Tour de France 2014 - 9. Etappe

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8. Etappe So 13. Juli: 9. Etappe 10. Etappe

Zielankunft in Mülhausen: ca. 17:35 Uhr

Triumphfahrt für Tony Martin nach Mülhausen
Nach einer über 150 Kilometer langen Flucht triumphierte Tony Martin (Omega) auf der 9. Etappe der Tour de France 2014, davon die letzten 59 Kilometer als Solist. Zuvor bildete Martin ein Duo mit Alessandro de Marchi (Cannondale), den er im Markstein-Anstieg abschüttelte. In einer 28-köpfigen Verfolgergruppe war Tony Gallopin (Lotto) der Bestplatzierte im Gesamtklassement. Am Ende des Ritts durch die Vogesen übernahm er das Gelbe Trikot von Vincenzo Nibali (Astana), dessen Team die Gesamtführung bereitwillig dem im Hochgebirge eher ungefährlichen Gallopin überließ.

Es war fast schon beängstigend, mit welcher Stärke Tony Martin seinen einzigen Begleiter abhängte, und vor allem, wie er die große Verfolgergruppe auf Distanz hielt. Als Bonus zu dem Etappensieg von Mülhausen kam für den Zeitfahrweltmeister noch das Bergtrikot oben drauf. Außer Gallopin brachten sich in der Ausreißergruppe Rolland (Europcar) und Machado (Netapp) zurück ins Geschäft im Gesamtklassement. Im Sprint um den 2. Platz in der Tageswertung überholte Fabian Cancellara (Trek) im letzten Moment Greg van Avermaet (BMC), der den Sprint hinter seinem Teamkollegen eröffnet hatte, dies fast 3 Minuten hinter Tony Martin und 5 Minuten vor dem Hauptfeld.

Ergebnis
1. Tony Martin (GER) - Omega-Quick Step 4h09:34
2. Fabian Cancellara (SUI) - Trek +2:45
3. Greg van Avermaet (BEL) - BMC
4. Tom Dumoulin (NED) - Giant-Shimano
5. Matteo Montaguti (FRA) - AG2R La Mondiale
6. José Joaquin Rojas (ESP) - Omega-Quick Step
7. Steven Kruijswijk (NED) - Belkin
8. Mickaël Chérel (FRA) - AG2R La Mondiale
9. Brice Feillu (FRA) - Bretagne-Séché alle
10. Tiago Machado (POR) - Netapp-Endura
11. Alessandro de Marchi (ITA) - Cannondale
12. Daniel Navarro (ESP) - Cofidis
13. Rafael Valls (ESP) - Lampre-Merida
14. Cyril Gautier (FRA) - Europcar gleiche
15. Sergio Paulinho (POR) - Tinkoff-Saxo
16. Tony Gallopin (FRA) - Lotto-Belisol
17. Pierre Rolland (FRA) - Europcar
18. Nicolas Edet (FRA) - Cofidis
19. Amaël Moinard (FRA) - BMC Zeit
20. Joaquim Rodriguez (ESP) - Katusha +2:51
21. Simon Spilak (SLO) - Katusha +2:54
22. Tanel Kangert (EST) - Astana +7:46
- 183 Fahrer klassiert.
DNF Egoitz Garcia (ESP) - Cofidis

Gallopin löst Nibali im Gelben Trikot ab
Am Tag der Tonys wandelte Gallopin einen Rückstand von 3:27 Minuten aufs Gelbe Trikot in einen Vorsprung von 1:34 Minuten um und verdrängte vom 11. Platz aus Nibali von der Spitze des Gesamtklassements. Einen noch größeren Sprung machte Tiago Machado vom 10. auf den 3. Platz. Auch Pierre Rolland stieg in die Top-Ten auf. Unter den sonstigen Klassementfahrern ergaben sich relativ zu Nibali keine weiteren Verschiebungen. Tony Martin war vor der 9. Etappe schon fast 20 Minuten zurück.

Gesamtwertung
1. Tony Gallopin (FRA) - Lotto-Belisol 38h04:38
2. Vincenzo Nibali (ITA) - Astana +1:34
3. Tiago Machado (POR) - Netapp-Endura +2:40
4. Jakob Fuglsang (DEN) - Astana +3:18
5. Richie Porte (AUS) - Sky +3:32
6. Michal Kwiatkowski (POL) - Omega-Quick Step +4:00
7. Alejandro Valverde (ESP) - Movistar +4:01
8. Alberto Contador (ESP) - Tinkoff-Saxo +4:07
9. Pierre Rolland (FRA) - Europcar +4:08
10. Romain Bardet (FRA) - AG2R La Mondiale +4:13
11. Rui Costa (POR) - Lampre-Merida +4:26
12. Bauke Mollema (NED) - Belkin +4:36
13. Jurgen v. d. Broeck (BEL) - Lotto-Belisol +4:36
14. Cyril Gautier (FRA) - Europcar +4:44
15. Thibaut Pinot (FRA) - FDJ.fr +5:06
16. Tejay van Garderen (USA) - BMC +5:08
17. Jean-Christ. Péraud (FRA) - AG2R La Mondiale +5:11
18. Geraint Thomas (GBR) - Sky +5:28
19. Andrew Talansky (USA) - Garmin-Sharp +5:56
20. Juri Trofimow (RUS) - Katusha +6:12
...
30. Tony Martin (GER) - Omega-Quick Step +12:15

Auf der 9. Etappe etablierte sich nach umkämpfter Anfangsphase mit verschiedensten Gruppen folgende Rennsituation: Tony Martin und Alessandro de Marchi fuhren als Spitzenreiter zwischen ein und 2 Minuten vor einer 28-köpfigen Verfolgergruppe, die wiederum einen etwas größeren Vorsprung vor dem von Astana angeführten Hauptfeld hatte. Dahinter hatten einige abgehängte Fahrer an den Anstiegen der Vogesen zu kämpfen.

