Tour de France 2016 - 10. Etappe

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9. Etappe Di 12. Juli: 10. Etappe 11. Etappe

Zielankunft in Revel: ca. 17:13 Uhr

Matthews schlägt Sagan im hochkarätigen 6er-Sprint

Michael Matthews (Orica) gewann in Revel die 10. Etappe der Tour de France 2016 im Sprint einer hochkarätigen 6-köpfigen Gruppe. Der 25-jährige Australier setzte sich mit mehr als einer Radlänge durch vor Peter Sagan (Tinkoff), der die Gruppe zuvor gegen Attacken von Matthews' Teamkollegen Daryl Impey zusammenhielt. Den 3. Platz belegte Edvald Boasson Hagen (Dimension Data) vor Greg van Avermaet (BMC) und Samuel Dumoulin (AG2R).

25 Kilometer vor dem Ziel hatte Sagan die lange Zeit 15-köpfige Spitzengruppe des Tages im Seitenwind durch eine Beschleunigung auf 7 Fahrer reduziert. Der Schuss des Weltmeisters ging jedoch nach hinten los, weil alle 3 Orica-Fahrer den Schnitt schafften. So zog Luke Durbridge (Orica) das Septett bis zum letzten Anstieg 8 Kilometer vor dem Ziel. Ab dort attackierte Impey mehrmals. Stets parierte Sagan, der ansonsten ständig die Führungsposition innehatte.

Impey und Durbridge als Wegbereiter

Ab der 2-Kilometer-Marke änderte Impey die Taktik und hielt das Tempo wie zuvor Durbridge bis zum Sprint hoch. Den eröffnete van Avermaet aus letzter Position früh, als noch 300 Meter zu fahren waren. Hagen reagierte sofort und sprintete schnell auf van Avermaets Höhe. Sagan und Matthews fielen etwas zurück, wobei Matthews anders als Sagan freie Bahn hatte und zu einem klaren Sieg durchzog. Sagan musste einen Umweg fahren und ging noch kurz vor der Linie an Hagen vorbei.

Ergebnis
1. Michael Matthews (AUS) - Orica-Bikeexchange 4:22:38
2. Peter Sagan (SVK) - Tinkoff
3. Edvald Boasson Hagen (NOR) - Dimension Data alle
4. Greg van Avermaet (BEL) - BMC gleiche
5. Samuel Dumoulin (FRA) - AG2R La Mondiale Zeit
6. Daryl Impey (RSA) - Orica-Bikeexchange +0:02
7. Luke Durbridge (AUS) - Orica-Bikeexchange +1:10
8. Damiano Caruso (ITA) - BMC +3:01
9. Gorka Izagirre (ESP) - Movistar +3:10
10. Tony Gallopin (FRA) - Lotto-Soudal alle
11. Rui Costa (POR) - Lampre-Merida gleiche
12. Sylvain Chavanel (FRA) - Direct Energie Zeit
13. Mikel Landa (ESP) - Sky +3:14
14. Vincenzo Nibali (ITA) - Astana gl.Zeit
15. Stephen Cummings (GBR) - Dimension Data +5:35
- 192 Fahrer klassiert.
DNF Sebastian Langeveld (NED) - Cannondale-Drapac

Auf dem 8. Platz kam 3 Minuten hinter den Tagesbesten Damiano Caruso (BMC) an, der im Gesamtklassement Bestplatzierte unter den 15 Ausreißern. Das Hauptfeld trudelte mit fast 10 Minuten Rückstand ein. So behielt Chris Froome (Sky) das Gelbe Trikot 16 Sekunden vor seinem britischen Landsmann Adam Yates (Orica).

Gesamtwertung
1. Christopher Froome (GBR) - Sky 49:08:20
2. Adam Yates (GBR) - Orica-Bikeexchange +0:16
3. Daniel Martin (IRL) - Etixx-Quick Step +0:19
4. Nairo Quintana (COL) - Movistar +0:23
5. Joaquim Rodriguez (ESP) - Katusha +0:37
6. Romain Bardet (FRA) - AG2R La Mondiale +0:44
7. Bauke Mollema (NED) - Trek-Segafredo +0:44
8. Sergio Henao (COL) - Sky +0:44
9. Louis Meintjes (RSA) - Lampre-Merida +0:55
10. Alejandro Valverde (ESP) - Movistar +1:01
11. Tejay van Garderen (USA) - BMC +1:01
12. Roman Kreuziger (CZE) - Tinkoff +1:16
13. Fabio Aru (ITA) - Astana +1:23
14. Richie Porte (AUS) - BMC +2:10
15. Warren Barguil (FRA) - Giant-Alpecin +2:51
...
21. Daminano Caruso (ITA) - BMC +5:35

Costa holt Souvenir Henri Desgrange

Nach dem Start der 10. Etappe in Andorra stiegen die ersten 24 Kilometer bis kurz vor die französische Grenze zum Dach der Tour de France 2016 an. Am Port d'Envalira holte sich Rui Costa (Lampre) die Prämie Henri Desgrange als Solist. Zuvor waren mehrere große Gruppen nicht wesentlich vom Hauptfeld weggekommen.

In der Bergwertung stockten Costa und hinter ihm Tom Dumoulin ihr Punktekonto um 10 und 8 Punkte auf. Der in dieser Wertung Führende Pinot (FDJ) hatte sich wie dessen ärgster Verfolger Majka (Tinkoff) zuvor vergeblich mit Attacken versucht. Beide gingen auf der 10. Etappe leer aus.

