Tour de France 2014 - 14. Etappe

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13. Etappe  Sa 19. Juli: 14. Etappe 15. Etappe

Zielankunft in Risoul: ca. 17:22 Uhr

Majka rettet sich vor Nibali
Rafal Majka (Tinkoff) gewann in Risoul die 14. Etappe der Tour de France 2014. Auf dem Alpenabschnitt mit 2 Pässen plus der Bergankunft blieb der 24-jährige Pole am Ende als einziger Fahrer aus der frühen Spitzengruppe übrig. Vincenzo Nibali (Astana) baute seinen Vorsprung in der Gesamtwertung durch eine Attacke an der 4-Kilometer-Marke nochmals leicht aus. Diesmal konnte nur Jean-Christophe Péraud (AG2R) mit dem Mann in Gelb mithalten. Unter den nächsten Verfolgern distanizerten Pinot (FDJ.fr), Bardet (AG2R), van Garderen (BMC) und Frank Schleck (Trek) den Gesamtzweiten Alejandro Valverde um eine halbe Minute.

Nach Platz 2 am Vortag stieg Majka nun also auf das Siegertreppchen für seinen ersten Profisieg. Die Spitzengruppe war nur mit einer Minute Vorsprung vor der Gruppe der Klassementbesten in den 12,6 Kilometer langen Schlussanstieg gegangen. Erst nach Nibalis Attacke begann Majkas Vorsprung zu schmilzen auf schließlich 24 Sekunden. Von Valverde setzten sich kurz vor dem Ziel noch ten Dam (Belkin) und König (Netapp) ab.

Ergebnis
1. Rafal Majka (POL) - Tinkoff-Saxo 5h08:27
2. Vincenzo Nibali (ITA) - Astana +0:24
3. Jean-Christ. Péraud (FRA) - AG2R La Mondiale +0:26
4. Thibaut Pinot (FRA) - FDJ.fr +0:50
5. Romain Bardet (FRA) - AG2R La Mondiale gl.Zeit
6. Tejay van Garderen (USA) - BMC +0:54
7. Frank Schleck (LUX) - Trek +1:01
8. Laurens ten Dam (NED) - Belkin +1:07
9. Leopold König (CZE) - Netapp-Endura +1:20
10. Alejandro Valverde (ESP) - Movistar +1:24
11. Haimar Zubeldia (ESP) - Trek gl.Zeit
12. Pierre Rolland (FRA) - Europcar gl.Zeit
13. Ion Izagirre (ESP) - Movistar +2:18
14. Michael Rogers (AUS) - Tinkoff-Saxo +2:34
15. John Gadret (FRA) - Movistar +2:37
16. Bauke Mollema (NED) - Belkin +2:40
17. Ben Gastauer (LUX) - AG2R La Mondiale +2:44
18. Arnold Jeannesson (FRA) - FDJ.fr +3:09
19. Juri Trofimow (RUS) - Katusha gl.Zeit
20. Nicolas Edet (FRA) - Cofidis +3:20
...
24. Rui Costa (POR) - Lampre-Merida +4:46
26. Jurgen v. d. Broeck (BEL) - Lotto-Belisol +4:59
27. Richie Porte (AUS) - Sky +5:16
46. Michal Kwiatkowski (POL) - Omega-Quick Step +10:57
55. Christopher Horner (USA) - Lampre-Merida +13:39
DNF Dries Devenyns (BEL) - Giant-Shimano
DNS Rafael Valls (ESP) - Lampre-Merida

Nibali vergrößerte seinen Vorsprung in den beiden Alpenetappen auf nun 4:37 Minuten vor Valverde. Bardet rückte Valverde mit nur noch 13 Sekunden Abstand auf die Pelle. Die 16 Sekunden zwischen den beiden besten Jungprofis Bardet und Pinot blieben hingegen bestehen, so dass Bardet das weiße Trikot behielt. Etwa eine Minute hinter diesem Trio verkürzte Péraud seinen Defizit gegenüber van Garderen auf 19 Sekunden. Ab dem 7. Platz spricht die Tendenz für König und ten Dam. Kurs auf die Top-Ten nahmen auch Rolland (Europcar) und Schleck. Mollema hielt sich noch, verlor aber in Risoul wieder den Anschluss. Van den Broeck (Lotto) und Costa (Lampre) fielen über 4 Minuten zurück.

