Tour de France 2016 - 15. Etappe

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14. Etappe So 17. Juli: 15. Etappe 16. Etappe

Zielankunft in Culoz: ca. 17:34 Uhr

Pantano im Zweiersprint vorm designierten Bergkönig

Jarlinson Pantano (IAM) gewann im Jura die 15. Etappe der Tour de France 2016, die im Zeichen des Grand Colombier stand. Der 27-jährige Kolumbianer setzte sich in Culoz im Zweiersprint gegen Rafal Majka (Tinkoff) durch. Das Duo stammte aus der einst 30-köpfigen Spitzengruppe des Tages. Majka machte einen großen Schritt zu seinem 2. Sieg in der Bergwertung.

Aktivitäten unter den Klassementfahrern gegen das Gelbe Trikot wurden von Chris Froomes (Sky) Helfern, allen voran Wout Poels, im Keim erstickt. Von den Top-13 der Gesamtwertung verlor nur Tejay van Garderen (BMC) Zeit, und zwar 1:28 auf seine Konkurrenten, die wiederum gut 3 Minuten hinter Pantano und Majka das Ziel erreichten.

Reichenbach macht im Jura Minuten gut

In der Spitzengruppe war der bestplatzierte Fahrer der Gesamtwertung Sébastien Reichenbach (FDJ). Er hatte vor der 15. Etappe fast 12 Minuten Rückstand aufs Gelbe Trikot. In Culoz kam er 6 Sekunden hinter Pantano und Majka auf dem 4. Platz an, im Sprint geschlagen vom zuvor passiven Alexis Vuillermoz (AG2R). Pantano holte in der letzten Abfahrt einen 19-Sekunden-Rückstand gegenüber Majka auf.

Ergebnis
1. Jarlinson Pantano (COL) - IAM 4:24:49
2. Rafal Majka (POL) - Tinkoff gl.Zeit
3. Alexis Vuillermoz (FRA) - AG2R La Mondiale +0:06
4. Sébast. Reichenbach (SUI) - FDJ gl.Zeit
5. Julian Alaphilippe (BEL) - Etixx-Quick Step +0:22
6. Serge Pauwels (BEL) - Dimension Data +0:25
7. Pierre Rolland (FRA) - Cannondale-Drapac gl.Zeit
8. Daniel Navarro (ESP) - Cofidis +1:30
9. Ilnur Sakarin (RUS) - Katusha gl.Zeit
10. Tom-Jelte Slagter (NED) - Cannondale-Drapac +2:08
11. Kristijan Durasek (CRO) - Lampre-Merida gl.Zeit
12. Bartosz Huzarski (POL) - Bora-Argon 18 +2:10
13. Wout Poels (NED) - Sky +3:07
14. Christopher Froome (GBR) - Sky
15. Nairo Quintana (COL) - Movistar
16. Alejandro Valverde (ESP) - Movistar
17. Romain Bardet (FRA) - AG2R La Mondiale
18. Richie Porte (AUS) - BMC
19. Roman Kreuziger (CZE) - Tinkoff
20. Louis Meintjes (RSA) - Lampre-Merida alle
21. Adam Yates (GBR) - Orica-Bikeexchange
22. Bauke Mollema (NED) - Trek-Segafredo
23. Fabio Aru (ITA) - Astana
24. Daniel Martin (IRL) - Etixx-Quick Step gleiche
25. Joaquim Rodriguez (ESP) - Katusha
26. Steve Morabito (SUI) - FDJ
27. Haimar Zubeldia (ESP) - Trek-Segafredo
28. Nelson Oliveira (POR) - Movistar Zeit
29. Stef Clement (NED) - IAM +4:35
30. Tejay van Garderen (USA) - BMC +4:35
...
33. Geraint Thomas (GBR) - Sky +9:06
34. Sergio Henao (COL) - Sky +9:06
39. Emanuel Buchmann (GER) - Bora-Argon 18 +12:04
44. Warren Barguil (FRA) - Giant-Alpecin +13:49
- 183 Fahrer klassiert.
DNF Jesus Herrada (ESP) - Movistar
DNS Jens Debusschere (BEL) - Lotto-Soudal

