalter als flach bezeichneten Etappen werden immer erst wenige Wochen vor dem Tour-Start veröffentlicht - im Gegensatz zu den Streckenführungen der Bergetappen, die im Wesentlichen schon mit der Streckenpräsentation feststehen).

Früh zum Lac de Payolle, nach Luchon und Arcalis

In den Pyrenäen selbst werden 3 Bergetappen ausgetragen. Der Zeitpunkt der ersten Hochgebirgsetappen liegt für eine Tour de France mit den Etappen 7 bis 9 schon relativ früh. Ein Pokern auf Ventoux und Alpen ist dennoch relativ unwahrscheinlich. Zwar liegen 2 der 3 Zielorte im Tal, aber die Ankünfte am Lac de Payolle und in Luchon erfolgen direkt nach der Abfahrt vom letzten schwierigen Pass - Col d'Aspin vorm Lac de Payolle und Col de Peyresourde vor Bagnères-de-Luchon. Die 9. Etappe wird dann in Spanien gestartet und endet mit der Bergankunft in Andorra-Arcalis.

Nach einem Ruhetag in Andorra führt die Strecke von dort aus zunächst zurück zum Zentralmassiv auf einer unberechenbaren Etappe nach Revel - wohl einer Beute für die Ausreißer. Diese dürften dann aber auf der sich anschließenden Etappe nach Montpellier wieder den Kürzeren gegen die Sprinter.

Unterwegs hinauf zum Ventoux und dann gegen die Uhr

Für 2 sehr entscheidende Tage zwischen Alpen und Pyrenäen wechselt der Fokus wieder auf die Klassementfahrer. Zunächst wird zum Ende der 12. Etappe der Mont Ventoux erklommen. Dann wird das hüglige Einzelzeitfahren im Département Ardèche weitere spürbare Zeitabstände herbeiführen. Im Gegensatz dazu steht die 14. Etappe mit vorwiegend flachem Verlauf und dem Spiel zwischen Ausreißern und Sprintern.

Umweg übers Jura und nach Bern

Bevor es in die Hochalpen geht, dreht das Fahrerfeld noch eine Runde im Jura und zieht danach in die Schweiz weiter. Die 15. Etappe rankt sich um den Grand Colombier, der nach zackiger erster Rennhälfte gleich 2-mal im Profil steht, davon einmal über die Lacets du Grand Colombier. Die 16. Etappe in die Schweizer Bundestadt Bern ist maximal etwas für die hügelfesten Sprinter, sonst eine Ausreißergruppe. Am Ruhetag in Bern (beide Ruhetage also außerhalb Frankreichs) sammeln die Fahrer ihre Kräfte für die entscheidenden Alpenetappen.

Alpen im Zeichen des Mont Blanc

Die Alpenetappen stehen im Zeichen des Mont Blanc, an dessen Fuße es von mehreren Seiten Etappenankünfte gibt. Den Auftakt in den Alpen macht eine Bergankunft im Wallis hinterm Col de la Forclaz zum Lac d'Emosson. Es schließt sich - nun komplett auf der französischen Seite - das bergige, nur 17 Kilometer lange Einzelzeitfahren zwischen Sallanches und Megève an. Nach flachen 4 Kilometern steigt der Zeitfahrkurs ordentlich an.

Die letzte Bergankunft der Tour de France 2015 führt auf der 19. Etappe hinauf nach Saint-Gervais Mont Blanc. Mindestens genauso großes Potenzial für letzte Verwerfungen im Gesamtklassement hat aber die 20. Etappe nach Morzine mit dem gefürchteten Col de Joux Plane. Zum Abschluss darf sich nach dem einzigen längeren Transfer ein Sprinter für die überstandenen Strapazen mit dem Tagessieg in Paris belohnen.

Schön ausgewogen und abwechslungsreich

Die Tour de France 2016 hält einen relativ ausgewogenen Parcours bereit, bei dem eigentlich für jeden etwas dabei sein sollte. Die Zeitfahrkilometer sind erneut etwas rar gesät, aber immerhin mehr als im Vorjahr, als es einen Negativrekord in dieser Disziplin gab. Und es fehlt 2016 ein Teamzeitfahren, dem allerdings wohl die wenigsten hinterhertrauern.

Der Veranstalter beschreitet weiter konsequent den noch jungen, relativ neu eingeschlagenen Weg eines abwechslungsreichen Etappenplans, wie man es früher eher von Giro d'Italia und Spanien-Rundfahrt kannte. Die Zeiten scheinen zum Glück vorbei, als nach Schema F je 3 Standard-Bergtappen in Alpen und Pyrenäen, 2 lange Zeitfahren und recht inspirationslose restliche Etappen lieblos aneinandergereiht wurden. Diese Tour de France kann gerne kommen!

Tour de France 2016
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