Tour de France 2016 - 17. Etappe

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16. Etappe Mi 20. Juli: 17. Etappe 18. Etappe

Zielankunft in Finhaut-Emosson: ca. 17:21 Uhr

Sakarin Sieger der Bergetappe in der Schweiz

Ilnur Sakarin (Katusha) gewann im Wallis die 17. Etappe der Tour de France 2016 mit Bergankunft am Lac d'Emosson. Der 26-jährige Russe stammte aus der Spitzengruppe des Tages und absolvierte die letzten 6 des 10,4 Kilometer langen Schlussanstiegs als Solist. Von Sakarins ehemaligen Fluchtgefährten erreichte Jarlinson Pantano (IAM) mit einer knappen Minute Rückstand das Ziel auf dem 2. Platz, gefolgt von Rafal Majka (Tinkoff) und Kristijan Durasek (Lampre).

Froome baut aus, Porte holt auf

Unter den Klassementbesten baute Chris Froome (Sky) die Gesamtführung aus, und Richie Porte (BMC) setzte seine Aufholjagd innerhalb der Top-Ten fort. Die beiden Ex-Teamkollegen holten 8 Sekunden auf Adam Yates (Orica) heraus und ein paar Sekunden mehr auf Bardet (AG2R), Aru (Astana) und Meintjes (Lampre).

Nairo Quintana (Movistar) konnte im Schlussanstieg der zweiten Attacke von Froome nicht folgen. Er begrenzte seinen Rückstand gegen Froome und Porte auf knapp eine halbe Minute. Schon etwas früher ließ Bauke Mollema (Trek) abreißen, verlor 40 Sekunden auf Froome, behielt aber den 2. Platz in der Gesamtwertung vor Yates.

Ergebnis
1. Ilnur Sakarin (RUS) - Katusha 4:36:33
2. Jarlinson Pantano (COL) - IAM +0:55
3. Rafal Majka (POL) - Tinkoff +1:26
4. Kristijan Durasek (CRO) - Lampre-Merida +1:32
5. Brice Feillu (FRA) - Fortuneo-Vital Concept +2:33
6. Thomas Voeckler (FRA) - Direct Energie +2:46
7. Domenico Pozzovivo (ITA) - AG2R La Mondiale +2:50
8. Stef Clement (NED) - IAM +2:57
9. Steve Morabito (SUI) - FDJ +4:38
10. Richie Porte (AUS) - BMC +7:59
11. Christopher Froome (GBR) - Sky gl.Zeit
12. Adam Yates (GBR) - Orica-Bikeexchange +8:07
13. Romain Bardet (FRA) - AG2R La Mondiale +8:10
14. Fabio Aru (ITA) - Astana +8:18
15. Louis Meintjes (RSA) - Lampre-Merida gl.Zeit
16. Nairo Quintana (COL) - Movistar +8:27
17. Wout Poels (NED) - Sky +8:39
18. Bauke Mollema (NED) - Trek-Segafredo gl.Zeit
19. Daniel Martin (IRL) - Etixx-Quick Step +8:46
20. Mikel Nieve (ESP) - Sky +8:57
21. Tanel Kangert (EST) - Astana +9:11
22. Joaquim Rodriguez (ESP) - Katusha gl.Zeit
23. Roman Kreuziger (CZE) - Tinkoff +9:38
24. Sébast. Reichenbach (SUI) - FDJ gl.Zeit
25. Alejandro Valverde (ESP) - Movistar +10:01
- 179 Fahrer klassiert.
DNF Gorka Izagirre (ESP) - Movistar
DNF Borut Bozic (SLO) - Astana
DNS Mark Cavendish (GBR) - Dimension Data
DNS Rohan Dennis (AUS) - BMC

Die größten Verlierer in den Top-Ten waren aber Alejandro Valverde (Movistar) und Tejay van Garderen (BMC). Valverde hatte sich letztlich mal wieder ohne Effekt als Helfer für seinen saftlosen Kapitän Quintana präsentiert und verlor dann seinerseits über 2 Minuten auf Froome und Porte. Dadurch fiel Valverde in der Gesamtwertung hinter Romain Bardet und Porte zurück. Quintana behielt immerhin den 4. Platz. Van Garderen fiel bereits am vorletzten Anstieg zum Col de la Forclaz zurück und kassierte schließlich rund 18 Minuten auf seine Konkurrenten.

Mollema verliert Zeit, aber nicht 2. Platz

Chris Froomes Polster aug Mollema wuchs auf 2:27 Minuten, während Mollema 26 Sekunden gegenüber Yates konservierte. Quintana fehlen exakt eine Minute auf Mollema und 34 Sekunden auf Yates. Als Angreifer für die Podestplätze empfahl sich vor dem anstehenden Bergzeitfahren eher Richie Porte, dem genau eine Minute mehr als Quintana fehlt.

