Tour de France 2015 - 16. Etappe

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15. Etappe Mo 20. Juli: 16. Etappe 17. Etappe

Zielankunft in Gap: ca. 17:20 Uhr

Plaza verteidigt Vorsprung in Abfahrt gegen Sagan

Ruben Plaza (Lampre) gewann in Gap die 16. Etappe der Tour de France 2015 als Solist. Der 35-jährige Spanier stammte aus der 23-köpfigen Spitzengruppe des Tages. Er attackierte gut 18 Kilometer vor dem Ziel im letzten Anstieg zum Col de Manse.

In der heiklen Abfahrt jagte ihm Peter Sagan (Cannondale) tollkühn nach, aber zu spät. So belegte er eine halbe Minute hinter Plaza zum 5. Mal bei der diesjährigen Tour de France den 2. Platz, und auf 11 der bisher 16 Etappen kam der Slowake unter die besten 5, allerdings ohne einen einzigen Sieg! Den 4. Platz in Gap hinter Sagan und Jarlinson Pantano (IAM) belegte Simon Geschke (Giant), gefolgt von Bob Jungels (Trek).

Geraint Thomas prallt gegen Telefonmast

Knapp 20 Minuten hinter Plaza, Sagan & Co. kam das Hauptfeld zum Col de Manse. Oben hatte Vincenzo Nibali (Astana) 15 Sekunden Vorsprung vor Froome, Thomas, Poels (alle Sky), Quintana, Valverde (beide Movistar), van Garderen (BMC), Contador (Tinkoff), Gesink (LottoNL), Mollema (Trek), Barguil (Giant) und Bardet (AG2R).

In der «Beloki»-Abfahrt nahmen diese Klassementfahrer wie die Fahrer der Spitzengruppe volles Risiko. In einer Rechtskurve verbremste sich Warren Barguil, ging wie ein Geschoss in diese Kurve und räumte Geraint Thomas ab. Während Barguil auf dem Rad blieb, purzelte Thomas mit dem Kopf gegen einen Telefonmast.

Nach Momenten des Bangens schwang sich Thomas wieder aufs Rad. Gemeinsam mit seinem Teamkollegen Wout Poels begrenzte er den Rückstand zur Gruppe um ihren Kapitän Chris Froome auf 38 Sekunden. Nibali dagegen holte auf diese Gruppe am Ende 28 Sekunden heraus.

Ergebnis
1. Ruben Plaza (ESP) - Lampre-Merida 4:30:10
2. Peter Sagan (SVK) - Tinkoff-Saxo +0:30
3. Jarlinson Pantano (COL) - IAM +0:36
4. Simon Geschke (GER) - Giant-Alpecin +0:40
5. Bob Jungels (LUX) - Trek gl.Zeit
6. Christophe Riblon (FRA) - AG2R La Mondiale gl.Zeit
7. Daniel Tekleheimanot (ERI) - MTN-Qhubeka +0:53
8. Thomas de Gendt (BEL) - Lotto-Soudal +1:00
9. Luis Angel Maté (ESP) - Cofidis +1:22
10. Thomas Voeckler (FRA) - Europcar gl.Zeit
11. Pierrick Fédrigo (FRA) - Bretagne-Séché +1:54
12. Andrej Griwko (UKR) - Astana gl.Zeit
13. Serge Pauwels (BEL) - MTN-Qhubeka gl.Zeit
14. Michal Golas (POL) - Etixx-Quick Step +1:55
15. Imanol Erviti (ESP) - Movistar +2:19
16. Marco Haller (AUT) - Katusha +2:40
...
24. Vincenzo Nibali (ITA) - Astana +17:44
25. Alberto Contador (ESP) - Tinkoff-Saxo +18:12
26. Bauke Mollema (NED) - Trek
27. Romain Bardet (FRA) - AG2R La Mondiale alle
28. Christopher Froome (GBR) - Sky
29. Alejandro Valverde (ESP) - Movistar
30. Tejay van Garderen (USA) - BMC gleiche
31. Robert Gesink (NED) - LottoNL-Jumbo
32. Nairo Quintana (COL) - Movistar
33. Warren Barguil (FRA) - Giant-Shimano Zeit
34. Geraint Thomas (GBR) - Sky +18:50
35. Wout Poels (NED) - Sky +18:50
36. Andrew Talansky (USA) - Cannondale-Garmin +19:09
38. Pierre Rolland (FRA) - Europcar
39. Samuel Sanchez (ESP) - BMC alle
41. Mathias Frank (SUI) - IAM gleiche
46. Thibaut Pinot (FRA) - FDJ Zeit
55. Tony Gallopin (FRA) - Lotto-Soudal +21:51
- 169 Fahrer klassiert.
DNF Peter Kennaugh (GBR) - Sky
DNS Greg van Avermaet (BEL) - BMC

