Tour de France 2015 - 9. Etappe

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8. Etappe So 12. Juli: 9. Etappe 10. Etappe

Zielankunft des letzten Teams: ca. 17:17 Uhr

BMC Wimpernschlag vor Sky

BMC gewann das Teamzeitfahren der Tour de France 2015 mit 61 Hundertstelsekunden Vorsprung vor Sky. Die siegreiche Formation fuhr die 28 Kilometer der 9. Etappe in 32:15 Minuten. Auf dem 3. Platz hatte Movistar 4 Sekunden Rückstand. Dahinter ergaben sich größere Abstände.

So verlor Tinkoff 28 Sekunden und Astana 35 Sekunden. Movistar verspielte den Sieg möglicherweise unterwegs, als an einem Anstieg zwischenzeitlich mehrere Lücken aufgingen. Spätestens im ansteigenden Schlusskilometer von Plumelec waren alle Teams nur noch mit den benötigten 5 Fahrern für die Zeitnahme unterwegs.

Bis dahin hatten die Teams allerdings unterschiedlich viele Fahrer im Köcher. Es bewahrheitete sich, dass der Veranstalter mit dem späten Zeitpunkt des Teamzeitfahrens innerhalb der Rundfahrt ein klares Handicap provozierte für dezimierte Teams, die Fahrer nach Stürzen in der ersten Tour-Woche verloren. Teamzeitfahr-Weltmeister Etixx erreichte mit seinen 8 anstatt 9 Mann in der Startformation immerhin noch den 7. Platz.

Ergebnis
1. BMC 32:15
2. Sky +0:01
3. Movistar +0:04
4. Tinkoff-Saxo +0:28
5. Astana +0:35
6. IAM +0:38
7. Etixx-Quick Step +0:45
8. Lampre-Merida +0:48
9. LottoNL-Jumbo +1:14
10. AG2R La Mondiale +1:24
11. Trek +1:25
12. Cannondale-Garmin +1:29
13. Bora-Argon 18 +1:31
14. FDJ +1:33
15. Lotto-Soudal +1:36
16. Giant-Shimano +1:37
17. Europcar +1:42
18. Bretagne-Séché +1:46
19. Katusha +1:53
20. MTN-Qhubeka +1:56
21. Cofidis +2:32
22. Orica-Greenedge +4:58

Froome und van Garderen in Front

Unter den Favoriten auf den Gesamtsieg behielt Chris Froome (Sky) das Gelbe Trikot, und Nairo Quintana (Movistar) konnte zumindest an diesem Tag hochzufrieden sein. Und Tejay van Garden aus dem siegreichen Team BMC setzte sich in der Spitzegruppe der Gesamtwertung mit 12 Sekunden Rückstand auf Froome fest.

Alberto Contador (Tinkoff) und vor allem Vincenzo Nibali (Astana) gehörten mit ihren Teams zu den Geschlagenen. Beide verloren rund eine halbe Minute. Während sich Contadors Rückstand aufs Gelbe Trikot damit auf 63 Sekunden ungefähr verdoppelte, sprang Nibalis Rückstand schon über die 2-Minuten-Marke, was Quintana knapp verhindern konnte. In jedem Fall gingen Froome und van Garderen mit klarem Vorteil in den ersten Ruhetag.

Gesamtwertung
1. Christopher Froome (GBR) - Sky 31:34:12
2. Tejay van Garderen (USA) - BMC +0:12
3. Greg van Avermaet (BEL) - BMC +0:27
4. Peter Sagan (SVK) - Tinkoff-Saxo +0:38
5. Alberto Contador (ESP) - Tinkoff-Saxo +1:03
6. Rigoberto Uran (COL) - Etixx-Quick Step +1:18
7. Alejandro Valverde (ESP) - Movistar +1:50
8. Geraint Thomas (GBR) - Sky +1:52
9. Nairo Quintana (COL) - Movistar +1:59
10. Zdenek Stybar (CZE) - Etixx-Quick Step +1:59
11. Tony Gallopin (FRA) - Lotto-Soudal +2:01
12. Roman Kreuziger (CZE) - Tinkoff-Saxo +2:18
13. Vincenzo Nibali (ITA) - Astana +2:22
14. Warren Barguil (FRA) - Giant-Shimano +2:43
15. Robert Gesink (NED) - LottoNL-Jumbo +2:52
16. Bauke Mollema (NED) - Trek +2:56
17. Jean-Christ. Péraud (FRA) - AG2R La Mondiale +3:30
18. Joaquim Rodriguez (ESP) - Katusha +3:52
19. Andrew Talansky (USA) - Cannondale-Garmin +4:17
20. Mathias Frank (SUI) - IAM +4:32
...
21. Romain Bardet (FRA) - AG2R La Mondiale +4:38
23. Rui Costa (POR) - Lampre-Merida +5:20
26. Dominik Nerz (GER) - Bora-Argon 18 +6:28
29. Thibaut Pinot (FRA) - FDJ +8:05

Erst recht eine Farce dank spätem Zeitpunkt

Die Meinungen über Sinn und Unsinn von Teamzeitfahren innerhalb einer Rundfahrt gehen auseinander. In jedem Fall entpuppte es sich als eine idiotische Idee, das Teamzeitfahren erst auf die 9. Etappe zu legen, wie das auch schon im Vorfeld befürchtet wurde (siehe unten).

