Tour de France 2014 - Strecke

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Die Strecke der Tour de France 2014 beinhaltet je 2 Bergankünfte in den Alpen (Chamrousse, Risoul) und in den Pyrenäen (Pla d'Adet, Hautacam), dazu vorher ein Bergaufziel in den stark vertretenen Vogesen. Während der Tour 2014 gibt es nur ein Einzelzeitfahren (erst am vorletzten Tag), kein Teamzeitfahren und auch keinen Prolog. Der Clou der 2014er-Strecke ist eher ein anderer: Auf der 5. Etappe sind 9 Kopfsteinpflaster-Abschnitte aus dem Frühjahrsklassiker Paris-Roubaix zu bewältigen. Die Tour de France 2014 startet in der englischen Grafschaft Yorkshire mit einer Etappe en ligne und dauert vom 5. bis zum 27. Juli.

Alle Etappenorte der Tour 2014 wurden am Mittwoch, den 23. Oktober 2013 vorgstellt. Schon zuvor offiziell bekannt war der Start in England mit 2 Etappen in der Grafschaft Yorkshire und einer Etappe nach London. Neben diesen ersten 3 Etappen gibt es an 2 weiteren Tagen Streckenabschnitte im Ausland: Die 5. Etappe am Anfang durch Belgien, die 17. Etappe für ein paar Kilometer durch Spanien.

Start in Leeds, Zwischenstopp in London

Der Grand Départ für 2014 in der Grafschaft Yorkshire wurde bereits im Dezember 2012 präsentiert. Als Startort wurde Leeds benannt, als Zielort der 3. Etappe London. Weitere Details erschienen im Januar 2013: Die 1. Etappe endet in Harrogate, die 2. führt von York nach Sheffield und die 3. beginnt in Cambridge.

Die ersten beiden Renntage verlaufen durch die Start-Region Yorkshire. Dabei wird die Tour de France 2014 mit einer Etappe en ligne eröffnet, also ohne Prolog. Auf der Flachetappe von Leeds nach Harrogate wird der erste Träger des Gelben Trikots höchstwahrscheinlich im Massensprint ermittelt. Der Abschnitt von York nach Sheffield fällt dann deutlich hügliger aus. Nach der London-Etappe kann die Tour 2014 dann am 4. Tag im Mutterland Frankreich fortgesetzt werden.

Angesichts des derzeitigen Radsport-Booms in Großbritannien war es die logische Konsequenz, dass die Tour de France nach dem Grand Départ in London 2007 erneut im Königreich eröffnet wird. Als Bewerber für den Auftakt 2014 hatten sich außerdem Edinburgh (Schottland), Florenz (Italien) und einst auch Barcelona (Spanien) in Stellung gebracht. Abgesehen von den aktuellen britischen Erfolgen im Radsport - die Bewerbung aus Florenz verwies im Vorfeld vorsorglich darauf, dass die Bewerbung aus Yorkshire außer viel Geld nichts zu bieten habe. Florenz dagegen wollte mit seinem angeblich weltweit berühmten Namen punkten, dazu mit Bildern von einer Etappenankunft am schiefen Turm von Pisa und dem 100-jährigen Geburtstag von Gino Bartali, der die Tour 1938 und 1948 gewann. Florenz und die Toskana richteten auch die Straßen-WM 2013 aus. Die größten Städte in Yorkshire sind Sheffield und Leeds.

Die Tour de France 2013 begann zum 100. Jubiläum am 29. Juni auf Korsika. Der letzte Tour-Start im Ausland datiert aus dem Jahr 2012, als zum zweiten Mal Lüttich an der Reihe war. Auf den britischen Inseln gab es bisher 2 Starts (Dublin 1998, London 2007), in Spanien einen (1992 im Baskenland) und in Italien noch keinen, obwohl nordwestitalienische Orte schon häufig Gastgeber von Tour-Etappen im Verlaufe der Rundfahrt waren. Auch der Giro d'Italia 2014 beginnt auf den britischen Inseln, allerdings auf Irland.

Auf den Spuren des Ersten Weltkriegs

Nach der 4. Etappe in der Region Nord-Pas-de-Calais führt die Strecke der Tour de France für einige Tage grob entlang einer historischen Linie. 2014 jährt sich der Ausbruch des Ersten Weltkrieg zum 100. Mal. Deshalb ist die Streckenführung vom belgischen Ypern bis in die Vogesen näherungsweise identisch mit der Westfront des Ersten Weltkriegs, deren Frontverlauf sich während des Krieges kaum änderte.

Bei der Tour 2014 hat es die 5. Etappe in sich: Gleich 9 Kopfsteinfplaster-Sektoren aus dem Frühjahrsklassiker Paris-Roubaix bedeuten eine Prüfung für die Klassementfahrer auf ungewohntem Terrain - eine nervöse Etappe ist programmiert: Spannende Unterhaltung für den Zuschauer, Stress pur für die Fahrer.

