Tour de France 2014 - Favoriten

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Froome hat 2 Hauptgegner, im Sprint regieren Deutsche

Im Kampf um den Gesamtsieg bei der Tour de France 2014 fordern Alberto Contador und Vincenzo Nibali den Vorjahressieger Chris Froome heraus. Einer dieser 3 Fahrer sollte es werden. Dass es aber ganz anders kommen kann, wenn sich die Favoriten belauern, bewies Andrew Talansky mit seinem Gesamtsieg in der Vorbereitung beim Critérium du Dauphine, als Contador von Helfern isoliert war und Froome gar einbrach. Bei den Massensprints für Siege auf Flachetappen kommen die beiden Favoriten aus Deutschland: Marcel Kittel und André Greipel.

Es folgt eine Vorstellung der Favoriten für die Tour 2014, aufgeteilt in die Klassementfahrer ums Gelbe Trikot am Ende der Rundfahrt und die Sprinter für Tagessiege auf Flachetappen einschließlich derer Chancen ums Grüne Trikot.


Klassementfahrer

Christopher Froome (Sky): Als überragender Gesamtsieger des Vorjahres ist Froome der logische Top-Favorit. Ein Hoffnungsschimmer für die Gegner: Sein Saisonverlauf 2014 war längst nicht so mega-erfolgreich wie 2013. Er offenbarte erstmals seit längerer Zeit Schwächen.

Alberto Contador (Tinkoff-Saxo): Wirkt wieder so stark wie in seinen Paradejahren, als er die Tour de France schon 3-mal gewann (einmal davon aberkannt). Außerdem ist sein Team deutlich stärker besetzt als bei der oben erwähnten Dauphiné-Rundfahrt, auch wenn der Verlust des wichtigsten Edelhelfers schmerzt (Roman Kreuziger ist nicht dabei wegen Klärungsbedarf beim Blutpass).

Vincenzo Nibali (Astana): War 2012 Tour-Dritter hinter dem Sky-Duo Wiggins/Froome. Verzichtete 2013 auf die Tour de France zugunsten des Giro-Gesamtsiegs und Vuelta plus Heim-WM. Kam 2014 zunächst nicht aufs bekannt hohe Niveau, deutete aber rechtzeitig eine Woche vor der Tour mit dem italienische Meistertitel seine steigende Formkurve an.

Im Normalfall dürfte dieses Trio die Podestplätze bei der Tour 2014 unter sich ausmachen. Ebenfalls das Podest zuzutrauen ist...

Alejandro Valverde (Movistar): Im Vorjahr Tour de France 2013, 13. Etappe (Tours - St-Amand-Montrond)auf der Windkante rund 10 Minuten zurückgefallen, trotzdem am Ende in den Top-Ten. Immer noch sehr ernst zu nehmen für die vordersten Plätze, außerdem in diesem Jahr ohne Quintana und Costa unumstrittener Kapitän.

Jürgen van den Broeck (Lotto): Viel Verletzungspech in den vergangenen Jahren, scheint nun rechtzeitig zur Tour wieder in die Form zu kommen, die ihm schon 4. Plätze in der Endabrechnung dieses Rennens bescherte.

Bauke Mollema (Belkin): Bei der Tour de France im Vorjahr erst auf Podestkurs, baute dann aber in der letzten Woche ab. Bei besser getimter Formkurve könnte es diesmal mehr als ein 6. Platz werden.

Andrew Talansky (Garmin): Zeigte - wie oben erwähnt -, dass man Froome und Contador mit Wagemut, Glück und natürlich entsprechender eigener Stärke durchaus schlagen kann. Aber gelingt so ein Coup wie bei der Dauphiné-Rundfahrt 2-mal hintereinander? Im Vorjahr bei der Tour auf dem 10. Platz.

Rui Costa (Lampre): Der Weltmeister kommt mit der Empfehlung des Sieg-Hattricks bei der Tour de Suisse. Nachdem ihm bei der Tour de France im Vorjahr das gleiche Missgeschick wie seinem ehemaligen Teamkollegen Valverde widerfuhr, verlegte er sich auf Etappensiege und gewann 2-mal.

Tejay van Garderen (BMC): Ein sehr erfolgreiches Jahr 2013, leider abgesehen von einer enttäuschenden Tour de France, nachdem er 2012 auf 5. Platz gefahren war. Wusste bei den Etappenrennen Anfang 2014 zu gefallen, wurde aber durch einen Sturz bei der Tour de Romandie zurückgeworfen.

Joaquin Rodriguez (Katusha): Belegte im Vorjahr den 3. Platz bei der Tour, wollte sich 2014 auf den Giro konzentrieren, stieg dort aber wegen Rippenbrüchen aus der Ardennen-Woche aus. Normalerweise klarer Podestkandidat, aber großes Fragezeichen hinter der Form, deswegen wohl eher nur für Etappensiege im hüglig-bergigen Terrain.

