Tour de France 2015 - 10. Etappe

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9. Etappe Di 14. Juli: 10. Etappe 11. Etappe

Zielankunft in La Pierre-Saint-Martin: ca. 16:43 Uhr

Froome in anderen Sphären bei erster Bergankunft

Christopher Froome (Sky) gewann mit deutlichem Vorsprung die erste Bergankunft der Tour de France 2015 nach La Pierre-Saint-Martin. Zu allem Überfluss belegte auch noch ein Teamkollege den 2. Platz. Richie Porte distanzierte auf den letzten Metern Nairo Quintana (Movistar), der über eine Minute auf Froome verlor. Dahinter taten sich weitere Abgründe auf.

Nächstbester Fahrer und positive Überraschung des Tages war dahinter Robert Gesink (LottoNL) mit 1:33 Minuten Rückstand. Es folgten einige Fahrer, die zwischendurch als Gruppe unterwegs waren, mit über 2 Minuten: Valverde (Movistar), Thomas (Sky), Adam Yates (Orica), Rolland (Europcar), Gallopin und van Garderen (BMC).

Contador und Nibali verlieren 3 Minuten und mehr

Während sich Quintana immerhin fürs Podium in Position brachte, entsprachen Alberto Contador (Tinkoff) und Vincenzo Nibali (Astana) ihren ursprünglichen Siegambitionen nicht im Entferntesten. Contador verlor fast 3 Minuten, Nibali über 4. Beide waren schon zurückgefallen, bevor Froome 6,5 Kilometer vor dem Ziel mit dem Antritt eines Berserkers Quintana abhängte.

Ergebnis
1. Christopher Froome (GBR) - Sky 4:22:07
2. Richie Porte (AUS) - Sky +0:59
3. Nairo Quintana (COL) - Movistar +1:04
4. Robert Gesink (NED) - LottoNL-Jumbo +1:33
5. Alejandro Valverde (ESP) - Movistar +2:01
6. Geraint Thomas (GBR) - Sky gl.Zeit
7. Adam Yates (GBR) - Orica-Greenedge +2:04
8. Pierre Rolland (FRA) - Europcar gl.Zeit
9. Tony Gallopin (FRA) - Lotto-Soudal +2:22
10. Tejay van Garderen (USA) - BMC +2:30
11. Alberto Contador (ESP) - Tinkoff-Saxo +2:51
12. Rafael Valls (ESP) - Lampre-Merida +3:09
13. Jakob Fuglsang (DEN) - Astana gl.Zeit
14. Serge Pauwels (BEL) - MTN-Qhubeka +3:19
15. Warren Barguil (FRA) - Giant-Shimano gl.Zeit
16. Samuel Sanchez (ESP) - BMC +4:00
17. Bauke Mollema (NED) - Trek +4:09
18. J. Janse v. Rensburg (RSA) - MTN-Qhubeka +4:09
19. Eduardo Sepulveda (ARG) - Bretagne-Séché +4:16
20. Tanel Kangert (EST) - Astana +4:25
21. Vincenzo Nibali (ITA) - Astana gl.Zeit
22. Laurens ten Dam (NED) - LottoNL-Jumbo gl.Zeit
23. Mathias Frank (SUI) - IAM +4:44
24. Louis Meintjes (RSA) - MTN-Qhubeka +5:38
25. Jean-Christ. Péraud (FRA) - AG2R La Mondiale gl.Zeit
..
28. Rigoberto Uran (COL) - Etixx-Quick Step +5:54
34. Joaquim Rodriguez (ESP) - Katusha +6:07
36. Emanuel Buchmann (GER) - Bora-Argon 18 +6:28
37. Dominik Nerz (GER) - Bora-Argon 18 +6:28
44. Romain Bardet (FRA) - AG2R La Mondiale +8:50
49. Thibaut Pinot (FRA) - FDJ +10:03
58. Andrew Talansky (USA) - Cannondale-Garmin +11:34
- 183 Fahrer klassiert.
DNS Lars Boom (NED) - Astana
DNS Ivan Basso (ITA) - Tinkoff-Saxo

Van Garderen, Quintana insgesamt nun 3 Minuten zurück

Gähn! Der Fahrer, der ohnehin schon mit Vorsprung aus der windig-hügligen ersten Tour-Woche gegangen war, zertrampelte nun die restliche Hoffnung seiner Konkurrenten auf den Gesamtsieg - das nicht einmal vor Halbzeit der Rundfahrt. Froome baute seine Führung auf knapp 3 Minuten vor van Garderen und gut 3 Minuten vor Quintana aus.

Valverde, Thomas, Contador, Gallopin und Gesink hielten sich in Schlagdistanz zum Podest. Adam Yates und Rolland hatten schon in der ersten Woche zu viel Rückstand angesammelt und tauchen deswegen nicht in den neuen Top-Ten auf, stattdessen Barguil (Giant), obwohl er während dieser 10. Etappe schmerzhaft stürzte.