Froome unbeschadet in Gelb, Nibali mit Sekundengewinn

Chris Froome verteidigte sein Gelbes Trikot und geht mit 3:10 Minuten Vorsprung vor Nairo Quintana in den letzten Ruhetag und danach in die schweren Alpeneappten. In Lauerposition dahinter verblieben der defensive van Garderen und die angriffslustigen Valverde und Contador.

In den Top-Ten der Gesamtwertung gab es 3 Veränderungen. Auf dem 6. Platz verlor Thomas, auf dem 8. Platz gewann Nibali einige Sekunden. Tony Gallopin (Lotto) fiel im Anstieg zum Col de Manse als einziger Fahrer aus den Top-Ten zurück und verlor in der Abfahrt weiter an Boden. So fiel er vom 9. auf den 11. Platz hinter Mollema und Barguil zurück. Pantano als bester Gesamtwertungs-Fahrer aus der Spitzengruppe rückte vom 18. auf den 16. Platz vor.

Gesamtwertung
1. Christopher Froome (GBR) - Sky 64:47:16
2. Nairo Quintana (COL) - Movistar +3:10
3. Tejay van Garderen (USA) - BMC +3:32
4. Alejandro Valverde (ESP) - Movistar +4:02
5. Alberto Contador (ESP) - Tinkoff-Saxo +4:23
6. Geraint Thomas (GBR) - Sky +5:32
7. Robert Gesink (NED) - LottoNL-Jumbo +6:23
8. Vincenzo Nibali (ITA) - Astana +7:49
9. Bauke Mollema (NED) - Trek +8:53
10. Warren Barguil (FRA) - Giant-Shimano +11:03
11. Tony Gallopin (FRA) - Lotto-Soudal +12:02
12. Romain Bardet (FRA) - AG2R La Mondiale +13:10
13. Mathias Frank (SUI) - IAM +14:23
14. Samuel Sanchez (ESP) - BMC +15:18
15. Pierre Rolland (FRA) - Europcar +15:55
16. Jarlinson Pantano (COL) - IAM +17:04
17. Andrew Talansky (USA) - Cannondale-Garmin +23:15
18. Serge Pauwels (BEL) - MTN-Qhubeka +24:18
19. Thibaut Pinot (FRA) - FDJ +31:54
20. Alexis Vuillermoz (FRA) - AG2R La Mondiale +36:29
21. Gorka Izagirre (ESP) - Movistar +38:43
22. Jakob Fuglsang (DEN) - Astana +38:54

Die 16. Etappe begann extrem schnell, was zum Teil am Rückenwind lag. Vor allem aber wollten erneut viele Fahrer den Sprung in die Spitzengruppe des Tages schaffen. Letztlich schlossen sich etwa bei Etappenhalbzeit 2 Gruppen zu einer 23-köpfigen Spitzengruppe zusammen.

Außer Plaza, Sagan, Pantano, Geschke und Jungels fuhren in dieser großen Spitzengruppe nun: Griwko (Astana), Riblon (AG2R), Erviti (Movistar), de Gendt, Hansen (beide Lotto), Haller (Katusha), Golas, Trentin (beide Etixx), Voeckler (Europcar), Irizar (Trek), Oliveira (Lampre), Maté, Navarro (beide Cofidis), Fédrigo, Périchon (beide Bretagne), Boasson Hagen, Pauwels und Teklehaimanot (alle MTN).

Sagan macht grünen Sack endgültig zu

Zum 3. Mal in Folge in der Spitzengruppe dabei war Peter Sagan, der damit wieder den Zwischensprint gewann und den Vorsprung in der Punktewertung ums Grüne Trikot noch mehr festigte. Durch seinen nächsten 2. Platz im Ziel machte er sich praktisch uneinholbar und steht vorm 4. Erfolg in der Punktewertung.