Gesamtwertung
1. Christopher Froome (GBR) - Sky 77:25:10
2. Bauke Mollema (NED) - Trek-Segafredo +2:27
3. Adam Yates (GBR) - Orica-Bikeexchange +2:53
4. Nairo Quintana (COL) - Movistar +3:27
5. Romain Bardet (FRA) - AG2R La Mondiale +4:15
6. Richie Porte (AUS) - BMC +4:27
7. Alejandro Valverde (ESP) - Movistar +5:19
8. Fabio Aru (ITA) - Astana +5:35
9. Daniel Martin (IRL) - Etixx-Quick Step +5:50
10. Louis Meintjes (RSA) - Lampre-Merida +6:08
11. Roman Kreuziger (CZE) - Tinkoff +7:03
12. Joaquim Rodriguez (ESP) - Katusha +7:06
13. Sébast. Reichenbach (SUI) - FDJ +10:19
14. Sergio Henao (COL) - Sky +14:40
15. Geraint Thomas (GBR) - Sky +20:15
16. Pierre Rolland (FRA) - Cannondale-Drapac +20:24
17. Tejay van Garderen (USA) - BMC +23:03
18. Mikel Nieve (ESP) - Sky +27:58
19. Stef Clement (NED) - IAM +31:15
20. Warren Barguil (FRA) - Giant-Alpecin +33:05
21. Alexis Vuillermoz (FRA) - AG2R La Mondiale +35:44
22. Emanuel Buchmann (GER) - Bora-Argon 18 +35:59
22. Haimar Zubeldia (ESP) - Trek-Segafredo +32:39
...
26. Ilnur Sakarin (RUS) - Katusha +39:56

Es dauerte mehr als 70 umkämpfte Kilometer, bis sich eine Ausreißergruppe um mehrere Minuten vom Hauptfeld entfernen konnte. Kangert (Astana), Sagan, Majka (beide Tinkoff), Pozzovivo (AG2R), Clement, Pantano (beide IAM), Morabito (FDJ), Sakarin (Katusha), Durasek (Lampre), Gallopin (Lotto) und Feillu (Fortuneo) lauteten die Namen in dieser Flucht.

Aus einer Verfolgergruppe heraus investierten Luzenko (Astana), van Avermaet (BMC) und Voeckler (Direct Energie) einiges, um um noch an die Spitzengruppe heranzukommen. Anders als diesen 3 Fahrern gelang deren ehemaligen Begleitern - Pauwels (Dimension Data), Losada (Katusha), Costa (Lampre), Alaphilippe (Etixx) und Plaza (Orica) - nicht mehr der Anschluss an die Spitze.

Sagan und Majka machen ihre Trikots noch sicherer

Dort vertreten waren die 2 Teamkollegen Sagan und Majka, die ihre ohnehin praktisch uneinholbaren Vorsprünge in den Wertungen ums Grüne Trikot und das gepunktete Bergtrikot weiter ausbauen konnten. Peter Sagan gewann den Zwischensprint und scherte dann eingangs der rund 30 Kilometer langen Doppelsteigung Forclaz/Emosson aus. Sein Vorsprung in der Punktewertung explodierte außerdem, weil Mark Cavendish (Dimension Data) nach dem Ruhetag nicht mehr zu den Alpenetappen antrat. Rafal Majka sammelte indes weitere Bergpunkte, mit dem Wermutstropfen, auch die 17. Etappe nicht gewonnen zu haben.

Grünes Trikot
1. Peter Sagan (SVK) - Tinkoff 425 p.
2. Marcel Kittel (GER) - Etixx-Quick Step 228
3. Bryan Coquard (FRA) - Direct Energie 156
4. Alexander Kristoff (NOR) - Katusha 152
5. Michael Matthews (AUS) - Orica-Bikeexchange 143
6. Greg van Avermaet (BEL) - BMC 136
7. André Greipel (GER) - Lotto-Soudal 128
Bergwertung
1. Rafal Majka (POL) - Tinkoff 173 p.
2. Thomas de Gendt (BEL) - Lotto-Soudal 90
3. Ilnur Sakarin (RUS) - Katusha 78
4. Daniel Navarro (ESP) - Cofidis 69
5. Jarlinson Pantano (COL) - IAM 63
6. Serge Pauwels (BEL) - Dimension Data 62

Am Fuße des Forclaz-Anstiegs hatte die Spitzengruppe 13 Minuten Vorsprung aufs Hauptfeld. Hinauf zum Col de la Forclaz entpuppten sich Attacken von Tony Gallopin und dann Alexej Luzenko als deren letztes Aufbäumen. Beide wurden danach durchgereicht. Oben war der Vorsprung vorm Hauptfeld um gut 2 Minuten gesunken, weil erst Quintanas und dann Arus Helfer das Tempo nach oben schraubten. Damit eliminierten sie van Garderen, nicht jedoch Froomes Helfer.