Podest des Vorjahres liegt in Trümmern

Vorjahressieger Vincenzo Nibali verlor hoch nach La Pierre-Saint-Martin 4:25 Minuten auf Froome und ging in der Gesamtwertung mit fast 7 Minuten Rückstand aus der 10. Etappe. Noch übler erging es den beiden Fahrern, die im letzten Jahr die Podestplätze neben Nibali belegten: Péraud (AG2R) verlor hoch nach La Pierre-Saint-Martin 5:38 Minuten auf Froome und Pinot (FDJ) gar über 10 Minuten. Auch Pérauds Teamkollege Bardet gehörte mit über 8 Minuten Rückstand zu den größeren Verlierern des Tages.

Gesamtwertung
1. Christopher Froome (GBR) - Sky 35:56:09
2. Tejay van Garderen (USA) - BMC +2:52
3. Nairo Quintana (COL) - Movistar +3:09
4. Alejandro Valverde (ESP) - Movistar +4:01
5. Geraint Thomas (GBR) - Sky +4:03
6. Alberto Contador (ESP) - Tinkoff-Saxo +4:04
7. Tony Gallopin (FRA) - Lotto-Soudal +4:33
8. Robert Gesink (NED) - LottoNL-Jumbo +4:35
9. Warren Barguil (FRA) - Giant-Shimano +6:12
10. Vincenzo Nibali (ITA) - Astana +6:57
11. Bauke Mollema (NED) - Trek +7:15
12. Rigoberto Uran (COL) - Etixx-Quick Step +7:22
13. Jakob Fuglsang (DEN) - Astana +8:41
14. Jean-Christ. Péraud (FRA) - AG2R La Mondiale +9:18
15. Mathias Frank (SUI) - IAM +9:26
16. Joaquim Rodriguez (ESP) - Katusha +10:09
17. Samuel Sanchez (ESP) - BMC +10:27
18. Roman Kreuziger (CZE) - Tinkoff-Saxo +12:31
19. Gorka Izagirre (ESP) - Movistar +12:47
20. Alexis Vuillermoz (FRA) - AG2R La Mondiale +13:03
21. Dominik Nerz (GER) - Bora-Argon 18 +13:06
22. Romain Bardet (FRA) - AG2R La Mondiale +13:38
23. Pierre Rolland (FRA) - Europcar +13:57
24. Jan Bakelants (BEL) - AG2R La Mondiale +14:08
25. Andrew Talansky (USA) - Cannnondale-Garmin +16:01
...
27. Thibaut Pinot (FRA) - FDJ +18:18
29. Adam Yates (GBR) - Orica-Greenedge +19:59

Nach dem Ruhetag wagten sich nur 2 Fahrer in die frühe Flucht des Tages: Kenneth Vanbilsen (Cofidis) und Pierrick Fédrigo (Bretagne) - wobei Vanbilsen einige Kilometer brauchte, um den zuvor ausgebrochenen Fédrigo zu erreichen. Das Duo bekam vom Hauptfeld maximal 14 Minuten Vorsprung zugesprochen, ging aber mit unter 3 Minuten in den Schlussanstieg.

Greipel zurück in Grün im Duell mit Sagan

Vor dem Schlussanstieg war die 10. Etappe weitgehend flach, so auch noch beim Zwischensprint. Hinter Fédrigo und Vanbilsen war hier André Greipel der Erste aus dem Hauptfeld vor Cavendish (Etixx) und Degenkolb (Giant). Auch Greipels Anfahrer Debusschere platzierte sich noch vor Peter Sagan (Tinkoff), so dass Greipel das Grüne Trikot Sagan wieder um 3 Punkte abnahm.

Grünes Trikot
1. André Greipel (GER) - Lotto-Soudal 225 p.
2. Peter Sagan (SVK) - Tinkoff-Saxo 222
3. Mark Cavendish (GBR) - Etixx-Quick Step 172
4. John Degenkolb (GER) - Giant-Alpecin 169
5. Bryan Coquard (FRA) - Europcar 108
6. Christopher Froome (GBR) - Sky 81
7. Greg van Avermaet (BEL) - BMC 73

Eingangs des Schlussanstiegs bestimmte - wie die gesamte Etappe zuvor - Quintanas Team das Tempo im Hauptfeld, das daraufhin immer kleiner wurde. Ganz schnell abreißen ließen Rui Costa (Lampre), Pinot und Péraud. Bora opferte seine besten Männer um den ursprünglich angedachten Kapitän Nerz stur weiter die Treue zu halten.

Gesink mit früher Attacke am Schlussberg

11,5 Kilometer vor dem Ziel attackierte Robert Gesink (LottoNL) und setzte sich in Front vorbei an Fédrigo, der Vanbilsen inzwischen abgehängt hatte. Gesink fuhr eine knappe halbe Minute Vorsprung heraus. Zu ihm schloss für nur kurze Zeit Valls (Lampre) auf. Gesink konnte sich für knapp 5 Kilometer an der Spitze halten.

