Tour de France 2015 - 2. Etappe

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1. Etappe So 5. Juli: 2. Etappe 3. Etappe

Zielankunft auf Neeltje Jans: ca. 17:26 Uhr

Greipel Tagessieger nach Wetterschlacht

Auf der künstlichen Insel Neeltje Jans gewann André Greipel (Lotto) eine turbulente 2. Etappe der Tour de France 2015. Im Wind und Regen der niederländischen Provinz Zeeland brach das Peloton auseinander, und nur wenige Fahrer blieben an der Spitze übrig. Die meisten Klassementfahrer verloren anderthalb Minuten auf Contador (Tinkoff), Froome (Sky), van Garderen (BMC) und Uran (Etixx).

Greipel behauptete sich im Schlusssprint um einige Zentimeter vor Peter Sagan (Tinkoff). Für den 32-jährigen Deutschen war es der 7. Etappensieg bei einer Tour de France. Den 3. Platz auf Neeltje Jans belegte Fabian Cancellara (Trek), der dadurch 4 Sekunden Zeitgutschrift und das Gelbe Trikot erbeutete.

Mark Cavendish (Etixx) musste den Sprint relativ früh eröffnen und war dann chancenlos, als Greipel und Sagan hinter ihm hervorschnellten. Kurz vor der Linie nahm Cavendish die Beine hoch, ermöglichte damit Cancellara den 3. Platz und verbockte seinem Teamkollegen Tony Martin das Gelbe Trikot. Dessen Träger Rohan Dennis (BMC) fand sich wie auch Nibali (Astana), Pinot (FDJ) oder Quintana (Movistar) in abgehängten Gruppen wieder.

Ergebnis
1. André Greipel (GER) - Lotto-Soudal 3:29:03
2. Peter Sagan (SVK) - Tinkoff-Saxo
3. Fabian Cancellara (SUI) - Trek
4. Mark Cavendish (GBR) - Etixx-Quick Step alle
5. Daniel Oss (ITA) - BMC
6. Greg van Avermaet (BEL) - BMC
7. Christopher Froome (GBR) - Sky gleiche
8. Tom Dumoulin (NED) - Giant-Alpecin
9. Tony Martin (GER) - Etixx-Quick Step
10. Warren Barguil (FRA) - Giant-Shimano Zeit
11. Tejay van Garderen (USA) - BMC +0:04
12. Geraint Thomas (GBR) - Sky
13. Alberto Contador (ESP) - Tinkoff-Saxo
14. Rigoberto Uran (COL) - Etixx-Quick Step alle
15. Tony Gallopin (FRA) - Lotto-Soudal
16. Mark Renshaw (AUS) - Etixx-Quick Step gleiche
17. Marcel Sieberg (GER) - Lotto-Soudal
18. Roman Kreuziger (CZE) - Tikoff-Saxo Zeit
19. Michael Schär (SUI) - BMC +0:08
20. Michael Rogers (AUS) - Tinkoff-Saxo gl.Zeit
21. Manuel Quinziato (ITA) - BMC +0:11
22. Zdenek Stybar (CZE) - Etixx-Quick Step gl.Zeit
23. Ian Stannard (GBR) - Sky gl.Zeit
24. Michal Kwiatkowski (POL) - Etixx-Quick Step +0:15
25. Tyler Farrar (USA) - MTN-Qhubeka +1:28
...
28. Robert Gesink (NED) - LottoNL-Jumbo
31. Rui Costa (POR) - Lampre-Merida
36. Mathias Frank (SUI) - IAM
39. Jean-Christ. Péraud (FRA) - AG2R La Mondiale alle
44. Joaquim Rodriguez (ESP) - Katusha
47. Thibaut Pinot (FRA) - FDJ
49. Vincenzo Nibali (ITA) - Astana
50. Alejandro Valverde (ESP) - Movistar gleiche
56. Nairo Quintana (COL) - Movistar
72. Bauke Mollema (NED) - Trek
77. Andrew Talansky (USA) - Cannondale-Garmin
88. Rohan Dennis (AUS) - BMC Zeit
- 198 Fahrer klassiert.