Van Garderen Verlierer des Tages

An Froomes Gesamtführung 1:47 Minuten vor Bauke Mollema (Trek) änderte sich auf der Jura-Etappe ebensowenig wie an fast allen anderen Abständen in den Top-Ten. Nur van Garderen fiel vom 6. auf den 8. Platz zurück und sortierte sich hinter seinem Teamkollegen Porte ein. Zudem musste BMC die Führung in der Teamwertung und damit die gelben Startnummern an Movistar abgeben, weil sie nicht in der großen Spitzengruppe vertreten waren.

Reichenbach verbesserte sich vom 17. auf den 14. Platz und der ebenfalls in der Flucht des Tages vertretene Pierre Rolland (Direct Energie) von 18. auf den 16. Platz. Barguil (Giant) und Henao (Sky) wurden schon am vorletzten Anstieg abgehängt.

Stärkster Kapitän + stärkste Helfer = Langeweile

Aber wenn Henao und auch Thomas für Froome am Berg als Schrittmacher und Lückenstopfer ausfallen, kann er ja immer noch auf Nieve und Poels zurückgreifen. Der sowieso schon stärkste Fahrer hat auch noch die qualitativ und quantitativ mit Abstand beste Helferriege und voilà: Die Tour de France wird einmal mehr ihrem Ruf als langweiligstes Radrennen der Saison gerecht...

Gesamtwertung
1. Christopher Froome (GBR) - Sky 68:14:36
2. Bauke Mollema (NED) - Trek-Segafredo +1:47
3. Adam Yates (GBR) - Orica-Bikeexchange +2:45
4. Nairo Quintana (COL) - Movistar +2:59
5. Alejandro Valverde (ESP) - Movistar +3:17
6. Romain Bardet (FRA) - AG2R La Mondiale +4:04
7. Richie Porte (AUS) - BMC +4:27
8. Tejay van Garderen (USA) - BMC +4:47
9. Daniel Martin (IRL) - Etixx-Quick Step +5:03
10. Fabio Aru (ITA) - Astana +5:16
11. Roman Kreuziger (CZE) - Tinkoff +5:24
12. Louis Meintjes (RSA) - Lampre-Merida +5:48
13. Joaquim Rodriguez (ESP) - Katusha +5:54
14. Sébast. Reichenbach (SUI) - FDJ +8:40
15. Sergio Henao (COL) - Sky +12:24
16. Pierre Rolland (FRA) - Cannondale-Drapac +12:24
17. Geraint Thomas (GBR) - Sky +12:47
18. Warren Barguil (FRA) - Giant-Alpecin +19:05
19. Mikel Nieve (ESP) - Sky +24:06
20. Alexis Vuillermoz (FRA) - AG2R La Mondiale +27:44
21. Emanuel Buchmann (GER) - Bora-Argon 18 +27:59
22. Haimar Zubeldia (ESP) - Trek-Segafredo +32:39
...
27. Jarlinson Pantano (COL) - IAM +40:47
33. Rafal Majka (POL) - Tinkoff 57:56

Majka Dreh- und Angelpunkt in riesiger Spitzengruppe

Schon den ersten Berg des Tages, den Col du Berthiand, überquerte Rafal Majka zuerst mit Ilnur Sakarin (Katusha) am Hinterrad. Die Gruppe ums Gelbe Trikot mit den Klassementbesten lag hier 40 Sekunden zurück. Genau dazwischen befand sich eine riesige Gruppe mit Pauwels (Dimension Data) und Nibali (Astana), die in der Abfahrt das Spitzenduo einholte. Danach erhöhte sich der Vorsprung vorm Hauptfeld deutlich.

