Tour de France 2016 - 5. Etappe

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4. Etappe Mi 6. Juli: 5. Etappe 6. Etappe

Zielankunft in Le Lioran: ca. 17:13 Uhr

Sieg und Gelb im Zentralmassiv für van Avermaet

Auf der 5. Etappe stammte der Sieger erstmals bei der Tour de France 2016 aus der Spitzengruppe des Tages. Greg van Avermaet (BMC) fuhr in Le Lioran als Solist zuerst über die Ziellinie und eroberte auch das Gelbe Trikot. 17,5 Kilometer vor dem Ziel schüttelte van Avermaet im Zentralmassiv Thomas de Gendt (Lotto), seinen letzten Begleiter, ab.

Von den ursprünglich 9 Ausreißern hielten sich außerdem Rafal Majka (Tinkoff) und Bartosz Huzarski (Bora) bis zur Zielgeraden vorm Hauptfeld, das am Ende gut 5 Minuten Rückstand auf van Avermaet aufwies. Joaquim Rodriguez (Katusha) und Daniel Martin (Etixx) sprinteten schließlich noch an Huzarski vorbei.

Innerhalb der letzten 40 Kilometer schraubten die Helfer der Tour-Favoriten Quintana (Movistar) und Froome (Sky) in den Anstiegen das Tempo im Hauptfeld nach oben. Entsprechend schrumpfte die Größe des Hauptfelds rapide, ebenso wie der Abstand zur Spitze. Der Spitzengruppe wurde aber zwischenzeitlich eine Viertelstunde Vorsprung zugestanden, so dass ein Weltklasserfahrer wie van Avermaet nicht mehr einzuholen war. Auf den letzten Kilometern konnte Alberto Contador (Tinkoff) das Tempo der Besten nicht mehr mitgehen und verlor weitere Sekunden.

Ergebnis
1. Greg van Avermaet (BEL) - BMC 5:31:36
2. Thomas de Gendt (BEL) - Lotto-Soudal +2:34
3. Rafal Majka (POL) - Tinkoff +5:04
4. Joaquim Rodriguez (ESP) - Katusha gl.Zeit
5. Daniel Martin (IRL) - Etixx-Quick Step +5:07
6. Bartosz Huzarski (POL) - Bora-Argon 18
7. Julian Alaphilippe (FRA) - Etixx-Quick Step
8. Adam Yates (GBR) - Orica-Bikeexchange
9. Christopher Froome (GBR) - Sky
10. Tejay van Garderen (USA) - BMC
11. Pierre Rolland (FRA) - Cannondale-Drapac
12. Richie Porte (AUS) - BMC
13. Romain Bardet (FRA) - AG2R La Mondiale alle
14. Sébast. Reichenbach (SUI) - FDJ
15. Nairo Quintana (COL) - Movistar
16. Wilco Kelderman (NED) - LottoNL-Jumbo
17. Bauke Mollema (NED) - Trek-Segafredo
18. Fabio Aru (ITA) - Astana gleiche
19. Sergio Henao (COL) - Sky
20. Warren Barguil (FRA) - Giant-Alpecin
21. Thibaut Pinot (FRA) - FDJ
22. Alejandro Valverde (ESP) - Movistar
23. Louis Meintjes (RSA) - Lampre-Merida Zeit
24. Jurgen v. d. Broeck (BEL) - Katusha +5:16
25. Roman Kreuziger (CZE) - Tinkoff +5:18
...
30. Alberto Contador (ESP) - Tinkoff +5:40
31. Mathias Frank (SUI) - IAM +5:48
36. Emanuel Buchmann (GER) - Bora-Argon 18 +8:17
60. Rui Costa (POR) - Lampre-Merida +13:45
62. Ilnur Sakarin (RUS) - Katusha +13:45
68. Vincenzo Nibali (ITA) - Astana +13:45
75. Mikel Landa (ESP) - Sky +13:45
- 198 Fahrer klassiert.

Van Avermaet hatte 2016 einen fulminanten Jahresbeginn mit Siegen bei Het Nieuwsblad und Tirreno-Adriatico. Dann aber folgte der Schlüsselbeinbruch bei der Flandern-Rundfahrt, dem eigentlichen Hauptziel des 31-jährigen Belgiers. Nun gelang ihm mit dem Tour-Etappensieg plus dem Gelben Trikot mehr als eine Entschädigung. Er übernahm die Führung in der Gesamtwertung 5:11 Minuten vor Julian Alaphilippe (Etixx), 5:13 vor Alejandro Valverde (Movistar) und 5:14 vor Joaquim Rodriguez.