Als weitere Fahrer für die Top-Ten muss man auf der Rechnung haben: Pierre Rolland (Europcar), der allerdings schon den Giro (4. Platz) in den Beinen hat, und Thibaut Pinot (FDJ.fr) sowie Romain Bardet (AG2R) als größte Hoffnungen des Ausrichterlandes Frankreich; definitiv Mathias Frank (IAM) und Leopold König (Netapp), vielleicht auch Königs Teamkollegen Machado; möglicherweise Juri Trofimow (Katusha) als vom Team benannten Kapitän (Rodriguez angeblich «nur» mit freier Rolle) - und auferstanden von schwerer Verletzung: der Vuelta-Sieger Chris Horner (Lampre).

Im Windschatten ihrer Kapitäne könnten Majka und Roche (Tinkoff), Fuglsang und Kangert (Astana), Nieve und Porte (Sky) sowie ten Dam (Belkin) und Acevedo (Garmin) durchaus ganz vorne reinfahren. In die Rubrik Wundertüte gehören die Schleck-Brüder (Trek) und Taaramäe (Cofidis), deren Teamkollegen Zubeldia und Navarro hingegen relativ solide Fahrer für einen Platz um 10 sind. Michal Kwiatkowski (Omega) hatte für sich im Vorfeld eine vordere Klassementplatzierung ausgeschlossen.

Von den aktuell besten Klassementfahrern der Welt fehlen Nairo Quintana, Rigoberto Uran und Domenico Pozzovivo (Giro und Vuelta als Saisonziele) sowie Fabio Aru, der vielversprechendste Newcommer in diesem Kreis. Quintana belegte bei der Tour de France des Vorjahres immerhin den 2. Platz hinter Froome.


Spinter

Zunächst das Quartett der 4 mutmaßlich endschnellsten Favoriten...

Marcel Kittel (Giant): Ihn gilt es zu schlagen in den Massensprints der flachen Etappen. Könnte wie im Vorjahr wieder das erste Gelbe Trikot nach der 1. Etappe überstreifen. Keiner verfügt derzeit über so viel Power wie er.

André Greipel (Lotto-Belisol): Gewann in den letzten 3 Jahren immer mindestens eine Etappe. Es spricht nichts dagegen, dass dies nun so weiter geht. Auch eine Schulterverletzung im Saisonverlauf warf ihn 2014 nicht lange aus der Siegesbahn. Weiterhin im Deutschen Meistertrikot.

Mark Cavendish (Omega): Die Marke «schnellster Mann auf 2 Rädern» (bei Straßenrennen) ist er seit geraumer Zeit los. Profitiert aber immer noch von seiner aerodynamisch optimalen Position und dürfte gerade zu Beginn der Rundfahrt wegen des Heimvorteils brennen.

Arnaud Démare (FDJ.fr): Stach teamintern Bouhanni aus. Tour-Debüt, auch noch kein Sieg bei einer anderen großen Rundfahrt. Auf dem Papier trotzdem der stärkste Sprinter neben Kittel, Greipel und Cavendish. Frisch im Französischen Meistertrikot.

Diese 4 Fahrer verfügen außerdem über jeweils starke Sprintzüge, wie es sie in keinem weiteren Team gibt.

Und dann sind da noch Peter Sagan (Cannondale), John Degenkolb (Giant) und Alexander Kristoff (Katusha). Bei reinen Flachetappen kommen sie nicht an die 4 zuerst genannten Sprint-Favoriten heran. Ihre Stunde schlägt auf anspruchsvollen Etappen, die trotzdem in eine Sprintankunft münden.

Das Grüne Trikot des besten Sprinters ging in den letzten beiden Jahren klar an Sagan. Da sich Kittel und Degenkolb ihre Chancen wohl erneut aufteilen, kommen wieder Greipel und Cavendish als Sagans erste Herausforderer in Frage. Interessant wird es sein, was die Nominierung von Sagans Teamkollegen Viviani zu bedeuten hat: Läuft dies auf eine ähnlich Arbeitsteilung wie bei Kittel/Degenkolb hinaus, oder wird er Edel-Anfahrer für Sagan?

Danny van Poppel (Trek), Bryan Coquard (Europcar), Sacha Modolo (Lampre) und Heinrich Haussler (IAM) können am ehesten in die Phalanx der 4 genannten Top-Sprinter einbrechen. Michael Matthews (Orica) reist mit einem Traum-Giro im Gepäck an. Sein Teamkollege Simon Gerrans ist der abgebrühteste Bergsprinter im Feld.

Nacer Bouhanni ist der prominenteste Abwesende unter den schnellen Männern. Der 3-fache Giro-Etappensieger und Gewinner der dortigen Punktewertung zog den Kürzeren in der Teamaufstellung gegen Arnaud Démare.

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