Die komplette Zusammensetzung der Spitzengruppe während ihrer größten Ausprägung mit 30 Fahrern lautete: Ion Izagirre, Oliveira (beide Movistar), Nibali, Kangert (beide Astana), Majka (Tinkoff), Pozzovivo, Vuillermoz (beide AG2R), Bennett (LottoNL), Zubeldia (Trek), Clement, Coppel, Pantano (alle IAM), Rolland, Slagter, van Baarle (alle Cannondale), Pauwels (Dimension Data), Dumoulin (Giant), Morabito, Reichenbach (beide FDJ), Huzarski (Bora), Losada, Sakarin (beide Katusha), Durasek, Grmay, Polanc (alle Lampre), Sicard, Voeckler (beide Direct Energie), Alaphilippe (Etixx), Navarro (Cofidis) und Plaza (Orica).

An den nächsten 3 kleineren Bergpreisen machten erst Voeckler und dann 2-mal Pauwels den 1. Platz Rafal Majka streitig. Der Träger des Bergtrikots, Thomas de Gendt (Lotto), hatte den Sprung in die Spitzengruppe allerdings verpasst.

Gut 70 Kilometer vor dem Ziel begannen an einem unkategorisierten Anstieg die Auflösungserscheinungen in der Spitzengruppe. Van Baarle brach aus, konnte sich aber nicht vorn halten, als Tom Dumoulin zu ihm aufschloss. Es bildete sich ein Verfolgertrio mit Nibali, Pantano und Pozzovivo, das auf der Abfahrt an Dumoulin herankam.

Doch in den Anstieg hinein zum Grand Colombier war es um dieses Quartett schon wieder geschehen, und es blieben nur Pantano und Pozzovivo an der Spitze gemeinsam mit den aufschließenden Oliveira, Majka, Vuillermoz, Pauwels, Morabito, Reichenbach, Sakarin, Durasek, Alaphilippe, Navarro und Huzarski.

Die letzten 4 Kilometer bis zum Gipfel gab es das gleiche Bild wie am Col du Berthiand. Denn Majka und Sakarin lösten sich erneut. Kurz vor der Kuppe und eine halbe Minute hinter dem Spitzenduo attackierte Julian Alaphilippe die Verfolger. Auf der Abfahrt fand Pantano zu Alaphilippe. Es kam zum Zusammenschluss der beiden Duos, aber nur für kurze Zeit, weil Alaphilippe sich an die Spitze setzte und Sakarin in der restlichen Abfahrt zurückfiel.

Alaphilippe und Sakarin im Pech

Dann wurde ein Sturz von Alaphilippe gemeldet, so dass Majka und Pantano nun an der Spitze fuhren. Im Tal schlossen Vuillermoz, Pauwels und Reichenbach zu Sakarin auf, während Alaphilippe sich in die nächste Verfolgergruppe einsortierte.

Majka hängte am letzten Anstieg an den atemberaubenden Lacets de Grand Colombier den sich immer wieder zurückkämpfenden Pantano mehrfach ab. Oben hatte Majka dann 19 Sekunden Vorsprung und einen weiteren Bergpreis gewonnen. Ihm gelang die deutliche Eroberung des Bergtrikots.

Bergwertung
1. Rafal Majka (POL) - Tinkoff 127 p.
2. Thomas de Gendt (BEL) - Lotto-Soudal 90
3. Daniel Navarro (ESP) - Cofidis 69
4. Serge Pauwels (BEL) - Dimension Data 62
5. Tom Dumoulin (NED) - Giant-Alpecin 58
6. Rui Costa (POR) - Lampre-Merida 50
...
13. Christopher Froome (GBR) - Sky 22

In der Verfolgergruppe hatte Sakarin im letzten Anstieg einen Defekt. Auch Pauwels musste Reichenbach und Vuillermoz ziehen lassen. Reichenbach schaffte es sogar bis zum Bergpreis ans Hinterrad von Pantano. Aber aufgrund der unterschiedlichen Abfahrtsqualitäten verabschiedete sich Pantano schnell wieder von Reichenbach, zu dem Vuillermoz auffuhr.