Orica hätte beispielsweise normalerweise zu den Favoriten auf den Tagessieg gezählt. Jedoch waren 3 Fahrer nach Stürzen ausgeschieden und weitere gehandicapt. So belegten die restlichen 6 Mann mit fast 5 Minuten Rückstand den letzten Platz.

Noch ärgerlicher: Unverschuldet mussten einige Aspiranten auf die Top-Ten im Endklassement größere Zeitabstände als nötig hinnehmen, weil ihre Teams mit weniger Fahrern ins Teamzeitfahren gingen. So belegte Joaquim Rodriguez (Katusha) mit seinen 6 Teamkollegen den 19. Platz von 22 Teams und Warren Barguil mit seinen 7 Teamkollegen den 18. Platz.

Immerhin blieb für diese beiden Fahrer der Trost, dass sie bei einem längeren Einzelzeitfahren wahrscheinlich noch mehr Zeit verloren hätten. Dies sollte aber keine Entschuldigung für die krasse Fehlplanung des Veranstalters sein, das Teamzeitfahren erst am 9. Wettkampftag anzusetzen. Dieses Format wurde so erst recht zur Farce.

Dreikampf der Top-Teams trotzdem spannend

Glücklicherweise waren die Teams der Top-Favoriten auf den Gesamtsieg noch komplett. Innerhalb dieser Teams enstand so immerhin ein spannender Schlagabtausch. Movistar ließ es im ersten Drittel etwas langsamer angehen, kam dann aber gefährlich nahe an BMC und Sky heran. Sky hatte bei der letzten Zwischenzeit vor dem Schlussanstieg noch 5 Sekunden Vorsprung vor BMC.


Vorschau auf diese Etappe: Das Teamzeitfahren der Tour de France 2015 nach Plumelec endet mit einer kniffligen Pointe. Zum Schluss des 28-Kilometer-Kurses in der Bretagne geht es 1,7 Kilometer bergauf: Bei durchschnittlich 6,2% ist die Côte de Cadoudal zu erklimmen. Die Zeit wird wie immer beim 5. Fahrer genommen, was diesmal wegen des Schlussanstiegs für den fünftstärksten Fahrer eines jeden Teams ein Kampf auf Gedeih und Verderb wird. Ein weiteres Problem könnte der relativ späte Zeitpunkt des Teamzeitfahrens innerhalb der Rundfahrt werden. Wenn es mit Stürzen in der ersten Woche dumm läuft, treten einige Formationen vielleicht nur noch mit 8, 7 oder sogar 6 Mann gegen die voll besetzten 9er-Teams an. Zumindest bis zum Schlussanstieg wäre dies ein fatales Handicap und würde zu verzerrten Ergebnissen führen.
Landkarte, Zeitplan und Profil auf www.letour.fr

Startzeiten

  1. 15:00 Orica-Greenedge
  2. 15:05 Bretagne-Séché Environnement
  3. 15:10 Lampre-Merida
  4. 15:15 FDJ
  5. 15:20 Europcar
  6. 15:25 Bora-Argon 18
  7. 15:30 Lotto-Soudal
  8. 15:35 IAM
  9. 15:40 MTN-Qhubeka
  10. 15:45 LottoNL-Jumbo
  11. 15:50 Trek
  12. 15:55 Astana
  13. 16:00 Cannondale-Garmin
  14. 16:05 Cofidis
  15. 16:10 Katusha
  16. 16:15 Movistar
  17. 16:20 Giant-Alpecin
  18. 16:25 AG2R La Mondiale
  19. 16:30 Etixx-Quick Step
  20. 16:35 Tinkoff-Saxo
  21. 16:40 BMC
  22. 16:45 Sky

8. Etappe So 12. Juli: 9. Etappe 10. Etappe

Tour de France 2015

Tour de France 2015
9. Etappe (28km/Teamzeitfahren)
von Vannes
nach Plumelec

Etappensieg:
BMC

Gelbes Trikot:
Christopher Froome (GBR)

Grünes Trikot:
Peter Sagan (SVK)

Bergtrikot:
Daniel Teklehaimanot (ERI)

Jungprofi-Wertung:
Peter Sagan (SVK)
- wird getragen von: Quintana

Teamwertung:
BMC

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