Gesamtwertung
1. Vincenzo Nibali (ITA) - Astana 61h52:54
2. Alejandro Valverde (ESP) - Movistar +4:37
3. Romain Bardet (FRA) - AG2R La Mondiale +4:50
4. Thibaut Pinot (FRA) - FDJ.fr +5:06
5. Tejay van Garderen (USA) - BMC +5:49
6. Jean-Christ. Péraud (FRA) - AG2R La Mondiale +6:08
7. Bauke Mollema (NED) - Belkin +8:33
8. Leopold König (CZE) - Netapp-Endura +9:32
9. Laurens ten Dam (NED) - Belkin +10:01
10. Pierre Rolland (FRA) - Europcar +10:48
11. Jurgen v. d. Broeck (BEL) - Lotto-Belisol +11:02
12. Haimar Zubeldia (ESP) - Trek +11:10
13. Rui Costa (POR) - Lampre-Merida +12:57
14. Frank Schleck (LUX) - Trek +14:37
15. Richie Porte (AUS) - Sky +16:03
16. Juri Trofimow (RUS) - Katusha +19:12
17. Michal Kwiatkowski (POL) - Omega-Quick Step +19:24

Nach schnellem Rennbeginn fand sich Vincenzo Nibali in einer größeren Ausreißergruppe wieder, ließ sich dann aber mit seinen Teamkollegen zurückfallen und die insgesamt 17 Mann an der Spitze gewähren. Die Gruppe enthielt vor den 3 Anstiegen: Nieve, Thomas (beide Sky), Herrada (Movistar), Rodriguez (Katusha), Majka, Roche (beide Tinkoff), Sagan, de Marchi (beide Cannondale), Kruijswijk (Belkin), Riblon (AG2R), Timmer (Giant), Serpa (Lampre), Moinard (BMC), Gautier (Europcar), Edet, Taaramäe (beide ofidis) und Simon Yates (Orica).

Danach beruhigte sich das Tempo den Col du Lautaret hinauf sowohl in der Spitzengruppe als auch im Hauptfeld. Der Abstand pendelte sich zwischen 4 und 5 Minuten ein. Hinter dem Lautaret stieg Netapp in die Tempoarbeit ein und löste Astana an der Spitze des Hauptfeldes ab. Die Folge war ein drastisch sinkender Abstand zur Spitzengruppe auf unter 3 Minuten. Nach Platz 3 am Vortag konnte König die Vorlage seines Teams am Schlussanstieg allerdings nicht umsetzen. Für einen 9. Platz wäre diese Arbeit nicht nötig gewesen.

Rodriguez holt hauchdünne Führung in Bergwertung
Hoch zum Col d'Izoard fielen einige Fahrer aus Spitzengruppe und Hauptfeld zurück. Joaquim Rodriguez gewann beide Bergpreise vor Majka. Hinter dem Izoard und damit vor dem Schlussanstieg fuhren an der Spitze noch Nieve, Herrada, Yates, Thomas, de Marchi, Serpa, Kruijswik, Moinard und Edet. Die viele Arbeit von Thomas in der Spitzengruppe konnte Nieve im Schlussanstieg nicht rechtfertigen. Dort attackierte stattdessen der unermüdliche Alessandro de Marchi, zunächst mit Serpa am Rad.

9 Kilometer vor dem Ziel war Majka an de Marchi dran und 500 Meter später als Solist an der Spitze. Knapp dahinter verpasste Rodriguez den Annschluss und wurde mit de Marchi nach Nibalis Attacke geschluckt. Trotzdem holte sich Rodriguez das Bergtikot zurück, das er auf der 14. Etappe stellvertretend für Nibali trug - wenn auch knapp: Majka zog durch den Tagessieg nach Punkten gleich, Nibali fehlten nur 2 Punkte.