Majka ging in einer Kurve die Straße aus. Er wich in den Grasstreifen aus und verhinderte einen Sturz in die Schlucht. Mit fulminanter Abfahrt hätte Pantano den Polen aber wahrscheinlich auch ohne diesen Versteuerer eingeholt.

Vuillermoz wollte nicht mit Reichenbach nach vorn

Im abschließenden Flachstück lutschte Vuillermoz am Hinterrad von Reichenbach und schmiss damit die Chance auf einen Etappensieg weg. Denn Majka und Pantano belauerten sich auf den letzten 2 Kilometern und retteten nur 6 Sekunden Vorsprung ins Ziel. Pantano entwickelte deutlich mehr Kraft im Zielsprint, den Majka aus hinterer Position noch vor der 200-Meter-Marke eröffnete.

In der deutlich geschrumpften Gruppe der Klassementbesten hatten vor den beiden Colombier-Anstiegen die Helfer von Fabio Aru das Kommando übernommen. Als Aru die zu diesem Zeitpunkt 16 Fahrer umfassende Gruppe attackierte, stieg Alejandro Valverde (Movistar) hinterher, bevor Poels und Nieve ihren Kapitän und die Gruppe wieder heranführten.

Bardet attackiert Übermacht bergauf und im Flachen

Dann attackierte Bardet und wehrte sich etwas länger gegen Froomes Wachhund Wout Poels. Immerhin hatte dies den Effekt, dass van Garderen abreißen ließ und Bardet dessen 6. Platz in der Gesamtwertung einnehmen konnte. Am Gipfel knallte Poels wie von Sinnen vor zu Bardet und verhinderte, dass dieser sich eine Trinkflasche greifen konnte.

Bardet probierte es noch ein weiteres Mal auf dem abschließenden Flachstück, aber hatte keine Chance gegen Poels, der alles parierte und dann auch noch Unterstützung erhielt von Oliveira und Zubeldia, die aus der Spitzengruppe zurückgefallen waren und nun schon offensichtlich begannen den 2. und 4. Platz ihrer Kapitäne Mollema und Quintana (Movistar) nach hinten abzusichern...


Vorschau auf diese Etappe: Im französischen Teil des Jura wartet auf die Fahrer eine Kletterei zwischem dem Startort Bourg-en-Bresse und dem Zielort Culoz, beide im Département Ain gelegen. Genauer gesagt rankt sich die 15. Etappe der Tour 2016 um den Grand Colombier, der nach zackiger erster Rennhälfte gleich 2-mal im Profil steht, davon einmal über die spektakulären Lacets du Grand Colombier. Nach ausnahmsloser Berg- und Talfahrt ist ausgerechnet vor diesem letzten Anstieg und auch danach ein Flachstück eingebaut, so dass nach dem letzten Bergpreis noch 14 Kilometer auf der Uhr stehen, davon 5,5 bergab und 8,5 flach. Das riecht nach einem Tagessieg durch die frühe Ausreißergruppe - und wilde, aber nur wenige Sekunden bringende Attacken der Klassementfahrer.

14. Etappe So 17. Juli: 15. Etappe 16. Etappe

Tour de France 2016

Tour de France 2016
15. Etappe (159km)
von Bourg-en-Bresse
nach Culoz

-km137 13:43 Col du Berthiand
-km108 14:32 Col du Sappel
-km97 14:51 Col de Pisseloup
-km88 15:06 Hauteville-Lompmes
-km81 15:22 Col de la Rochette
-km47 16:26 Grand Colombier
-km14 17:17 Lacets de Grand Colombier

Etappensieg:
Jarlinson Pantano (COL)

Gelbes Trikot:
Chris Froome (GBR)

Grünes Trikot:
Peter Sagan (SVK)

Bergtrikot:
Rafal Majka (POL)

Jungprofiwertung:
Adam Yates (GBR)

Teamwertung:
Movistar

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