Pantano setzt wieder auf Abfahrt

In der Abfahrt attackierte an der Spitze Jarlinson Pantano. Aufmerksam an sein Hinterrad heftete sich nur Majka, den Pantano in der letzten Abfahrt der 15. Etappe einholte und dann im Sprint schlug. In den Schlussanstieg ging das Duo mit 10 Minuten Vorsprung vor dem Feld ums Gelbe Trikot sowie etwa 20 Sekunden vor der ersten Verfolgergruppe. Aus dieser attackierte Sakarin sofort, als die Straße wieder berauf führte. Etwa 8 Kilometer vor dem Ziel erreichte er Pantano und Majka. 1,5 Kilometer später folgte Sakarins Attacke. Pantano schloss mit letzter Kraft auf, während Majka endgültig abgehängt war. Als Sakarin ein weiteres Mal beschleunigte, musste auch Pantano den Sieg abschreiben.

Quintana verzweifelt erst an Porte, dann an Froome

In der Gruppe ums Gelbe Trikot waren die letzten Helfer von Aru, nämlich Nibali und Rosa, verschlissen - da hatte Froome noch gleich 3 Helfer an seiner Seite. Wie bisher bei der Tour de France 2016 erwiesen sich für Froome mal wieder Nieve und vor allem Wout Poels als die wertvollsten Domestiken am Berg. Aru kam so gar nicht zu einer Attacke. Die forcierte stattdessen Daniel Martin (Etixx) knapp 5 Kilometer vor dem Ziel, wohingegen Valverde zurückfiel.

Dann attackierte Richie Porte. Nairo Quintana wollte mitziehen, schaffte es aber nicht. Nacheinander fielen Joaquim Rodriguez (Katusha), der längst wieder eingeholte Dan Martin und Bauke Mollema zurück. Nun folgte der zweistufige Angriff von Froome. Dem ersten Antritt konnte Quintana noch folgen und an dessen Hinterrad Wout Poels. Mit der Endstufe katapultierte sich Froome vor zu Porte. Er beließ es dabei und fuhr die Etappe an Portes Hinterrad zu Ende.

Yates verliert weiterhin unauffällig kaum Zeit

Quintana fiel in die Verfolgergruppe mit Yates, Bardet, Aru und Meintjes zurück. Poels hatte sein Tageswerk für Froome vollbracht. An der 400-Meter-Marke startete Yates einen langen Schlusssprint, mit dem er auf 8 Sekunden an Porte und Froome herankam. Quintana hatte keine Antwort mehr parat und musste auch Bardet, Aru und Meintjes ziehen lassen. Als nächster Fahrer ins Ziel kam Poels und mit ihm Mollema, der noch Dan Martin überholte und die Zeiteinbußen gemessen am Zeitpunkt seines Kontaktverlustes zu den direkten Gegnern in Grenzen hielt.


Vorschau auf diese Etappe: Nach dem letzten Ruhetag der Tour de France 2016 führt die 17. Etappe komplett über Schweizer Boden. Der Start erfolgt in Bern. Danach führt die Strecke übers Kanton Waadt bis ins Wallis. Dort spitzt sich das Geschehen von Martigny aus zu über den Col de la Forclaz und nach kurzer Abfahrt hinauf zum Tagesziel am Lac d'Emosson oberhalb von Finhaut. Die 4 entscheidenden Tage in den Alpen sind also angebrochen. Der Col de la Forclaz ist auf einer Länge von 13 Kilometern im Schnitt 7,9 % gleichmäßig steil. Beim Schlussanstieg sind es 8,4 % auf 10,4 Kilometern, wobei es zum Ziel knapp unterhalb des Lac d'Emosson tendenziell immer steiler wird.

16. Etappe Mi 20. Juli: 17. Etappe 18. Etappe

Tour de France 2016

Tour de France 2016
17. Etappe (184,5km)
von Bern (SUI)
nach Finhaut-Emosson (SUI)

-km112 14:08 Saanenmöser
-km80 15:03 Col des Mosses
-km35 16:07 Martigny
-km18 16:15 Col de la Forclaz
-km0 17:21 Finhaut-Emosson

Etappensieg:
Ilnur Sakarin (RUS)

Gelbes Trikot:
Chris Froome (GBR)

Grünes Trikot:
Peter Sagan (SVK)

Bergtrikot:
Rafal Majka (POL)

Jungprofiwertung:
Adam Yates (GBR)

Teamwertung:
Movistar

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