Bergwertung
1. Joaquim Rodriguez (ESP) - Katusha 88 p.
2. Rafal Majka (POL) - Tinkoff-Saxo 88
3. Vincenzo Nibali (ITA) - Astana 86
4. Thibaut Pinot (FRA) - FDJ.fr 49
5. Alejandro Valverde (ESP) - Movistar 40
6. Alessandro de Marchi (ITA) - Cannondale 38
7. Thomas Voeckler (FRA) - Europcar 34
8. Leopold König (CZE) - Netapp-Endura 32
9. Jean-Christ. Péraud (FRA) - AG2R La Mondiale 29
10. Tony Martin (GER) - Omega-Quick Step 26
11. Romain Bardet (FRA) - AG2R La Mondiale 24

AG2R ließ es in Izoard-Abfahrt krachen
Unter den Klassementfahrern fing das Rennen in der Izoard-Abfahrt an. Die beiden AG2R-Fahrer Péraud und Bardet heizten die Casse Déserte hinab, und zunächst konnten nur Nibali und sein Helfer Fuglsang folgen. Dahinter kämpfte Valverde erfolgreich um Anschluss. Etwas länger hing Pinot in der Luft, fuhr dann aber wie zuvor schon Mollema zur Gruppe vor. Schär (BMC), der zunächst bei Mollema war, ließ sich für van Garderen zurückfallen, während AG2R Hilfe durch Riblon aus der frühen Spitzengruppe erhielt. Doch van Garderen hatte außer Schär noch weitere Helfer um sich und konnte die Situation dann doch relativ problemlos neutralisieren, wovon unter anderem auch König profitierte.

In den Schlussberg knallte Gastauer (AG2R) für sein Kapitänsduo hinein. Bei Porte (Sky) und Costa setzten sich die Probleme des Vortages schon am Fuße fort. Wenig später musste auch van den Broeck abreißen lassen. Etwa ab der 5-Kilometer-Marke attackierte 2-mal Pierre Rolland. Den ersten Angriff parierte Péraud, und Jeannesson setzte sich für einige Meter an die Spitze der kleinen Gruppe ums Gelbe Trikot. Rollands zweiten Versuch konterte dann Nibali, dessen Antritt deutlich mehr Saft hatte. Nach kurzer Uneinigkeit unter den Verfolgern holte van Garderen aus und nahm die beiden jungen Franzosen sowie Frank Schleck mit. König, Rolland, dann auch Valverde und ten Dam fielen zurück. Bei Valverde am Rad begrenzte der unauffällige Zubeldia (Trek) als einer von 11 Fahrern den Rückstand auf den Tagessieger auf unter 2 Minuten. Pinot und Bardet sprinteten um den 4. Platz als ginge es um alles.


Einschätzung vor der Etappe: Die 2 Tage in den Alpen gipfeln in der Bergankunft nach Risoul. Diese ist 12,6 Kilometer lang und im Schnitt 6,9% steil. Unterwegs weist die 14. Etappe außerdem 2 häufig gefahrene Bergpässe auf: Den unscheinbaren Col du Lautaret südlich unterhalb des Col du Galibier sowie den Col d'Izoard mit seiner spektakulären Mondlandschaft, Dach der Tour 2014 auf 2360 Metern. Diese beiden Pässe werden jedoch eher eine Selektion zwischen den frühen Ausreißern des Tages herbeiführen als zwischen den Klassementfahrern. Letztgenannte konzentrieren sich im Normalfall auf den Schlussanstieg, an dem ähnliche Abstände zu erwarten sind wie am Vortag (oder etwas geringere). Risoul wurde als Zielort 2010 und 2013 beim Critérium du Dauphine erprobt und feiert 2014 seine Premiere im Etappenplan der Tour de France.
Profile & weitere Infos auf www.letour.fr
Risoul-Etappe beim Critérium du Dauphiné 2013

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Tour de France 2014

Tour de France 2014
14. Etappe (177km)
von Grenoble
nach Risoul

-km137 13:20 La Paute
-km95 14:34 Col du Lautaret
-km45 16:04 Col d'Izoard
-km0 17:22 Risoul

Etappensieger:
Rafal Majka (POL)

Gelbes Trikot:
Vincenzo Nibali (ITA)

Grünes Trikot:
Peter Sagan (SVK)

Bergtrikot:
Joaquin Rodriguez (ESP)

Jungprofi-Wertung:
Romain Bardet (FRA)

Teamwertung:
AG2R La Mondiale

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