Grünes Trikot
1. Peter Sagan (SVK) - Tinkoff-Saxo 405 p.
2. André Greipel (GER) - Lotto-Soudal 316
3. John Degenkolb (GER) - Giant-Alpecin 264
4. Mark Cavendish (GBR) - Etixx-Quick Step 192
5. Bryan Coquard (FRA) - Europcar 122
6. Christopher Froome (GBR) - Sky 109
7. Zdenek Stybar (CZE) - Etixx-Quick Step 78
8. Alejandro Valverde (ESP) - Movistar 77

Hansen und Haller probierten es weit vorm Ziel

Innerhalb der letzten 50 Kilometer war den Ausreißern der Etappensieg längst sicher, und die Springerei begann. Adam Hansen und Marco Haller attackierten versetzt und enterten den Col de Manse als Spitzenduo.

Die Verfolger spalteten sich schnell in mehrere Grüppchen auf, von denen die erste noch im unteren Bereich des Anstiegs Hansen und Haller überholte. Als Plaza die entscheidende Attacke ritt, waren mit ihm außerdem Sagan, Geschke, Christophe Riblon und Daniel Teklehaimanot an der Spitze.

Geschke mischt vorn mit, aber alle Blicke auf Sagan

In der Folgezeit richteten sich die Blicke der Konkurrenten auf den Stärksten, also Sagan. So rollten Fahrer von hinten in die erste Verfolgergruppe auf und der Rückstand von Plaza vergrößerte sich. Auf Attacken von Geschke und Riblon, die zu Plaza nach vorn fahren wollten, reagierte Sagan sofort.

Oben hatte die erste Verfolgergruppe knapp eine Minute Rückstand auf Plaza. In der unebenen Abfahrt ließ es Sagan - demonstrativ auf dem Oberrohr sitzend - krachen. Trotzdem hielt Pantano fast bis unten mit. Auch Geschke, Bob Jungels und Riblon waren bergab kaum langsamer als Sagan.

Nervenkitzel am Col de Manse

Unter den Klassementfahrern versuchte im Manse-Anstieg das Team von Contador Schaden anzurichten, was mit Ausnahme von Gallopin nur mit Fahrern außerhalb der Top-Ten gelang. Nachfolgende Attacken von Bardet, Valverde, Barguil und Contador waren nur Momentaufnahmen.

Dafür fruchtete Nibalis Antritt einen Kilometer unterhalb der Kuppe. In der Verfolgung bestimmte fortan vor allem Robert Gesink das Tempo. Als Argument war Gesink die Verteidigung seines 7. Platzes in der Gesamtwertung gegen Nibali offenbar wichtig genug...

In der Abfahrt löste dann Barguil die dramatische Szene um Thomas aus. Die Zuschauer auf ihren Camping-Stühlen wichen zur Seite, und Geraint Thomas tauchte verdreht mit dem Kopf voraus in den Telefonmast und anschließend in den Straßengraben.

Erst kurz vor der Ziellinie gab es wieder Bilder von Thomas, obwohl sich dieser gar nicht weit hinter der Gruppe ums Gelbe Trikot befand. Das Team wusste anscheinend eher Bescheid und beorderte Poels zurück, um für Thomas den 6. Platz in der Gesamtwertung zu retten. Froome war zwar nun von Helfern aus dem eigenen Team isoliert, kam aber wegen Gesinks Tempoarbeit in keinerlei Schwierigkeiten.


Vorschau auf diese Etappen: Die Fahrer klopfen an die Pforte der Alpen auf der 16. Etappe der Tour de France 2015. Die Schlussrunde um den Zielort Gap mit dem Col de Manse lädt ein zu Attacken unter den Klassementfahrern - sowohl bergauf auf der D944 (8,9 Kilometer lang, im Schnitt 5,9% steil), als auch insbesondere bergab. Hier sind Abfahrtsqualitäten gefragt. Die Distanz vom Col de Manse bis ins Ziel beträgt 12 Kilometer. Der Etappensieg wird an diesem Tag jedoch wahrscheinlich der frühen Ausreißergruppe überlassen. Es folgt der zweite rennfreie Tag, bevor es dann richtig in die Alpen geht.
Landkarte und Profil auf www.letour.fr

15. Etappe Mo 20. Juli: 16. Etappe 17. Etappe

Tour de France 2015

Tour de France 2015
16. Etappe (201km)
von Bourg-de-Péage
nach Gap

-km115 14:40 Die
-km71 15:41 Col de Cabre
-km12 17:04 Col de Manse

Etappensieg:
Ruben Plaza Molina (ESP)

Gelbes Trikot:
Christopher Froome (GBR)

Grünes Trikot:
Peter Sagan (SVK)

Bergtrikot:
Christopher Froome (GBR)
- wird getragen von: Rodriguez

Jungprofi-Wertung:
Nairo Quintana (COL)

Teamwertung:
Movistar

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