Von den 4 Top-Favoriten auf den Gesamtsieg verloren Vincenzo Nibali und Nairo Quintana jeweils knapp anderthalb Minuten auf ihre Konkurrenten Christopher Froome und Alberto Contador. Fast alle hoch eingeschätzten Klassementfahrer erreichten im Feld um Nibali und Quintana das Ziel. Eine noch weitaus herbere Schlappe mussten Kelderman (LottoNL), Rolland (Europcar) und die Yates-Zwillinge (Orica) einstecken, die im 3. Feld mit über 5 Minuten Rückstand ankamen. Von den französischen Klassementhoffnungen konnte sich immerhin die leiseste ganz vorn platzieren: Warren Barguil (Giant).

Cancellaras Gelbes Trikot Nummer 29

Fabian Cancellara streifte zum 29. Mal in seiner Karriere das Gelbe Trikot über. Der 34-jährige Schweizer übernahm die Spitze mit 3 Sekunden Vorsprung vor Tony Martin und 6 vor Tom Dumoulin (Giant). Der nächste Fahrer in der Gesamtwertung war auf dem 4. Platz Peter Sagan mit über einer halben Minuten Rückstand auf Gelb.

Gesamtwertung
1. Fabian Cancellara (SUI) - Trek 3:44:01
2. Tony Martin (GER) - Etixx-Quick Step +0:03
3. Tom Dumoulin (NED) - Giant-Shimano +0:06
4. Peter Sagan (SVK) - Tinkoff-Saxo +0:33
5. Geraint Thomas (GBR) - Sky +0:33
6. Daniel Oss (ITA) - BMC +0:42
7. Rigoberto Uran (COL) - Etixx-Quick Step +0:42
8. Tejay van Garderen (USA) - BMC +0:44
9. Greg van Avermaet (BEL) - BMC +0:48
10. Christopher Froome (GBR) - Sky +0:48
...
13. André Greipel (GER) - Lotto-Soudal +0:59
14. Alberto Contador (ESP) - Tinkoff-Saxo +1:00
19. Michal Kwiatkowski (POL) - Etixx-Quick Step +1:19
22. Warren Barguil (FRA) - Giant-Shimano +1:25
23. Rohan Dennis (AUS) - BMC +1:26
28. Robert Gesink (NED) - LottoNL-Jumbo +1:59
30. Bauke Mollema (NED) - Trek +2:03
31. Thibaut Pinot (FRA) - FDJ +2:07
33. Vincenzo Nibali (ITA) - Astana +2:09
39. Alejandro Valverde (ESP) - Movistar +2:22
41. Jean-Christ. Péraud (FRA) - AG2R La Mondiale +2:25
44. Nairo Quintana (COL) - Movistar +2:27
50. Mathias Frank (SUI) - IAM +2:38
52. Rui Costa (POR) - Lampre-Merida +2:39
55. Andrew Talansky (USA) - Cannondale-Garmin +2:41
71. Joaquim Rodriguez (ESP) - Katusha +2:52
78. Romain Bardet (FRA) - AG2R La Mondiale +3:00
95. Wilco Kelderman (NED) - LottoNL-Jumbo +5:32

Unmittelbar nach dem scharfen Start der 2. Etappe griffen Quemeneur (Europcar), Clement (IAM), Barta (Bora) und Fonseca (Bretagne) an und wurden vom Hauptfeld ziehen gelassen. Vor dem Zwischensprint in Rotterdam fuhr Jan Barta als Solist heraus. Hinter den 3 Verfolgern sprintete aus dem Hauptfeld John Degenkolb (Giant) auf den 5. Platz vor Kristoff (Katusha), Sagan und Cavendish. Degenkolb und Kristoff verpassten dann den Anschluss an die erste Gruppe. Das Grüne Trikot des punktbesten Sprinters ging nach dem Etappensieg an Greipel. Es war sein erstes.