Bergwertung
1. Thibaut Pinot (FRA) - FDJ 80 p.
2. Rafal Majka (POL) - Tinkoff 77
3. Tom Dumoulin (NED) - Giant-Alpecin 58
4. Rui Costa (POR) - Lampre-Merida 50
5. Thomas de Gendt (BEL) - Lotto-Soudal 36
6. Daniel Navarro (ESP) - Cofidis 36

Im Laufe der Abfahrt erhielt Costa Gesellschaft von Sagan, Matthews und Vincenzo Nibali (Astana). Dieses Weltklasse-Quartett wurde zunächst nur an der kurzen Leine gelassen. Weitere 5 Fahrer sprangen an die Spitze: Landa (Sky), Gorka Izagirre (Movistar), Samuel Dumoulin, Caruso und Cummings (Dimension Data).

Gerade hatten auch Boasson Hagen, Gallopin (Lotto), Durbridge und Impey Anschluss an die Spitze gefunden, da setzten sich Sagan und Dumoulin ab. Van Avermaet und Chavanel (Direct Energie) ergänzten noch die Verfolgergruppe, ehe das Hauptfeld die Ausreißer ziehen ließ. Sagan und Dumoulin wurden eingeholt, so dass die 15-köpfige Gruppe des Tages stand.

Zunächst arbeitete Katusha im Hauptfeld, konnte den Rückstand auf die Spitzengruppe aber nicht mehr unter 3 Minuten senken und ließ es dann bleiben. Nach einer Weile schaltete sich IAM in Manschaftsstärke ein und schraubte den Rückstand von über 7 auf unter 5 Minuten knapp 50 Kilometer vor dem Ziel, zuletzt unterstützt von Direct Energie.

Die Einholung der Spitzengruppe lag bis zu diesem Zeitpunkt noch im Bereich des Möglichen. Doch danach ging der Abstand zur Spitzengruppe nicht mehr spürbar nach unten, so dass der Etappensieger aus dieser Gruppe kommen sollte. Und das wurde am Ende Michael Matthews, der damit seine Sammlung von Etappensiegen bei allen 3 großen Rundfahrten komplettierte - wie dies schon vor dem Ruhetag Tom Dumoulin (Giant) gelungen war.

Sagan zurück im Grünen Trikot

Auch wenn Peter Sagan am Sieg vorbeischrammte, hatte seine Flucht immerhin den Effekt, dass er sein Regenbogentrikot des Weltmeister wieder tauschte in das Grüne Trikot des Punktbesten bei der Tour de France. Den Zwischensprint für 20 Punkte gewann der Slowake ohne Gegenwehr. Noch 5 Punkte mehr gab es für den 2. Platz im Ziel, so dass Sagan in der Punktewertung deutlich an Mark Cavendish (Dimension Data) vorbeizog. Cavendish war wie andere Sprinter am Port d'Envalira zurückgefallen und erst einmal damit beschäftigt, wieder ins Hauptfeld zurückzukehren.

Grünes Trikot
1. Peter Sagan (SVK) - Tinkoff 242 p.
2. Mark Cavendish (GBR) - Dimension Data 204
3. Marcel Kittel (GER) - Etixx-Quick Step 182
4. Michael Matthews (AUS) - Orica-Bikeexchange 124
5. Greg van Avermaet (BEL) - BMC 112
6. Bryan Coquard (FRA) - Direct Energie 112
7. André Greipel (GER) - Lotto-Soudal 89

Über weite Strecken der 10. Etappe regnete es, nicht jedoch zu Beginn und in der Schlussphase.


Vorschau auf diese Etappe: Nach dem ersten Ruhetag führt die 10. Etappe der Tour de France 2016 von Andorra heraus aus den Pyrenäen. Das bedeutet aber nicht, dass die Kletterei vorerst ein Ende hat. Denn die 10. Etappe beginnt sogleich mit dem Kaltstart zum Port d'Envalira und mündet in ein Finale mit einem Hügel vorm Zielort Revel - und zwar geht es bis zur Côte de Saint-Ferréol an der 7-Kilometer-Marke für 1,8 Kilometer um durchschnittlich 6,6 % bergauf. Wenn sich keine Teams zutrauen, ihren schnellen Mann über diesen Anstieg hinweg zum Sprintsieg zu führen, darf vielleicht die Ausreißergruppe des Tages den Sieg unter sich ausmachen.

Am Port d'Envalira wird schon nach 24 Kilometern etwas unwürdig die Prämie Souvenir Henri Desgrange für den höchsten Punkt der Tour de France 2016 vergeben.

9. Etappe Di 12. Juli: 10. Etappe 11. Etappe

Tour de France 2016

Tour de France 2016
10. Etappe (197km)
von Escalades-Engordany
nach Revel

-km173 13:31 Port d'Envalira
-km75 15:37 Aigues-Vives
-km7 17:03 Côte de Saint-Ferréol

Etappensieg:
Michael Matthews (AUS)

Gelbes Trikot:
Chris Froome (GBR)

Grünes Trikot:
Peter Sagan (SVK)

Bergtrikot:
Thibaut Pinot (FRA)

Jungprofiwertung:
Adam Yates (GBR)

Teamwertung:
BMC

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