Dahinter postierten sich nunmehr 12 Fahrer mit 5:17 Rückstand, darunter Froome und Contador. Bei Fabio Aru und Vincenzo Nibali (Astana) wurden letzte Zweifel beseitigt, ob der einstige Tour- und aktuelle Girosieger die Kapitänsrolle des jüngeren Teamkollegen akzeptieren wird: Nibali nahm am vorletzten Anstieg, an dem die meisten Fahrer zurückfielen, heraus und kam mit fast 9 Minuten Rückstand auf die meisten anderen Klassementfahrer ins Ziel.

Thomas de Gendt hatte bereits an den Tagen zuvor zu viel Zeit liegen lassen, um auch die der Gesamtwertung den 2. Platz zu belegen. Und der bisherige Gesamtführende Peter Sagan (Tinkoff) erreichte das Zielin Le Lioran auf dem 110. Platz fast 24 Minuten hinter van Avermaet.

Gesamtwertung
1. Greg van Avermaet (BEL) - BMC 25:34:46
2. Julian Alaphilippe (FRA) - Etixx-Quick Step +5:11
3. Alejandro Valverde (ESP) - Movistar +5:13
4. Joaquim Rodriguez (ESP) - Katusha +5:14
5. Christopher Froome (GBR) - Sky +5:17
6. Warren Barguil (FRA) - Giant-Alpecin +5:17
7. Nairo Quintana (COL) - Movistar +5:17
8. Fabio Aru (ITA) - Astana +5:17
9. Pierre Rolland (FRA) - Cannondale-Drapac +5:17
10. Daniel Martin (IRL) - Etixx-Quick Step +5:17
11. Wilco Kelderman (NED) - LottoNL-Jumbo +5:17
12. Tejay van Garderen (USA) - BMC +5:17
13. Adam Yates (GBR) - Orica-Bikeexchange +5:17
14. Romain Bardet (FRA) - AG2R La Mondiale +5:17
15. Bauke Mollema (NED) - Trek-Segafredo +5:17
16. Sergio Henao (COL) - Sky +5:17
17. Jurgen v. d. Broeck (BEL) - Katusha +5:26
18. Roman Kreuziger (CZE) - Tinkoff +5:28
19. Louis Meintjes (RSA) - Lampre-Merida +5:28
20. Sébast. Reichenbach (SUI) - FDJ +5:28
...
21. Thibaut Pinot (FRA) - FDJ +5:28
23. Mathias Frank (SUI) - IAM +6:08
25. Alberto Contador (ESP) - Tinkoff +6:38
27. Richie Porte (AUS) - BMC +7:02
29. Mikel Nieve (ESP) - Sky +8:01
31. Emanuel Buchmann (GER) - Bora-Argon 18 +8:44
76. Peter Sagan (SVK) - Tinkoff +23:37

9-köpfige Gruppe erhielt großen Vorsprung

In der Anfangsphase der 5. Etappe holte Jasper Stuyven (Trek), Träger des Bergtrikots, den Punkt beim ersten Bergpreis. Doch dann formierte sich eine bärenstarke Sptizengruppe mit Griwko (Astana), Gautier (AG2R), Pauwels (Dimension Data), Sicard (Direct Energie) und Vachon (Fortuneo) sowie den bereits erwähnten van Avermaet, de Gendt, Majka und Huzarski.

Uneinigkeit in dieser Gruppe führte zur Teilung, als knapp die Hälfte der 216 Tageskilometer absolviert waren. So bildeten fortan Andrej Griwko, Greg van Avermaet und Thomas de Gendt ein Spitzentrio. De Gendt hatte es abgesehen auf die Bergpunkte, von denen es auf der 5. Etappe mehr gab als während der 4 ersten Etappen zusammen. Bis zur entscheidenden Attacke gewann de Gendt mehr Bergpreis als van Avermaet danach, so dass de Gendt mit dem Bergtrikot geehrt wurde.

Bergwertung
1. Thomas de Gendt (BEL) - Lotto-Soudal 13 p.
2. Greg van Avermaet (BEL) - BMC 11
3. Jasper Stuyven (BEL) - Trek-Segafredo 5
4. Andrej Griwko (UKR) - Astana 5
5. Paul Voß (GER) - Bora-Argon 18 2
6. Rafal Majka (POL) - Tinkoff 2

Beim Zwischensprint waren die meisten Punkte schon an die Ausreißer vergeben. Auf die Plätze 10 bis 13 sprinteten für 6, 5, 4 und 3 Punkte Coquard (Direct Energie), Kittel (Etixx), Cavendish (Dimension Data) und Sagan. Das Gelbe Trikot musste Peter Sagan nach der 5. Etappe abgeben. Dafür blieb er in der Wertung ums Grüne Trikot in Führung.