Grünes Trikot
1. André Greipel (GER) - Lotto-Soudal 55 p.
2. Peter Sagan (SVK) - Tinkoff-Saxo 39
3. Fabian Cancellara (SUI) - Trek 35
4. Mark Cavendish (GBR) - Etixx-Quick Step 26
5. Tony Martin (GER) - Etixx-Quick Step 25
6. Tom Dumoulin (NED) - Giant-Alpecin 23

Schon vor dem Zwischensprint teilte sich das Peloton für kurze Zeit auf der Windkante. Auch da schon fanden sich u.a. Quintana, Valverde (beide Movistar) und Mollema (Trek) im hinteren Feld wieder, konnten diese Situation aber noch einmal ausbügeln. Nach dem Zwischensprint verblieben Barta und die zu ihm auffahrenden Clement und Fonseca an der Spitze. Sie wurden schließlich 63 Kilometer vor dem Ziel vom Hauptfeld geschnappt.

Schiff unter für Nibali und Quintana

Innerhalb der letzten 60 Kilometer frischte der Wind immer mehr auf und starker Regen setzte ein. Die belgischen Formationen Etixx und Lotto waren zusammen mit Tinkoff die treibenden Kräfte an der Spitze. Quintana und Valverde gerieten schnell wieder ins Hintertreffen. Dann platzten auch Nibali, Pinot, Degenkolb, Kristoff und Dennis ab.

Nibali war ohne Helfer und versuchte panisch allein das Loch zu stopfen - aussichtslos! So ließ sich das 2. von dem 3. Feld einholen, als noch 35 Kilometer zu fahren waren. Mit vereinten Kräften pendelte der Rückstand zum kleineren Spitzenfeld um ein bis anderhalb Minuten. Weiteres Ungemach drohte für Nibali wegen eines Defektes 25 Kilometer vor dem Ziel. In der Kolonne der Materialwagen fuhr der Titelverteidiger wieder ins Verfolgerfeld zurück.

Froome und Contador schadlos

Die beiden großen Nutznießer waren Froome und Contador. Während Contadors Team hart daran mitarbeitete, schwamm Froome mit seinen Helfern Thomas und Stannard eher nur auf dieser Welle mit, genauso wie Cancellara und das Giant-Duo Dumoulin/Barguil. Von den 25 Mann an der Spitze hatten in der Endphase 2 Teamkollegen von Contador Defekt. Während Bennati nicht mehr zurückkam, gelang dies Sagan. Dieser Kraftakt kostete ihn vielleicht den Etappensieg.

Zahlenmäßig am stärksten vertreten waren vorne Etixx und BMC, von denen ausgerechnet Dennis im Gelben Trikot fehlte. Dennoch fuhr BMC nach einer Weile ordentlich mit, weil sich in der Gesamtwertung so ein Vorteil für Tejay van Garderen erarbeiten ließ, ebenso wie bei Etixx für Uran. Cancellara konzentrierte sich mit Erfolg auf den Sprint, anstatt sich als Finisseur zu versuchen. Dem hart arbeitenden Tony Martin blieb erneut das Gelbe Trkot verwehrt, weil sein Teamkollege Cavendish vorm Zielstrich unmotiviert Cancellara für die 4 Bonussekunden vorbeisprinten ließ.


Vorschauf auf diese Etappe: Die 2. Etappe der Tour de France 2015 könnte den Beginn einer phasenweise windanfälligen ersten Woche markieren - mit Windstaffeln und möglicherweise schmerzhaften Zeitverlusten. Die Strecke führt von Utrecht in west-südwestlicher Richtung über Rotterdam bis in die Provinz Zeeland auf die künstliche Insel Neeltje Jans. Die Hälfte dieser Etappe ähnelt damit einer der beiden Etappen des relativ neuen Rennens World Ports Classic, das auch vom Tourveranstalter ASO ausgerichtet wird als Reaktion auf die 1. Etappe der Tour 2010. Die Entscheidung der 2. Tour-Etappe fällt wohl im (Massen-)sprint, allerdings je nach Windverhältnissen und Fahrweise der Teams aus einem zerrupften ersten Feld.
Landkarte, Zeitplan & Profil auf www.letour.fr

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Tour de France 2015

Tour de France 2015
2. Etappe (166km)
von Utrecht (NED)
nach Zeeland (NED)

-km86 15:35 Rotterdam

Etappensieg:
André Greipel (GER)

Gelbes Trikot:
Fabian Cancellara (SUI)

Grünes Trikot:
André Greipel (GER)

Jungprofi-Wertung:
Tom Dumoulin (NED)

Teamwertung:
BMC

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