In der Verfolgergruppe gab das 5-fach vertretene Team Europcar das Tempo vor. Trotzdem wuchs eher der Rückstand zum Spitzenduo. Die Zusammensetzung: Rojas (Movistar), Rodriguez, Spilak (beide Katusha), Paulinho (Tinkoff), Koren (Cannondale), Boom, Kruijsijk (beide Belkin), Chérel, Montaguti (beide AG2R), Dumoulin (Giant), Valls (Lampre), Ladagnous (FDJ), Gallopin (Lotto), Moinard, van Avermaet (beide BMC), Rolland, Gautier, Pichot, Quemeneur, Réza (alle Europcar), Cancellara (Trek), Navarro, Edet (beide Cofidis), Meier (Orica), Chavanel (IAM), Machado (Netapp), Feillu und Bideau (beide Bretagne). 59 Kilometer vor dem Ziel löste sich Tony Martin am 5. von 6 bezeichneten Anstiegen von de Marchi und baute seinen Vorsprung vor der Verfolgergruppe sogar noch weiter aus!

Den ersten Bergpreis des Tages am Col de la Schlucht hatte sich noch Voeckler (Europcar) vor Edet und Rodriguez gesichert. Eine Gruppe mit diesen 3 Fahrern wurde dann wieder gestellt, und Tony Martin schloss sich dem Vorstoß von de Marchi an. Dieser gewann die folgenden 3 Bergpreise vor Martin, der allerdings durch volle Punkte an den letzten beiden Bergen - Le Markstein und Grand Ballon - noch mehr Punkte einsammelte als de Marchi und Kadri (AG2R). Letztgenannter fuhr nach dem Tagessieg am Vortag entkräftet hinterher und musste das Bergtrikot an Martin weiterreichen. Aus der Verfolgergruppe heraus deutete Joaquim Rodriguez seine Absichten an in Bezug auf das Bergtrikot. Er griff die übrigen Punkte vor Edet ab.

Bergwertung
1. Tony Martin (GER) - Omega-Quick Step 18 p.
2. Blel Kadri (FRA) - AG2R La Mondiale 17
3. Alessandro de Marchi (ITA) - Cannondale 17
4. Nicolas Edet (FRA) - Cofidis 12
5. Joaquim Rodriguez (ESP) - Katusha 11
6. Thomas Voeckler (FRA) - Europcar 8
7. Cyril Lemoine (FRA) - Cofidis 6
8. Sylvain Chavanel (FRA) - IAM 6

In der Schlussphase der Etappe fuhr Gallopin kurzzeitig mit Chérel der Spitzengruppe voraus. Aber es reichte am Ende auch ein Platz in der Verfolgergruppe, um das Gelbe Trikot zu übernehmen. Damit geht ein Franzose in Gelb in den französischen Nationalfeiertag.

Deutschland auf dem Vormarsch
Und Tony Martin legte vor fürs Finale der Fußball-WM, in dem seine deutschen Landsleute am Abend gegen Argentinien spielen. Deswegen steht allerdings zu befürchten: Die Gala-Vorstellung von Tony Martin wird in den deutschen Tageszeitungen höchstens eine Randnotiz sein - obwohl deutsche Fahrer bisher 5 der 9 Etappen bei der Tour de France 2014 gewannen (3x Kittel, 1x Greipel). Damit fehlt nur noch ein Tagessieg um die geniale Bilanz aus dem Vorjahr zu wiederholen bei der größten jährlichen Sportveranstaltung der Welt.


Einschätzung vor der Etappe: Die 9. Etappe der Tour de France 2014 ist eine ähnliche Achterbahnfahrt durch die Vogesen wie die sich anschließende 10. Etappe, mit einem kleinen Schönheitsfehler: Die 43 Kilometer zwischen der letzten Bergwertung am Grand Ballon und dem Zielort Mülhausen trudeln nur noch abfallend bis flach aus. Attacken einzelner Klassementfahrer machen demnach eher keinen Sinn. Es könnte höchstens mit vereinten Kräften der ein oder andere Konkurrent an einem schwachen Tag abgehängt werden. Gut möglich, dass in Mülhausen eine frühe Ausreißergruppe den Tagessieg unter sich aus macht. Eher unwahrscheinlich ist es alternativ, dass nach dem letzten Anstieg mehrere abgehängte endschnelle Leute ins Hauptfeld zurückfinden und deren Teams doch noch eine entschlossene Jagd auf die Ausreißer organisieren.
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Tour de France 2014

Tour de France 2014
9. Etappe (170km)
von Gérardmer
nach Mülhausen

-km159 13:37 Col de la Schlucht
-km129 14:21 Col du Wettstein
-km100 15:05 Côte des Cinq Châteaux
-km84 15:29 Côte de Gueberschwihr
-km65 15:57 Linthal
-km50 16:19 Le Markstein
-km43 16:30 Grand Ballon

Etappensieger:
Tony Martin (GER)

Gelbes Trikot:
Tony Gallopin (FRA)

Grünes Trikot:
Peter Sagan (SVK)

Bergtrikot:
Tony Martin (GER)

Jungprofi-Wertung:
Michal Kwiatkowski (POL)

Teamwertung:
Astana

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