Grünes Trikot
1. Peter Sagan (SVK) - Tinkoff 150 p.
2. Mark Cavendish (GBR) - Dimension Data 146
3. Marcel Kittel (GER) - Etixx-Quick Step 142
4. Bryan Coquard (FRA) - Direct Energie 89
5. André Greipel (GER) - Lotto-Soudal 87
6. Greg van Avermaet (BEL) - BMC 67
7. Alexander Kristoff (NOR) - Katusha 56
8. Julian Alaphilippe (FRA) - Etixx-Quick Step 50

Als der Vorsprung des Spitzentrios auf einer Viertelstunde angewachsen war, blieb die Arbeit im Hauptfeld an den Helfern von Chris Froome, dem Toursieger des Vorjahres, hängen. Spürbare Wirkung trat dann auf, nachdem Quintanas Helfer übernommen hatten. Während im Spitzentrio am Anstieg Pas de Payrol Griwko zurückfiel, gab es dort gut 30 Kilometer vor dem Ziel auch Auflösungserscheinungen im Hauptfeld.

Noch bevor Sagan im Gelben Trikot seine Segel einholte, waren beispielsweise Navarro (Cofidis) und Tom Dumoulin (Giant) zurückgefallen. Kurz nach Sagan ließ auch Nibali abreißen. Was bei Nibali noch nach Kalkül aussah, wirkte beim vermeintlich stärksten Helfer von Froome - Mikel Landa - schon verkrampfter.

Bardets Attacke kostet Contador weitere Zeit

Den einzigen zählbaren Effekt unter den Top-Favoriten führte Romain Bardet (AG2R) durch eine Attacke am letzten Anstieg herbei. Sofort reagierten auf Bardets Vorstoß Quintana, Valverde und der an den vorherigen Anstiegen bereits angezählte Pinot (FDJ). Weiteren 15 Fahrern gelang ebenfalls relativ schnell der Anschluss, nicht jedoch Contador, für den sich Kreuziger zu spät zurückfallen ließ.

Weitere Dämpfer bezüglich erträumter vorderer Platzierungen im Gesamtklassement erhielten die Hoffnungsträger aus der Schweiz und Deutschland. Während sich Mathias Frank (IAM) im Bereich von Contador bewegte, gab Emanuel Buchmann (Bora) 3 Minuten ab.


Vorschau auf diese Etappe: Durch das Zentralmassiv führt die 5. Etappe der Tour de France 2016. Auf den letzten 36 Kilometern sind 3 Berge zu bewältigen - Pas de Peyrol, Col du Perthus und Col de Font de Cère, letztgenannter 2,5 Kilometer vor dem Ziel. Nach kurzem Bergabstück steigen dann auch die letzten Meter zur Ziellinie wieder an. Destination des Tages ist die Wintersportstation Le Lioran. Hier dürften sich im wesentlichen die Klassementfahrer vorn versammeln, wenn auch noch ohne die großen Abstände. Die Schwierigkeit der Berge im Finale ist absteigend. Peyrol und Perthus sind mit 5,4 bzw. 4,4 Kilometern Anstieg und maximal über 11 % Steigung deutlich anspruchsvoller als der flachere und kürzere Font de Cère.

4. Etappe Mi 6. Juli: 5. Etappe 6. Etappe

Tour de France 2016

Tour de France 2016
5. Etappe (216km)
von Limoges
nach Le Lioran

-km200 12:00 Côte de St-Léonard-de-Noblat
-km74 15:20 Côte du Puy Saint-Mary
-km72 15:23 Mauriac
-km43 16:12 Col Neronne
-km31 16:23 Pas de Peyrol
-km15 16:50 Col du Perthus
-km3 17:09 Col de Font de Cère

Etappensieg:
Greg van Avermaet (BEL)

Gelbes Trikot:
Greg van Avermaet (BEL)

Grünes Trikot:
Peter Sagan (SVK)

Bergtrikot:
Thomas de Gendt (BEL)

Jungprofiwertung:
Julian Alaphilippe (FRA)

Teamwertung:
BMC

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