Nach Gesinks Attacke bröckelte es gewaltig im Verfolgerfeld. Frank (BMC), Uran (Etixx), Mollema (Trek) und Nibali waren die nächsten Klassementfahrer, die nicht mehr mithielten, dann auch Rodriguez (Katusha) und Barguil (Giant).

Valverdes Versuche perlen an Sky-Helfern ab

Als die Movistar-Helfer verbraucht waren, attckierte Co-Kapitän Valverde gut 8 Kilometer vor dem Ziel. Er konnte Froomes vorletzten Helfer Geraint Thomas nicht in Verlegenheit bringen, auch nicht bei einem zweiten Versuch knapp einen Kilometer später.

7 Kilometer vor dem Ziel zündete Richie Porte die Vorstufe für Froome, und nur noch Quintana konnte dranbleiben. Van Garderen, Valverde, Contador, Rolland und der erstaunlich starke Gallopin platzten ab ebenso wie der nun eingeholte Gesink, der für eine Weile mit van Garderen zusammenspannte.

500 Meter später scherte Porte aus, und Froome beschleunigte ruckartig mit unfassbar hoher Trittfrequenz. Auf den flacher werdenden letzten 5 Kilometern vergrößerten sich die Abstände. Froome zog sein Ding wie ein Tret-Roboter durch, mehr mit den Augen auf dem Tacho als auf der Straße.

Gegen Ende kam Porte wieder an Quintana heran und überspurtete diesen für die Bonussekunden. So geht Porte in die nächste Pyrenäen-Etappe im Bergtrikot als Stellvertreter von Froome, der in La Pierre-Saint-Martin mit einem Schlag 50 Punkte bekam. Zum Vergleich: Der bisherige Trikotinhaber Teklehaimanot hatte im bisherigen Verlauf der Tour de France ganze 4 Punkte gesammelt.

Bergwertung
1. Christopher Froome (GBR) - Sky 51 p.
2. Richie Porte (AUS) - Sky 40
3. Nairo Quintana (COL) - Movistar 32
4. Robert Gesink (NED) - LottoNL-Jumbo 28
5. Alejandro Valverde (ESP) - Movistar 24
6. Geraint Thomas (GBR) - Sky 20
7. Adam Yates (AUS) - Orica-Greenedge 16
8. Pierre Rolland (FRA) - Europcar 12
9. Tony Gallopin (FRA) - Lotto-Soudal 8
10. Daniel Teklehaimanot (ERI) - MTN-Qhubeka 4

Contadors Helfer Ivan Basso verließ die Tour de France am Ruhetag, weil bei ihm da Hodenkrebs diagnostiziert wurde.


Vorschau auf diese Etappe: Die 10. Etappe der Tour de France 2015 führt am Nationalfeiertag in die Pyrenäen nach La Pierre-Saint-Martin. Nach der flachen bis hügligen Woche im Norden und dem ersten Ruhetag steht nun die erste wirkliche Bergankunft der Tour 2015 an - mit den entsprechenden Zeitabständen unter den Klassementfahrern. Das Finale steigt nur knapp nördlich der französisch-spanischen Grenze im Département Pyrenées-Atlantique. Zwischen dem Col du Soudet und dem Col de la Pierre Saint Martin biegen die Fahrer nach links ab zur Skistation La Pierre-Saint-Martin, die wegen des Talorts auch Arette-Pierre-Saint-Martin genannt wird. Zwischen der Soudet-Passhöhe und dem noch 70 Meter höheren Zielstrich ist gut ein Kilometer zurückzulegen. Die letzten 15,3 Kilometer der 10. Etappe gehen im Schnitt um 7,4% bergauf. Am steilsten ist der mittlere Abschnitt des Schlussanstiegs, der mit dieser Zielankunft vorher noch nie im Tour-Programm stand.
Landkarte, Zeitplan und Profil auf www.letour.fr
Profil des Col de Soudet auf www.salite.ch
Profil des Col de la Pierre Saint Martin auf www.salite.ch

9. Etappe Di 14. Juli: 10. Etappe 11. Etappe

Tour de France 2015

Tour de France 2015
10. Etappe (167km)
von Tarbes
nach La Pierre-Saint-Martin

-km101 14:03 Côte de Bougarber
-km77 14:35 Côte de Vielleségure
-km43 15:20 Trois-Villes
-km33 15:33 Côte de Montory
-km0 16:43 La Pierre-Saint-Martin

Etappensieg:
Christopher Froome (GBR)

Gelbes Trikot:
Christopher Froome (GBR)

Grünes Trikot:
André Greipel (GER)

Bergtrikot:
Christopher Froome (GBR)
- wird getragen von: Porte

Jungprofi-Wertung:
Nairo Quintana (COL)

Teamwertung:
Sky

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