In den Vogesen bietet die 8. Etappe nach Gérardmer ein hügliges Finale. Mehr als nur erste kleine Fingerzeige fürs Endklassement könnte es dann auf der 10. Etappe geben: Zwischen Mülhausen und La Planche des Belles Filles stehen 6 Vogesen-Anstiege im Profil. Die ständige Berg- und Talfahrt endet mit einer Bergankunft und mündet nach 10 Renntagen in den 1. Ruhetag.

2 Tage Alpen und 3 Tage Pyrenäen

2 Überführungsetappen später geht es erstmals ins Hochgebirge: Auf der 13. geht es nach hinauf nach Chamrousse oberhalb von Grenoble. Kurz vor dieser Bergankunft steht außerdem der Col de Pallaquit im Profil. Die 14. Etappe führt über Col du Lautaret und Col d'Izoard zur neuen Bergankunft nach Risoul. Damit werden 2014 nur 2 Etappen in den Alpen absolviert. An eine Überführungsetappe in Südfrankreich schließt sich der 2. Ruhetag an.

Auf den nun 3 folgenden Pyrenäen-Etappen bieten sich für Bergfahrern die letzten Chancen, Zeit herauszuholen. Die 16. Etappe nach Luchon führt über stattliche 237 Kilometer, weist 3 Pässe auf, darunter allerdings mit Portet d'Aspet und Ares 2 der eher kleinen Pyrenäen-Berge. Das Ziel liegt nach Port de Balès im Tal. Die beiden nächsten Etappen enden mit einer Bergankunft, sind mit 125 und 145 Kilometern länge dafür ungewöhnlich kurz.

Die 17. Etappe zum Pla d'Adet oberhalb von Saint-Lary-Soulan beinhaltet 3 Pyrenäen-Pässe (Portillon, Peyresourde, Val Louron-Azet) und führt vor dem Col du Portillon für ein paar Kilometer durch Spanien. Auf der 18. Etappe ist der Col du Tourmalet eingebaut, der jedoch nichts daran ändern dürfte, dass sich die Entscheidung allein am Schlussberg nach Hautacam abspielt.

Die Entscheidung um den Gesamtsieg fällt dann am vorletzten Tag beim einzigen Zeitfahren der Tour de France 2014. Das Einzelzeitfahren ist 54 Kilometer lang und verläuft in Aquitanien zwischen Bergerac und Périgueux. Die Tour de France endet bei ihrer 101. Austragung wie alle anderen 100 Male zuvor in Paris. Inklusive der Schlussetappe gehören möglicherweise knapp die Hälfte aller 21 Etappen den Sprintern!

Fazit zweigeteilt

Die Streckenplaner gaben sich viel Mühe mit der ersten Hälfte der Rundfahrt. In die 2 Sprinteretappen ist in England eine sehr hüglige 2. Etappe eingebettet - sehr schön gelöst. Die folgende Woche auf dem Festland gerät zu einer Art Mahnmal gegen den Grabenkrieg des Ersten Weltkriegs. Allein die Idee mit der Streckenführung entlang des starren Frontverlaufs ist ein Sonderlob wert, deren Umsetzung umso mehr! Aus sportlicher Sicht hervorzuheben sind die aufregende Pflasteretappe am 5. Tag sowie die 3 Tage in und um die Vogesen. Diese gipfeln in der Achterbahnfahrt zur Planche des Belles Filles.

Im Gegensatz dazu stehen die eher uninspirierten Etappen in den Alpen und Pyrenäen. Zwar werden natürlich auch 2014 im Hochgebirge die Weichen für den Gesamtsieg gestellt, dies aber mit ziemlicher Sicherheit ausschließlich am jeweils letzten Berg des Tages. Die Berge davor sind unglücklich positioniert, teilweise zu kurz oder zu wenig steil oder schlicht quantitativ zu wenig. Dazu passt, dass die 2 entscheidenden Pyrenäen-Etappen über die Distanz von Nachwuchsrennen laufen. Dem wichtigsten Radrennen der Welt sind solche Bergetappen einfach nicht würdig und nur in Ausnahmefällen angemessen.

Dass es nur ein (sehr langes) Einzelzeitfahren zum Abschluss gibt, kann dem Spannungsbogen dienen (keine frühe Vorentscheidung) oder auch nicht (keiner traut sich etwas vor den letzten Tagen). Als Gewinner der Präsentation dürfen sich jedenfalls die Sprinter fühlen: Sie fahren am ersten Tag ums Gelbe Trikot und haben auch im weiteren Verlauf der Tour 2014 noch genügend Chancen auf Etappensiege.

Etappenplan der Tour de France 2014
Bergetappen mit Steigungsprozenten & Distanzen

Tour de France 2014
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